heute ist unser letzter kompletter Tag in Leningrad
Ab morgen wollen wir über vier Tage nach Murmansk fahren – über vier Tage ist dann stressfrei und ohne Kilometer zu schrubben
Hotels auf diesem Wege sind sehr rar gesät
Dafür gibt es zwei Campingplätze, die ideal auf unserem Weg für die nächsten zwei Nächte liegen
Für die dritte Nacht habe ich direkt am Weißen Meer ein Hotel gefunden, gebucht und gestern Abend noch die Bestätigung erhalten – danke dir, lieber Onkel
In Murmansk habe ich gestern Abend auch noch einige Hotels angeschrieben
Heute Morgen hat mir ein Hotel zurückgeschrieben, die Buchung für drei Nächte ist bestätigt
Somit haben wir auch dort zwei volle Tage, um uns dort um zu sehen
Gegen 1:00 Uhr bin ich ins Bett und hab bis 8:00 Uhr durchgeschlafen
Um mein Leben nicht zu verschlafen bin ich aufgestanden, habe mir wieder einen Kaffee geholt und bin zurück aufs Zimmer
Der Kleine schläft noch
Zum Frühstück bestellen wir wieder einmal Rührei und einmal Omelette, und teilen es brüderlich
Ansonsten gibt es wie gestern Toastbrot, aber ohne Toaster, Butter, Käse und Wurst
Wir machen Kassensturz und planen geldmäßig die nächsten Tage
Wir werden heute noch mal 1100 € umtauschen – das müsste dann bis Norwegen reichen
Louis plant die heutige Tour
Die Wechselstube liegt mittendrin – somit werde ich mit reichlich Geld durch Sankt Petersburg laufen
An der Barentssee hat Louis einen Schiffsfriedhof und Sehenswürdigkeiten mit abgeschliffen Steinen entdeckt
Dies liegt 140 km nordöstlich von Murmansk, mitten im nirgendwo
Laut Google Maps sind die letzten 20 km auf Schotter – wir wollen noch ein bisschen offroad fahren
Ich frage per Mail im Hotel in Murmansk nach einer vierten Nacht an
Gegen 11:00 Uhr laufen wir zur U-Bahn-Station und kaufen uns wieder vier Fahrmünzen
Die Fahrt mit Umsteigen verläuft wieder einwandfrei
Als erstes laufen wir zum Schlachtschiff Aurora
Punkt 12:00 Uhr macht es zwei Kanonenschläge – ist normal um diese Uhrzeit in Sankt Petersburg
Auf dem Weg dorthin laufen wir an einer Moschee vorbei
Louis eSIM und der VPN funktionieren, ich kann meine Mails abrufen
Das Hotel in Murmansk hat zurückgeschrieben, wir können die vierte Nacht bleiben, müssen nur das Zimmer wechseln
Alles klar, passt für uns
Wir sind am Hafen und beim Aurora Schlachtschiff und machen Bilder
Anschließend laufen wir wieder über die Trotzki-Brücke, über das Marsfeld und dann zu der netten Bäckerin von gestern
Es gibt wieder Brezel und Cappuccino
Danach gehen wir die berühmte Einkaufsstraße „Nevsky Ave“ entlang
Wir biegen rechts ab in eine Nebenstraße und stehen dann direkt vor dem Eremitage
Ein schönes, großes Bauwerk – Wir schauen uns das erst mal von außen an
Der Eintritt kostet 33 €! 33 € pro Person!!!
Da wir sehr kunstinteressiert sind und alle Kunstausstellungen in Tokio, London, New York und Melbourne schon gesehen haben, entscheiden wir, dass das unter unserem Niveau ist und laufen weiter
Wir suchen die nächste U-Bahn-Station und wollen zum Gazprom-Stadion von Zenit Sankt Petersburg
Als Groundhopper fehlt mir dieses Stadion noch
Wir stehen am Bahnsteig, die Bahn ist vor uns rausgefahren
Ich weiß nicht, ob es hier überhaupt Fahrpläne gibt – aber wird eigentlich auch nicht benötigt, denn innerhalb von 3 Minuten kommt schon die nächste Bahn
Auf dem Weg zum Stadion kommen wir an Tripsdrill vorbei
Wir laufen durch den Park – s‘Kind will unbedingt Achterbahn fahren
Ok, wir kaufen zwei Karten
Die Bahn sieht echt wild aus
Drei Loopings und mehrere Schrauben
Es geht los und die Fahrt ist genial – wir sind dermaßen begeistert
Wir sind im Europa-Park schon mehrmals alle Achterbahnen gefahren, und diese hier ist auch Champions League
Jetzt will der Vater noch mal fahren
Wir kaufen noch mal zwei Karten und genießen die wilde Fahrt erneut
Das war’s das aber, wir sollten weiter
Wir nehmen die knapp 2 km zum Stadion in Angriff
Von außen sieht die Arena gut aus, innen wird wahrscheinlich auch ein Rasen sein
Leider ist alles zu, man kann nichts besichtigen
Vor dem Stadion steht eine Statue des sowjetischen Staats- und Parteiführers Sergei Kirow
Wir laufen um das Stadion herum und steigen an der U-Bahn-Station Zenit ein und fahren eine Station zum Lakhta-Center
Der Lakhta-Center ist 462 m hoch und das höchste Gebäude in Russland und ganz Europa
Heute Morgen stand im Internet, dass wir Eintrittskarten nur online kaufen können
Ohne Kreditkarte geht das bei uns halt schlecht
Wir hoffen, dass wir vielleicht vor Ort noch Karten kaufen können
Wir laufen wieder knapp 2 km dorthin
Bis jetzt haben wir bestimmt schon über 10 km in den Beinen
Am Center angekommen müssen wir wieder durch Sicherheitskontrollen wie auf dem Flughafen
Am Infoschalter erfahren wir, dass heute ausverkauft ist – sehr schade
Wir können einen Stock hoch und ein bisschen dumm rum gucken – das können wir
Danach gehen wir wieder zurück und 500 m weiter ist ein Biker-Restaurant
Da setzen wir uns rein und essen
Sitzen tut so gut – ich hoffe, wir kommen nachher wieder hoch
Nach dem Essen fällt es uns wirklich sehr schwer, wieder aufzustehen
Wir haben jetzt 2,4 km bis zur Wechselstube
Der Marsch beginnt und endet an keiner Wechselstube
Ich frage im Laden daneben nach – die Wechselstube hat seit Monaten zu
Sie hilft uns eine Bank zu finden – ein paar hundert Meter weiter ist eine, sie hat bis 19:00 Uhr offen
Es ist kurz nach 18:30 Uhr
Wir versuchen das im Dauerlauf, die Beine machen aber nicht mehr mit
Gegen 18:45 Uhr kommen wir an der Bank an, die Türe ist zu, aber Kunden sind drin
Wir rütteln an der Türe, eine Kassiererin gibt ins Zeichen „geschlossen“
Wir sehen ein Schild, geschlossen seit 18:30 Uhr – sch…
Wir benötigen dringend Geld, das jetzige reicht nicht bis Murmansk
Und die nächsten vier Tage sind wir in der Pampa
Louis googelt wieder und findet in 800 m die nächste Bank – in der Hoffnung, die hat auf
Ansonsten müssen wir morgen unterwegs noch hier in Leningrad an einer Bank halten
Wir ziehen frustriert 800 m weiter
Wir sehen die Bank, die Türe geht auf, und es gibt eine Kasse
Ich gehe lächelnd zur Kasse, freue mich, dass offen ist, und der Lockenkopf dahinter lächelt zurück
Ich gebe ihr 1100 € und signalisiere einen Tausch
Sie erkennt mein Signal und nimmt mein Geld entgegen
Puh… ich glaube, wir kommen ins Geschäft
Sie lässt das Geld durch den Zähler… 1100 € – ja, passt perfekt
Dann wird wieder jeder Schein per Auge gescannt – 50 € bekomme ich zurück, angeblich ein Kaffeefleck drauf
Hm…
Bis auf den letzten Schein sind per Augenscan die restlichen alle gut
Sie gibt mir den letzten 100er auch zurück – ich kann nichts erkennen
Muss wohl ein Fleck auf ihrer Linse sein
Dann wird noch mal jeder Schein durch einen Automat vorne und hinten gescannt
Noch mal fällt ein 100er durch
Oh man…
850 € bleiben übrig
Sie kopiert meinen Reisepass und gibt mir die entsprechenden Rubel zu einem sehr guten Kurs von 93,5
Der gute Kurs macht halt die fehlenden 250 € nicht wett
Aber jetzt haben wir erstmal wieder genügend Geld, was die Tage bis und in Murmansk reichen
Jetzt 500 m zurück zur nächsten U-Bahn-Station
Wir sind platt und unsere Füße tun weh
U-Bahn klappt, zweimal umsteigen und ohne zu verfahren
Wir steigen in Narvskaja, unsere Ausgangsstation aus
Auf den letzten Kilometer zurück zum Hotel gehen wir noch in den Supermarkt und kaufen Nudeln mit Tomatensoße
Wenn der Plan morgen klappt, sind wir morgen Abend auf einem Campingplatz und kochen selber
Auf dem Weg dorthin wollen wir noch das Bernsteinzimmer anschauen, denn das liegt 25 km außerhalb von Sankt Petersburg
Im Hotelzimmer angekommen. sehen wir den Berg noch nicht zusammengelegter Wäsche
Puh… auch das noch
Wir duschen und legen danach den Berg zusammen
Wir sind echt platt und liegen nur faul herum
Ich muss noch die Bilder vom Handy auf den Rechner ziehen, der Bericht ist schon fertig
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