heute ist unser letzter kompletter Tag in Leningrad
Ab morgen wollen wir über vier Tage nach Murmansk fahren – über vier Tage ist dann stressfrei und ohne Kilometer zu schrubben
Hotels auf diesem Wege sind sehr rar gesät
Dafür gibt es zwei Campingplätze, die ideal auf unserem Weg für die nächsten zwei Nächte liegen
Für die dritte Nacht habe ich direkt am Weißen Meer ein Hotel gefunden, gebucht und gestern Abend noch die Bestätigung erhalten – danke dir, lieber Onkel
In Murmansk habe ich gestern Abend auch noch einige Hotels angeschrieben
Heute Morgen hat mir ein Hotel zurückgeschrieben, die Buchung für drei Nächte ist bestätigt
Somit haben wir auch dort zwei volle Tage, um uns dort um zu sehen
Gegen 1:00 Uhr bin ich ins Bett und hab bis 8:00 Uhr durchgeschlafen
Um mein Leben nicht zu verschlafen bin ich aufgestanden, habe mir wieder einen Kaffee geholt und bin zurück aufs Zimmer
Der Kleine schläft noch
Zum Frühstück bestellen wir wieder einmal Rührei und einmal Omelette, und teilen es brüderlich
Ansonsten gibt es wie gestern Toastbrot, aber ohne Toaster, Butter, Käse und Wurst
Wir machen Kassensturz und planen geldmäßig die nächsten Tage
Wir werden heute noch mal 1100 € umtauschen – das müsste dann bis Norwegen reichen
Louis plant die heutige Tour
Die Wechselstube liegt mittendrin – somit werde ich mit reichlich Geld durch Sankt Petersburg laufen
An der Barentssee hat Louis einen Schiffsfriedhof und Sehenswürdigkeiten mit abgeschliffen Steinen entdeckt
Dies liegt 140 km nordöstlich von Murmansk, mitten im nirgendwo
Laut Google Maps sind die letzten 20 km auf Schotter – wir wollen noch ein bisschen offroad fahren
Ich frage per Mail im Hotel in Murmansk nach einer vierten Nacht an
Gegen 11:00 Uhr laufen wir zur U-Bahn-Station und kaufen uns wieder vier Fahrmünzen
Die Fahrt mit Umsteigen verläuft wieder einwandfrei
Als erstes laufen wir zum Schlachtschiff Aurora
Punkt 12:00 Uhr macht es zwei Kanonenschläge – ist normal um diese Uhrzeit in Sankt Petersburg
Auf dem Weg dorthin laufen wir an einer Moschee vorbei
Louis eSIM und der VPN funktionieren, ich kann meine Mails abrufen
Das Hotel in Murmansk hat zurückgeschrieben, wir können die vierte Nacht bleiben, müssen nur das Zimmer wechseln
Alles klar, passt für uns
Wir sind am Hafen und beim Aurora Schlachtschiff und machen Bilder
Anschließend laufen wir wieder über die Trotzki-Brücke, über das Marsfeld und dann zu der netten Bäckerin von gestern
Es gibt wieder Brezel und Cappuccino
Danach gehen wir die berühmte Einkaufsstraße „Nevsky Ave“ entlang
Wir biegen rechts ab in eine Nebenstraße und stehen dann direkt vor dem Eremitage
Ein schönes, großes Bauwerk – Wir schauen uns das erst mal von außen an
Der Eintritt kostet 33 €! 33 € pro Person!!!
Da wir sehr kunstinteressiert sind und alle Kunstausstellungen in Tokio, London, New York und Melbourne schon gesehen haben, entscheiden wir, dass das unter unserem Niveau ist und laufen weiter
Wir suchen die nächste U-Bahn-Station und wollen zum Gazprom-Stadion von Zenit Sankt Petersburg
Als Groundhopper fehlt mir dieses Stadion noch
Wir stehen am Bahnsteig, die Bahn ist vor uns rausgefahren
Ich weiß nicht, ob es hier überhaupt Fahrpläne gibt – aber wird eigentlich auch nicht benötigt, denn innerhalb von 3 Minuten kommt schon die nächste Bahn
Auf dem Weg zum Stadion kommen wir an Tripsdrill vorbei
Wir laufen durch den Park – s‘Kind will unbedingt Achterbahn fahren
Ok, wir kaufen zwei Karten
Die Bahn sieht echt wild aus
Drei Loopings und mehrere Schrauben
Es geht los und die Fahrt ist genial – wir sind dermaßen begeistert
Wir sind im Europa-Park schon mehrmals alle Achterbahnen gefahren, und diese hier ist auch Champions League
Jetzt will der Vater noch mal fahren
Wir kaufen noch mal zwei Karten und genießen die wilde Fahrt erneut
Das war’s das aber, wir sollten weiter
Wir nehmen die knapp 2 km zum Stadion in Angriff
Von außen sieht die Arena gut aus, innen wird wahrscheinlich auch ein Rasen sein
Leider ist alles zu, man kann nichts besichtigen
Vor dem Stadion steht eine Statue des sowjetischen Staats- und Parteiführers Sergei Kirow
Wir laufen um das Stadion herum und steigen an der U-Bahn-Station Zenit ein und fahren eine Station zum Lakhta-Center
Der Lakhta-Center ist 462 m hoch und das höchste Gebäude in Russland und ganz Europa
Heute Morgen stand im Internet, dass wir Eintrittskarten nur online kaufen können
Ohne Kreditkarte geht das bei uns halt schlecht
Wir hoffen, dass wir vielleicht vor Ort noch Karten kaufen können
Wir laufen wieder knapp 2 km dorthin
Bis jetzt haben wir bestimmt schon über 10 km in den Beinen
Am Center angekommen müssen wir wieder durch Sicherheitskontrollen wie auf dem Flughafen
Am Infoschalter erfahren wir, dass heute ausverkauft ist – sehr schade
Wir können einen Stock hoch und ein bisschen dumm rum gucken – das können wir
Danach gehen wir wieder zurück und 500 m weiter ist ein Biker-Restaurant
Da setzen wir uns rein und essen
Sitzen tut so gut – ich hoffe, wir kommen nachher wieder hoch
Nach dem Essen fällt es uns wirklich sehr schwer, wieder aufzustehen
Wir haben jetzt 2,4 km bis zur Wechselstube
Der Marsch beginnt und endet an keiner Wechselstube
Ich frage im Laden daneben nach – die Wechselstube hat seit Monaten zu
Sie hilft uns eine Bank zu finden – ein paar hundert Meter weiter ist eine, sie hat bis 19:00 Uhr offen
Es ist kurz nach 18:30 Uhr
Wir versuchen das im Dauerlauf, die Beine machen aber nicht mehr mit
Gegen 18:45 Uhr kommen wir an der Bank an, die Türe ist zu, aber Kunden sind drin
Wir rütteln an der Türe, eine Kassiererin gibt ins Zeichen „geschlossen“
Wir sehen ein Schild, geschlossen seit 18:30 Uhr – sch…
Wir benötigen dringend Geld, das jetzige reicht nicht bis Murmansk
Und die nächsten vier Tage sind wir in der Pampa
Louis googelt wieder und findet in 800 m die nächste Bank – in der Hoffnung, die hat auf
Ansonsten müssen wir morgen unterwegs noch hier in Leningrad an einer Bank halten
Wir ziehen frustriert 800 m weiter
Wir sehen die Bank, die Türe geht auf, und es gibt eine Kasse
Ich gehe lächelnd zur Kasse, freue mich, dass offen ist, und der Lockenkopf dahinter lächelt zurück
Ich gebe ihr 1100 € und signalisiere einen Tausch
Sie erkennt mein Signal und nimmt mein Geld entgegen
Puh… ich glaube, wir kommen ins Geschäft
Sie lässt das Geld durch den Zähler… 1100 € – ja, passt perfekt
Dann wird wieder jeder Schein per Auge gescannt – 50 € bekomme ich zurück, angeblich ein Kaffeefleck drauf
Hm…
Bis auf den letzten Schein sind per Augenscan die restlichen alle gut
Sie gibt mir den letzten 100er auch zurück – ich kann nichts erkennen
Muss wohl ein Fleck auf ihrer Linse sein
Dann wird noch mal jeder Schein durch einen Automat vorne und hinten gescannt
Noch mal fällt ein 100er durch
Oh man…
850 € bleiben übrig
Sie kopiert meinen Reisepass und gibt mir die entsprechenden Rubel zu einem sehr guten Kurs von 93,5
Der gute Kurs macht halt die fehlenden 250 € nicht wett
Aber jetzt haben wir erstmal wieder genügend Geld, was die Tage bis und in Murmansk reichen
Jetzt 500 m zurück zur nächsten U-Bahn-Station
Wir sind platt und unsere Füße tun weh
U-Bahn klappt, zweimal umsteigen und ohne zu verfahren
Wir steigen in Narvskaja, unsere Ausgangsstation aus
Auf den letzten Kilometer zurück zum Hotel gehen wir noch in den Supermarkt und kaufen Nudeln mit Tomatensoße
Wenn der Plan morgen klappt, sind wir morgen Abend auf einem Campingplatz und kochen selber
Auf dem Weg dorthin wollen wir noch das Bernsteinzimmer anschauen, denn das liegt 25 km außerhalb von Sankt Petersburg
Im Hotelzimmer angekommen. sehen wir den Berg noch nicht zusammengelegter Wäsche
Puh… auch das noch
Wir duschen und legen danach den Berg zusammen
Wir sind echt platt und liegen nur faul herum
Ich muss noch die Bilder vom Handy auf den Rechner ziehen, der Bericht ist schon fertig
Um 9:00 Uhr den Wecker gestellt, um 8:00 Uhr schon aufgestanden
Die Brut schläft noch
Ich hole mir einen Kaffee vom Frühstücksbuffet und gehe wieder zurück aufs Zimmer
Zimmer ist relativ, eigentlich ist es eine kleine Ferienwohnung
Frühstücksbuffet ist auch relativ, es gibt nur Brot, Butter, Wurst und Käse
Aber sie hat mich nach Omelette oder Rührei gefragt
Als Louis endlich wach wird, gehen wir frühstücken
Wir haben einen Plan für heute – das erste ist aber Wäsche waschen.
Die Hotelfrau hat uns einen Waschsalon, nicht weit entfernt von hier, ausgemacht
Nach dem Frühstück packt jeder seine schmutzige Wäsche in eine Tüte, und wir laufen mit dem kleinen Drecksack durch Sankt Petersburg
Schräg gegenüber vom Hotel steht Sergei Moronovich Kirov als Statue
Er war ein Mitglied der KPdSU und ein enger vertrauter Stalins
Wir laufen am Narva-Triumphbogen vorbei, den wir gestern mit dem Motorrad umrundet haben
Im Waschsalon angekommen wird es wie gewöhnlich nicht leicht – die Anleitung ist auf Russisch
Dank Google Übersetzer bekommen wir das nach einer angemessenen Zeit hin
Die Waschmaschine läuft jetzt 1:14
Wir beginnen unseren Rundgang mit Sankt Petersburg, und wollen heute Abend die Wäsche rausholen und in den Trockner werfen
Wir laufen zur U-Bahn-Station und kaufen dort Fahrkarten – wir bekommen Münzen, anstatt Karten wie in Moskau
Aber es funktioniert
Unser erstes Ziel ist die Peter-und-Paul-Festung
Wir fahren mit der U-Bahn, müssen einmal umsteigen und kommen direkt dort an, wo wir hin wollen
Man merkt, wir sind jetzt absolut Großstadt erprobt
Wir schauen uns die Kathedrale von innen an
Anschließend laufen wir noch über die gesamte Festung und gehen dann über die Troitzkiybrücke auf‘s Marsfeld
Ja, das heißt wirklich so, weil es nach dem römischen Kriegsgott Mars benannt wurde
In der Mitte des Marsfeldes brennt ein Feuer zu Ehren der Kämpfer für die Revolution und der Gefallenen
Hinter dem Marsfeld laufen wir durch den Michailowski-Garten und sehen daneben das Saint Michael‘s Castle
Im Garten begegnen wir dem russischen Kunstmuseum
Nicht verwechseln mit dem bekannten Eremitage
Das ist ein paar Kilometer weiter, hat aber heute zu
Hinter dem Garten laufen wir direkt auf die Blutskirche oder Erlöserkirche zu
Wir machen Bilder von außen und innen, und es ist immer das gleiche – Prunk und Protts!
Neben der Kirche fahren wie in Venedig Boote auf dem Fluss
Man wird auch überall auf Bootsfahrten angesprochen
Absolut touristisch hier, im Gegensatz zu Moskau
Nach einer Cappuccino-und Brezel-Pause laufen wir die Fußgängerzone hoch und direkt auf die Kasaner Kathedrale zu
wir gehen auch rein, koschd nix
Die erste Kathedrale heute, die nichts kostet
Wir beobachten die Leute ein bisschen
Manche kommen in die Kirche rein und bekreuzigen sich 5x oder 10x, manche hören gar nicht mehr auf
Innen drin ist eine lange Schlange vor einem Bild
Der/die Vorderste steigt zwei Stufen hoch, betet, und küsst dann das Bild
Daneben steht eine Putzfrau mit einem Feudel in der Hand, die nach dem siebten oder achten Knutscher das Bild wieder abwischt
Ich bin mal vor gelaufen und wollte schauen, wer auf dem Bild ist
Ich konnte es leider nicht erkennen – ich bin es aber nicht
Wir gehen wieder raus und sehen einen S65 Maybach Langversion vorbeifahren
Wir haben noch nie so viele Maybachs und AMG‘s wie in Moskau oder Sankt Petersburg gesehen
Wir laufen weiter und kommen zur Isaakskathedrale, mit einer goldenen Kuppel oben drauf
Wir sitzen davor im Isaakpark und schauen in der Gegend rum
Nach einer gemütlichen Pause gehen wir zum Automaten und wollen auf die Kathedrale ganz nach oben
Leider nimmt der Automat keine Geldscheine
Ich frage einen Russen, ob er uns helfen kann – er bezahlt sofort mit Karte und ich gebe es ihm in bar
Sofort hilfsbereit und unkompliziert, ohne Probleme
Wir steigen die Treppen rauf und haben eine herrliche Aussicht über Sankt Petersburg
Anschließend gehen wir zur U-Bahn und fahren zurück zum Waschsalon
Nach dreimal umsteigen und einmal in die falsche Richtung gefahren, sind wir an unserer Station
An jeder U-Bahnstation sitzen Sicherheitskräfte in einem Häuschen vor Monitoren und beobachten, dass sich keine Messerstecher auf den Bahnhöfen reinschleichen
Darin könnte man Verbesserungspotenzial für einige Länder Europas sehen
Wir laufen zum Waschsalon, die Wäsche ist fertig gewaschen
Während ich die Wäsche von unten nach oben in den Trockner lade, studiert Louis die Anleitung
Dank Google Übersetzer ist das gar nicht so schwer
Der Trockner läuft und wir laufen in unsere Ferienwohnung zurück
Duschen und anschließend in Richtung Waschsalon zu einem Restaurant
Da wir nichts Russisches finden, gehen wir zum Chinesen
Der Chinese war ok, nichts Besonderes, aber ok
Nach dem Essen gehen wir zuerst einkaufen und dann zum Waschsalon zurück, unsere Wäsche ist trocken
Wir machen dort Pause mit einem Twix
Die Wäsche packen wir in Tüten und nehmen sie ins Hotel
Leider ist die nette Hotelfrau nicht mehr da… halt wegen dem Zusammenlegen
Wir trennen die Wäsche nach bestem Wissen und Gewissen, und den Rest machen wir morgen
Seit 7:00 Uhr bin ich schon wach und trinke den hauseigenen Kaffee
Ich plane unseren heutigen Tag
Wir wollen zum Stalin-Bunker, Kreml, evtl. Mediacenter, dann zum Ostankino-Tower, von dem wir einen Überblick über ganz Moskau haben und anschließend irgendwie zurück zum Hotel
Für den Turm benötigen wir unsere Reisepässe
Ich schaue mir die U-Bahnverbindungen über ChatGPT an und fotografiere alles ab
Gegen 11:00 gehen wir los ins zweite Abenteuer Moskau
Wir laufen zur U-Bahn, die finden wir auf Anhieb
Wir steigen ein, wieder aus, steigen um, und steigen dann wieder aus
Hat wunderbar geklappt, dank ChatGPT
Jetzt noch 5 Minuten zum Bunker laufen
Im zweiten Anlauf haben wir den Bunker erreicht
Wir kommen rein, und es beginnt gerade eine Führung, wir schließen uns an
Wir zahlen einen horrenden Preis für den Eintritt und den Audioguide in Englisch
Nach ein paar Meter fatzt mir schon das Kabel vom Kopfhörer – stabile Sache
Louis gibt mir sein linkes Ohr
Wir laufen 18 Stockwerke nach unten
Wir gehen dem Führer und den restlichen Russen hinterher
Er spricht laut und deutlich, halt auf Russisch
Wir schauen einige Räume an, und hören dem Audioguide auf Englisch zu
Immer wieder machen die Leute Bilder
Dann mache ich auch mal in einem Raum ein Bild von einem Modell der Bunkeranlage
Gerade in diesem Raum darf man nicht fotografieren, ich werde angeschnauzt
Hm…
Die Bunkeranlage war ganz interessant – interessanter wäre es gewesen, wenn man was verstanden hätte
Nach der Führung gehen wir noch auf‘s Klo und stehen anschließend alleine da
Wir fragen nach dem Ausgang, und sie schickt uns wieder die Treppen hoch
Gibt es hier keinen Aufzug?
Wir laufen die 18 Stockwerke nach oben
Als wir oben sind, laufen wir am Aufzug vorbei – danke für den Tipp
Wir gehen raus, zum Fluss runter und laufen am Neckar von Moskau zum Mediencenter, 2 km
Der virtuelle Flug über Moskau ist leider ausgebucht, bzw. um 18:00 Uhr wäre die nächste Vorführung
Wir entscheiden uns für eine andere Aufführung, einen 360° -Kinofilm über die Kola-Halbinsel, Sibirien und Kamtschatka
Russland ist ein wunderschönes Land
Leider viel zu groß, um alles in einem Leben zu erkunden
…
Hier in diesem Park, welcher 2018 gebaut wurde, auch wo das Mediencenter jetzt steht, stand damals das Hotel Rossia
Das nächste Ziel ist der Kreml – wir nehmen unsere Füße in die Hand und laufen los
Im Gegensatz zu gestern ist heute viel mehr Menschenmenge unterwegs
Wir laufen wieder über den Roten Platz, bleiben vor dem Mausoleum von Lenin stehen
Gestern war eine lange Schlange, da wollten sie ihn alle sehen, heute ist hier gar nichts mehr los – es interessiert niemanden mehr
Wahrscheinlich ist er heute Nacht gestorben
Wir gehen weiter in den Park Richtung Kasse und laufen wieder an den beiden Eingefrorenen vorbei
Die Kasse ist ein Stückchen dahinter, ohne Schlange
Wir kaufen zwei Karten, gehen zum Eingang und sind plötzlich mitten im Kreml
Wir sehen die Rüstkammer, einige der Kathedralen, Paläste und die Museen
Um 16:00 Uhr haben wir schon drei von vier Programmpunkten abgehakt
Wir gehen zur U-Bahn-Station Bibliothek, wie uns das ChatGPT heute Morgen gesagt hat – das nächste Ziel ist der Tower
Dann sind wir ein wenig überfordert – zu viele U-Bahn-Möglichkeiten
Um‘s Eck ist ein Infoschalter, wir fragen die Dame – die zuckt nur mit den Schultern
Keine Ahnung, nix verstehen – Jaja, nix verstehen WOLLEN!
Toll, für sowas bist du eigentlich da!
Wir stehen da wie bestellt und nicht abgeholt
Ich suche nach was Jungem, die können eher Englisch
Eine junge Frau läuft vorbei, ich spreche sie an, und sie kann tatsächlich Englisch
Zufälligerweise haben wir auch noch den gleichen Weg – kommt einfach mit, meint sie
Dann hilft sie uns noch beim Fahrkartenkaufen – die von gestern hatten wir jetzt aufgebraucht
Wir fahren eine Station und müssen noch umsteigen
Dort geht es dann hoch und runter, nach links und nach rechts
Ob wir das alleine gefunden hätten?
Wir steigen in die Anschlussbahn und fahren fünf Stationen
Die Frau recherchiert und sagt uns noch, welchen von den fünf U-Bahn-Ausgängen wir nehmen müssen, um zum Turm zu gelangen
Super Service, wir bedanken uns herzlich
Wir steigen aus, nehmen Ausgang Nummer 2 und sehen von weitem schon den Turm
Wir laufen 20 Minuten hin
Am Eingang wird man wie am Flughafen kontrolliert
Erst danach kommt man zur Kasse
Die Kassiererin erklärt uns, dass die Kasse für Barzahlung einen technischen Defekt hat und es mindestens 30 Minuten dauert
Uff…
Ich gehe zu einem Halb-Chinesen, der mir vorhin schon auf Englisch geholfen hat und frage ihn, ob er unsere Karten mit seiner Kreditkarte kaufen würde – ich gebe ihm das Geld in bar
Ja, klappt auch wunderbar
Die Eintrittskarten müssen personalisiert werden, welche dann mit dem Reisepass abgeglichen werden
Wir bekommen unsere Eintrittskarten und laufen die 200 m zum Eingang
Dort müssen wir wieder durch eine Kontrolle wie am Flughafen – und die Reisepässe werden abgeglichen
Dann kommen wir zum Aufzug und fahren 337 m nach oben
Mega Ausblick über Moskau
Von oben sieht man, dass die Stadt eigentlich im Wald gebaut ist
Es ist so viel grün in der Innenstadt
Wir bleiben vielleicht 30 Minuten und fahren mit dem Aufzug dann wieder runter
Anschließend geht es 20 Minuten zur U-Bahn
Wir halten uns an ChatGPT, finden die richtige Bahn, fahren neun Stationen und steigen an unserer Haltestelle von heute Morgen wieder aus
Nun sind wir vom Norden Moskaus durch die Innenstadt und bis südlich zwischen dem ersten und zweiten Ring gefahren
Alles hat mit der U-Bahn perfekt geklappt
wir laufen 10 Minuten heim, duschen und gehen danach essen
Ich probiere die russische Spezialität Borschtsch
Borschtsch ist ein herzhafter, tiefroter Gemüse-Fleisch-Eintopf, der vor allem aus Rote Beete, Weißkohl und Rindfleisch besteht
Der Eintopf war ok, obwohl es eher wie Suppe war
Wir kommen gegen 23:00 ins Hotel, wir sind platt – wieder sehr viel gelaufen
Anschließend gehen wir über die „Floating Bridge“, welche im Zaryadje-Park steht, von der man aus einen schönen Ausblick auf den Fluss hat, sowie auf eine Residenz, in der man teure Wohnungen kaufen kann
Im Zaryadje-Park stand angeblich mal das Hotel Rossia mit 5000 Betten, in dem wir damals im April 1998 mit dem VfB zum Halbfinale um den Europapokal der Pokalsieger übernachtet hatten
Das Hotel wurde abgerissen, und der Zaryadje-Park gebaut
Wer laufen zum Roten Platz und wollen das Mausoleum von Lenin anschauen – leider ist eine große Menschenschlange davor, das haben wir uns dann nicht angetan
Platz der Exekution, der auf dem Roten Platz steht
Hier kamen früher Menschen hin, die gelogen haben – heute arbeiten die bei der Zeitung oder im Radio
Wir gehen weiter um den Kreml herum Richtung Eingang
100 Meter davor stehen zwei Soldaten stocksteif Wache
Wir kommen gerade zur Wachablösung – 2 Soldaten laufen im Gleichschritt und mit Gewehr zu den beiden Eingefrorenen
Starker Regen kommt, dann hört es wieder auf
Wir laufen zum Eingang und wollen den Kreml von innen sehen – keine Schlange davor, Gott sei Dank
Dann das Schild: „Kreml donnerstags geschlossen“
…
Oh man…!!! Das ist ärgerlich!!! Warum ist heute Donnerstag!?!
…
Ausgerechnet heute!
Okay, morgen ist auch noch ein Tag…
Weiter südlich kommen wir zur Statue des Großfürsten Wladimir mit dem Kreuz und dem Schwert in der Hand
200 Meter entfernt steht eine Bücherei mit bis zu 350 Jahre alten Büchern
Wir machen Pause in einem sehr teuren Kaffee – ist halt mitten in Moskau
danach gehen wir zu dem Dom mit der goldenen Kuppel
Eintritt zum Schwabenpreis – umsonschd, koschd nix
Der Cleverste von uns drei hat lange Hosen an – die anderen beiden müssen leider draußen bleiben
So schaue ich mir gemütlich den Dom von innen an
Als ich rausgehe, sind die beiden Kurzhösler weg
Ich schau mich ein wenig um und höre plötzlich „hey Stuttgarter!“
Wer kennt mich hier mitten in Moskau?
Ich lerne Nikolai aus Paderborn kennen
Er kommt ursprünglich aus Russland, wohnt aber seit 1990 in Paderborn
Bis ist gestern sei er noch mit einer Hose vom SC Paderborn rumgelaufen
„Anfang Oktober sind wir Gegner“ – jaja, wird eine schwierige Saison für uns, meint er
Klim und Louis kommen und wir machen ein Erinnerungsfoto zu viert
Wir verabschieden uns und laufen durch einen Park mit vielen Schachbrettern
Einige Leute spielen auch Schach
Dann kommen wir an Plakaten vorbei, welche Chefs einiger Bezirke in Russland aufzeigen – dazu noch geschichtliche Hintergründe
Dann kommen wir in die Arbat Street, eine 1 km lange, historische Straße im Zentrum Moskaus
Plötzlich ein Platzregen, wir stellen uns unter, direkt vor dem Aeroflot-Gebäude
Mit Aeroflot bin ich damals im April 1998 nach Moskau geflogen – damals war’s kalt, gewonnen haben wir trotzdem
Wir laufen durch die Straße und schauen uns einige Geschäfte an
Eine Bilderreihe mit der Geschichte vom Ende des Krieges ist aufgestellt
Danach gehen wir zur Metro und fahren zwei Stationen bis zum Siegesmuseum
Offiziell ist es das „Zentralmuseum des Großen Vaterländischen Krieges“
Wir steigen an der tiefsten Untergrundstation in Moskau aus, fahren mit der Rolltreppe hoch und laufen auf einen knapp 142 m hohen Obelisken zu, der vor dem Museum steht
Das Museum ist interessant und berichtet über den sowjetischen Sieg im Zweiten Weltkrieg und über den Krieg gegen die Nazis aus der Ukraine
Im Hintergrund sind die vielen Geschäfts-Hochhäuser im Zentrum Moskaus
Nach dem Museum ist es 15:30 Uhr und wir total kaputt – jetzt sind wir 7 Stunden auf den Beinen, mit Ausnahme der kurzen Pause in dem Café
Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so viel gelaufen bin
Mit Ausnahme mein Marathon vor anderthalb Wochen
…
Wir sind weit weg von unserem Hotel
Klim erklärt mir die Möglichkeiten zum Hotel
Zwei Stationen mit der blauen Linie, dann umsteigen, eine Station mit der roten Linie, und dann noch zwei Stationen mit der Orangenen
…
Puh… und in welche Richtungen?
„Dann gibt es noch die Möglichkeit mit dem Uber, das kostet aber…“ – Nehmen wir!!!
Ohne große Diskussion bestellt Klim das Uber und bezahlt online – geht nicht anders
Ich gebe ihm das Geld in bar
Das Uber kommt, wir verabschieden uns und bedanken uns herzlich für die tolle Reiseführung
Hätte nicht besser sein können, als mit einem Einheimischen durch Moskau zu laufen
Das wäre nur mit dem Reiseleiter Bohnet zu toppen gewesen
Der Uberpilot rast mit 90 Sachen durch die Stadt, rechts an den Autos vorbei und links an den Autos vorbei
Dicke Luxuskarossen kreuzen unsere Wege
… und der Uber hält direkt vor unserem Hotel – unbeschadet
wir steigen aus dem Auto, kriechen ins Hotel und legen uns aufs Bett
Wir sind platt – Louis schläft
Zwei Stunden später laufen wir 900 Meter zum Restaurant, Louis hat gegoogelt, gute Rezessionen
Wir gehen rein, ist das ein Inder…!
Jetzt sind wir in Russland und gehen indisch essen
Wenn wir nicht schon 18,93 Kilometer in den Beinen hätten, wir hätten ein anderes Restaurant gesucht
So blieben wir und es hat auch gut geschmeckt
Über den Supermarkt laufen wir nach Hause ins Hotel und ins Bett
um 8:00 Uhr stehen wir auf und essen ein paar Kleinigkeiten vom Supermarkt
Nachdem wir gestern zwischen 26° und 30° gefahren sind, sind es aktuell nur 16° und die Straßen sind nass
Aber es hat zumindest kein Schnee vor Moskau
Klim, mein Kamerad aus Moskau, will uns morgen treffen und uns ein paar Sehenswürdigkeiten zeigen – freut uns sehr, dass das klappt
Ich schreibe mir die genaue Route von Google Maps ab, und das auf Russisch, falls das GPS ausfällt
Was hoffentlich nicht passiert!!!
Louis bringt die erste Fuhre zu den Motorrädern runter
Unten stehen schon zwei Russinnen und schauen sich die Maschinen an
Sie sprechen auf Russisch, Louis auf Englisch, und niemand versteht was
Wir packen die restlichen Sachen und checken aus
Kurz vor 10:00 Uhr kommen wir los
Hoffentlich funktioniert das GPS bis zum Hotel!!!
Wir fahren wieder auf die einspurige Straße Richtung Moskau
Am Anfang war es sehr gut zu fahren, bis wir auf einen Konvoi mit LKW‘s auffuhren
Das Überholen war ziemlich zäh, zumal meistens Überholverbot war
Dann kam noch die Straße erschwerend dazu, es gab viele Schlaglöcher
Zu allem Übel setzte noch Nieselregen ein
Irgendwann wird die Straße dreispurig, zweispurig, und dann wieder dreispurig
Wir können schnell fahren und kommen zügig voran
Dann kommt plötzlich wie aus dem Nichts eine Mautstelle
Wir diskutieren noch die Bilder über den einzelnen Schranken und stellen uns dort an, wo ein Geldschein drauf war
Wir fahren vor die Schranke an den Automat und schauen diesen an
Für diese Mautstation ist kein Geldschein erforderlich, sondern eine Kreditkarte
Und unsere Kreditkarten funktionieren leider nicht
Wir müssen wieder zurück
Gott sei Dank war hinter uns niemand
So schieben wir die 20 Meter unsere Motorräder aus dieser Bahn zurück
Dann parken wir seitlich und schauen uns das alles noch mal genauer an
Ganz rechts sind zwei Linien mit Schildern, auf denen Geldscheine und Münzgeld drauf ist
Warum haben wir das vorher nicht gesehen?
Wir fahren hin
Eine Frau schaut aus dem Häuschen raus, es ist keine Hexe, ich bezahle gleich doppelt und wir beide fahren durch
Wir fahren weiter geradeaus, direkt auf Moskau zu
10 km vor dem äußeren Ring fällt das GPS aus
Verdammte Sch… schade…!!!
Wir haben die Kilometer im Kopf und wissen, dass wir nach 10 km an einem Kreuz einen dreiviertel Kreis drehen müssen und links den äußeren Ring entlang
Und irgendwann müssen wir dann vom äußeren Ring wieder in die Innenstadt rein – irgendwann
Ja, und wann???
…
Wir fahren 10 km, kommen auf ein großes Kreuz und fahren raus
Wir wollen den Dreiviertel Kreis nehmen, um nach links auf den äußeren Ring zu kommen
Wir fahren ein bisschen zu früh ab, machen nur einen Viertel Kreis und fahren sechsspurig in die falsche Richtung
Nächste Sch…
Vom Verkehr her geht es, ich hatte es mir schlimmer vorgestellt
Wir müssen die Situation neu analysieren
Wie kommen wir jetzt auf die andere Straßenseite in die entgegengesetzte Richtung?
Nach ca. 2 km fahren wir rechts raus, merken aber schnell, dass wir hier nicht auf die andere Straßenseite kommen
Wir fädeln uns auf den sechsspurigen Ring wieder ein
Weitere 2 km kommt eine Brücke
Wir fahren raus, können über die Brücke und in die entgegengesetzte Richtung auf den sechsspurigen Ring
Geschafft… nur wie weit müssen wir hier fahren?
Irgendwann kommen wir an das Kreuz, an dem wir falsch abgebogen sind
Jetzt sollten wir nur noch wissen, wieviele km wir hier draufbleiben müssen
Ich vergleiche meinen handgeschriebenen russischen Zettel mit der Route drauf und den Verkehrsschildern
Ich kann noch weniger als nichts lesen – nämlich gar nichts
Danke für deine Mühe, Micha, aber es war umsonst
…
Nach Rücksprache mit Louis weiß er auch nicht, wann wir abbiegen müssen
Eine Idee wäre, einen Taxifahrer zu suchen, der zum Hotel fährt und wir hinter her
Plötzlich staut sich der Verkehr…
Es geht nur noch im stop and go
Wir sind auf einer sechsspurigen Fahrbahn, in eine Richtung(!!!), sechsspurig, und es geht nur im stop and go vor sich!!!
Wer hat das erfunden???
Wahnsinn…!
So zotteln wir dahin
Plötzlich erklärt mir Louis völlig lapidar, wir müssen in 600 Meter raus
„Woher weißt du das?“
„Sagt mein Navi, GPS geht wieder“
Ich hätte fast einen Freudensprung vom Motorrad gemacht, während Louis mir das emotionslos ins Ohr quatscht
Ok, jetzt warten wir mal ab, wie lange das hebt
Wir fahren auf dem Standstreifen und schlängeln uns vorbei
Wir biegen ab, es wird vierspurig, aber es läuft
Ich bete, dass das GPS bestehen bleibt
Wir werden mutiger, überholen mal rechts und mal links
Der Verkehr ist nicht mit Machatschkala in Tschetschenien zu vergleichen!
Alles absolut fair – Respekt, hätte ich anders erwartet
So biegen wir noch 3x ab und stehen vor unserem Hotel – perfekt gelaufen, Hut ab!
Der Gehweg sehr breit, perfekt für unsere Motorräder
Wir parken, machen die Hoteltüre auf, da winkt vom 1. Stock hinter der Theke die Hotelfrau – sie hat uns schon erwartet
Wir laufen die Treppe hoch
Natürlich kann sie nur russisch
Als erstes klären wir das mit dem Parkplatz auf dem Gehweg ab
Geht gar nicht, da dürfen wir nicht parken, da kommt die Polizei und kostet Strafe
An der Straße dürfen wir parken, wir müssen uns aber am Automat registrieren, online und mit Kreditkarte
Da unsere Kreditkarten nicht funktionieren, bitten wir sie, dass sie bezahlt und wir geben ihr das Geld in bar
Kein Problem, macht sie – voll nett die Frau
Wir laufen gemeinsam zum Automat, sie muss vorher aber eine App runterladen
Zwischendrin immer wieder Google Übersetzer
Wir laufen zum Hotel zurück, sie nimmt sich viel Zeit, das mit dem Parken zu regeln
Wir geben beide unsere Kennzeichen ein
Nach einer langen halben Stunde kommen für diese vier Tage parken 330 € raus
Waaaaaaas…?!?
Nach unserer Rechnung müssten circa 44 € rauskommen
Es hat sich dann aber herausgestellt, dass das keine Tagespreise waren, sondern Stundenpreise – oha!
Sie meinte, das ist halt Moskau, und ihr seid mittendrin
Ja, schon klar, aber 330 € sind eine Hausnummer
…
Sie telefoniert rum und hätte ein Hostel für uns, dort können wir wohnen und umsonst parken – ist nur 7 Minuten entfernt von hier
Ah, ok…
Dann hat es wieder eine Ewigkeit gedauert, bis wir das russische Google Maps mit dem deutschen Google Maps zusammengebracht haben
Dann haben wir das Hotel auf deutschen Google Maps gefunden
Wir vergewissern uns noch mal bei ihr, ob dort auch wirklich ein Zimmer frei ist – ja, ist für uns gebucht
Das Ganze hat circa anderthalb Stunden gedauert – wir bedanken uns herzlich bei ihr für ihre Mühe und lachen alle zusammen
Ein gemeinsames Abschlussfoto darf nicht fehlen
Wir ziehen uns wieder an und fahren los
Wir kommen an der Kirche „Donskoy Monastery“ vorbei
Daneben fährt auf dem Gehweg ein Roboter mit einer roten Fahne, hab ich noch nie gesehen
Wir fahren, bis Google Maps sagt, wir sind am Ziel
Wir gehen in das Hotel und werden sofort abgewiesen – „wir nehmen nur russische Staatsangehörige auf“
Wenn du sowas in Deutschland sagen würdest, wärst du als Nazi betitelt worden und würdest von der Gesellschaft ausgeschlossen werden
Und das Hotel wäre für immer und ewig geschlossen worden
Auf Google Maps merken wir, dass wir zwei Häuser zu weit sind
Wir laufen wieder zurück und gehen in eine andere Tür rein
Dort riecht es schon komisch – wir kennen den Geruch, der verheißt nichts Gutes
Als wir der Frau an der Rezeption das Handy mit Google Übersetzer unter die Nase halten, lacht sie und meint nur, wir sind hier beim Zahnarzt – bitte ein Haus weiter
Wir gehen ein Haus weiter, da kommt gleich der Chef raus und meint, wir können die Motorräder ums Eck parken – ist kameraüberwacht
Juhuuuuu! Wir sind endlich richtig!
Er kann sogar ein wenig Englisch
Wir checken ein und vespern eine Kleinigkeit
Von unserem Zimmerfenster aus sehen wir den gleichen Roboter von vorhin am Nachbarhaus anhalten
Ein Mann kommt raus, der Deckel vom Robi geht auf und er holt sich Essen raus
Der Deckel geht zu und der Robi fährt wieder auf die Straße – ohne aber nach rechts und links zu schauen
Coole Socke…
…
Wir haben es geschafft, wir sind mitten in Moskau
Zwischen dem ersten und dem zweiten Ring, 4,9 km vom Roten Platz entfernt
Wahnsinn!!!
Und das mit unseren Motorrädern!!!
Letztenendes war der Verkehr „harmlos“
Ich hatte immer noch Machatschkala im Kopf, dass es genauso werden würde – aber das wurde es nie
Gott sei Dank
Vielleicht lag es auch an der Uhrzeit, und dass wir nicht abends reingefahren sind
Wir ziehen uns um und gehen zur „Donskoy Monastery“
Innendrin wird gebetet – wir beobachten die Menschen
Anschließend gehen wir noch über den daneben liegenden Donskoy-Friedhof
Auf dem Rückweg fährt uns wieder dieser oder einer von diesen Robotern über den Weg – der fährt einfach auf dem Gehweg und weicht allen Menschen aus oder hält kurz an
Geniales Teil
Wir laufen noch am Radioturm vorbei und gehen in einen Imbiss, essen und trinken etwas – danach ins Hotel zurück
heute Nacht habe ich noch Fotos von der beleuchteten Kirche und dem gegenüberliegenden Hotel gemacht, sieht voll schön aus
Um 8:00 Uhr stehen wir auf und gehen zum Buffet
Es gibt teilweise sogar andere Sachen wie gestern – sehr lobenswert
Anschließend packen wir unsere Maschinen und checken aus
Wir wollen 40 Minuten von Stalingrad entfernt noch den deutschen Soldatenfriedhof anschauen
Danach geht es weiter nach Borissoglebsk, dort habe ich gestern das Hotel gebucht
Heute ist es bewölkt und nur 20° draußen – optimal zum Motorrad fahren
Gegen 10:30 Uhr kommen wir los und auch gut aus Stalingrad raus
Nach 40 km fahren wir an einem russischen Soldatenfriedhof vorbei, 3 km weiter soll der deutsche Soldatenfriedhof kommen
Wir biegen von der Hauptstraße rechts ab und fahren 300 m einen Schotterweg entlang
Am Ende vom Schotterweg steht ein Schäfer mit seinen Schafen und schaut komisch
Hier gibt es keinen Friedhof
Wir fahren wieder zurück und schauen uns den russischen Soldatenfriedhof an
So viele Gräber…
Wahnsinn, wie viele da einfach mitmachen und ihr Leben riskieren, während die, die Krieg wollen, einfach nur am Schreibtisch sitzen und planen und überhaupt nichts riskieren
Wäre doch richtig schön, wenn Krieg wäre, und keiner geht hin
…
Das erste Mal seit langem sind wir nicht nass geworden, von innen
Nach dem Besuch des Friedhofs fahren wir weiter
Ca. 30 km hinter Wolgograd kommt hupend ein Auto hinter uns her und winkt uns freundlich raus
Es ist keine Polizei
Wir halten am Straßenrand und unterhalten uns mit Ivan über Google Übersetzer, so gut es geht
Er freut sich so sehr Deutsche zu sehen
Er zeigt uns Bilder vom Angeln und will uns wahrscheinlich zum Angeln einladen
Wir lehnen dankend ab, da wir ein Hotel in Borissoglebsk gebucht haben und weiter wollen
Dann macht er uns verständlich, dass wir hier 10 Minuten warten sollen, er würde uns Fisch holen
Zumindest haben wir das so interpretiert
Wir warten und sind gespannt
Keine Minute später hält ein russischer Motorradfahrer und fragt in gebrochenem Englisch, ob wir Probleme haben und ob wir Hilfe brauchen
Er ist auch nicht von der Polizei
„Nein, alles perfekt, wir warten nur auf einen von deinen Kameraden“
„Woher kommt ihr?“… fragt Bogdan.
„Deutschland“
„Was, Deutschland!?!“
Er meint dann nur lachend „Heil Hitler“ und klopft mir auf die Schulter
Dann kommt aber noch ein tolles Gespräch zu Stande, mit einem, der einigermaßen Englisch konnte
Anschließend fährt er weiter, und wir warten weiter auf Ivan
Keine 5 Minuten später kommt Ivan auf der anderen Seite an, rennt über die vierspurige Straße, macht einen Hürdensprung über die Leitplanke und schenkt uns eine Tüte
„Delikatesse“, sagt er
Wir unterhalten uns noch ein bisschen und machen Fotos
Das letzte, was er uns übersetzt, ist „Frieden für alle“
dann trennen sich unsere Wege
…
Wir fahren weiter und suchen nach Tankstellen
Die drei nächsten Tankstellen haben keinen Sprit
Langsam werden wir nachdenklich
Als die Reserveanzeige von Louis leuchtet, sehen wir eine Tankstelle auf der linken Seite
Es gibt Benzin, 95 Oktan, wir tanken voll
Da es auch hier immer wieder Polizeikontrollen gibt, nehme ich mein Geld in die Jackentasche
Das Korruptionsgeld kommt in die linke Hosentasche
Die Landschaft wird schöner, grüner und immer wieder kommen große Felder mit Sonnenblumen
Straßentechnisch sieht es leider anders aus
wie auf dem Weg nach Wolgograd so geht es auch hier auf dem Weg nach Moskau fast nur geradeaus
Wir vertreiben uns die Zeit während dem Fahren mit Schnick-Schnack-Schnuck
Nach circa 1 Stunde Fahrt wird Louis müde, kurz darauf kommt wieder eine Tankstelle
Ich will einen Cappuccino
man muss aber am Automaten ein Ticket ziehen, aber alles auf Russisch
Ich hol meinen Google Übersetzer raus und zeige es einem Mädchen hinter mir
Sie hilft mir, füttert den Automaten mit ihrer Geldkarte, und ich gebe es ihr in bar
Leider kommt die Zahl, die auf meinem Zettel steht, nicht auf dem Bildschirm
Nach 15 Minuten frage ich mal freundlich nach
Die Frau hinter der Theke schaut auf den Bildschirm, schaut meinen Zettel an, bruddelt irgendwas und lässt mir einen Cappuccino raus
Also, geht doch…
Dann kommt das Mädchen, welches mir mit dem Cappuccino geholfen hat, zu uns an den Tisch, sie heißt Alina
Sie spricht Englisch und fragt uns, wo wir herkommen und wo wir hinfahren
Sie fährt jetzt mit ihren Eltern zurück nach Wolgograd, sie studiert dort Medizin
Es entwickelt sich ein nettes Gespräch
Zum Schluss fragt sie, ob sie Bilder machen darf
Klar, natürlich, ihr Freund macht Bilder von uns dreien
Dann fahren wir weiter
Nach 150 km tanken wir wieder und sitzen dann sofort wieder auf
Die letzten 90 Minuten fahren wir durch
Die Landschaft ist schön, rechts und links sind viele Bäume, wir kommen uns vor wie in Finnland
Um 18:00 Hotel kommen wir am Hotel an, Google Maps führt uns direkt vor die Haustüre.
Wir checken ein und gehen in ein schönes, großes Zimmer
Wir buchen gleich Abendessen und Frühstück dazu
Im Zimmer schauen wir uns den Fisch von Ivan an
Es sind vier Fische in der Tüte
Weiß jemand, wie der Fisch heißt? @Sven…?
Wir dachten, der Fisch ist schon geräuchert und gleich verzehrbar
Aber er ist roh
Puh… leider können wir nichts damit anfangen, Ivan
Wir überlegen, was wir mit dem Fisch machen sollen, wegwerfen wäre zu schade
Dann dachte ich an die nette Rezeptionistin…
Die frag ich einfach mal
Ich gehe mit den Fischen nach unten, erkläre ihr, dass wir das von einem freundlichen Russen geschenkt bekommen haben und nichts damit anfangen können – sie könnte die Fische haben
Ohne zu zögern nimmt sie die Fische und bedankt sich herzlich
Sehr schön, freut mich, dass sie noch Verwendung finden
Tut mir leid, Ivan, aber trotzdem noch mal herzlichen Dank
Wir duschen und gehen dann einen Stock tiefer ins Restaurant
Dort sieht es aus wie in einer Kantine
Die Küchenchefin kommt raus und erklärt uns auf Russisch, was es gibt
Wir zucken mit den Schultern und fragen, ob sie Englisch kann
Aber selbst das hat sie nicht verstanden
Sie lächelt müde, geht wieder in die Küche, kommt aber sofort wieder zurück
Sie lächelt wieder, versucht es noch mal auf Russisch, merkt, dass wir nichts kapieren, und lächelt wieder
…
Da ist er wieder, der Berg mit dem Ochs…
…
Ein Russe steht auf, will helfen, und spricht uns in gebrochenem Deutsch an
Perfekt… Er übersetzt
Kartoffelbrei oder Bratkartoffeln, mit Fisch oder Hühnchen
Wir bestellen, die Küchenchefin ist zufrieden, wir bedanken uns bei dem Russen und setzen uns hin
Das Essen ist nichts besonderes
Die Rezeptionistin kommt in die Kantine und bedankt sich noch mal für den Fisch, er ist sehr lecker
Danach machen wir noch einen kurzen Spaziergang durch den Park in der Stadt
Im Hotel wieder angekommen setzt sich jeder an seinen Rechner
…
Ich suche wieder ein Hotel kurz vor Moskau, so dass wir morgen nicht mit den Motorrädern suchen müssen
Es gibt einige, aber es ist ziemlich zäh was zu finden
Entweder ist alles auf Russisch, oder es ist keine Mailadresse angegeben, oder die Homepage existiert nicht mehr