28.07.2026

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  • heute Nacht war circa 5 Minuten Fliegeralarm, zumindest hat es sich so angehört
  • Wir haben dann mal aus dem Fenster geschaut und die Straßen beobachtet, aber die Autos sind ganz normal gefahren
  • Im Hotel hat sich auch nichts getan
  • Als die Sirenen aufgehört haben, sind wir wieder schlafen gegangen
  • Wir stehen um 8:00 Uhr auf und gehen runter ins Restaurant
  • Es gibt Buffet, sieht ganz gut aus
  • Der Russe von gestern Abend kommt herein und begrüßt uns mit „Guten Morgen“
  • Der Fisch von Ivan war eine karpfenart, er heißt Wobla
  • Wir fragen an der Rezeption nach dem Fliegeralarm
  • Die Frau hinter der Scheibe zuckt nur mit den Schultern – entweder hat sie davon nichts gehört, oder Google Übersetzer hat falsch übersetzt
  • Von unserem jetzigen Hotel zu unserem ab morgen gebuchten Hotel in Moskau sind es 642 km
  • Unser Plan wäre, heute circa 500 km zu fahren, noch mal übernachten, und dann am Mittwoch um die Mittagszeit durch Moskau zu fahren
  • In der Hoffnung, die Russen arbeiten alle und die Straßen sind frei
  • Wir packen unsere Maschinen, die im Hinterhof einen Privatparkplatz haben
  • Beim Auschecken zeigt die Rezeptionistin uns ihr Handy
  • Bei dem Alarm heute Nacht kann es sich nur um Raketen oder Drohnen am Himmel handeln
  • Ok, jetzt sind wir beruhigt, denn nun wissen wir bescheid
  • Gegen 10:00 Uhr fahren wir los und kommen in einen Riesenstau in Borissoglebsk 
  • Wir schlängeln uns an den Autos und an den LKWs vorbei
  • Ganz vorne ist eine Horde Menschen, irgendeine Demonstration
  • Es gibt rote Fahnen
  • Aber eins weiß ich sicher, es ist nicht die IG-Metall
  • Dann kommen wir an die Hauptstraße und nehmen unseren Weg Richtung Moskau auf
  • Nach einer Weile werde ich hundemüde
  • Entweder war das entkoffeinierter Kaffee heute Morgen, oder da war ein Schlafmittel drin
  • Als wir an einen Konvoi von LKWs kommen, kommt auch das Adrenalin und die Müdigkeit geht weg
  • Vor uns ein kleiner weißer BMW, rausziehen, Vollgas, LKW überholen
  • Dann wieder das Gleiche, rausziehen, Vollgas, zwei LKWs überholen
  • So geht das circa 15 Minuten, immer dem BMW hinterher, bis wir dann an allen vorbei sind
  • Wir fahren weiter hinter dem weißen BMW her, der fährt mit 120 km/h über die Landstraße
  • Wenn Blitzer kommen, bremst er runter, dann gibt er wieder Gas
  • So fahren wir bestimmt 1 Stunde hinter ihm her und kommen sehr gut voran
  • An einer Baustelle müssen wir alle halten und der Beifahrer winkt mich her
  • Ich bin Aslan und mein Fahrer Emy (oder so ähnlich)
  • Er begrüßt uns hier in Russland und fragt, wo wir hin wollen
  • Kurzer, netter Plausch, dann geht es weiter
  • Es sind auch wieder mehr Motorradfahrer zu sehen
  • Wir machen viel Kilometer und suchen eine Tankstelle
  • Irgendwann kommt ein Kreuz, an dem wir links nach Moskau abbiegen müssen
  • Großer Stau, wir fahren an den LKWs und Autos vorbei – viele fahren rüber und machen uns Platz
  • Das Kreuz ist eine Riesen Baustelle
  • Das Kreuz fast überwunden, kommt auf der linken Seite eine Tankstelle, an der einige Autos stehen
  • Wir fahren rüber, da Louis nur noch 80 km Reichweite hat
  • Wir kommen relativ zügig dran und parken parallel
  • Louis geht rein und kauft 15 Liter – diesmal müssen wir vorher bezahlen
  • Diese 15 Liter reichen genau für meinen Tank
  • Er geht wieder rein und will für sich noch mal 15 Liter kaufen
  • Ich warte und warte – Louis kommt und kommt nicht
  • Was macht der so lange? Schaut der sich Pixi-Bücher im Regal an?
  • Neben mir kommen schon Russen von hinten vor und schauen mich an, einige fotografieren
  • „der dumme Deutsche blickt‘s nicht“
  • meckern tut aber niemand
  • Ich schau einfach mal dezent weg und lass mir nichts anmerken
  • Beim Umschauen merke ich, dass nirgends was funktioniert, keiner tankt, nichts geht
  • Dann liegt es wohl doch nicht an Louis
  • Gefühlt 30 Minuten später kommt Louis raus, die Kasse ist abgestürzt, das Internet war weg
  • Er hat 15 Liter bezahlt, wir tanken voll und fahren gleich weiter
  • Nach gesamten 230 km fahren wir wieder an einer Tankstelle raus und trinken Kaffee
  • Hier ist nichts los, hier kostet der Liter auch 130 Rubel – klar, deshalb, wir haben vorhin 73 Rubel (81 Cent) bezahlt
  • Wir verlassen die klimatisierte Tankstelle
  • Vor uns ist der Himmel schwarz, da braut sich was zusammen – es ist kein Bier
  • Wir ziehen uns an und fahren los, in der Hoffnung, wir kommen durch
  • Dann kommen wir aber für ein paar Minuten voll rein – es schüttet wie aus Eimern
  • Vor uns ist es wieder blau
  • Es kühlt ab von 30 Grad auf 26 Grad
  • Ein wenig später sehen wir einen LKW, dem sein Auflieger in den Graben abgerutscht ist und die Ladung gerade mit einem Kran geborgen wird
  • Immer wieder fahren wir an große Sonnenblumen- und auch Rapsfeldern vorbei
  • Nach 330 km tanken wir wieder, diesmal 95 Premiumoktan für 70 Rubel
  • Espresso für uns beide und wieder los
  • 200 km vor Moskau helfen uns Tschetschenen ein Hotel zu finden 
  • Aslan (schon wieder ein Aslan) ruft das Hotel an und diskutiert mit der Chefin
  • Er bucht für uns, wir bedanken uns herzlich und fahren weiter
  • Wir finden nach 16 km in einem abgelegenen Dorf (Serebrjanyje Prudy) das Hotel
  • Die Hotelchefin kann natürlich nichts außer Russisch
  • Es wird ein bisschen kompliziert, aber letztenendes klappt es mit bezahlen und einchecken
  • Morgen noch ca. 200 km, wir stehen jetzt kurz vor Moskau, und das Gott sei Dank nicht im Winter
  • Nach dem Duschen gehen wir ins Restaurant, welches Louis gegoogelt hat
  • Wir kommen ins Restaurant, und auch dort versteht uns niemand – wie immer und überall hier in Russland
  • Die wenigen Leute, die im Restaurant sind, drehen alle die Köpfe zu uns
  • Wir machen der Bedienung klar, dass wir über Google Übersetzer die Speisekarte lesen können
  • Das erste Mal funktioniert die eSIM von Louis einwandfrei
  • Wir bestellen und warten aufs Essen
  • Es kommen zwei 20-jährige Jungs, Max und Ivan, an unseren Tisch und fragen auf englisch, wo wir herkommen
  • Wir erzählen, wo wir lang gefahren sind, wo wir hin wollen und dass wir aus Deutschland und dem traumhaften Stuttgart kommen
  • Es entwickelt sich ein tolles Gespräch auf Englisch
  • Beide sind hier in dem Dorf geboren, und wir sind die ersten Touristen, die sie seit 20 Jahren in diesem Dorf sehen 
  • Max meint: „it’s very crazy!”
  • Das erfreut uns mit stolz
  • Ich wollte schon anbieten auf ihren T-Shirts zu unterschreiben, denn meine Autogrammkarten hatte ich im Hotel vergessen
  • als unser Essen kommt, verabschieden sie sich und wünschen uns alles Gute, wir ihnen ebenfalls
  • Wir essen sehr gut und laufen anschließend im Regen zum Supermarkt
  • Wir kaufen ein bißchen für’s Frühstück morgen früh, denn das ist im Preis nicht inbegriffen
  • Wie einiges nicht im Preis inbegriffen ist… zum Beispiel ein bezogenes Bett, eine saubere Dusche, Wifi…

Kommentare

Ein Kommentar zu „28.07.2026“

  1. Avatar von Schnuffel
    Schnuffel

    Dem großen Ziel ganz nah. Bitte benehmt euch auf dem roten Platz.😏

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