Kategorie: Uncategorized

  • 05.08.2026

    • 7:30 Uhr Kaffee geholt und gemütlich getrunken
    • Ich schreibe noch ein paar Hotels in Petrosawodsk an, dort wäre auch der Campingplatz
    • Es soll nämlich heute Nacht regnen
    • Louis steht um 8:00 Uhr auf, wir gehen Eier essen
    • Danach laufen wir direkt zum Bäcker, ein paar süße Stückchen essen
    • Wir brauchen mal was anderes, als das feudale Frühstück im Hotel
    • Das Bernsteinzimmer ist circa 30 km entfernt, da wollen wir noch hin
    • Morgens fahren hier die Kehrmaschinen durch die Straßen, auch die Gehwege werden geputzt
    • Alles ist sehr sauber
    • Wir packen, verabschieden uns vom Zimmer und der Hotelfrau
    • Um 10:00 Uhr geht’s los durch Sankt Petersburg
    • Wir fahren wieder über die Stadtautobahn und an die Mautstelle – diesmal klappt es besser als vor drei Tagen
    • Wir kommen relativ zügig am Katharinenpalast an
    • Wir stehen 20 Minuten in der Schlange für die Eintrittskarten
    • Die früheste Führung ist leider erst um 12:45 Uhr – wir müssen 1:30 im Katharinenpark verbringen
    • Somit verschiebt sich unsere Ankunftszeit am Campingplatz ziemlich weit nach hinten
    • Wir googeln nach Alternativen
    • Louis findet was zum Wildcampen am See
    • Das ist 1 Stunde kürzer und eine Alternative – allerdings soll es ja heute Nacht regnen
    • Wir laufen im Katharinenpark rum, der ist sehr groß
    • Einige Gebäude und ein paar Seen gibt es
    • Ab 12:30 stellen wir uns an dem Palastgebäude an
    • Wir kommen zügig rein, müssen vorher noch Überzieher für die Schuhe anziehen und schauen uns das Ganze an
    • Natürlich alles wieder Prunk und Protz
    • Alle Räume vergoldet, bis auf das Bernsteinzimmer
    • Es hat sehr viele Räume und sehr viele Leute
    • Wir gehen zügig durch, reicht vollkommen – wir brauchen nicht von jedem Stein die Geschichte wissen
    • Manchmal frage ich mich wirklich, ob ich sowas sehen muss
    • Und vor allem, ob ich für sowas bezahlen muss
    • Das Ganze kostet ein riesiges Vermögen und hat einen immensen Wert
    • Und höchstwahrscheinlich erbaut von Sklaven
    • Genauso im Januar in Rom, ich war im Vatikan
    • Alles stinkt nach Macht und Gier und Geld, und am Ausgang vom Vatikan schlafen die Penner auf den Treppen
    • Irgendwas läuft doch hier falsch auf dieser Welt!?!
    • Gegen 13:30 Uhr kommen wir los und starten wieder durch Sankt Petersburg Richtung Norden
    • Die Straßen sind nicht mehr ganz so eintönig wie von Stalingrad bis Moskau
    • Wir fahren viel durch Wald und fühlen ein bisschen Finnland
    • Kurz vor 15:00 tanken wir und machen eine Kaffeepause 
    • Wir werden wieder von ein paar Russen angesprochen
    • Einer von denen zeigt uns auf Google Maps eine wunderschöne Gegend in Karelien
    • Ein Hotel hat zurück geschrieben, ein Zimmer wäre frei – wir buchen
    • Nun müssen wir 1 Stunde länger fahren, als zu dem Wildcampen
    • Je nördlicher wir kommen, desto weniger Verkehr ist unterwegs – und es wird kälter
    • Die Straßen sind sehr gut, und je länger wir fahren, desto besser können wir überholen
    • 90 km/h ist erlaubt, die meisten fahren zwischen 120 und 130 – auch die LKW‘s fahren um die 100
    • 1060 km vor Murmansk beginnt die Region Karelien
    • Die Temperaturen pendeln sich bei 18° ein – es ist bewölkt und frisch
    • In Karelien beginnt es auch, dass man wieder vor Rentieren gewarnt wird
    • Es kommen uns auch immer mehr Motorradfahrer entgegen
    • Wir fahren die Hauptverkehrsader von Karelien von Süden nach Norden – mit sehr guten Belag
    • Wenn es Kreuzungen gibt, verlaufen die Straßen nach rechts oder links hauptsächlich im Schotter weiter
    • Es stehen auch immer wieder Leute am Straßenrand und verkaufen Obst oder Gemüse oder Gewürze
    • 50 Minuten vor unserem Hotel tanken wir noch mal
    • Tankstellen gibt es hier genügend, und eigentlich alle haben Sprit
    • Anhand von unserem Verbrauch errechnen wir, wie viel Liter wir vorab kaufen müssen
    • Passt perfekt
    • Wir geben die letzte knappe Stunde noch mal richtig Gas
    • Dann kommen wir in den Ort Petrozawodsk und die Bahnschranken gehen vor uns runter
    • Ein langer Güterzug fährt vorbei
    • Wir fahren weiter durch die Stadt und plötzlich fangen die Autos an zu bremsen und schleichen vor sich hin
    • Ein Auffahrunfall
    • Und natürlich müssen die Autofahrer langsam tun, damit sie alles von dem Ereignis sehen – evtl. sogar noch Bilder machen
    • Ist in Deutschland nicht anders, und wahrscheinlich genauso überall auf der Welt
    • Ich hab noch schnell meine Kamera eingeschaltet, ich schau mir das nachher in Ruhe an
    • Anschließend führt uns Google Maps direkt zum Hotel
    • Die Dame wartet schon, wir checken ein
    • Kleines Zimmer, sauber, mit Dusche und Bad – mehr brauchen wir nicht
    • Wir duschen und gehen zum Restaurant
    • Auf dem Weg dorthin sehen wir einen Laden mit Tupperware
    • Das gibt es tatsächlich auch in Russland
    • Die Preise im Restaurant sind extrem günstig
    • Der Kellner führt uns an einen Tisch und fragt, wo wir herkommen
    • Als er „Deutschland“ hört, ist er sehr erstaunt
    • Wahrscheinlich sind wir wieder seit langem die einzigen Touristen aus Deutschland hier in diesem Ort
    • Die Speisekarte zu lesen ist auch hier nicht möglich – Google Übersetzer hilft uns
    • Aber langsam nervt es, ich habe schon keine Lust mehr, mir ein Essen rauszusuchen
    • Kostet einfach zu viel Zeit und Nerven
    • Am besten einfach drauf tippen und schauen, was kommt
    • Aber wir essen richtig gut und extrem günstig
    • Auf dem Rückweg gehen wir noch in den Supermarkt vorbei – Kleinigkeiten für morgen
    • Hauptsächlich auch Milch
    • Frühstück gibt es morgen keins, und Kaffee ebenfalls nicht
    • Einen Bäcker haben wir auch nicht gefunden
    • Somit werde ich mir morgen früh meinen Kaffee mit deutschem Pulver von Hand aufbrühen
    • Ich ziehe noch meine Bilder auf den Laptop und Louis macht noch irgendwas mit Instagram oder YouTube

  • 04.08.2026

    • heute ist unser letzter kompletter Tag in Leningrad
    • Ab morgen wollen wir über vier Tage nach Murmansk fahren – über vier Tage ist dann stressfrei und ohne Kilometer zu schrubben
    • Hotels auf diesem Wege sind sehr rar gesät
    • Dafür gibt es zwei Campingplätze, die ideal auf unserem Weg für die nächsten zwei Nächte liegen
    • Für die dritte Nacht habe ich direkt am Weißen Meer ein Hotel gefunden, gebucht und gestern Abend noch die Bestätigung erhalten – danke dir, lieber Onkel
    • In Murmansk habe ich gestern Abend auch noch einige Hotels angeschrieben
    • Heute Morgen hat mir ein Hotel zurückgeschrieben, die Buchung für drei Nächte ist bestätigt
    • Somit haben wir auch dort zwei volle Tage, um uns dort um zu sehen
    • Gegen 1:00 Uhr bin ich ins Bett und hab bis 8:00 Uhr durchgeschlafen
    • Um mein Leben nicht zu verschlafen bin ich aufgestanden, habe mir wieder einen Kaffee geholt und bin zurück aufs Zimmer
    • Der Kleine schläft noch
    • Zum Frühstück bestellen wir wieder einmal Rührei und einmal Omelette, und teilen es brüderlich
    • Ansonsten gibt es wie gestern Toastbrot, aber ohne Toaster, Butter, Käse und Wurst
    • Wir machen Kassensturz und planen geldmäßig die nächsten Tage
    • Wir werden heute noch mal 1100 € umtauschen – das müsste dann bis Norwegen reichen
    • Louis plant die heutige Tour
    • Die Wechselstube liegt mittendrin – somit werde ich mit reichlich Geld durch Sankt Petersburg laufen 
    • An der Barentssee hat Louis einen Schiffsfriedhof und Sehenswürdigkeiten mit abgeschliffen Steinen entdeckt
    • Dies liegt 140 km nordöstlich von Murmansk, mitten im nirgendwo
    • Laut Google Maps sind die letzten 20 km auf Schotter – wir wollen noch ein bisschen offroad fahren
    • Ich frage per Mail im Hotel in Murmansk nach einer vierten Nacht an
    • Gegen 11:00 Uhr laufen wir zur U-Bahn-Station und kaufen uns wieder vier Fahrmünzen
    • Die Fahrt mit Umsteigen verläuft wieder einwandfrei
    • Als erstes laufen wir zum Schlachtschiff Aurora
    • Punkt 12:00 Uhr macht es zwei Kanonenschläge – ist normal um diese Uhrzeit in Sankt Petersburg
    • Auf dem Weg dorthin laufen wir an einer Moschee vorbei
    • Louis eSIM und der VPN funktionieren, ich kann meine Mails abrufen
    • Das Hotel in Murmansk hat zurückgeschrieben, wir können die vierte Nacht bleiben, müssen nur das Zimmer wechseln
    • Alles klar, passt für uns
    • Wir sind am Hafen und beim Aurora Schlachtschiff und machen Bilder
    • Anschließend laufen wir wieder über die Trotzki-Brücke, über das Marsfeld und dann zu der netten Bäckerin von gestern
    • Es gibt wieder Brezel und Cappuccino
    • Danach gehen wir die berühmte Einkaufsstraße „Nevsky Ave“ entlang
    • Wir biegen rechts ab in eine Nebenstraße und stehen dann direkt vor dem Eremitage
    • Ein schönes, großes Bauwerk – Wir schauen uns das erst mal von außen an
    • Der Eintritt kostet 33 €! 33 € pro Person!!!
    • Da wir sehr kunstinteressiert sind und alle Kunstausstellungen in Tokio, London, New York und Melbourne schon gesehen haben, entscheiden wir, dass das unter unserem Niveau ist und laufen weiter
    • Wir suchen die nächste U-Bahn-Station und wollen zum Gazprom-Stadion von Zenit Sankt Petersburg
    • Als Groundhopper fehlt mir dieses Stadion noch
    • Wir stehen am Bahnsteig, die Bahn ist vor uns rausgefahren
    • Ich weiß nicht, ob es hier überhaupt Fahrpläne gibt – aber wird eigentlich auch nicht benötigt, denn innerhalb von 3 Minuten kommt schon die nächste Bahn
    • Auf dem Weg zum Stadion kommen wir an Tripsdrill vorbei
    • Wir laufen durch den Park – s‘Kind will unbedingt Achterbahn fahren
    • Ok, wir kaufen zwei Karten
    • Die Bahn sieht echt wild aus
    • Drei Loopings und mehrere Schrauben
    • Es geht los und die Fahrt ist genial – wir sind dermaßen begeistert
    • Wir sind im Europa-Park schon mehrmals alle Achterbahnen gefahren, und diese hier ist auch Champions League
    • Jetzt will der Vater noch mal fahren
    • Wir kaufen noch mal zwei Karten und genießen die wilde Fahrt erneut
    • Das war’s das aber, wir sollten weiter
    • Wir nehmen die knapp 2 km zum Stadion in Angriff
    • Von außen sieht die Arena gut aus, innen wird wahrscheinlich auch ein Rasen sein
    • Leider ist alles zu, man kann nichts besichtigen
    • Vor dem Stadion steht eine Statue des sowjetischen Staats- und Parteiführers Sergei Kirow
    • Wir laufen um das Stadion herum und steigen an der U-Bahn-Station Zenit ein und fahren eine Station zum Lakhta-Center
    • Der Lakhta-Center ist 462 m hoch und das höchste Gebäude in Russland und ganz Europa
    • Heute Morgen stand im Internet, dass wir Eintrittskarten nur online kaufen können
    • Ohne Kreditkarte geht das bei uns halt schlecht
    • Wir hoffen, dass wir vielleicht vor Ort noch Karten kaufen können
    • Wir laufen wieder knapp 2 km dorthin
    • Bis jetzt haben wir bestimmt schon über 10 km in den Beinen
    • Am Center angekommen müssen wir wieder durch Sicherheitskontrollen wie auf dem Flughafen
    • Am Infoschalter erfahren wir, dass heute ausverkauft ist – sehr schade
    • Wir können einen Stock hoch und ein bisschen dumm rum gucken – das können wir
    • Danach gehen wir wieder zurück und 500 m weiter ist ein Biker-Restaurant
    • Da setzen wir uns rein und essen
    • Sitzen tut so gut – ich hoffe, wir kommen nachher wieder hoch
    • Nach dem Essen fällt es uns wirklich sehr schwer, wieder aufzustehen
    • Wir haben jetzt 2,4 km bis zur Wechselstube
    • Der Marsch beginnt und endet an keiner Wechselstube
    • Ich frage im Laden daneben nach – die Wechselstube hat seit Monaten zu
    • Sie hilft uns eine Bank zu finden – ein paar hundert Meter weiter ist eine, sie hat bis 19:00 Uhr offen
    • Es ist kurz nach 18:30 Uhr
    • Wir versuchen das im Dauerlauf, die Beine machen aber nicht mehr mit
    • Gegen 18:45 Uhr kommen wir an der Bank an, die Türe ist zu, aber Kunden sind drin
    • Wir rütteln an der Türe, eine Kassiererin gibt ins Zeichen „geschlossen“
    • Wir sehen ein Schild, geschlossen seit 18:30 Uhr – sch…
    • Wir benötigen dringend Geld, das jetzige reicht nicht bis Murmansk
    • Und die nächsten vier Tage sind wir in der Pampa
    • Louis googelt wieder und findet in 800 m die nächste Bank – in der Hoffnung, die hat auf
    • Ansonsten müssen wir morgen unterwegs noch hier in Leningrad an einer Bank halten
    • Wir ziehen frustriert 800 m weiter
    • Wir sehen die Bank, die Türe geht auf, und es gibt eine Kasse
    • Ich gehe lächelnd zur Kasse, freue mich, dass offen ist, und der Lockenkopf dahinter lächelt zurück
    • Ich gebe ihr 1100 € und signalisiere einen Tausch
    • Sie erkennt mein Signal und nimmt mein Geld entgegen
    • Puh… ich glaube, wir kommen ins Geschäft
    • Sie lässt das Geld durch den Zähler… 1100 € – ja, passt perfekt
    • Dann wird wieder jeder Schein per Auge gescannt – 50 € bekomme ich zurück, angeblich ein Kaffeefleck drauf
    • Hm…
    • Bis auf den letzten Schein sind per Augenscan die restlichen alle gut
    • Sie gibt mir den letzten 100er auch zurück – ich kann nichts erkennen
    • Muss wohl ein Fleck auf ihrer Linse sein
    • Dann wird noch mal jeder Schein durch einen Automat vorne und hinten gescannt
    • Noch mal fällt ein 100er durch
    • Oh man…
    • 850 € bleiben übrig
    • Sie kopiert meinen Reisepass und gibt mir die entsprechenden Rubel zu einem sehr guten Kurs von 93,5
    • Der gute Kurs macht halt die fehlenden 250 € nicht wett
    • Aber jetzt haben wir erstmal wieder genügend Geld, was die Tage bis und in Murmansk reichen
    • Jetzt 500 m zurück zur nächsten U-Bahn-Station
    • Wir sind platt und unsere Füße tun weh
    • U-Bahn klappt, zweimal umsteigen und ohne zu verfahren
    • Wir steigen in Narvskaja, unsere Ausgangsstation aus
    • Auf den letzten Kilometer zurück zum Hotel gehen wir noch in den Supermarkt und kaufen Nudeln mit Tomatensoße
    • Wenn der Plan morgen klappt, sind wir morgen Abend auf einem Campingplatz und kochen selber
    • Auf dem Weg dorthin wollen wir noch das Bernsteinzimmer anschauen, denn das liegt 25 km außerhalb von Sankt Petersburg
    • Im Hotelzimmer angekommen. sehen wir den Berg noch nicht zusammengelegter Wäsche
    • Puh… auch das noch
    • Wir duschen und legen danach den Berg zusammen
    • Wir sind echt platt und liegen nur faul herum
    • Ich muss noch die Bilder vom Handy auf den Rechner ziehen, der Bericht ist schon fertig

  • 03.08.2026

    • Um 9:00 Uhr den Wecker gestellt, um 8:00 Uhr schon aufgestanden
    • Die Brut schläft noch
    • Ich hole mir einen Kaffee vom Frühstücksbuffet und gehe wieder zurück aufs Zimmer
    • Zimmer ist relativ, eigentlich ist es eine kleine Ferienwohnung
    • Frühstücksbuffet ist auch relativ, es gibt nur Brot, Butter, Wurst und Käse
    • Aber sie hat mich nach Omelette oder Rührei gefragt
    • Als Louis endlich wach wird, gehen wir frühstücken
    • Wir haben einen Plan für heute – das erste ist aber Wäsche waschen.
    • Die Hotelfrau hat uns einen Waschsalon, nicht weit entfernt von hier, ausgemacht
    • Nach dem Frühstück packt jeder seine schmutzige Wäsche in eine Tüte, und wir laufen mit dem kleinen Drecksack durch Sankt Petersburg
    • Schräg gegenüber vom Hotel steht Sergei Moronovich Kirov als Statue
    • Er war ein Mitglied der KPdSU und ein enger vertrauter Stalins
    • Wir laufen am Narva-Triumphbogen vorbei, den wir gestern mit dem Motorrad umrundet haben
    • Im Waschsalon angekommen wird es wie gewöhnlich nicht leicht – die Anleitung ist auf Russisch
    • Dank Google Übersetzer bekommen wir das nach einer angemessenen Zeit hin
    • Die Waschmaschine läuft jetzt 1:14
    • Wir beginnen unseren Rundgang mit Sankt Petersburg, und wollen heute Abend die Wäsche rausholen und in den Trockner werfen
    • Wir laufen zur U-Bahn-Station und kaufen dort Fahrkarten – wir bekommen Münzen, anstatt Karten wie in Moskau
    • Aber es funktioniert
    • Unser erstes Ziel ist die Peter-und-Paul-Festung
    • Wir fahren mit der U-Bahn, müssen einmal umsteigen und kommen direkt dort an, wo wir hin wollen
    • Man merkt, wir sind jetzt absolut Großstadt erprobt
    • Wir schauen uns die Kathedrale von innen an
    • Anschließend laufen wir noch über die gesamte Festung und gehen dann über die Troitzkiybrücke auf‘s Marsfeld
    • Ja, das heißt wirklich so, weil es nach dem römischen Kriegsgott Mars benannt wurde
    • In der Mitte des Marsfeldes brennt ein Feuer zu Ehren der Kämpfer für die Revolution und der Gefallenen
    • Hinter dem Marsfeld laufen wir durch den Michailowski-Garten und sehen daneben das Saint Michael‘s Castle
    • Im Garten begegnen wir dem russischen Kunstmuseum
    • Nicht verwechseln mit dem bekannten Eremitage
    • Das ist ein paar Kilometer weiter, hat aber heute zu
    • Hinter dem Garten laufen wir direkt auf die Blutskirche oder Erlöserkirche zu
    • Wir machen Bilder von außen und innen, und es ist immer das gleiche – Prunk und Protts!
    • Neben der Kirche fahren wie in Venedig Boote auf dem Fluss
    • Man wird auch überall auf Bootsfahrten angesprochen
    • Absolut touristisch hier, im Gegensatz zu Moskau
    • Nach einer Cappuccino-und Brezel-Pause laufen wir die Fußgängerzone hoch und direkt auf die Kasaner Kathedrale zu 
    • wir gehen auch rein, koschd nix
    • Die erste Kathedrale heute, die nichts kostet
    • Wir beobachten die Leute ein bisschen 
    • Manche kommen in die Kirche rein und bekreuzigen sich 5x oder 10x, manche hören gar nicht mehr auf
    • Innen drin ist eine lange Schlange vor einem Bild
    • Der/die Vorderste steigt zwei Stufen hoch, betet, und küsst dann das Bild
    • Daneben steht eine Putzfrau mit einem Feudel in der Hand, die nach dem siebten oder achten Knutscher das Bild wieder abwischt
    • Ich bin mal vor gelaufen und wollte schauen, wer auf dem Bild ist
    • Ich konnte es leider nicht erkennen – ich bin es aber nicht
    • Wir gehen wieder raus und sehen einen S65 Maybach Langversion vorbeifahren
    • Wir haben noch nie so viele Maybachs und AMG‘s wie in Moskau oder Sankt Petersburg gesehen
    • Wir laufen weiter und kommen zur Isaakskathedrale, mit einer goldenen Kuppel oben drauf
    • Wir sitzen davor im Isaakpark und schauen in der Gegend rum 
    • Nach einer gemütlichen Pause gehen wir zum Automaten und wollen auf die Kathedrale ganz nach oben
    • Leider nimmt der Automat keine Geldscheine
    • Ich frage einen Russen, ob er uns helfen kann – er bezahlt sofort mit Karte und ich gebe es ihm in bar
    • Sofort hilfsbereit und unkompliziert, ohne Probleme
    • Wir steigen die Treppen rauf und haben eine herrliche Aussicht über Sankt Petersburg
    • Anschließend gehen wir zur U-Bahn und fahren zurück zum Waschsalon
    • Nach dreimal umsteigen und einmal in die falsche Richtung gefahren, sind wir an unserer Station
    • An jeder U-Bahnstation sitzen Sicherheitskräfte in einem Häuschen vor Monitoren und beobachten, dass sich keine Messerstecher auf den Bahnhöfen reinschleichen
    • Darin könnte man Verbesserungspotenzial für einige Länder Europas sehen
    • Wir laufen zum Waschsalon, die Wäsche ist fertig gewaschen
    • Während ich die Wäsche von unten nach oben in den Trockner lade, studiert Louis die Anleitung
    • Dank Google Übersetzer ist das gar nicht so schwer
    • Der Trockner läuft und wir laufen in unsere Ferienwohnung zurück
    • Duschen und anschließend in Richtung Waschsalon zu einem Restaurant
    • Da wir nichts Russisches finden, gehen wir zum Chinesen
    • Der Chinese war ok, nichts Besonderes, aber ok
    • Nach dem Essen gehen wir zuerst einkaufen und dann zum Waschsalon zurück, unsere Wäsche ist trocken
    • Wir machen dort Pause mit einem Twix
    • Die Wäsche packen wir in Tüten und nehmen sie ins Hotel
    • Leider ist die nette Hotelfrau nicht mehr da… halt wegen dem Zusammenlegen
    • Wir trennen die Wäsche nach bestem Wissen und Gewissen, und den Rest machen wir morgen
  • 02.08.2026

    • Die Nacht war wieder super, sehr gut geschlafen
    • Gestern Abend/Nacht haben wir noch über zwölf Hotels in Sankt Petersburg angeschrieben
    • Heute Morgen haben wir noch mal sieben Hotels angeschrieben, da wir von keinem Hotel eine Rückmeldung bekommen haben
    • Mit Autobahn sind es circa 6 Stunden bis Sankt Petersburg – das wollen wir heute schaffen
    • Sofern wir eine positive Rückmeldung von einem Hotel bekommen
    • Wir gehen frühstücken am Buffet
    • Einfach, aber gut – Kaffee okay
    • Wir gehen zurück auf unser Zimmer und checken die Mails
    • Drei Hotels haben sich zurückgemeldet
    • Wir bestätigen und buchen das Hotel Casablanca im Zentrum von Sankt Petersburg
    • Wir verabschieden uns von Alex, dem Hotelbesitzer, und danken ihm noch mal vielmals für seine Mühe gestern Abend
    • Um 10:45 Uhr kommen wir los – wir bekommen noch ein Abschiedsgeschenk von Alex, hausgemachte Spezialitäten aus diesem Ort
    • Und auf geht’s in die nächste Großstadt…
    • Hoffentlich funktioniert das GPS
    • Hoffentlich ist ein Parkplatz am Hotel dabei
    • Hoffentlich wird es nicht so schlimm mit dem Verkehr
    • Wir fahren los und durch schöne Landschaft, viel durch Wald mit vielen Kurven – das kennen wir gar nicht mehr
    • Wir freuen uns in jeder Kurve und legen uns rein, soweit es geht
    • Aber wir müssen aufpassen, denn die Kurve ist schnell vorbei und wir liegen immer noch
    • Google Maps bringt uns runter von der Hauptstraße
    • Die Straße beginnt holprig und mit Schlaglöchern
    • Das ist in der Regel der Beginn einer Google-Straße, welche dann im Schotter endet
    • Wir fahren trotzdem weiter und sind gespannt
    • Die Straße wird nicht besser, aber der Schotter kommt nicht
    • Irgendwann kommen wir an die Hauptstraße, und dann geht es auf die Autobahn Richtung Sankt Petersburg
    • Wir kommen an die Mautstelle und analysieren erst mal die Situation
    • Louis hat nur noch 60 km Reichweite und laut Google kommt in 50 km eine Tanke
    • An dieser Mautstelle muss man nur eine Karte ziehen – das kriegen wir hin
    • Wir fahren auf die Autobahn, Höchstgeschwindigkeit ist hier 130
    • Um Sprit zu sparen fahren wir nur 100
    • Kurz bevor die Tankstelle auf der Autobahn kommen soll, ist eine Abfahrt – Louis hat 3 km weiter eine Tankstelle entdeckt
    • Er will lieber raus, er traut der Autobahn nicht
    • Wir fahren die Abfahrt raus und müssen Maut bezahlen
    • Als gelernter Kfz-Mechatroniker und als technischer Sachbearbeiter bekommen wir das hin
    • Wir bezahlen, die Schranke geht hoch, wir fahren durch
    • Nach 3 km kommt die besagte Tankstelle, sie hat auch 95 Oktan-Benzin für uns
    • Wir tanken und machen eine Kaffeepause
    • Anschließend fahren wir wieder Richtung Autobahn, ziehen eine Karte und los geht’s
    • Wir pendeln uns bei 135 km/h ein 
    • Heute Morgen waren es noch 27°, dann ging es auch mal kurz hoch auf 32° und blauer Himmel, also wieder heiß
    • Auf der Autobahn regnet es manchmal kurz und dann wird es wieder gut – die Temperatur liegt jetzt ungefähr bei 20°
    • Sehr angenehm zu fahren
    • Bei dieser Geschwindigkeit schlucken die hubraumstarken Motoren 7,2 l
    • Wir ziehen 170 km durch und fahren an der Tankstelle auf der Autobahn raus
    • Dort herrscht reger Verkehr und eine Schlange an den Zapfsäulen
    • Zum Glück hat es 14 Zapfsäulen, so dass wir relativ schnell drankommen
    • Wir bezahlen wieder zuerst und tanken dann 
    • Wir kaufen 32 l und teilen es uns perfekt auf – beide Tanks sind voll
    • Louis putzt noch ein bisschen seine Maschine
    • Ohne große Pause fahren wir weiter
    • Wir können weiter mit 135 km/h fahren, es ist nicht viel los
    • Einmal nieselt es wieder ein bisschen, dann ist wieder bewölkt
    • Wir ziehen wieder 170 km bis zur nächsten Tankstelle durch
    • Dort treffen wir annähernd die gleichen Leute wieder
    • Hier ist wieder viel los, aber es hat auch wieder viele Zapfsäulen
    • Es ist immer deswegen viel los, weil es nur alle 60 km oder alle 70 km Tankstellen gibt
    • Ich kaufe 23 Liter Benzin und wir pressen es in unsere Tanks rein, passt perfekt – wer rechnen kann, ist klar im Vorteil
    • Wir machen noch eine kleine Pause und setzen uns ins Café 
    • Ich will an der Kasse einen Espresso bezahlen, den ich dann 2 m weiter selber rauslassen muss
    • Ich frage die Dame äußerst höflich, ob sie englisch spricht
    • Sie erzählt mir dann irgendwas russisches, woraus ich schließe, dass das „Nein“ heißt
    • Sie redet weiter in Russisch, und das mit mir
    • Dann kommt sie genervt um die Kasse herumgelaufen und läuft zum Kaffeeautomat
    • Sie zeigt mir den Espressobecher und fragt mit den Fingern „klein“ oder „groß“
    • Klein reicht mir, sonst kann ich heute Nacht nicht schlafen – „klein“ hat sie verstanden, den Rest eher nicht
    • Ich bezahle an der Kasse meinen Espresso in bar – das gibt schlechte Kritiken, denn sie hat kein Wechselgeld
    • Da ich eh schon dermaßen in der Kritik bin, lässt mich das kalt
    • Sie bruddelt irgendwas, aber ich versteh kein Wort
    • Der hinter mir sagt dann auch etwas, aber ich verstehe weiterhin nichts
    • Wahrscheinlich werde ich gerade beschimpft und beleidigt
    • Die Kassiererin läuft an die anderen vier Kassen vorbei und holt überall Kleingeld raus
    • Dann bekomme ich „sehr freundlich“ das Rückgeld
    • Ich laufe zum Kaffeeautomaten und verstehe wieder nichts
    • Ich spreche hoffnungslos eine Frau neben mir an, ob sie mir helfen könnte
    • Völlig erschrocken stelle ich fest, sie spricht perfekt Englisch mit mir 
    • Welch eine Freude, und sie hilft mir beim Espresso – nicht beim Trinken, beim Rauslassen
    • Zufällig sitzen wir mit ihren Kindern nebeneinander
    • Sie bietet uns selbst gemachtes Gebäck von ihrer Mutter an – sehr lecker
    • Louis versucht sie noch in ein Gespräch zu verwickeln, wie denn die Verdienstmöglichkeiten hier in Russland sind
    • Kurz bevor wir fahren wollen, sprechen uns neben unseren Motorrädern drei Russen an, die einen Trip durch Russland machen
    • Der eine Russe wohnt in Österreich und fährt mit seinen beiden Kameraden durch ihr Land
    • Er spricht gut Englisch und wir unterhalten uns eine Weile
    • Dann spricht uns noch eine Frau auf Englisch an und wünscht uns alles erdenklich Gute für unsere Reise
    • Es kommt gerade niemand, der mit uns reden will – wir machen uns fertig
    • Wir fahren weiter, haben nur noch 100 km vor uns
    • Es ist weiterhin nicht viel los und wir kommen sehr gut durch
    • 25 km vor dem Hotel beginnen die Hochhäuser von Sankt Petersburg
    • Dann endet die Autobahn, und wir kommen an die Mautstelle
    • Eine Frau sitzt im Häuschen
    • 2490 Rubel, ca. 27 Euro… ok, viel, aber wir sind auch einige 100 km gefahren
    • Ich gebe ihr einen 5000er Schein und sage, der dahinter gehört zu mir, ich bezahle für zwei
    • Klappt sehr gut, die Frau hat’s verstanden
    • Das GPS hält und der Verkehr hält sich auch sehr in Grenzen
    • Wir fahren noch ein Teilstück Stadtautobahn und kommen wieder an eine Mautstelle
    • 300 Rubel kostet diese Strecke
    • Ich gebe ihr 600 Rubel und zeige zu meinem Anhängsel hinter mir
    • Sie gibt mir 300 Rubel zurück 
    • Ich zeige noch mal zu Louis und gebe ihr wieder die 300 Rubel
    • Sie will mir meckernd klarmachen, dass das nicht geht
    • warum soll das nicht gehen, nichts leichteres als das?
    • Sie meckert weiter
    • Louis kommt neben mich gefahren und fragt wo das Problem ist
    • Hier, hier im Häusschen sitzt das Problem!
    • ich sag zu Louis, „fahre durch“, die Schranke ist offen
    • Louis fährt durch und ich gebe der Frau wieder die 300 Rubel
    • Das war auch nicht gut, wahrscheinlich weil Louis noch nicht bezahlt hat, sondern nur ich
    • Sie fängt erneut an zu meckern…
    • Was gab es da jetzt nicht zu verstehen, war mein Russisch so schlecht?
    • Die Schranke geht trotzdem auf – ich ziehe meine Handschuhe an und fahre durch
    • … wahrscheinlich hatte sie ihre Tage
    • Wir fahren die restlichen 7 km durch St. Petersburg – GPS funktioniert und kaum Verkehr 
    • Ich komme mir vor wie in der falschen Stadt
    • Es kommt mir vor, ich wäre in Waiblingen und nicht in St. Petersburg, in der Großstadt mit ca. 5,65 Millionen Einwohner
    • Waiblingen hat zum Unterschied nur ca. 57.000 Einwohner – ich merke aktuell keinen Unterschied
    • Außer dass hier in Sankt Petersburg alles Russen sind – in Waiblingen sind es Araber
    • Google Maps führt uns direkt vors Hotel
    • Wir checken bei der netten Dame an der Rezeption ein
    • Wir haben drei günstige Nächte hier mitten in Sankt Petersburg gebucht – an der Rezeption erfahren wir, dass sogar das Frühstück dabei ist
    • Unsere Motorräder können wir im Hinterhof parken – koschd nix, umsonschd
    • Perfekt… 
    • …oder…
    • es läuft alles irgendwie zu gut
    • Wir gehen duschen und laufen in ein Restaurant – heute essen wir georgisch
    • Was uns auffällt, es bleibt länger hell
    • Wir freuen uns schon auf Nordnorwegen, wenn die Nacht nicht ganz dunkel wird
    • Zurück im Hotel planen wir die zwei Tage für Sankt Petersburg

  • 01.08.2026

    • seit 8:00 Uhr genieße ich den Hauskaffee
    • Ich checke unsere Route nach Sankt Petersburg ab
    • Wir wollen Sankt Petersburg morgen Abend oder spätestens am Montag erreichen
    • Louis schläft noch bis 9:30
    • Westlich von Moskau ist noch ein großer deutscher Soldatenfriedhof, den wollen wir noch anfahren
    • Das Gegenstück davon, der russische Soldatenfriedhof, liegt in Gütersloh
    • Gegen 11:00 Uhr packen wir die Schnabeltiere
    • Ich bin gespannt, wie das GPS uns durch Moskau bringt – aktuell funktioniert es
    • Meinen Ölwechselintervall habe ich um knapp 1000 km überschritten
    • Auf dem Weg Richtung Sankt Petersburg hoffe ich, eine Werkstatt zu finden, die mir das Öl wechselt
    • Ich hoffe, die lassen das Altöl nicht einfach in die Erde laufen – denn sonst könnte ich es auch selber machen
    • Wir fahren los, durch die Stadt und auf die Stadtautobahn 
    • Es wird vierspurig, fünfspurig und dann noch sechsspurig, und doch immer wieder zäher Verkehr
    • Das GPS fällt immer mal wieder aus
    • Aber es ist rechtzeitig wieder da, wenn wir abbiegen müssen
    • Eine BMW überholt uns
    • An der nächsten Haltebucht steht er und wartet auf uns – wir halten an
    • Dann das Übliche, sogar auf englisch… wer seid ihr, woher kommt ihr, wohin geht ihr – ich bin Atat
    • Er meinte noch, wir können zwischen den Autos durchfahren, das ist legal
    • Ich mache ihm klar, dass mein Hinterteil zu breit sei
    • Atat akzeptiert
    • Wir verabschieden uns
    • Wir fahren eine zeitlang auf dem Beschleunigungsstreifen und fädeln dann ein
    • Es ist wieder heiß, Sonne, 30°
    • Während dem zähfließenden Verkehr fährt ein russisches Auto neben mir und ein Typ schreit aus dem Fenster „Woher kommst du?“ 
    • ich war erst mal völlig durcheinander und konfus!
    • und die dümmste Antwort, die man mitten in Russland geben kann…. „Wer, ich?“
    • „Ja klar, du!“ … kam es zurück – Louis war circa 50 m vor mir, den hat er wohl nicht gemeint
    • Dann schreit mir Louis ins Ohr „was ist los, Papa?“
    • Parallel dazu fragt der Russe wieder was
    • Ich hab dann gar nichts mehr verstanden
    • Bis ich erst mal Louis klargemacht habe, dass ich nicht mit ihm rede, sondern mit einem Russen
    • Dann fragt er mich noch mal auf Deutsch „woher kommst du?“
    • Dann kommt alles zusammen…
    • Schrittgeschwindigkeit fahren, auf den Vordermann achten, die Frage im Hirn richtig einordnen, dann noch von einem Russen…
    • Ich muss mich sortieren
    • Ich schreie ihm rüber „aus Stuttgart!“
    • Das einzige, was ich noch verstanden habe, war, „kenne ich“
    • Er hat mir noch erzählt, wo er gearbeitet hat, das habe ich aber nicht mehr mitbekommen
    • Man konnte wieder schneller fahren
    • Der Russe hupt noch fünf mal, winkt wie verrückt, und fährt dann davon
    • Ein Russe, der fließend deutsch spricht – haben wir jetzt noch nicht so erlebt
    • Nach 39 km auf der zähen Stadtautobahn biegen wir rechts ab, es geht eine große Straße durch den Wald
    • Es läuft besser
    • In der nächsten Ortschaft sehen wir eine große Werkstatt – perfekt für einen Ölwechsel
    • Wir halten und fragen nach
    • Nein, das geht hier nicht, meint der nette Werkstattleiter
    • Aber er schaut auf seinem Google und telefoniert
    • Er hat was gefunden, bei Ivan, und zeigt uns den Weg, ist nicht weit weg
    • Wir fahren noch circa 2 km und finden den Hof mit fünf Garagen und ein paar Hebebühnen
    • Ich frage den Erstbesten der schraubt
    • Er legt sein Werkzeug nieder und geht zum Chef
    • Ivan kommt und ich frage ihn nach einem Ölwechsel – er nickt
    • Er macht eine Garage auf, fährt zwei seiner Quads raus und bittet mich da rein zu fahren
    • Wahnsinn, und das ohne Termin, ohne Auftrag und ohne Wartezeit
    • Ich hole das Öl und den Ölfilter vom Motorrad und stelle es ihm hin
    • Er macht den Unterbodenschutz weg, legt eine Ölwanne drunter und macht die Ablassschraube auf – das Altöl fließt
    • Währen das Öl fließt zeigt er uns seine Werkstätten und dann sein Büro
    • Seine Goldwing steht direkt vor dem Eingang
    • Louis und Ivan tauschen Instagram aus
    • Ein anderer Kunde kommt und spricht mit mir Englisch
    • Alexy heißt er und war auch schon mal in Deutschland
    • Er fragt, wer den Ölwechsel macht – ich zeige auf Ivan
    • „Ah, der Direktor persönlich“
    • Alle lachen 
    • Ivan holt mir einen Cappuccino aus seinem Automat – schmeckt nur nach Zucker
    • Dann geht er wieder an die Arbeit – das Altöl ist draußen
    • Jetzt tauscht er den Ölfilter, macht die Ablassschraube zu und füllt das Öl nach
    • Fertig
    • Den Ölwechsel gute 1000 km überschritten – aktueller Kilometerstand 99.991
    • Das heißt, in 9 km müssen wir noch mal anhalten und Bilder machen
    • Wir gehen zum Bezahlen in Ivans Büro
    • 3500 Rubel will er, ca. 39 €
    • Ich bin zufrieden
    • Cappuccino war inklusive – wobei bei dem Geschmack ich Geld hätte zurückbekommen müssen
    • Wir verabschieden uns und ich bedanke mich noch mal für alles Unkomplizierte
    • Wir fahren raus aus dem Dorf und auf eine zweispurige Landstraße
    • Noch 2 km und die 100.000 sind voll
    • Ich stimme mich mit Louis ab, dass wir dann auf dem Standstreifen kurz halten müssen und ein Lied singen
    • 99.999 km sind runter und kurz danach kommt ein Schild mit Parkplatz in 400 m
    • Als hätte es genau so kommen müssen
    • Ich fahre auf den Verzögerungsstreifen, und mein Tacho springt auf die 100.000 um
    • Wir halten auf dem Parkplatz an, machen Bilder und singen ein Lied
    • Am 20.7.2020 habe ich die Maschine neu zugelassen, sechs Jahre später mache ich die 100.000 km voll
    • Wir fahren weiter auf der zweispurigen Landstraße
    • 80 km vor dem Soldatenfriedhof tanken wir die BMW‘s noch mal voll
    • Danach ziehen wir ohne Pause durch
    • Wir fahren durch den Ort Rschew durch und finden auf Anhieb den Friedhof
    • Es gibt einige Vitrinen mit Bildern von Piloten, die abgestürzt sind – dazu in Original und in deformierter Form die dazugehörigen Motoren
    • Wir laufen über den Soldatenfriedhof, auf dem ca. 43.000 deutsche Soldaten begraben sind
    • Es gibt 62 große Granitsteine, die mit über 15.000 Namen deutscher Soldaten vorne und hinten beschriftet sind
    • Hier in Rschew hat der Krieg ebenfalls ganz schön gewütet
    • Wir lassen die Eindrücke sacken und laufen dann langsam zu unseren Motorrädern
    • Wieder zurück in der Gegenwart suchen wir nach einem Hotel
    • Wir finden eines hier in dem Ort und fahren los
    • Vor dem Hotel angekommen… Geschlossen!
    • Es ist 17:00 Uhr und noch genügend Zeit was zu suchen
    • Wir laufen in den angrenzenden Supermarkt und fragen die Kassiererin
    • Sie weiß ein Hotel in der Stadt und schreibt uns den Namen auf – eine Käuferin kriegt das mit und bietet ihre Hilfe an
    • Wir laufen zusammen zu einer Kreuzung und sie zeigt uns dann den Weg
    • Louis und ich gehen zurück zu unseren Motorrädern, ziehen uns an, steigen auf und fahren zum Hotel
    • Das Hotel ist offen, Gott sei Dank
    • Wir gehen rein und fragen die Frau über Google Übersetzer, ob sie ein Zimmer für uns hat
    • „Ah“… macht sie und tippt auf ihrem Handy
    • Ich sag zu Louis, sie hat zumindest nicht „nein“ gesagt
    • Dann zeigt sie mir ihr Handy und es übersetzt, dass das Hotel voll ist
    • Super Sache!!!
    • Wir fragen nach einem anderen Hotel in der Stadt und ob sie dort anrufen könnte
    • Sie ruft insgesamt drei Hotels an und erklärt uns dann, dass in dieser Stadt die Hotels keine Ausländer aufnimmt
    • Aha… 
    • Mach DAS mal in Deutschland…
    • Louis googelt und findet in einem Dorf eine halbe Stunde weiter ein Hotel
    • Wir ziehen uns wieder an, steigen auf und fahren los
    • Wir fahren viel durch Wald, und ich schaue nebenher nach einem geeigneten Plätzchen
    • Ich sehe uns heute noch Wildcampen
    • In dem Dorf finden wir auch gleich das Hotel
    • Der Hotelchef meldet auf Englisch gleich, dass das Hotel voll ist
    • Hier ist ein Festival, das ganze Dorf ist ausverkauft
    • Aber…! Er bittet uns rein und will nach einem anderen Hotel für uns suchen
    • Er telefoniert in der ganzen Gegend rum – 10 Hotels hätte er angerufen, sagt er, alle belegt
    • Dann entschuldigt er sich und würde uns ein Angebot machen
    • Er kann uns ein kleines Zimmer anbieten, nur ein Doppelbett drin und ein Fenster
    • Er will es uns zeigen und dann sollen wir entscheiden
    • Wir sehen es und empfinden es als perfekt, das nehmen wir – viel besser als jetzt weiter suchen zu müssen
    • Einen Stock tiefer ist die Sauna, Dusche und WC
    • Nebenan ist ein Restaurant, auch sehr voll
    • Er geht mit uns rein, zeigt uns die Speisekarte und übersetzt alles
    • Wir bestellen einfach zwei Pizzen, die wir sofort bezahlen
    • Er sagt, wir sollen unsere Motorräder abstellen, uns umziehen, duschen und wenn die Pizzen fertig sind, bringt er sie uns
    • Genau so haben wir es gemacht und nach dem Duschen kommen die Pizzen
    • Ein Supertyp, der sich um seine Gäste mehr als kümmert – wir sind begeistert
    • Louis googelt nach dem Festival – das ist jedes Jahr ein großes Spektakel hier in dem 9000 Einwohnerdorf
    • Wir überlegen dort mal vorbei zu schauen
    • Der Hotelchef zeigt uns den Weg – das Festival ist unten an der Wolga
    • Louis und ich laufen los und kommen umsonst auf den Festivalplatz, da das meiste schon vorbei ist
    • Es gibt eine große Bühne, auf der Bands gespielt haben
    • Es kommen nur noch Abschiedslieder
    • Danach laufen wir wieder heim und arbeiten am Rechner

  • 31.07.2026

    • Seit 7:00 Uhr bin ich schon wach und trinke den hauseigenen Kaffee
    • Ich plane unseren heutigen Tag
    • Wir wollen zum Stalin-Bunker, Kreml, evtl. Mediacenter, dann zum Ostankino-Tower, von dem wir einen Überblick über ganz Moskau haben und anschließend irgendwie zurück zum Hotel 
    • Für den Turm benötigen wir unsere Reisepässe
    • Ich schaue mir die U-Bahnverbindungen über ChatGPT an und fotografiere alles ab
    • Gegen 11:00 gehen wir los ins zweite Abenteuer Moskau
    • Wir laufen zur U-Bahn, die finden wir auf Anhieb
    • Wir steigen ein, wieder aus, steigen um, und steigen dann wieder aus
    • Hat wunderbar geklappt, dank ChatGPT
    • Jetzt noch 5 Minuten zum Bunker laufen
    • Im zweiten Anlauf haben wir den Bunker erreicht
    • Wir kommen rein, und es beginnt gerade eine Führung, wir schließen uns an
    • Wir zahlen einen horrenden Preis für den Eintritt und den Audioguide in Englisch
    • Nach ein paar Meter fatzt mir schon das Kabel vom Kopfhörer – stabile Sache
    • Louis gibt mir sein linkes Ohr
    • Wir laufen 18 Stockwerke nach unten
    • Wir gehen dem Führer und den restlichen Russen hinterher
    • Er spricht laut und deutlich, halt auf Russisch
    • Wir schauen einige Räume an, und hören dem Audioguide auf Englisch zu
    • Immer wieder machen die Leute Bilder
    • Dann mache ich auch mal in einem Raum ein Bild von einem Modell der Bunkeranlage
    • Gerade in diesem Raum darf man nicht fotografieren, ich werde angeschnauzt
    • Hm…
    • Die Bunkeranlage war ganz interessant – interessanter wäre es gewesen, wenn man was verstanden hätte
    • Nach der Führung gehen wir noch auf‘s Klo und stehen anschließend alleine da
    • Wir fragen nach dem Ausgang, und sie schickt uns wieder die Treppen hoch
    • Gibt es hier keinen Aufzug?
    • Wir laufen die 18 Stockwerke nach oben
    • Als wir oben sind, laufen wir am Aufzug vorbei – danke für den Tipp
    • Wir gehen raus, zum Fluss runter und laufen am Neckar von Moskau zum Mediencenter, 2 km
    • Der virtuelle Flug über Moskau ist leider ausgebucht, bzw. um 18:00 Uhr wäre die nächste Vorführung
    • Wir entscheiden uns für eine andere Aufführung, einen 360° -Kinofilm über die Kola-Halbinsel, Sibirien und Kamtschatka
    • Russland ist ein wunderschönes Land
    • Leider viel zu groß, um alles in einem Leben zu erkunden
    • Hier in diesem Park, welcher 2018 gebaut wurde, auch wo das Mediencenter jetzt steht, stand damals das Hotel Rossia
    • Das nächste Ziel ist der Kreml – wir nehmen unsere Füße in die Hand und laufen los
    • Im Gegensatz zu gestern ist heute viel mehr Menschenmenge unterwegs
    • Wir laufen wieder über den Roten Platz, bleiben vor dem Mausoleum von Lenin stehen
    • Gestern war eine lange Schlange, da wollten sie ihn alle sehen, heute ist hier gar nichts mehr los – es interessiert niemanden mehr
    • Wahrscheinlich ist er heute Nacht gestorben
    • Wir gehen weiter in den Park Richtung Kasse und laufen wieder an den beiden Eingefrorenen vorbei
    • Die Kasse ist ein Stückchen dahinter, ohne Schlange
    • Wir kaufen zwei Karten, gehen zum Eingang und sind plötzlich mitten im Kreml
    • Wir sehen die Rüstkammer, einige der Kathedralen, Paläste und die Museen
    • Um 16:00 Uhr haben wir schon drei von vier Programmpunkten abgehakt
    • Wir gehen zur U-Bahn-Station Bibliothek, wie uns das ChatGPT heute Morgen gesagt hat – das nächste Ziel ist der Tower
    • Dann sind wir ein wenig überfordert – zu viele U-Bahn-Möglichkeiten
    • Um‘s Eck ist ein Infoschalter, wir fragen die Dame – die zuckt nur mit den Schultern
    • Keine Ahnung, nix verstehen – Jaja, nix verstehen WOLLEN!
    • Toll, für sowas bist du eigentlich da!
    • Wir stehen da wie bestellt und nicht abgeholt
    • Ich suche nach was Jungem, die können eher Englisch
    • Eine junge Frau läuft vorbei, ich spreche sie an, und sie kann tatsächlich Englisch
    • Zufälligerweise haben wir auch noch den gleichen Weg – kommt einfach mit, meint sie
    • Dann hilft sie uns noch beim Fahrkartenkaufen – die von gestern hatten wir jetzt aufgebraucht
    • Wir fahren eine Station und müssen noch umsteigen
    • Dort geht es dann hoch und runter, nach links und nach rechts
    • Ob wir das alleine gefunden hätten?
    • Wir steigen in die Anschlussbahn und fahren fünf Stationen
    • Die Frau recherchiert und sagt uns noch, welchen von den fünf U-Bahn-Ausgängen wir nehmen müssen, um zum Turm zu gelangen
    • Super Service, wir bedanken uns herzlich
    • Wir steigen aus, nehmen Ausgang Nummer 2 und sehen von weitem schon den Turm
    • Wir laufen 20 Minuten hin
    • Am Eingang wird man wie am Flughafen kontrolliert
    • Erst danach kommt man zur Kasse
    • Die Kassiererin erklärt uns, dass die Kasse für Barzahlung einen technischen Defekt hat und es mindestens 30 Minuten dauert
    • Uff…
    • Ich gehe zu einem Halb-Chinesen, der mir vorhin schon auf Englisch geholfen hat und frage ihn, ob er unsere Karten mit seiner Kreditkarte kaufen würde – ich gebe ihm das Geld in bar
    • Ja, klappt auch wunderbar
    • Die Eintrittskarten müssen personalisiert werden, welche dann mit dem Reisepass abgeglichen werden
    • Wir bekommen unsere Eintrittskarten und laufen die 200 m zum Eingang
    • Dort müssen wir wieder durch eine Kontrolle wie am Flughafen – und die Reisepässe werden abgeglichen
    • Dann kommen wir zum Aufzug und fahren 337 m nach oben
    • Mega Ausblick über Moskau
    • Von oben sieht man, dass die Stadt eigentlich im Wald gebaut ist
    • Es ist so viel grün in der Innenstadt
    • Wir bleiben vielleicht 30 Minuten und fahren mit dem Aufzug dann wieder runter
    • Anschließend geht es 20 Minuten zur U-Bahn
    • Wir halten uns an ChatGPT, finden die richtige Bahn, fahren neun Stationen und steigen an unserer Haltestelle von heute Morgen wieder aus
    • Nun sind wir vom Norden Moskaus durch die Innenstadt und bis südlich zwischen dem ersten und zweiten Ring gefahren
    • Alles hat mit der U-Bahn perfekt geklappt
    • wir laufen 10 Minuten heim, duschen und gehen danach essen
    • Ich probiere die russische Spezialität Borschtsch
    • Borschtsch ist ein herzhafter, tiefroter Gemüse-Fleisch-Eintopf, der vor allem aus Rote Beete, Weißkohl und Rindfleisch besteht
    • Der Eintopf war ok, obwohl es eher wie Suppe war
    • Wir kommen gegen 23:00 ins Hotel, wir sind platt – wieder sehr viel gelaufen

  • 30.07.2026

    • Um 7:30 Uhr geht der Wecker, denn um 9:00 Uhr wollen wir uns mit Klim an der Metro treffen
    • Wir frühstücken ein bisschen und laufen dann die 30 Minuten zur Station
    • Vor dem Hotel machen wir noch ein Bild

    • Es gibt viele Spielplätze in der Innenstadt, und alles sauber
    • Wir sehen unterwegs, wie so oft in Russland, viele Luxus-Automarken, unter anderem viele Mercedes

    • Wir treffen Klim – das letzte Mal haben wir uns auf dem Slowboat in Laos getroffen und dort auch kennengelernt
    • Wir laufen zum Fluss Moskwa runter und gehen an der Promenade entlang
    • Wir sehen die roten Gebäude, die ehemaligen Produktionsgebäude der Süßwarenfabrik „Roter Oktober“
    • Davor ist das Denkmal vom Zaren Peter I. der Große auf einem großen Schiff

    • Auf der anderen Seite ist der Dom mit goldener Kuppel – die Kathedrale ist ein bedeutendes historisches und kulturelles Wahrzeichen Moskaus

    • Wir laufen am Kreml entlang und um ihn herum

    • Anschließend gehen wir über die „Floating Bridge“, welche im Zaryadje-Park steht, von der man aus einen schönen Ausblick auf den Fluss hat, sowie auf eine Residenz, in der man teure Wohnungen kaufen kann
    • Im Zaryadje-Park stand angeblich mal das Hotel Rossia mit 5000 Betten, in dem wir damals im April 1998 mit dem VfB zum Halbfinale um den Europapokal der Pokalsieger übernachtet hatten
    • Das Hotel wurde abgerissen, und der Zaryadje-Park gebaut

    • Wer laufen zum Roten Platz und wollen das Mausoleum von Lenin anschauen – leider ist eine große Menschenschlange davor, das haben wir uns dann nicht angetan

    • Platz der Exekution, der auf dem Roten Platz steht
    • Hier kamen früher Menschen hin, die gelogen haben – heute arbeiten die bei der Zeitung oder im Radio

    • Wir gehen weiter um den Kreml herum Richtung Eingang
    • 100 Meter davor stehen zwei Soldaten stocksteif Wache
    • Wir kommen gerade zur Wachablösung – 2 Soldaten laufen im Gleichschritt und mit Gewehr zu den beiden Eingefrorenen
    • Starker Regen kommt, dann hört es wieder auf

    • Wir laufen zum Eingang und wollen den Kreml von innen sehen – keine Schlange davor, Gott sei Dank
    • Dann das Schild: „Kreml donnerstags geschlossen“
    • Oh man…!!! Das ist ärgerlich!!! Warum ist heute Donnerstag!?!
    • Ausgerechnet heute!
    • Okay, morgen ist auch noch ein Tag…

    • Weiter südlich kommen wir zur Statue des Großfürsten Wladimir mit dem Kreuz und dem Schwert in der Hand

    • 200 Meter entfernt steht eine Bücherei mit bis zu 350 Jahre alten Büchern

    • Wir machen Pause in einem sehr teuren Kaffee – ist halt mitten in Moskau

    • danach gehen wir zu dem Dom mit der goldenen Kuppel
    • Eintritt zum Schwabenpreis – umsonschd, koschd nix
    • Der Cleverste von uns drei hat lange Hosen an – die anderen beiden müssen leider draußen bleiben
    • So schaue ich mir gemütlich den Dom von innen an
    • Als ich rausgehe, sind die beiden Kurzhösler weg
    • Ich schau mich ein wenig um und höre plötzlich „hey Stuttgarter!“
    • Wer kennt mich hier mitten in Moskau?
    • Ich lerne Nikolai aus Paderborn kennen
    • Er kommt ursprünglich aus Russland, wohnt aber seit 1990 in Paderborn
    • Bis ist gestern sei er noch mit einer Hose vom SC Paderborn rumgelaufen
    • „Anfang Oktober sind wir Gegner“ – jaja, wird eine schwierige Saison für uns, meint er
    • Klim und Louis kommen und wir machen ein Erinnerungsfoto zu viert

    • Wir verabschieden uns und laufen durch einen Park mit vielen Schachbrettern
    • Einige Leute spielen auch Schach
    • Dann kommen wir an Plakaten vorbei, welche Chefs einiger Bezirke in Russland aufzeigen – dazu noch geschichtliche Hintergründe

    • Dann kommen wir in die Arbat Street, eine 1 km lange, historische Straße im Zentrum Moskaus
    • Plötzlich ein Platzregen, wir stellen uns unter, direkt vor dem Aeroflot-Gebäude
    • Mit Aeroflot bin ich damals im April 1998 nach Moskau geflogen – damals war’s kalt, gewonnen haben wir trotzdem
    • Wir laufen durch die Straße und schauen uns einige Geschäfte an
    • Eine Bilderreihe mit der Geschichte vom Ende des Krieges ist aufgestellt

    • Danach gehen wir zur Metro und fahren zwei Stationen bis zum Siegesmuseum
    • Offiziell ist es das „Zentralmuseum des Großen Vaterländischen Krieges“
    • Wir steigen an der tiefsten Untergrundstation in Moskau aus, fahren mit der Rolltreppe hoch und laufen auf einen knapp 142 m hohen Obelisken zu, der vor dem Museum steht

    • Das Museum ist interessant und berichtet über den sowjetischen Sieg im Zweiten Weltkrieg und über den Krieg gegen die Nazis aus der Ukraine

    • Im Hintergrund sind die vielen Geschäfts-Hochhäuser im Zentrum Moskaus

    • Nach dem Museum ist es 15:30 Uhr und wir total kaputt – jetzt sind wir 7 Stunden auf den Beinen, mit Ausnahme der kurzen Pause in dem Café
    • Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so viel gelaufen bin
    • Mit Ausnahme mein Marathon vor anderthalb Wochen
    • Wir sind weit weg von unserem Hotel
    • Klim erklärt mir die Möglichkeiten zum Hotel
    • Zwei Stationen mit der blauen Linie, dann umsteigen, eine Station mit der roten Linie, und dann noch zwei Stationen mit der Orangenen
    • Puh… und in welche Richtungen?
    • „Dann gibt es noch die Möglichkeit mit dem Uber, das kostet aber…“ – Nehmen wir!!!
    • Ohne große Diskussion bestellt Klim das Uber und bezahlt online – geht nicht anders
    • Ich gebe ihm das Geld in bar
    • Das Uber kommt, wir verabschieden uns und bedanken uns herzlich für die tolle Reiseführung
    • Hätte nicht besser sein können, als mit einem Einheimischen durch Moskau zu laufen
    • Das wäre nur mit dem Reiseleiter Bohnet zu toppen gewesen
    • Der Uberpilot rast mit 90 Sachen durch die Stadt, rechts an den Autos vorbei und links an den Autos vorbei
    • Dicke Luxuskarossen kreuzen unsere Wege
    • … und der Uber hält direkt vor unserem Hotel – unbeschadet
    • wir steigen aus dem Auto, kriechen ins Hotel und legen uns aufs Bett
    • Wir sind platt – Louis schläft

    • Zwei Stunden später laufen wir 900 Meter zum Restaurant, Louis hat gegoogelt, gute Rezessionen
    • Wir gehen rein, ist das ein Inder…!
    • Jetzt sind wir in Russland und gehen indisch essen
    • Wenn wir nicht schon 18,93 Kilometer in den Beinen hätten, wir hätten ein anderes Restaurant gesucht
    • So blieben wir und es hat auch gut geschmeckt
    • Über den Supermarkt laufen wir nach Hause ins Hotel und ins Bett
  • 29.07.2026

    • um 8:00 Uhr stehen wir auf und essen ein paar Kleinigkeiten vom Supermarkt
    • Nachdem wir gestern zwischen 26° und 30° gefahren sind, sind es aktuell nur 16° und die Straßen sind nass
    • Aber es hat zumindest kein Schnee vor Moskau
    • Klim, mein Kamerad aus Moskau, will uns morgen treffen und uns ein paar Sehenswürdigkeiten zeigen – freut uns sehr, dass das klappt
    • Ich schreibe mir die genaue Route von Google Maps ab, und das auf Russisch, falls das GPS ausfällt
    • Was hoffentlich nicht passiert!!!
    • Louis bringt die erste Fuhre zu den Motorrädern runter
    • Unten stehen schon zwei Russinnen und schauen sich die Maschinen an
    • Sie sprechen auf Russisch, Louis auf Englisch, und niemand versteht was
    • Wir packen die restlichen Sachen und checken aus
    • Kurz vor 10:00 Uhr kommen wir los
    • Hoffentlich funktioniert das GPS bis zum Hotel!!!
    • Wir fahren wieder auf die einspurige Straße Richtung Moskau
    • Am Anfang war es sehr gut zu fahren, bis wir auf einen Konvoi mit LKW‘s auffuhren
    • Das Überholen war ziemlich zäh, zumal meistens Überholverbot war
    • Dann kam noch die Straße erschwerend dazu, es gab viele Schlaglöcher
    • Zu allem Übel setzte noch Nieselregen ein
    • Irgendwann wird die Straße dreispurig, zweispurig, und dann wieder dreispurig
    • Wir können schnell fahren und kommen zügig voran
    • Dann kommt plötzlich wie aus dem Nichts eine Mautstelle
    • Wir diskutieren noch die Bilder über den einzelnen Schranken und stellen uns dort an, wo ein Geldschein drauf war
    • Wir fahren vor die Schranke an den Automat und schauen diesen an
    • Für diese Mautstation ist kein Geldschein erforderlich, sondern eine Kreditkarte
    • Und unsere Kreditkarten funktionieren leider nicht
    • Wir müssen wieder zurück
    • Gott sei Dank war hinter uns niemand
    • So schieben wir die 20 Meter unsere Motorräder aus dieser Bahn zurück 
    • Dann parken wir seitlich und schauen uns das alles noch mal genauer an
    • Ganz rechts sind zwei Linien mit Schildern, auf denen Geldscheine und Münzgeld drauf ist
    • Warum haben wir das vorher nicht gesehen?
    • Wir fahren hin
    • Eine Frau schaut aus dem Häuschen raus, es ist keine Hexe, ich bezahle gleich doppelt und wir beide fahren durch
    • Wir fahren weiter geradeaus, direkt auf Moskau zu
    • 10 km vor dem äußeren Ring fällt das GPS aus
    • Verdammte Sch… schade…!!!
    • Wir haben die Kilometer im Kopf und wissen, dass wir nach 10 km an einem Kreuz einen dreiviertel Kreis drehen müssen und links den äußeren Ring entlang
    • Und irgendwann müssen wir dann vom äußeren Ring wieder in die Innenstadt rein – irgendwann
    • Ja, und wann???
    • Wir fahren 10 km, kommen auf ein großes Kreuz und fahren raus
    • Wir wollen den Dreiviertel Kreis nehmen, um nach links auf den äußeren Ring zu kommen
    • Wir fahren ein bisschen zu früh ab, machen nur einen Viertel Kreis und fahren sechsspurig in die falsche Richtung 
    • Nächste Sch…
    • Vom Verkehr her geht es, ich hatte es mir schlimmer vorgestellt
    • Wir müssen die Situation neu analysieren 
    • Wie kommen wir jetzt auf die andere Straßenseite in die entgegengesetzte Richtung?
    • Nach ca. 2 km fahren wir rechts raus, merken aber schnell, dass wir hier nicht auf die andere Straßenseite kommen 
    • Wir fädeln uns auf den sechsspurigen Ring wieder ein
    • Weitere 2 km kommt eine Brücke
    • Wir fahren raus, können über die Brücke und in die entgegengesetzte Richtung auf den sechsspurigen Ring
    • Geschafft… nur wie weit müssen wir hier fahren?
    • Irgendwann kommen wir an das Kreuz, an dem wir falsch abgebogen sind
    • Jetzt sollten wir nur noch wissen, wieviele km wir hier draufbleiben müssen 
    • Ich vergleiche meinen handgeschriebenen russischen Zettel mit der Route drauf und den Verkehrsschildern 
    • Ich kann noch weniger als nichts lesen – nämlich gar nichts 
    • Danke für deine Mühe, Micha, aber es war umsonst
    • Nach Rücksprache mit Louis weiß er auch nicht, wann wir abbiegen müssen
    • Eine Idee wäre, einen Taxifahrer zu suchen, der zum Hotel fährt und wir hinter her
    • Plötzlich staut sich der Verkehr…
    • Es geht nur noch im stop and go
    • Wir sind auf einer sechsspurigen Fahrbahn, in eine Richtung(!!!), sechsspurig, und es geht nur im stop and go vor sich!!!
    • Wer hat das erfunden???
    • Wahnsinn…!
    • So zotteln wir dahin
    • Plötzlich erklärt mir Louis völlig lapidar, wir müssen in 600 Meter raus
    • „Woher weißt du das?“
    • „Sagt mein Navi, GPS geht wieder“
    • Ich hätte fast einen Freudensprung vom Motorrad gemacht, während Louis mir das emotionslos ins Ohr quatscht 
    • Ok, jetzt warten wir mal ab, wie lange das hebt
    • Wir fahren auf dem Standstreifen und schlängeln uns vorbei 
    • Wir biegen ab, es wird vierspurig, aber es läuft 
    • Ich bete, dass das GPS bestehen bleibt 
    • Wir werden mutiger, überholen mal rechts und mal links
    • Der Verkehr ist nicht mit Machatschkala in Tschetschenien zu vergleichen!
    • Alles absolut fair – Respekt, hätte ich anders erwartet 
    • So biegen wir noch 3x ab und stehen vor unserem Hotel – perfekt gelaufen, Hut ab! 
    • Der Gehweg sehr breit, perfekt für unsere Motorräder 
    • Wir parken, machen die Hoteltüre auf, da winkt vom 1. Stock hinter der Theke die Hotelfrau – sie hat uns schon erwartet
    • Wir laufen die Treppe hoch
    • Natürlich kann sie nur russisch
    • Als erstes klären wir das mit dem Parkplatz auf dem Gehweg ab
    • Geht gar nicht, da dürfen wir nicht parken, da kommt die Polizei und kostet Strafe
    • An der Straße dürfen wir parken, wir müssen uns aber am Automat registrieren, online und mit Kreditkarte
    • Da unsere Kreditkarten nicht funktionieren, bitten wir sie, dass sie bezahlt und wir geben ihr das Geld in bar
    • Kein Problem, macht sie – voll nett die Frau
    • Wir laufen gemeinsam zum Automat, sie muss vorher aber eine App runterladen
    • Zwischendrin immer wieder Google Übersetzer
    • Wir laufen zum Hotel zurück, sie nimmt sich viel Zeit, das mit dem Parken zu regeln
    • Wir geben beide unsere Kennzeichen ein
    • Nach einer langen halben Stunde kommen für diese vier Tage parken 330 € raus
    • Waaaaaaas…?!?
    • Nach unserer Rechnung müssten circa 44 € rauskommen 
    • Es hat sich dann aber herausgestellt, dass das keine Tagespreise waren, sondern Stundenpreise – oha!
    • Sie meinte, das ist halt Moskau, und ihr seid mittendrin
    • Ja, schon klar, aber 330 € sind eine Hausnummer
    • Sie telefoniert rum und hätte ein Hostel für uns, dort können wir wohnen und umsonst parken – ist nur 7 Minuten entfernt von hier
    • Ah, ok…
    • Dann hat es wieder eine Ewigkeit gedauert, bis wir das russische Google Maps mit dem deutschen Google Maps zusammengebracht haben
    • Dann haben wir das Hotel auf deutschen Google Maps gefunden
    • Wir vergewissern uns noch mal bei ihr, ob dort auch wirklich ein Zimmer frei ist – ja, ist für uns gebucht
    • Das Ganze hat circa anderthalb Stunden gedauert – wir bedanken uns herzlich bei ihr für ihre Mühe und lachen alle zusammen
    • Ein gemeinsames Abschlussfoto darf nicht fehlen
    • Wir ziehen uns wieder an und fahren los
    • Wir kommen an der Kirche „Donskoy Monastery“ vorbei
    • Daneben fährt auf dem Gehweg ein Roboter mit einer roten Fahne, hab ich noch nie gesehen
    • Wir fahren, bis Google Maps sagt, wir sind am Ziel
    • Wir gehen in das Hotel und werden sofort abgewiesen – „wir nehmen nur russische Staatsangehörige auf“
    • Wenn du sowas in Deutschland sagen würdest, wärst du als Nazi betitelt worden und würdest von der Gesellschaft ausgeschlossen werden
    • Und das Hotel wäre für immer und ewig geschlossen worden
    • Auf Google Maps merken wir, dass wir zwei Häuser zu weit sind
    • Wir laufen wieder zurück und gehen in eine andere Tür rein
    • Dort riecht es schon komisch – wir kennen den Geruch, der verheißt nichts Gutes
    • Als wir der Frau an der Rezeption das Handy mit Google Übersetzer unter die Nase halten, lacht sie und meint nur, wir sind hier beim Zahnarzt – bitte ein Haus weiter
    • Wir gehen ein Haus weiter, da kommt gleich der Chef raus und meint, wir können die Motorräder ums Eck parken – ist kameraüberwacht
    • Juhuuuuu! Wir sind endlich richtig!
    • Er kann sogar ein wenig Englisch
    • Wir checken ein und vespern eine Kleinigkeit
    • Von unserem Zimmerfenster aus sehen wir den gleichen Roboter von vorhin am Nachbarhaus anhalten
    • Ein Mann kommt raus, der Deckel vom Robi geht auf und er holt sich Essen raus
    • Der Deckel geht zu und der Robi fährt wieder auf die Straße – ohne aber nach rechts und links zu schauen
    • Coole Socke…
    • Wir haben es geschafft, wir sind mitten in Moskau
    • Zwischen dem ersten und dem zweiten Ring, 4,9 km vom Roten Platz entfernt
    • Wahnsinn!!!
    • Und das mit unseren Motorrädern!!!
    • Letztenendes war der Verkehr „harmlos“
    • Ich hatte immer noch Machatschkala im Kopf, dass es genauso werden würde – aber das wurde es nie
    • Gott sei Dank
    • Vielleicht lag es auch an der Uhrzeit, und dass wir nicht abends reingefahren sind
    • Wir ziehen uns um und gehen zur „Donskoy Monastery“
    • Innendrin wird gebetet – wir beobachten die Menschen
    • Anschließend gehen wir noch über den daneben liegenden Donskoy-Friedhof
    • Auf dem Rückweg fährt uns wieder dieser oder einer von diesen Robotern über den Weg – der fährt einfach auf dem Gehweg und weicht allen Menschen aus oder hält kurz an
    • Geniales Teil
    • Wir laufen noch am Radioturm vorbei und gehen in einen Imbiss, essen und trinken etwas – danach ins Hotel zurück
    • …wir arbeiten
  • 28.07.2026

    • heute Nacht war circa 5 Minuten Fliegeralarm, zumindest hat es sich so angehört
    • Wir haben dann mal aus dem Fenster geschaut und die Straßen beobachtet, aber die Autos sind ganz normal gefahren
    • Im Hotel hat sich auch nichts getan
    • Als die Sirenen aufgehört haben, sind wir wieder schlafen gegangen
    • Wir stehen um 8:00 Uhr auf und gehen runter ins Restaurant
    • Es gibt Buffet, sieht ganz gut aus
    • Der Russe von gestern Abend kommt herein und begrüßt uns mit „Guten Morgen“
    • Der Fisch von Ivan war eine karpfenart, er heißt Wobla
    • Wir fragen an der Rezeption nach dem Fliegeralarm
    • Die Frau hinter der Scheibe zuckt nur mit den Schultern – entweder hat sie davon nichts gehört, oder Google Übersetzer hat falsch übersetzt
    • Von unserem jetzigen Hotel zu unserem ab morgen gebuchten Hotel in Moskau sind es 642 km
    • Unser Plan wäre, heute circa 500 km zu fahren, noch mal übernachten, und dann am Mittwoch um die Mittagszeit durch Moskau zu fahren
    • In der Hoffnung, die Russen arbeiten alle und die Straßen sind frei
    • Wir packen unsere Maschinen, die im Hinterhof einen Privatparkplatz haben
    • Beim Auschecken zeigt die Rezeptionistin uns ihr Handy
    • Bei dem Alarm heute Nacht kann es sich nur um Raketen oder Drohnen am Himmel handeln
    • Ok, jetzt sind wir beruhigt, denn nun wissen wir bescheid
    • Gegen 10:00 Uhr fahren wir los und kommen in einen Riesenstau in Borissoglebsk 
    • Wir schlängeln uns an den Autos und an den LKWs vorbei
    • Ganz vorne ist eine Horde Menschen, irgendeine Demonstration
    • Es gibt rote Fahnen
    • Aber eins weiß ich sicher, es ist nicht die IG-Metall
    • Dann kommen wir an die Hauptstraße und nehmen unseren Weg Richtung Moskau auf
    • Nach einer Weile werde ich hundemüde
    • Entweder war das entkoffeinierter Kaffee heute Morgen, oder da war ein Schlafmittel drin
    • Als wir an einen Konvoi von LKWs kommen, kommt auch das Adrenalin und die Müdigkeit geht weg
    • Vor uns ein kleiner weißer BMW, rausziehen, Vollgas, LKW überholen
    • Dann wieder das Gleiche, rausziehen, Vollgas, zwei LKWs überholen
    • So geht das circa 15 Minuten, immer dem BMW hinterher, bis wir dann an allen vorbei sind
    • Wir fahren weiter hinter dem weißen BMW her, der fährt mit 120 km/h über die Landstraße
    • Wenn Blitzer kommen, bremst er runter, dann gibt er wieder Gas
    • So fahren wir bestimmt 1 Stunde hinter ihm her und kommen sehr gut voran
    • An einer Baustelle müssen wir alle halten und der Beifahrer winkt mich her
    • Ich bin Aslan und mein Fahrer Emy (oder so ähnlich)
    • Er begrüßt uns hier in Russland und fragt, wo wir hin wollen
    • Kurzer, netter Plausch, dann geht es weiter
    • Es sind auch wieder mehr Motorradfahrer zu sehen
    • Wir machen viel Kilometer und suchen eine Tankstelle
    • Irgendwann kommt ein Kreuz, an dem wir links nach Moskau abbiegen müssen
    • Großer Stau, wir fahren an den LKWs und Autos vorbei – viele fahren rüber und machen uns Platz
    • Das Kreuz ist eine Riesen Baustelle
    • Das Kreuz fast überwunden, kommt auf der linken Seite eine Tankstelle, an der einige Autos stehen
    • Wir fahren rüber, da Louis nur noch 80 km Reichweite hat
    • Wir kommen relativ zügig dran und parken parallel
    • Louis geht rein und kauft 15 Liter – diesmal müssen wir vorher bezahlen
    • Diese 15 Liter reichen genau für meinen Tank
    • Er geht wieder rein und will für sich noch mal 15 Liter kaufen
    • Ich warte und warte – Louis kommt und kommt nicht
    • Was macht der so lange? Schaut der sich Pixi-Bücher im Regal an?
    • Neben mir kommen schon Russen von hinten vor und schauen mich an, einige fotografieren
    • „der dumme Deutsche blickt‘s nicht“
    • meckern tut aber niemand
    • Ich schau einfach mal dezent weg und lass mir nichts anmerken
    • Beim Umschauen merke ich, dass nirgends was funktioniert, keiner tankt, nichts geht
    • Dann liegt es wohl doch nicht an Louis
    • Gefühlt 30 Minuten später kommt Louis raus, die Kasse ist abgestürzt, das Internet war weg
    • Er hat 15 Liter bezahlt, wir tanken voll und fahren gleich weiter
    • Nach gesamten 230 km fahren wir wieder an einer Tankstelle raus und trinken Kaffee
    • Hier ist nichts los, hier kostet der Liter auch 130 Rubel – klar, deshalb, wir haben vorhin 73 Rubel (81 Cent) bezahlt
    • Wir verlassen die klimatisierte Tankstelle
    • Vor uns ist der Himmel schwarz, da braut sich was zusammen – es ist kein Bier
    • Wir ziehen uns an und fahren los, in der Hoffnung, wir kommen durch
    • Dann kommen wir aber für ein paar Minuten voll rein – es schüttet wie aus Eimern
    • Vor uns ist es wieder blau
    • Es kühlt ab von 30 Grad auf 26 Grad
    • Ein wenig später sehen wir einen LKW, dem sein Auflieger in den Graben abgerutscht ist und die Ladung gerade mit einem Kran geborgen wird
    • Immer wieder fahren wir an große Sonnenblumen- und auch Rapsfeldern vorbei
    • Nach 330 km tanken wir wieder, diesmal 95 Premiumoktan für 70 Rubel
    • Espresso für uns beide und wieder los
    • 200 km vor Moskau helfen uns Tschetschenen ein Hotel zu finden 
    • Aslan (schon wieder ein Aslan) ruft das Hotel an und diskutiert mit der Chefin
    • Er bucht für uns, wir bedanken uns herzlich und fahren weiter
    • Wir finden nach 16 km in einem abgelegenen Dorf (Serebrjanyje Prudy) das Hotel
    • Die Hotelchefin kann natürlich nichts außer Russisch
    • Es wird ein bisschen kompliziert, aber letztenendes klappt es mit bezahlen und einchecken
    • Morgen noch ca. 200 km, wir stehen jetzt kurz vor Moskau, und das Gott sei Dank nicht im Winter
    • Nach dem Duschen gehen wir ins Restaurant, welches Louis gegoogelt hat
    • Wir kommen ins Restaurant, und auch dort versteht uns niemand – wie immer und überall hier in Russland
    • Die wenigen Leute, die im Restaurant sind, drehen alle die Köpfe zu uns
    • Wir machen der Bedienung klar, dass wir über Google Übersetzer die Speisekarte lesen können
    • Das erste Mal funktioniert die eSIM von Louis einwandfrei
    • Wir bestellen und warten aufs Essen
    • Es kommen zwei 20-jährige Jungs, Max und Ivan, an unseren Tisch und fragen auf englisch, wo wir herkommen
    • Wir erzählen, wo wir lang gefahren sind, wo wir hin wollen und dass wir aus Deutschland und dem traumhaften Stuttgart kommen
    • Es entwickelt sich ein tolles Gespräch auf Englisch
    • Beide sind hier in dem Dorf geboren, und wir sind die ersten Touristen, die sie seit 20 Jahren in diesem Dorf sehen 
    • Max meint: „it’s very crazy!”
    • Das erfreut uns mit stolz
    • Ich wollte schon anbieten auf ihren T-Shirts zu unterschreiben, denn meine Autogrammkarten hatte ich im Hotel vergessen
    • als unser Essen kommt, verabschieden sie sich und wünschen uns alles Gute, wir ihnen ebenfalls
    • Wir essen sehr gut und laufen anschließend im Regen zum Supermarkt
    • Wir kaufen ein bißchen für’s Frühstück morgen früh, denn das ist im Preis nicht inbegriffen
    • Wie einiges nicht im Preis inbegriffen ist… zum Beispiel ein bezogenes Bett, eine saubere Dusche, Wifi…
  • 27.07.2026

    • heute Nacht habe ich noch Fotos von der beleuchteten Kirche und dem gegenüberliegenden Hotel gemacht, sieht voll schön aus
    • Um 8:00 Uhr stehen wir auf und gehen zum Buffet
    • Es gibt teilweise sogar andere Sachen wie gestern – sehr lobenswert
    • Anschließend packen wir unsere Maschinen und checken aus
    • Wir wollen 40 Minuten von Stalingrad entfernt noch den deutschen Soldatenfriedhof anschauen
    • Danach geht es weiter nach Borissoglebsk, dort habe ich gestern das Hotel gebucht
    • Heute ist es bewölkt und nur 20° draußen – optimal zum Motorrad fahren
    • Gegen 10:30 Uhr kommen wir los und auch gut aus Stalingrad raus
    • Nach 40 km fahren wir an einem russischen Soldatenfriedhof vorbei, 3 km weiter soll der deutsche Soldatenfriedhof kommen
    • Wir biegen von der Hauptstraße rechts ab und fahren 300 m einen Schotterweg entlang
    • Am Ende vom Schotterweg steht ein Schäfer mit seinen Schafen und schaut komisch
    • Hier gibt es keinen Friedhof
    • Wir fahren wieder zurück und schauen uns den russischen Soldatenfriedhof an
    • So viele Gräber…
    • Wahnsinn, wie viele da einfach mitmachen und ihr Leben riskieren, während die, die Krieg wollen, einfach nur am Schreibtisch sitzen und planen und überhaupt nichts riskieren
    • Wäre doch richtig schön, wenn Krieg wäre, und keiner geht hin
    • Das erste Mal seit langem sind wir nicht nass geworden, von innen
    • Nach dem Besuch des Friedhofs fahren wir weiter
    • Ca. 30 km hinter Wolgograd kommt hupend ein Auto hinter uns her und winkt uns freundlich raus
    • Es ist keine Polizei
    • Wir halten am Straßenrand und unterhalten uns mit Ivan über Google Übersetzer, so gut es geht
    • Er freut sich so sehr Deutsche zu sehen
    • Er zeigt uns Bilder vom Angeln und will uns wahrscheinlich zum Angeln einladen
    • Wir lehnen dankend ab, da wir ein Hotel in Borissoglebsk gebucht haben und weiter wollen
    • Dann macht er uns verständlich, dass wir hier 10 Minuten warten sollen, er würde uns Fisch holen
    • Zumindest haben wir das so interpretiert
    • Wir warten und sind gespannt
    • Keine Minute später hält ein russischer Motorradfahrer und fragt in gebrochenem Englisch, ob wir Probleme haben und ob wir Hilfe brauchen
    • Er ist auch nicht von der Polizei
    • „Nein, alles perfekt, wir warten nur auf einen von deinen Kameraden“
    • „Woher kommt ihr?“… fragt Bogdan.
    • „Deutschland“
    • „Was, Deutschland!?!“ 
    • Er meint dann nur lachend „Heil Hitler“ und klopft mir auf die Schulter
    • Dann kommt aber noch ein tolles Gespräch zu Stande, mit einem, der einigermaßen Englisch konnte
    • Anschließend fährt er weiter, und wir warten weiter auf Ivan
    • Keine 5 Minuten später kommt Ivan auf der anderen Seite an, rennt über die vierspurige Straße, macht einen Hürdensprung über die Leitplanke und schenkt uns eine Tüte
    • „Delikatesse“, sagt er
    • Wir unterhalten uns noch ein bisschen und machen Fotos
    • Das letzte, was er uns übersetzt, ist „Frieden für alle“
    • dann trennen sich unsere Wege
    • Wir fahren weiter und suchen nach Tankstellen
    • Die drei nächsten Tankstellen haben keinen Sprit
    • Langsam werden wir nachdenklich
    • Als die Reserveanzeige von Louis leuchtet, sehen wir eine Tankstelle auf der linken Seite
    • Es gibt Benzin, 95 Oktan, wir tanken voll
    • Da es auch hier immer wieder Polizeikontrollen gibt, nehme ich mein Geld in die Jackentasche
    • Das Korruptionsgeld kommt in die linke Hosentasche
    • Die Landschaft wird schöner, grüner und immer wieder kommen große Felder mit Sonnenblumen
    • Straßentechnisch sieht es leider anders aus
    • wie auf dem Weg nach Wolgograd so geht es auch hier auf dem Weg nach Moskau fast nur geradeaus
    • Wir vertreiben uns die Zeit während dem Fahren mit Schnick-Schnack-Schnuck
    • Nach circa 1 Stunde Fahrt wird Louis müde, kurz darauf kommt wieder eine Tankstelle
    • Ich will einen Cappuccino
    • man muss aber am Automaten ein Ticket ziehen, aber alles auf Russisch
    • Ich hol meinen Google Übersetzer raus und zeige es einem Mädchen hinter mir
    • Sie hilft mir, füttert den Automaten mit ihrer Geldkarte, und ich gebe es ihr in bar
    • Leider kommt die Zahl, die auf meinem Zettel steht, nicht auf dem Bildschirm 
    • Nach 15 Minuten frage ich mal freundlich nach
    • Die Frau hinter der Theke schaut auf den Bildschirm, schaut meinen Zettel an, bruddelt irgendwas und lässt mir einen Cappuccino raus
    • Also, geht doch…
    • Dann kommt das Mädchen, welches mir mit dem Cappuccino geholfen hat, zu uns an den Tisch, sie heißt Alina
    • Sie spricht Englisch und fragt uns, wo wir herkommen und wo wir hinfahren
    • Sie fährt jetzt mit ihren Eltern zurück nach Wolgograd, sie studiert dort Medizin
    • Es entwickelt sich ein nettes Gespräch
    • Zum Schluss fragt sie, ob sie Bilder machen darf
    • Klar, natürlich, ihr Freund macht Bilder von uns dreien
    • Dann fahren wir weiter
    • Nach 150 km tanken wir wieder und sitzen dann sofort wieder auf
    • Die letzten 90 Minuten fahren wir durch 
    • Die Landschaft ist schön, rechts und links sind viele Bäume, wir kommen uns vor wie in Finnland 
    • Um 18:00 Hotel kommen wir am Hotel an, Google Maps führt uns direkt vor die Haustüre.
    • Wir checken ein und gehen in ein schönes, großes Zimmer
    • Wir buchen gleich Abendessen und Frühstück dazu
    • Im Zimmer schauen wir uns den Fisch von Ivan an
    • Es sind vier Fische in der Tüte
    • Weiß jemand, wie der Fisch heißt? @Sven…?
    • Wir dachten, der Fisch ist schon geräuchert und gleich verzehrbar
    • Aber er ist roh
    • Puh… leider können wir nichts damit anfangen, Ivan
    • Wir überlegen, was wir mit dem Fisch machen sollen, wegwerfen wäre zu schade
    • Dann dachte ich an die nette Rezeptionistin…
    • Die frag ich einfach mal
    • Ich gehe mit den Fischen nach unten, erkläre ihr, dass wir das von einem freundlichen Russen geschenkt bekommen haben und nichts damit anfangen können – sie könnte die Fische haben
    • Ohne zu zögern nimmt sie die Fische und bedankt sich herzlich
    • Sehr schön, freut mich, dass sie noch Verwendung finden
    • Tut mir leid, Ivan, aber trotzdem noch mal herzlichen Dank
    • Wir duschen und gehen dann einen Stock tiefer ins Restaurant
    • Dort sieht es aus wie in einer Kantine
    • Die Küchenchefin kommt raus und erklärt uns auf Russisch, was es gibt
    • Wir zucken mit den Schultern und fragen, ob sie Englisch kann
    • Aber selbst das hat sie nicht verstanden
    • Sie lächelt müde, geht wieder in die Küche, kommt aber sofort wieder zurück
    • Sie lächelt wieder, versucht es noch mal auf Russisch, merkt, dass wir nichts kapieren, und lächelt wieder
    • Da ist er wieder, der Berg mit dem Ochs…
    • Ein Russe steht auf, will helfen, und spricht uns in gebrochenem Deutsch an
    • Perfekt… Er übersetzt
    • Kartoffelbrei oder Bratkartoffeln, mit Fisch oder Hühnchen
    • Wir bestellen, die Küchenchefin ist zufrieden, wir bedanken uns bei dem Russen und setzen uns hin
    • Das Essen ist nichts besonderes
    • Die Rezeptionistin kommt in die Kantine und bedankt sich noch mal für den Fisch, er ist sehr lecker
    • Danach machen wir noch einen kurzen Spaziergang durch den Park in der Stadt
    • Im Hotel wieder angekommen setzt sich jeder an seinen Rechner
    • Ich suche wieder ein Hotel kurz vor Moskau, so dass wir morgen nicht mit den Motorrädern suchen müssen
    • Es gibt einige, aber es ist ziemlich zäh was zu finden
    • Entweder ist alles auf Russisch, oder es ist keine Mailadresse angegeben, oder die Homepage existiert nicht mehr
    • Naja, wir werden sehen…
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