27.07.2026

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  • heute Nacht habe ich noch Fotos von der beleuchteten Kirche und dem gegenüberliegenden Hotel gemacht, sieht voll schön aus
  • Um 8:00 Uhr stehen wir auf und gehen zum Buffet
  • Es gibt teilweise sogar andere Sachen wie gestern – sehr lobenswert
  • Anschließend packen wir unsere Maschinen und checken aus
  • Wir wollen 40 Minuten von Stalingrad entfernt noch den deutschen Soldatenfriedhof anschauen
  • Danach geht es weiter nach Borissoglebsk, dort habe ich gestern das Hotel gebucht
  • Heute ist es bewölkt und nur 20° draußen – optimal zum Motorrad fahren
  • Gegen 10:30 Uhr kommen wir los und auch gut aus Stalingrad raus
  • Nach 40 km fahren wir an einem russischen Soldatenfriedhof vorbei, 3 km weiter soll der deutsche Soldatenfriedhof kommen
  • Wir biegen von der Hauptstraße rechts ab und fahren 300 m einen Schotterweg entlang
  • Am Ende vom Schotterweg steht ein Schäfer mit seinen Schafen und schaut komisch
  • Hier gibt es keinen Friedhof
  • Wir fahren wieder zurück und schauen uns den russischen Soldatenfriedhof an
  • So viele Gräber…
  • Wahnsinn, wie viele da einfach mitmachen und ihr Leben riskieren, während die, die Krieg wollen, einfach nur am Schreibtisch sitzen und planen und überhaupt nichts riskieren
  • Wäre doch richtig schön, wenn Krieg wäre, und keiner geht hin
  • Das erste Mal seit langem sind wir nicht nass geworden, von innen
  • Nach dem Besuch des Friedhofs fahren wir weiter
  • Ca. 30 km hinter Wolgograd kommt hupend ein Auto hinter uns her und winkt uns freundlich raus
  • Es ist keine Polizei
  • Wir halten am Straßenrand und unterhalten uns mit Ivan über Google Übersetzer, so gut es geht
  • Er freut sich so sehr Deutsche zu sehen
  • Er zeigt uns Bilder vom Angeln und will uns wahrscheinlich zum Angeln einladen
  • Wir lehnen dankend ab, da wir ein Hotel in Borissoglebsk gebucht haben und weiter wollen
  • Dann macht er uns verständlich, dass wir hier 10 Minuten warten sollen, er würde uns Fisch holen
  • Zumindest haben wir das so interpretiert
  • Wir warten und sind gespannt
  • Keine Minute später hält ein russischer Motorradfahrer und fragt in gebrochenem Englisch, ob wir Probleme haben und ob wir Hilfe brauchen
  • Er ist auch nicht von der Polizei
  • „Nein, alles perfekt, wir warten nur auf einen von deinen Kameraden“
  • „Woher kommt ihr?“… fragt Bogdan.
  • „Deutschland“
  • „Was, Deutschland!?!“ 
  • Er meint dann nur lachend „Heil Hitler“ und klopft mir auf die Schulter
  • Dann kommt aber noch ein tolles Gespräch zu Stande, mit einem, der einigermaßen Englisch konnte
  • Anschließend fährt er weiter, und wir warten weiter auf Ivan
  • Keine 5 Minuten später kommt Ivan auf der anderen Seite an, rennt über die vierspurige Straße, macht einen Hürdensprung über die Leitplanke und schenkt uns eine Tüte
  • „Delikatesse“, sagt er
  • Wir unterhalten uns noch ein bisschen und machen Fotos
  • Das letzte, was er uns übersetzt, ist „Frieden für alle“
  • dann trennen sich unsere Wege
  • Wir fahren weiter und suchen nach Tankstellen
  • Die drei nächsten Tankstellen haben keinen Sprit
  • Langsam werden wir nachdenklich
  • Als die Reserveanzeige von Louis leuchtet, sehen wir eine Tankstelle auf der linken Seite
  • Es gibt Benzin, 95 Oktan, wir tanken voll
  • Da es auch hier immer wieder Polizeikontrollen gibt, nehme ich mein Geld in die Jackentasche
  • Das Korruptionsgeld kommt in die linke Hosentasche
  • Die Landschaft wird schöner, grüner und immer wieder kommen große Felder mit Sonnenblumen
  • Straßentechnisch sieht es leider anders aus
  • wie auf dem Weg nach Wolgograd so geht es auch hier auf dem Weg nach Moskau fast nur geradeaus
  • Wir vertreiben uns die Zeit während dem Fahren mit Schnick-Schnack-Schnuck
  • Nach circa 1 Stunde Fahrt wird Louis müde, kurz darauf kommt wieder eine Tankstelle
  • Ich will einen Cappuccino
  • man muss aber am Automaten ein Ticket ziehen, aber alles auf Russisch
  • Ich hol meinen Google Übersetzer raus und zeige es einem Mädchen hinter mir
  • Sie hilft mir, füttert den Automaten mit ihrer Geldkarte, und ich gebe es ihr in bar
  • Leider kommt die Zahl, die auf meinem Zettel steht, nicht auf dem Bildschirm 
  • Nach 15 Minuten frage ich mal freundlich nach
  • Die Frau hinter der Theke schaut auf den Bildschirm, schaut meinen Zettel an, bruddelt irgendwas und lässt mir einen Cappuccino raus
  • Also, geht doch…
  • Dann kommt das Mädchen, welches mir mit dem Cappuccino geholfen hat, zu uns an den Tisch, sie heißt Alina
  • Sie spricht Englisch und fragt uns, wo wir herkommen und wo wir hinfahren
  • Sie fährt jetzt mit ihren Eltern zurück nach Wolgograd, sie studiert dort Medizin
  • Es entwickelt sich ein nettes Gespräch
  • Zum Schluss fragt sie, ob sie Bilder machen darf
  • Klar, natürlich, ihr Freund macht Bilder von uns dreien
  • Dann fahren wir weiter
  • Nach 150 km tanken wir wieder und sitzen dann sofort wieder auf
  • Die letzten 90 Minuten fahren wir durch 
  • Die Landschaft ist schön, rechts und links sind viele Bäume, wir kommen uns vor wie in Finnland 
  • Um 18:00 Hotel kommen wir am Hotel an, Google Maps führt uns direkt vor die Haustüre.
  • Wir checken ein und gehen in ein schönes, großes Zimmer
  • Wir buchen gleich Abendessen und Frühstück dazu
  • Im Zimmer schauen wir uns den Fisch von Ivan an
  • Es sind vier Fische in der Tüte
  • Weiß jemand, wie der Fisch heißt? @Sven…?
  • Wir dachten, der Fisch ist schon geräuchert und gleich verzehrbar
  • Aber er ist roh
  • Puh… leider können wir nichts damit anfangen, Ivan
  • Wir überlegen, was wir mit dem Fisch machen sollen, wegwerfen wäre zu schade
  • Dann dachte ich an die nette Rezeptionistin…
  • Die frag ich einfach mal
  • Ich gehe mit den Fischen nach unten, erkläre ihr, dass wir das von einem freundlichen Russen geschenkt bekommen haben und nichts damit anfangen können – sie könnte die Fische haben
  • Ohne zu zögern nimmt sie die Fische und bedankt sich herzlich
  • Sehr schön, freut mich, dass sie noch Verwendung finden
  • Tut mir leid, Ivan, aber trotzdem noch mal herzlichen Dank
  • Wir duschen und gehen dann einen Stock tiefer ins Restaurant
  • Dort sieht es aus wie in einer Kantine
  • Die Küchenchefin kommt raus und erklärt uns auf Russisch, was es gibt
  • Wir zucken mit den Schultern und fragen, ob sie Englisch kann
  • Aber selbst das hat sie nicht verstanden
  • Sie lächelt müde, geht wieder in die Küche, kommt aber sofort wieder zurück
  • Sie lächelt wieder, versucht es noch mal auf Russisch, merkt, dass wir nichts kapieren, und lächelt wieder
  • Da ist er wieder, der Berg mit dem Ochs…
  • Ein Russe steht auf, will helfen, und spricht uns in gebrochenem Deutsch an
  • Perfekt… Er übersetzt
  • Kartoffelbrei oder Bratkartoffeln, mit Fisch oder Hühnchen
  • Wir bestellen, die Küchenchefin ist zufrieden, wir bedanken uns bei dem Russen und setzen uns hin
  • Das Essen ist nichts besonderes
  • Die Rezeptionistin kommt in die Kantine und bedankt sich noch mal für den Fisch, er ist sehr lecker
  • Danach machen wir noch einen kurzen Spaziergang durch den Park in der Stadt
  • Im Hotel wieder angekommen setzt sich jeder an seinen Rechner
  • Ich suche wieder ein Hotel kurz vor Moskau, so dass wir morgen nicht mit den Motorrädern suchen müssen
  • Es gibt einige, aber es ist ziemlich zäh was zu finden
  • Entweder ist alles auf Russisch, oder es ist keine Mailadresse angegeben, oder die Homepage existiert nicht mehr
  • Naja, wir werden sehen…
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