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  • Schlusswort und Fazit:

    • So, der 14.08.2026 war mein letzter Tagesbericht, und dies ist jetzt der Abschluss
    • Unsere Russlandreise ist zu Ende, und sie war aus unserer Sicht ein voller Erfolg
    • Mit Louis bin ich die letzten Tage immer wieder zusammengesessen, und wir haben das Russland-Abenteuer Revue passieren lassen
    • Wir haben lange geplant, und das meiste, was wir vorhatten, auch umgesetzt
    • Aber wie schon ganz am Anfang erwähnt, du musst bei solchen Abenteuern immer flexibel sein – denn es kommt immer anders als man denkt
    • Die straffe Anfahrt zur Grenze nach Russland war schon anstrengend – 4000 km in 7 Tagen
    • Es gab noch eine Überlegung, nur nach Bulgarien zu fahren und dann mit der Schwarzmeerfähre rüber nach Batumi (Georgien)
    • Zum Glück haben wir das nicht gemacht!
    • Martin, den wir in Stalingrad kennengelernt haben, hat dies gemacht
    • Er hat in Bulgarien dreieinhalb Tage gewartet, bis die Fähre abgelegt hat
    • Angeblich fährt die Fähre immer erst, wenn sie voll ist
    • Dann die totale Unsicherheit
    • Du kommst von Georgien über den Kaukasus nach Russland rein
    • Kurz vor Wladikawkas fällt das GPS aus, wir haben keine Ahnung, wo wir in der Stadt sind
    • die eSIM funktioniert nicht, kein GPS, wir haben keine Rubel, keine Übernachtung, kein Essen – außer Notration – und das an einem Samstagabend
    • Dann haben wir keine Ahnung, ob und wo wir überhaupt Benzin bekommen
    • Du kannst nichts lesen, keine Schilder, keine Ortschaften, keine Speisekarten, nichts!
    • Man kann mit niemanden reden, keiner spricht englisch
    • Zum Glück hatten wir google-Übersetzer offline
    • Aber wir wußten, du musst einfach Vertrauen haben!
    • Wenn du denkst, es geht nicht mehr weiter, dann kommt immer irgendjemand daher (ein Engel?), der dir hilft
    • Siehe die beiden Jungs in Wladikawkas, die uns zur Wechselstube begleitet haben
    • In der gleichen Stadt am gleichen Abend hat eine Restaurantbesitzerin uns ein Hotel organisiert, uns mit ihrem Auto zu diesem Hotel begleitet und beim Einchecken geholfen
    • Siehe in Machatschkala… spät abends fünf Hotels abgeklappert, alle waren ausgebucht – dann kamen die beiden Afghanen daher und haben uns ein Hotel organisiert
    • Siehe Moskau… 330 Euro für 4 Tage parken bezahlen sollen – die Hotelfrau hat uns einfach ein anderes Hotel organisiert und hat selbst auf unser Geld verzichtet
    • Siehe unsere letzten Reisen durch Rumänien (Schweißnaht der Gepäckbrücke gebrochen), Ankara (Motor lief nur noch auf einem Zylinder) Nordkap (Kettensatz war kaputt) immer ist jemand gekommen, der geholfen hat

    Was ein bißchen schade war:

    • So gut wie Nichts ist auf ausländische Touristen gemacht. Speisekarten, Hinweisschilder, Sehenswürdigkeiten usw… So gut wie nichts auf englisch, fast alles ausschließlich auf Russisch
    • So gut wie kein Russe konnte englisch – nur in Moskau und St. Petersburg war es einigermaßen besser
    • Die Straßen ab Stalingrad (Wolgograd) über Moskau bis St. Petersburg – öde Landschaft, meistens geradeaus… nicht motorradfreundlich
    • Dies war auch der Hauptgrund, dass wir Jekaterinburg und Sibirien ausfallen lassen haben – dort wäre es nicht schöner gewesen
    • Der korrupte Polizist – aber so lange hier in Russland nur wenige Polizisten korrupt sind, können die sehr zufrieden sein, bei uns ist es die ganze Regierung
    • Der Straßenverkehr in Machatschkala und die Hotelsuche dort – das hat mich echt platt gemacht
    • …dass wir nicht zum Elbrus gefahren sind – aber das lag an der aktuellen Situation in Wladikawkas
    • Wir waren irgendwie überfordert aufgrund des Spritmangels, kein GPS, kein Internet – und dann treffen wir Samuel wieder, mit dem wir sofort Richtung Tschetschenien aufgebrochen sind
    • Die Hotelsuche – es ging nicht so einfach wie die letzten Jahre
    • Die letzten Jahre sind wir immer gefahren, bis wir nicht mehr wollten – dann über booking.com einen Campingplatz oder Hotel gebucht, lief immer super
    • Erst später haben wir in Russland die Hotels dann im Voraus schon gebucht, was vieles vereinfacht hat
    • In allen Restaurants, ob zum Frühstück im Hotel oder zum Abendessen, läuft der Fernseher mit dudelnder Musik oder Werbung – irgendwann auf Dauer nervig

    Das Schöne:

    • Die Hilfsbereitschaft der Menschen, wenn wir in einer „Sackgasse“ waren
    • Wir sind sehr oft angesprochen worden, woher wir kommen, was wir machen, wie wir Russland finden
    • Und dann waren sie sehr erstaunt und haben sich gefreut, dass wir aus Deutschland kommen – man hatte immer das Gefühl herzlich Willkommen zu sein
    • Das hat mir gezeigt, die Russen sind unsere Freunde, nicht unsere Feinde, so wie es in ARD und ZDF ständig gepredigt wird
    • Vielleicht sollte man ab und zu zur Märchenstunde um 20:00 den Fernseher auslassen und mal 15 Minuten nachdenken
    • Die Landschaft und Natur Tschetscheniens
    • Genauso die Landschaft und Natur in Karelien
    • Stalingrad – eine tolle Stadt mit großer Geschichte; keine gute Geschichte, aber halt auch Geschichte
    • Und diese Geschichte in der ganzen Stadt schön aufgezeigt
    • Überhaupt ist im ganzen Land, zumindest die Gegend, welche wir bereist haben, immer wieder geschichtliche Informationen über den 2. Weltkrieg, und Gedenktafeln
    • Das tolle Museum in Stalingrad, leider konnte man über die Geschichte des Krieges nichts lesen, da alles nur auf Russisch war
    • Moskau und St. Petersburg waren ebenfalls schön und es gab viel zu sehen – aber auch sehr anstrengend, da (zu) viele Eindrücke
    • Kolabohrung… sehr interessante Gegend, nur leider alles verfallen
    • Aufgrund, dass wir Jekaterinburg und Sibirien haben ausfallen lassen, hatten wir mehr Zeit für die Großstädte Stalingrad, Moskau, St. Petersburg und Murmansk
    • Der Spaß am Motorradfahren, auch wenn die Strecke von Wolgograd bis St. Petersburg eher langweilig war
    • Die Autofahrer machen ständig Platz, wenn sie Motorradfahrer sehen
    • Sie fahren rechts ran, setzen den Blinker als Zeichen, man kann überholen
    • Das gleiche gilt auch für viele LKW’s

    Was ich/wir von dieser Reise wieder gelernt haben…

    • Wenn du was „Großes“ vor hast, dann MACH ES!
    • Plane es, durchdenke es, organisiere es, MACH ES!
    • Hör nicht auf andere, die dir abraten wollen, nur weil es in der Zeitung steht, es sei zu gefährlich
    • So viele Leute haben uns abgeraten nach Russland zu fahren
    • Russland sei gefährlich
    • Die Russen sind böse Menschen
    • Die Russen sind Kriegstreiber
    • Alles Quatsch, alles Schwachsinn, nur Propaganda!!!
    • Wir haben uns nie irgendwie bedroht oder anderweitig schlecht gefühlt
    • Wenn wir einkaufen waren, Sehenswürdigkeiten angeschaut haben, oder sonst irgendwie mit unseren Motorrädern unterwegs waren, immer hatten wir die Helme und Motorradjacken an der Maschine hängen
    • Wir sind nie bestohlen worden, nie ist was weggekommen oder dass jemand einen Motorradhelm dazu gelegt hat, nie!
    • Es ist nie was passiert, es ist nie was geklaut worden, es war nie gefährlich
    • Ich bin der Meinung, in Deutschland ist es zehnmal gefährlicher als hier in Russland
    • Unser Enduro-Training Ende Juni hat sehr viel gebracht – wir hatten immer den Mut bei Fahrten auf Schotter, Sand oder groben Steinen

    Was uns aufgefallen ist:

    • Am Zebrastreifen halten alle
    • Schilder für Geschwindigkeitsbegrenzungen sind nur Empfehlungen
    • Hier fahren auch LKW’s 110 km/h oder Autos mit Anhänger 130 km/h
    • Überholverbote werden eingehalten
    • Die vielen wilden Hunde und Katzen, welche es in Georgien in Massen gibt, gibt es in Russland überhaupt nicht
    • In Tschetschenien noch ein bißchen, aber im restlichen Russland (wo wir waren) nicht
    • Wenn wir in Hotels eingecheckt haben, dann gab es immer einen großen „Papierkrieg“
    • Alle Seiten vom Reisepass mussten kopiert werden
    • Die Migrationskarte musste kopiert werden
    • Die Registrierungskarten, welche wir von einigen Hotels bekommen haben, wurden kopiert
    • Wir mussten oft ein DIN-A4-Blatt ausfüllen
    • Das Einchecken hat immer ewig gedauert
    • Vielleicht war das auch ein Grund, warum manche Hotels keine Ausländer aufgenommen haben
    • In Tschetschenien gab es noch eine oder zwei Tankstellen, an denen wir volltanken konnten, und danach bezahlen
    • Und in Murmansk haben wir auch wieder eine gefunden
    • Ansonsten mussten wir immer ausrechnen, wieviel Liter wir verfahren haben und dann im Voraus bezahlen – mehr kam dann auch an der Zapfsäule nicht raus

    Abschluss:

    • Alles, was ich in meinen Berichten der letzten Wochen geschrieben habe, wie ich die Dinge hier in Russland und auch sonst wo sehe, ist MEINE MEINUNG
    • Ich habe nie jemanden beleidigt (gut, vielleicht den dicken korrupten Polizisten – aber der hatte es auch verdient)
    • Das Abenteuer ist zu Ende, es hat mega Spaß gemacht Russland vom Süden bis zum Norden zu bereisen
    • Nach dem aktuellen Stand hier am Nordkap Camping sind wir 10.648 km gefahren
    • Vielleicht geht „irgendwann“ mein Traum noch in Erfüllung, Russland vom Westen bis zum Osten zu bereisen
    • Wer nächstes Jahr wieder mit dabei sein und mitlesen will, ich habe wieder vor einen Blog zu schreiben
    • Ich wollte schon lange mal nach Marokko, und Marokko ist aktuell für nächstes Jahr mein Ziel
    • Und wenn ich schon da unten bin, vielleicht fahre ich dann noch ein Stückchen weiter bis in die Westsahara, nach Mauretanien oder noch in den Senegal
    • Aber mal schauen, das ist noch Zukunft – wir werden sehen
    • In diesem Sinne gebe ich zurück ins Studio
  • 14.08.2026

    • Ich bin heute Nacht ein paarmal aufgewacht, weil ich so gefroren habe
    • Ähnlich wie die letzte Nacht – aber da war es auch sehr kalt
    • Ich weiß nicht was los ist, normalerweise friere ich nie
    • Wahrscheinlich komme ich langsam in die Wechseljahre 
    • Jetzt habe ich meinen Kaffee gemacht und sitze in der Sonne
    • Die ist auch schon sehr stark – wie der Kaffee
    • Um 8:30 Uhr kommt Louis aus dem Zelt – ich mache Tee aus Karelien für uns beide zum Aufwärmen
    • Wir sitzen in der Sonne, die wärmt
    • Am Nordkap Camping habe ich für zwei Nächte eine Hütte gebucht – wie 2021 und 2024, damals habe ich auch dort geschlafen
    • Dann werde ich heute innerhalb von fünf Jahren zum dritten Mal mit dem Motorrad am Nordkap sein
    • Wir haben heute 380 km und 5:45 bis zum Nordkap Camping vor uns
    • Es wird wieder mehr Kurven geben
    • Wir frühstücken gemütlich und packen danach unsere Sachen und unsere Maschinen – es ist sehr warm, wir packen im T-Shirt
    • gegen 11:30 wollen wir los, bei 20 Grad und Sonnenschein 
    • Gepackt und startklar, nur mein Motor springt nicht an
    • Hat der Laptop gestern so viel Strom gezogen?
    • So eine sch… – jetzt muss ich mein Gepäck wieder abschnallen, um an den Booster zu kommen
    • Oh man…
    • Louis steigt schon ab und will das Werkzeug holen, während ich die Zündung nochmal anmache und es erneut versuche
    • Jetzt springt der Motor ohne Probleme an – sehr komisch 
    • Warum das jetzt?
    • Aus meinen Elektriker-Kenntnissen schließe ich, dass der Laptop den Strom von der Batterie zum Anlasser gezogen hat
    • Heute Morgen hat diese Leitung erst mal mit Strom befüllt werden müssen
    • Wie würde Peter jetzt sagen… klingt komisch, ist aber so
    • Wir fahren los, über Schotter und Sand, dann auf die Hauptstraße und über eine große Brücke
    • Die Straßen werden kurviger, hügeliger, und es macht wieder viel mehr Spaß zu fahren
    • Wir nehmen die Kurven steil und beschleunigen kräftig raus
    • Langsam müssen die Kanten aus den Reifen gefahren werden
    • Es wird wieder kälter, 16° und der Wind eisiger
    • Beim Fahren merke ich, dass zwischen Armaturenbrett und Scheinwerfer ein Vogel hängt – er zappelt noch
    • Oh shit, der Arme
    • Louis brülle ich ins Ohr, „sofort anhalten, Vogel in Gefahr!“
    • Wir halten an, und ich merke, dass der Vogel tot ist – der Fahrtwind hat ihn zappeln lassen
    • Louis holt den Vogel und begräbt ihn mit einem Wurf ins Gebüsch
    • Mein aufrichtiges Beileid, lieber Vogel, tut mir sehr leid 
    • Wir fahren weiter durch die wunderschöne Landschaft
    • Einmal um eine Kurve läuft so ein Hornochse mitten auf der Straße, bzw. ein Rentier
    • Wir fahren Schritttempo, bis er sich dann vom Acker macht
    • Nach 2 Stunden Fahrt machen wir eine Pause
    • Der Nordkap Camping ruft an – da wir nach 16:00 Uhr ankommen, benötigt er noch meine Kreditkartendaten
    • Komischerweise funktioniert meine Karte nicht, aber Louis‘
    • Er bekommt alles, was er braucht und wir fahren weiter
    • 45 Minuten später werden wir sehr müde, in Lakselv tanken wir und ich trinke einen Cappuccino
    • Auf der Weiterfahrt fängt es an zu nieseln
    • Die Straßen Richtung Nordkap werden wieder weniger hügeliger und weniger kurvig
    • 30 km vor dem Nordkap Camping kommt der Nordkaptunnel, 6870 Meter lang
    • Der Nordkaptunnel ist wirklich ein fantastischer Tunnel
    • Wir fahren 3 km steil nach unten, dann geht es 1 km eben und anschließend 3 km steil nach oben
    • Wenn man keine GS fährt, muss man in den ersten Gang runter schalten, damit man die 3 km hochkommt
    • Nun sind wir auf der anderen Seite, einmal durchs Meer unten durch und wieder nach oben, ohne nass zu werden
    • Ein paar Kilometer weiter kommt der Honningsvagtunnel, 4440 Meter lang
    • Wir fahren durch Honningsvag und biegen dann Richtung Nordkap ab
    • 25 km davor, auf dem Nordkap Camping, steht unsere Hütte
    • Ich checke an der Rezeption ein und bekomme den Schlüssel, während Louis in der Gemeinschaftsküche schaut, ob der Backofen noch funktioniert 
    • Ja, das tut er
    • Louis fährt zurück nach Honningsvag zum Rema 1000 und geht einkaufen 
    • Es gibt Pommes mit Würstle und Blumenkohl – alles im Backofen 
    • Genau wie vor zwei Jahren – ist jetzt zur Tradition geworden
    • Zusätzlich kauft er noch für das morgige Abendessen ein
    • Wir bereiten in der Küche alles vor und gehen duschen, während der Ofen arbeitet 
    • Um 20:30 gibt’s Abendessen – Oberlecker 
    • Vor der Gemeinschaftsküche steht eine 1250er Adventure aus Malta, sind nur ca. 5500 km bis hierher – Respekt
    • Dann frisst noch ein Rentier direkt vor unserem Küchenfenster
    • Vor 5 Jahren habe ich in Finnland oft die Salami von ihm gegessen – ist wirklich sehr lecker
    • Nach dem Abwasch gehen wir in unsere Hütte und ruhen uns aus 
    • Wir wollen später noch ans Nordkap fahren, weil ab morgen früh soll es das ganze Wochenende fast nur regnen 
    • Gegen 23:00 Uhr ziehen wir uns wieder an und fahren die 25 km ans Nordkap
    • Es ist absolut windstill und nur ein paar Wolken
    • Wir kommen oben an und dürfen 1 Stunde kostenlos parken – wobei ab 1:00 Uhr niemand mehr da ist
    • Es ist sehr wenig los im Gegensatz zu vor zwei Jahren – damals war keine einzige Wolke am Himmel, und man hat die Sonne komplett gesehen, da war viel los dort oben
    • Wir laufen wieder zu dem von uns altbekannten Globus
    • Wenn ich überlege, war ich die letzten beiden Male jeweils an zwei verschiedenen Tagen am Nordkap – dann ist das jetzt sozusagen mein fünftes Mal am Nordkap
    • Wir stehen vor der Kugel, machen Bilder, laufen rum und genießen die Atmosphäre
    • Wir würden gerne ein Bild von uns und unseren Motorrädern vor dem Globus machen
    • Aber wo unsere Motorräder stehen, ist alles bis zum Globus abgesperrt
    • Wir laufen am Parkplatz rum und analysieren die Situation, welche Möglichkeiten es gibt, dorthin zu fahren
    • Wir treffen Franz, ein Motorradfahrer aus der Tschechei
    • Er fährt ein chinesisches Motorrad, CF Moto – er ist zufrieden, vor allem mit dem Preis
    • Louis darf eine Probefahrt machen – aber war zu kurz, um die Maschine zu beurteilen
    • Franz erzählt uns, dass er mit dem Nachtwächter hier gesprochen hat
    • Ab 1:00 Uhr ist niemand mehr hier und es gibt auch keine Security 
    • Man kann aus unserem Parkplatz rausfahren und über die Busspur rein, dann kommt man zum Globus
    • Es gibt aber eine Kamera, die auf den Globus ausgerichtet ist
    • Wenn wir mit unseren Fahrzeugen dorthin fahren und ermittelt werden, kostet das 1500 Kronen Strafe, ca. 150 Euro 
    • Franz gibt uns schwarzes Panzertape – wir kleben unsere Nummernschilder ab
    • Wir treffen zwei Italiener, die ein Tuch um die Nummernschilder gewickelt haben
    • Gegen 1:30 Uhr fahren fünf Motorräder zum Globus
    • Wir machen Bilder in allen möglichen Situationen
    • Es ist so hell, und das gegen 2:00 Uhr nachts
    • Danach fahren wir über den Schotterplatz und die 25 km zurück zu unserer Hütte
    • Unterwegs machen wir noch das Panzertape weg
    • Auf dem Weg zurück kommen uns immer wieder Motorradfahrer entgegen – die werden das gleiche Ziel haben, wie wir hatten
    • Gegen 3:00 Uhr am Samstag Morgen gehen wir ins Bett
  • 13.08.2026

    • Ich mache noch ein Foto und gehe gegen 1:00 in meinen Schlafsack
    • Draußen ist helle Dämmerung – genial, dass es hier im Sommer nie dunkel wird
    • Dagegen gibt es im Januar keinen einzigen Tag mit Sonnenlicht 
    • Der Wind lässt das Zelt flattern, es ist ziemlich laut
    • Ich habe trotzdem ganz gut geschlafen 
    • Um 7:30 brühe ich meinen Kaffee in der Sonne auf – diese wärmt ein bisschen 
    • Ansonsten sind es 8 Grad
    • Vor dem Geschütz „Gneisenau“ genieße ich deutsches Kaffeepulver mit russischem Wasser
    • Perfekte Mischung an diesem Platz zur damaligen Geschichte 
    • Heute wollen wir Richtung Nordkap aufbrechen und morgen dort ankommen 
    • Es sind ca. 8 Stunden dort hin – es werden also zwei gemütliche Fahrtage
    • Vielleicht finden wir heute Nachmittag unseren damaligen Schlafplatz von 2024 direkt am See wieder 
    • War eine sehr schöne Stelle
    • Um 8:30 klettert Louis aus seinem Zelt
    • Ich will den russischen Tee, Geschenk von Klim, probieren 
    • Leider fehlen die Teebeutel, aber egal, geht auch so
    • Übersetzung sagt: „Ivantee mit Blaubeeren“ – „gesammelt und produziert in Karelien“
    • Der Tee schmeckt gut und wärmt
    • Es sind 8 Grad und ein eisiger Wind
    • Im Zelt baue ich mein Innenfutter von Hose und Jacke ein
    • Im Zelt ist es durch den Wind sehr laut
    • Wir füllen die letzten 2,5 Liter russisches Benzin vom Spanier in meinen Tank
    • Vielen Dank nochmal, Samuel
    • Anschließend schauen wir nach Löcher in Louis‘ Isomatte – die ist ziemlich neu, aber die Luft hält sie nicht mehr
    • Wir finden nicht nur ein Loch – das ist sehr ärgerlich
    • Gegen 12:00 packen wir bei Windstärke 10 zusammen 
    • Das Zelt ist eine Herausforderung – und diesmal ging es nur zu zweit
    • Gegen 13:30 kommen wir los, 2 km Schotterpiste nach unten – gemeistert
    • Jetzt ist uns voll warm – lag‘s an der Anstrengung?
    • Das Thermometer zeigt 16 Grad an
    • Oha… dann lag es am eiskalten Wind dort oben
    • Und ab geht’s Richtung Nordkap
    • Es geht den Weg gute 115 km wieder zurück 
    • Und uns ist herrlich warm
    • In Vadsø gehen wir in den altbekannten kiwi und kaufen ein
    • Dann essen wir davor eine Kleinigkeit und die Sonne gibt ihr Bestes – nicht mehr zu vergleichen mit der Kälte von gestern 
    • 45 km später tanken wir voll – ich mische mit russischem Sprit
    • Louis findet ein Gapahuk über ChatGPT, ähnlich wie in Finnland – das sind offene, überdachte Holzhütten, meistens mit Grill- und Feuerstelle
    • Wir fahren los, die 23 km dorthin
    • Es liegt fast auf dem Weg zum Nordkap – 5 km müssen wir anders fahren
    • Wir biegen vor einer großen Brücke ab, die wir morgen nehmen müssen
    • Nach 4 km geht es links ab auf eine Schotter- und Sandpiste
    • Der Schotter geht ganz gut zu fahren, nur wenn Sand kommt, kommen wir ein bisschen in Schlingern
    • Aber wir kommen gut durch 
    • An einer Gabelung biegen wir nach rechts ab und landen im groben Schotter am Fluss Tanaelva
    • Sehr weitläufig, einsam und eigentlich perfekt zum Übernachten
    • Wir beschließen, die Gabelung nach links zu fahren, um dort noch mal zu schauen
    • Louis gräbt sich beim Losfahren mit dem Hinterrad in den Schotter ein, kippt langsam und entscheidet sich für einen kontrollierten Abstieg
    • Die Maschine liegt, er steht
    • Nach dem Lerneffekt vom Enduro-Training heben wir zu zweit die Maschine mit Gepäck wieder in die Senkrechte
    • Beim zweiten Versuch schiebe ich mit, und er kommt raus
    • 100 m nach der Gabelung kommen wir an eine kleine Wiese, mit Feuerstelle, und das „Olsens Bistro“
    • Hier ist es genial, wir brauchen gar nicht weiter diskutieren
    • Eine Feuerstelle, genügend Holz, und ein überdachter Platz
    • Das Feuer brauchen wir heute Nacht, denn es soll auf 4° abkühlen
    • Wir bauen unsere Zelte auf und sammeln Holz
    • Die Stechmücken kommen – Louis holt sein Kokosöl, wir reiben uns ein
    • Danach kochen wir – es gibt Nudeln mit Tomatensoße aus Russland, deutschen Knoblauch und norwegische Pilze und Speck
    • Das Essen schmeckt sehr gut
    • Auf der anderen Seite vom Flussufer blöken die Schafe
    • Louis geht spülen am Tanaelva – das hat er sich redlich verdient
    • Dann beginnen wir mit dem Feuer, denn es kühlt schon merklich ab
    • Als alter Pfadfinder von Fähnlein Fieselschweif brennt das Feuer in wenigen Sekunden
    • Ich schließe noch meinen Laptop am Motorrad an, damit er nachher voll ist und ich arbeiten kann
    • Nun sind wir heute doch nicht so viel gefahren, wie wir dachten – wir müssen morgen knapp 6 Stunden aufsitzen
    • Aber dieser Platz entschädigt für alles
    • Jetzt kommt zum zweiten Mal ein Mann mit Hund vorbei – sofort wird die Hand gehoben, gegrüßt und „Hi“ gesagt 
    • Gegen 23:00 kommt eine ältere Dame hier vorbei, sieht uns, kommt einfach her und redet mit uns, woher wir kommen, was wir machen, erzählt von sich…
    • Die Leute hier in Norwegen sind ebenfalls sehr freundlich und nett
    • Wir sitzen noch bis kurz vor Mitternacht am Feuer und reden über unsere Russlandtour – verdammt viel Spaß hat’s gemacht
  • 12.08.2026

    • kurz vor 3:00 bin ich ins Bett – habe noch so viele Bilder von meinen Filmen gemacht 
    • War ein super Tag gestern
    • Draußen war es schon wieder hell – genial 
    • Den Bericht vom 11.08. wollte ich noch nicht am gleichen Abend online stellen, da wir ja „illegalerweise“ noch in Russland waren
    • um 9:00 sind wir beim Frühstückbuffet – ist im Preis inbegriffen 
    • Wir beraten, was wir heute machen 
    • Auf jeden Fall fahren wir nach Norwegen – sonst gibt’s noch schlechtere Kritiken 
    • Entweder Grense Jakobselv oder Ostkapp – oder doch beides und am Ostkapp übernachten 
    • Vor zwei Jahren haben wir an beiden Stellen übernachtet
    • Beides wunderschön
    • Wir gehen in den Supermarkt, Kleingeld loswerden und Essen kaufen für‘s Kochen heute Abend 
    • Das restliche Geld muss ich wohl mit heimnehmen 
    • Aber irgendeiner meiner russischen Freunde nimmt es bestimmt 
    • Für alle Fälle löschen wir alle unsere Videos und Fotos auf dem Handy vom gestrigen Tag, vor allem von der Kolabohrung und Nikel
    • Vielleicht schauen die ja wieder unsere Handys an
    • Um 12:00 Uhr haben wir gepackt und fahren los
    • 12° und Sonnenschein
    • Es ist so gut wie nichts los Richtung Grenze
    • Nach 28 km kommen wir wieder an den Militärgrenzposten
    • Ein Uniformierter kommt heraus
    • Genau der gleiche Kollege hat uns gestern wieder nach Sapoljarny geschickt
    • Er läuft um unsere Maschinen rum und gibt die Kennzeichen über Funk durch 
    • Danach nimmt er unsere Ausweise und verschwindet in seinem Kabuff
    • Hoffentlich gibt’s keinen Ärger – aber ER hat uns gestern ja wieder zurückgeschickt
    • Nach ca. 10 Minuten kommt er wieder, gibt uns die Pässe und macht die Schranke auf
    • Puh, das wäre geschafft 
    • Jetzt noch die russische Staatsgrenze und dann die Norwegische 
    • 10 km später kommen wir an – Schranke zu, Zaun zu
    • Dann kommt ein Grenzer, schaut sich unsere Pässe an, gibt sie uns und lässt uns durch
    • Wir fahren 50 Meter weiter, werden gebeten anzuhalten und das Gepäck abzuschnallen 
    • Auch das noch
    • Wir legen alles auf einen Haufen und warten
    • Erstmal kommt keiner
    • Nach 15 Minuten werden wir mit all unseren Sachen reingeholt – welche alle durch einen Scanner laufen
    • Die Drohne wurde nicht entdeckt
    • Dann wird alles kontrolliert und kopiert
    • Unsere Sachen sind durchgescannt und in Ordnung
    • Dann kommt die nächste Station, die Frau will ebenfalls alle Unterlagen sehen
    • Sie will was von mir, irgendwas, ich kann sie nur nicht verstehen
    • Selbst hier an der Grenze kann keiner englisch – oder will keiner englisch reden
    • Sie wird ziemlich ärgerlich
    • Sie zeigt auf einen Zettel, auf dem meine Adresse draufsteht, legt mir einen Kugelschreiber und einen Zettel hin
    • Ich schreibe auch hier meine Adresse drauf und gebe ihr den Zettel zurück
    • Sie wird noch ärgerlicher, irgendwas habe ich falsch gemacht
    • Dann setzt sie sich hin, kopiert meine ganzen Papiere und Unterlagen und knallt sie mir auf den Tresen
    • Den Zettel mit meiner Adresse will sie gar nicht – den nehme ich wieder mit
    • Ich weiß bis heute nicht, was sie wollte
    • Dann kommt Louis dran, aber sie hat resigniert und kopiert nur seine Dokumente und gibt ihm alles wieder zurück
    • Mit dem nächsten Beamten gehen wir zu unseren Motorrädern und müssen alle Koffer und jede Tasche aufmachen
    • Die machen es wirklich ganz genau
    • Jede Kleinigkeit wird angeschaut
    • Am Ende ist er zufrieden
    • Während ich durchgecheckt wurde und wieder alles einräume, ist Louis dran
    • Auch er muss alles ausräumen
    • In der Zwischenzeit hole ich die beiden Taschen von Louis vom Scanner und stelle sie hinter sein Motorrad
    • Nach ca. 15 Minuten ist er ebenfalls fertig
    • Auch bei ihm haben sie das Rauschgift nicht gefunden
    • Der Beamte läuft rückwärts von Louis‘ Maschine weg und stolpert über die clever von mir auf den Boden gelegte Tasche
    • Ich fahre meinen Arm aus und helfe ihm, dass er nicht auf die Nase fällt
    • Gott sei Dank fängt er sich und es passiert nichts
    • Jetzt kann er zum Glück bei den nächsten weiter schnüffeln
    • Puh… bin ich froh
    • Während ich mit meiner Maschine fertig bin, kämpft und flucht Louis noch mit seinen Koffern
    • Irgendwie passt das Zeug nicht mehr so rein, wie es vorher war
    • Das Gute an der Sache war, dass ich wieder einen Überblick habe, wo alles „versteckt“ ist
    • Als Louis auch fertig ist, dürfen wir durchfahren und an die norwegische Grenze
    • Wir fahren an die Schranke, die Frau sagt, den Motor ausschalten und reingehen
    • Wir gehen rein, zeigen einer anderen Dame unseren Reisepass und dürfen durchfahren
    • Das hat jetzt keine 5 Minuten gedauert
    • Nach 26 Tagen Russland sind wir wieder in der EU
    • Norwegen – eines meiner Lieblingsländer, wenn nicht sogar DAS Lieblingsland
    • Ärger wegen gestern haben wir keinen gekriegt – es hat auch an der Grenze keiner was gesagt
    • Gut, was sollen sie auch machen – schlimmer als ins Gefängnis hätten sie uns nicht stecken können
    • Wir fahren die 50 km zur Grense Jakobselv
    • Teilweise fahren wir am Grenzfluss zu Russland entlang – Schilder warnen uns vor dem Grenzgebiet
    • Herrlich diese Landschaft
    • Die Straßen werden schlechter und gehen in Schotter über – aber das kennen wir noch vor zwei Jahren
    • Wir sind da, hier ist wirklich ein tolles Fleckchen Erde
    • Genau heute vor zwei Jahren waren wir auch an dieser Stelle, damals haben wir übernachtet
    • Es ist mehr los hier als erwartet
    • Wir kommen mit Oberfranken ins Gespräch, und dann noch mit einem Motorradfahrer aus Zürich
    • Der Oberfranke fragt uns über Russland aus und merkt schnell, dass das, was wir erzählen, gar nicht mit der Zeitung übereinstimmt
    • eigentlich wollte ich meinen Bericht von gestern fertig machen und abschicken – wird jetzt wohl erst heute Abend
    • Wir beschließen, noch ans Ostkapp zu fahren und dort zu übernachten
    • Wir treten den Rückweg an, fahren wieder an der Grenze zu Russland vorbei und biegen dann ab
    • Ein paar Kilometer nach der Grenze geht es in Norwegen schon wieder los, Tunnel und Brücken
    • Das Land der gigantischen Tunnel- und Brückenbauer
    • An der nächsten Tanke fahren wir raus, ich brauche einen Cappuccino
    • Und da sind sie wieder, die Preise – 4,11 Euro für einen Cappuccino
    • Das Gute war, ich konnte bei dem Verkäufer bestellen und er hat mich sofort verstanden
    • Ich genieße den ersten EU-Cappuccino seit langem
    • Dann fahren wir weiter und es fängt an zu regnen – 12 Grad und der Wind ist eisig
    • Nach circa 45 Minuten hört es wieder auf mit regnen, die Sonne kommt, aber es wird noch kälter – 10 Grad
    • wir fahren um die große Meeresbucht herum und Richtung Ostkapp
    • Das Schöne am Tanken ist jetzt, wir brauchen uns keine Gedanken machen, sondern wenn die Reserve aufleuchtet, dann tanken wir
    • Louis muss tanken und ich kaufe Milch an der Tankstelle – ich brauche das dringend für meinen Kaffee morgen früh
    • Auf der letzten halben Stunde fahren wir bei 8° nach Kiberg – wir frieren
    • Morgen muss ich dringend das Innenfutter von meiner Jacke und meiner Hose einbauen
    • Wir kommen in Kiberg an und müssen die letzten 2 km den grobigen Schotterberg zum Ostkapp hochfahren
    • Vor zwei Jahren haben wir die Maschinen unten stehen lassen, da war es für uns noch nicht machbar
    • Nach dem Enduro-Training Ende Juni war die Bergfahrt jetzt Kindergarten
    • Ich kann jedem nur raten so ein Training mal mitzumachen, man beherrscht seine Maschine danach viel besser und traut sich (fast) jeden Schotterweg zu fahren
    • Wir sind oben gut angekommen und suchen uns ein windgeschütztes Plätzchen zum Kochen und Schlafen
    • Dann bauen wir die Zelte auf und unsere Küche
    • Wir kochen Kartoffeln, es gibt Pellkartoffeln mit Quark
    • Es ist arschkalt
    • Nach dem Essen laufen wir noch auf dem Ostkappplateau herum, um warm zu werden
    • Wir machen ein Bild vom Leuchtturm 
    • Hier auf dem Plateau stehen viele Bunker von Onkel Adi
    • Es sind viele gelbe Pfähle im Boden, welche aufzeigen, was an dieser Stelle stand
    • Es gab auch viele Kanonen mit einer Reichweite von bis zu 34 km
    • Louis geht gegen 23:00 schlafen
    • Ich hab meinen Campingstuhl ins Zelt gestellt und den Bericht von gestern online gestellt
    • Der Wind peitscht draußen auf’s Zelt, ich hoffe das hebt alles
    • Jetzt ist es Mitternacht und immer noch hell draußen
    • Laut App soll um 2:33 die Sonne wieder aufgehen

  • 11.08.2026

    • 8:30 Uhr, 9° und Regen – aber den Kaffee am Bett
    • Heute wird es wohl eine zweistündige Regenfahrt
    • Es ist zum Glück nicht weit bis Sapoljarny, ca. 2 Stunden
    • Louis arbeitet an Instagram oder YouTube
    • Ich liege noch gemütlich im Bett, trinke jetzt meinen zweiten Kaffee
    • 11:30… jetzt sollten wir uns langsam fertig machen, um 12:00 ist Check-out
    • Es regnet weiterhin
    • Das ist eins der großen Übel als Motorradfahrer, im Regen die Maschine beladen 
    • Wir beladen im Regen
    • Mein Topcase ist montiert 
    • Als ich es öffne, stinkt es gewaltig 
    • Da fällt mir ein, mir ist vor drei Tagen Milch ausgelaufen 
    • Ich hab es dann mit Toilettenpapier ausgelegt und wollte es abends putzen 
    • Naja, hat wohl nicht ganz geklappt – aber der Wille war da
    • Puh… jetzt stinkt es nach vergorener Muttermilch 
    • Ich mach den Deckel wieder zu – putz ich dann heute Abend 
    • Ich gehe zurück auf‘s Zimmer und will auf‘s Klo
    • Hat Louis doch das ganze Klopapier genommen, um seine Koffer zu putzen
    • Oh man… dann muss ich wohl die Hand nehmen – um MEINE Koffer zu putzen 
    • Wir packen den Rest
    • Ich versuche ein neues Packsystem
    • Um meine Seitenkoffer gewichtsmäßig zu entlasten, lade ich das Zelt, Isomatte und meinen Campingstuhl hinter mich
    • Und dann kommt halt noch meine Tasche drauf
    • Den Seitenkoffern tut es sicherlich gut, nur ich hab jetzt deutlich weniger Platz
    • Das Gute ist, ich bin nicht gebaut wie Reiner Calmund
    • Und es sind auch nur zwei Stunden Fahrt – wir werden sehen
    • Wir checken aus und starten gegen 12:45 im Regen
    • Kurz bevor wir aus Murmansk draußen sind, fällt das GPS aus
    • Aber eigentlich müssten wir auf der richtigen Straße sein
    • Viele Kilometer weiter kommt ein Schild mit „Kirkenes 153 km“ – wir sind richtig
    • Das Wetter wird besser, es hört auf zu regnen und klart auf
    • Die Sonne kommt ein bisschen raus und die Straßen werden trockener 
    • Das GPS lässt sich wieder blicken und funktioniert
    • Herrliche Landschaft, wieder mehr Kurven
    • Immer wieder kommen Gedenksteine zu Ehren der Opfer des Zweiten Weltkrieges
    • Wir machen eine kurze Pause, essen Äpfel und denken an die Kolabohrung
    • Dann geht’s weiter und zwei Kilometer später kommen Schranken – wir müssen halten und absteigen, Militär
    • Unsere Reisepässe werden kontrolliert und uns Fragen gestellt 
    • Wir sollen die Motorräder parken und zur Hütte ans Fenster kommen
    • „Wohin wir wollen, welche Route wir genommen haben, was unser Ziel ist“
    • Dann dauert es
    • Immer wieder macht der Grenzer das Fenster auf, fragt was über Google Übersetzer, und macht es dann wieder zu
    • Beim letzten Öffnen meinte er, es muss was überprüft werden
    • Ein russischer Motorradfahrer kommt hinzu – er hat meine Homepage aufgemacht, Louis‘ Instagram und YouTube abfotografiert
    • Wir reden kurz, machen Bilder zusammen und er fährt weiter – er darf als Russe ungefährdet durch
    • … 
    • 15:00… der Grenzer übersetzt uns über Google, dass wir bis 17:00 über die Grenze nach Norwegen sein müssen – denn dann macht sie zu
    • Wir dürfen nirgends mehr anhalten, nichts fotografieren, nur auf dieser Straße bleiben und rüber nach Norwegen
    • Auf die Frage hin „warum“ kommt die Antwort: „dies ist militärisches Sperrgebiet und erlaubt keinen Aufenthalt“
    • Ich übersetze ihm, dass wir noch zwei Nächte in Sapoljarny gebucht haben
    • Er stutzt und läuft zu seinem Vorgesetzten 
    • Nach ein paar Minuten kommt er wieder und übersetzt uns „wir sollen das Hotel stornieren und direkt zur Grenze fahren“
    • „Oder nach Murmansk zurück“ – wir sollen uns entscheiden und ihm bescheid geben
    • Wir überlegen…
    • Wir diskutieren die Möglichkeiten durch
    • Wir schauen auf Google Maps, wie lange es zur Grenze dauert – 1:10
    • es ist jetzt 15:30 – wir schaffen es gut bis zur Grenze
    • Wir geben dem Grenzer Bescheid und machen uns auf den Weg 
    • Er gibt uns Rückmeldung, dass er an der Grenze bescheid gibt
    • Oh, ok…
    • Die Schranke geht auf und wir fahren durch
    • Wir diskutieren erneut, diesmal während dem Fahren
    • Heute schon nach Norwegen, zwei Tage früher – die Kolabohrung und Nikel fallen dann aus
    • Oh man, die Kolabohrung wollte ich seit Jahren schon sehen – auch wenn dort nur Ruinen stehen
    • Aber ist halt ein historisches Gebiet – noch nirgends auf der Welt ist 12.262 Meter in die Tiefe gebohrt worden
    • Wir beide finden es sehr schade Russland jetzt schon verlassen zu müssen
    • Aber trotzdem haben wir beide ähnliche Gedanken
    • Wir drosseln die Geschwindigkeit von erlaubten 90 km/h auf 80 km/h – wir wollen ja nicht geblitzt werden
    • Wir fahren so einige Kilometer und merken über das Navi, dass die Grenze gegen 16:45 erreicht wird – reicht also noch
    • Wir müssen anhalten – Pinkelpause wegen Louis
    • Danach springt mysteriöserweise Louis sein Motorrad nicht mehr an
    • Wir schauen überall nach, an was es liegen könnte – die Reifen sind in Ordnung
    • An der Kette kann es auch nicht liegen, denn er hat Kardan
    • Das Gepäck ist auch fest verzurrt
    • Dann merken wir, der Notaus ist drin – wir machen den raus und schwups, der Motor startet
    • Wir fahren weiter, an Sapoljarny vorbei, das Navi zeigt 16:59 Ankunftszeit an der Grenze – jetzt wird es eng
    • Und bei mir wird’s auch eng – ich brauch dringend eine Pinkelpause
    • Wir müssen wieder anhalten – ich laufe weit ins Gebüsch rein, mich soll ja keiner sehen
    • Anschließend fahren wir weiter, das Navi zeigt 17:05 an – scheiße, das ist zu spät
    • Wir sollten schneller fahren – wegen den Blitzern trauen wir uns aber nicht
    • Dann merke ich, mit meinem Gepäck könnte was nicht stimmen
    • Wir müssen anhalten, ich muss das überprüfen
    • Ich schaue nach und zurre an jedem Gurt – alle sind fest
    • Mein Gefühl hat mich wohl betrogen
    • Weiter geht’s – das Navi zeigt Ankunftszeit an der Grenze 17:10
    • Wir fahren weiter mit 80 km/h, ohne die Geschwindigkeitsüberschreitung zu riskieren
    • 20 km vor der Grenze zeigt das Navi 17:15 an – oh man, das schaffen wir nicht
    • Hinter der nächsten Kurve kommt wieder eine Schranke mit Militär
    • Wir halten an – 3 Menschen in Militäruniform sitzen da, ansonsten ist nichts los
    • Einer trottet auf uns zu, er kann natürlich nur russisch
    • Er teilt uns mit dass die Grenze zu ist und wir nicht weiterkommen – er zeigt wieder zurück, wo wir herkamen
    • Ich frage dann noch „nach Sapoljarny zurück?“
    • Er nickt mit dem Kopf und wiederholt die Stadt nochmal auf Russisch
    • Ok, wenn dieser vom Militär sagt, die Grenze sei zu und wir sollen nach Sapoljarny, dann machen wir das
    • Der Wille nach Norwegen zu fahren war da – aber die lassen uns ja nicht
    • Wir drehen um und fahren in unser gebuchtes Hotel Pechenga nach Sapoljarny
    • …warum so kompliziert, warum nicht gleich so?
    • Und wenn wir schon mal hier sind, dann können wir doch die Zeit nutzen und uns die Kolabohrung und Nikel anschauen
    • Am Hotel angekommen checken wir ein – wir erzählen der Dame an der Rezeption die ganze traurige Geschichte, dass wir es nicht bis Norwegen geschafft haben, und dass wir nur eine Nacht hierbleiben können
    • Sie versteht unser Problem mit dem Militär und meint „dann fahrt ihr morgen am besten schnell über die Grenze“
    • Bis auf mein Topcase bauen wir alles ab und fahren los
    • Zum Glück funktioniert das GPS einwandfrei
    • Wir fahren los und sind noch nicht mal aus Sapoljarny draußen, kommt wieder eine Schranke
    • Ein Mann in Warnweste steht da und hat schon ein Auto angehalten
    • Er kommt auf uns zu und fragt irgendwas – ich zeige ihm, dass wir dort lang wollen
    • Er schüttelt den Kopf
    • Der Mann aus dem Auto kommt auch dazu, zeigt auf den Boden und bruddelt irgendwas mit „Kola“
    • Aha, der weiß genau wohin wir wollen
    • Ich nicke ihm zu und zeige den Weg durch die Schranke
    • Auch er schüttelt den Kopf, zeigt uns einen anderen Weg und meint noch „Nikel“
    • Ich erinnere mich, auf dem Rückweg nach Sapoljarny ging die Straße nach Nikel ab – er meint sicherlich diesen Weg
    • Ich gebe ihm zu verstehen, dass ich es kapiert habe und bedanke mich
    • Wir drehen um und fahren durch die Stadt auf die Hauptstraße und biegen dann Richtung Nikel ab
    • Das Navi hat sich umgestellt und zeigt uns jetzt einen anderen Weg
    • 14 km vor dem Ziel geht es von der geteerten Hauptstraße links in einen Schotterweg nach oben
    • Von meinem Onkel hatte ich noch 4 km in Erinnerung, aber ok…
    • Wir beraten kurz, aber uns war beiden klar, wenn wir es bis hier hin geschafft haben und nicht in Norwegen sind, dann müssen wir 14 km Offroad hin und 14 km Offroad wieder zurück fahren
    • Die Maschinen biegen ab, den Schotterweg nach oben
    • Es geht gut zu fahren, die Steine sind größtenteils festgefahren
    • Ab und zu hat es Schlaglöcher drin, oder auch mal größere Steine
    • Aber dann rumpelt man drüber oder weicht aus
    • Nun fängt es auch noch an zu regnen – muss das sein!!!
    • Die Straße ist breit und 10 km auch für Ungeübte ganz gut zu fahren
    • Dann geht es rechts ab, die letzten 4 km – ach, hat der Onkel diese 4 km gemeint!?!
    • Hier wird es enger, steiniger, gröber, manchmal kommt ein bißchen Sand hinzu, aber trotzdem noch ganz gut zu fahren – trotz Regen, auch wenn der nervt
    • Nach 3,5 km kommen wir über eine Kuppe und sehen die Ruine – von weitem sehen wir auch ein Auto dort parken
    • Hoffentlich kein Grenzer oder Polizei oder…
    • Wir parken unsere Motorräder im Regen
    • Warten, bis der Regen vorüber ist, bringt nichts – die dunkle Wolke ist zu groß
    • Wir laufen rum und schauen in die Gebäude – rein gehen wir nicht, ist alles Bruchbude, evtl. zu gefährlich
    • Wir kommen an das Auto, niemand da – außer ein Grill im Gebäude, der noch Funken schlägt
    • Die Kollegen haben wohl gegrillt – tief im Innern vom Gebäude hört man manchmal lautes Schlagen
    • Wir laufen weiter und wollen die Bohrung suchen
    • Dann entdecken wir die Kolabohrung – Deckel drauf und verschraubt mit 12 Muttern
    • Wahnsinn… und unter dem Deckel geht es über 12 Kilometer in die Tiefe
    • Wir wollen das sehen und überprüfen, ob das stimmt
    • Die 12 Muttern haben nicht alle die gleiche Schlüsselweite
    • Wenn die Russen denken, sie sind clever und machen verschiedene Muttern drauf – ich hab meinen Engländer dabei, damit krieg ich jede Schlüsselweite auf
    • Ich mach mich an die Arbeit und schraube die Muttern eine nach der anderen ab
    • Zum Schluss lupfe ich den Deckel, hole einen Stein und werfe ihn ins Loch
    • Wir stoppen die Zeit…
    • 151 Sekunden benötigt ein Stein aus einer Höhe von 12.262 Meter, bis er auftritt
    • Das Echo hat eine Geschwindigkeit von 343,2 Metern pro Sekunde 
    • Wenn ich das im Kopf überschlage, müssten wir nach 187 Sekunden das Echo des Aufpralls hören
    • Nach exakt 183 Sekunden hören wir den Aufprall
    • Wir folgern daraus, dass die Russen gelogen und gar nicht so tief gebohrt haben
    • Ich mach den Deckel drauf, schraube alle 12 Muttern wieder fest und wir schauen uns weiter um
    • Wirklich schade, alles dem Verfall ausgesetzt
    • Hier hätte man evtl. auch ein Museum bauen können und Leute anlocken
    • Man kann nicht überall das tiefste Loch der Erde bewundern, was Menschen je gebaut haben
    • Nach dem wir alles angeschaut haben, die Tiefe der Bohrung anhand des freien Falls überprüft haben, machen wir uns durchnässt auf den Rückweg
    • Und es regnet immer noch
    • 14 km wieder Offroad, aber ist ja nicht allzu schwierig
    • Es hat 6°, wir sind durchnässt und frieren – nach ca. 8 km hört es endlich auf zu regnen
    • Aufgrund der Konzentration und des Fahrens auf Schotter haben wir gar keine Zeit zu frieren
    • Wir meistern das letzte Stück Schotterpiste und biegen auf der Hauptstraße Richtung Nikel ab
    • Nikel ist nur 7 km von der norwegischen Grenze entfernt
    • In der Mine in Nikel wurde vor allem Erz abgebaut und anschließend zu einem Nickel-Kupfer-Konzentrat verarbeitet
    • In der Hütte in Nikel wurde dieses Konzentrat anschließend geschmolzen
    • Durch das Schmelzen entstand Schwefeldioxid, welches die Umwelt in und um Nikel herum sehr schädigte
    • Wenn der Wind in die falsche Richtung einschlug, traf es die Norweger auf der anderen Seite der Grenze – das gab schlechte Kritiken
    • Aufgrund dieser Umweltverschmutzung wurde das Nikelwerk Ende 2020 stillgelegt
    • Wir biegen ab in die Stadt Nikel, machen eine kleine Stadtrundfahrt, um am Ende von Nikel über eine 4 km Schottertour wieder zur Hauptstraße zu gelangen
    • Im Eiltempo fahren wir zurück nach Sapoljarny, tanken am Ortseingang und parken vor unserem Hotel
    • Noch ist kein Militär und auch keine Polizei da, wir gehen beruhigt auf unser Zimmer
    • Dann duschen und ins Hotelrestaurant
    • Beim Essen sprechen wir nochmal über das Missgeschick es nicht bis zur Grenze geschafft zu haben
    • Wir überlegen, ob wir nicht die zwei gebuchten Nächte hier in Sapoljarny doch wahrnehmen und die morgen geplante Offroadtour auf einer der Halbinseln machen
    • Unser Entschluss steht aber fest, dass wir das „Glück“ nicht weiter strapazieren sollten und morgen tatsächlich die Grenze nach Norwegen überqueren
    • Nach dem Essen ziehe ich noch die Bilder eines ereignisreichen und spannenden Tages
  • 10.08.2026

    • Durchgeschlafen bis 8:00 Uhr, Wahnsinn
    • Heute wollen wir ein bisschen die Stadt angucken – leider soll es so gut wie nur regnen
    • Auch für die nächsten Tage sind die Wetteraussichten nicht besser
    • jetzt noch eine Nacht hier in Murmansk und dann wollen wir für zwei Nächte weiter nach Sapoljarny
    • Dort gibt es das tiefste Loch der Erde, was je Menschen gebohrt haben – das will ich mir seit Jahren schon anschauen
    • Ist zwar nichts Besonderes, ein versiegeltes Loch inmitten von Ruinen
    • Leider sind die letzten 4 km dorthin kein guter Weg
    • Und bei dem Regen wird er noch schlechter befahrbar sein
    • Louis plant den heutigen Tag in Murmansk 
    • Wird überschaubar – ist ja nicht Moskau oder Sankt Petersburg
    • Wir machen Kassensturz und bemerken, dass uns noch circa 100 € für die letzten Tage in Russland fehlen
    • Louis sucht nach einer Bank
    • Um 12:30 Uhr begeben wir uns auf den Fußmarsch
    • Es sind nur 5 Minuten bis zur Bank
    • Wir gehen rein und lassen uns die Kasse zeigen – über Google Übersetzer biete ich ihr einen Tausch von 150 € an
    • 750 € in Scheinen habe ich mitgenommen – nur für den Fall, dass wieder Falschgeld dabei ist
    • Ich gebe der Frau an der Kasse 15 zehn Euroscheine
    • Sie lässt es durch den Zähler durch… 150 Euro – das passt
    • Dann nimmt sie jeden einzelnen Schein und schaut ihn an, allerdings nur von einer Seite
    • Kein Falschgeld dabei – sie ist zufrieden 
    • sie gibt uns 14.405 Rubel
    • Und sie will nicht mal meinen Reisepass sehen
    • So schnell haben wir noch nie Geld gewechselt, und noch nie zu so einem guten Kurs (96/1)
    • Wir gehen raus, laufen wieder ins Hotel zurück und verstecken die Ware
    • Dann gehen wir los
    • Das Stadtmuseum ist das erste Ziel
    • Wir bekommen ein wenig Hunger – eine Kleinigkeit wäre jetzt gut
    • Louis googelt ein Restaurant
    • Das erste Restaurant ist eine Bäckerei
    • Weiter…
    • Das zweite Restaurant ist ein Friseur
    • Wieder weiter…
    • Aus Verzweiflung sind wir in einen Supermarkt, in der Hoffnung es gibt ein abgepacktes Sandwich oder so
    • Nichts dergleichen gab es, der Laden war zu klein
    • Zum dritten Restaurant geht es in den Keller runter
    • Es ist eine Geringverdiener-/Studenten-Rentnerkantine – oder Tafel
    • Wir bestellen zwei unterschiedliche Menüs, bekommen letztenendes doch das Gleiche
    • Es waren jeweils Drei-Gänge-Menüs
    • Suppe, Salat und Hauptspeise – Louis hat sich noch zwei Pfannkuchen rausgelassen
    • Das Trinken ist undefinierbar und ungenießbar – müssen wir aus Verzweiflung stehen lassen
    • Am Ende bezahlen wir umgerechnet acht Euro für die kompletten Essen
    • Wenn wir im Supermarkt Vesper gekauft hätten, hätten wir mehr bezahlt
    • Und jetzt haben wir doch mehr gegessen als geplant, der Bauch ist voll
    • Wir rollen zum Museum rüber, ist nur 1 Minute weg
    • Museum geschlossen – klar, heute ist ja auch Montag
    • Laut Google müsste es aber offen haben
    • Hm…
    • Es regnet wenigstens nicht mehr
    • Als Nächstes wollen wir eine steinerne Figur anschauen – die hat immer offen und läuft auch nicht weg
    • Jetzt kommt sogar ein bisschen die Sonne raus
    • Wir müssen einen Berg hinauf und kommen an eine Gedenkstätte gefallener Matrosen
    • Von hier aus hat man eine schöne Aussicht auf Murmansk und den Hafen
    • Hier hat sogar jemand ein Vorhängeschloss an den Zaun gemacht, damit wahrscheinlich niemand den Zaun stehlen kann
    • Im Anschluss an die Gedenkstätte steht eine orthodoxe Kirche
    • Louis bekommt eine E-Mail vom Werkstattkameraden, er kann kommen, das Motoröl wechseln lassen
    • Wir lassen das mit der Statue und gehen zum Hotel zurück
    • Louis bereitet seine Fahrt vor – ich gebe ihm das Öl und den Ölfilter
    • Gegen 16:30 fährt er los
    • Um 18:00 fährt Louis wieder in den Hinterhof vom Hotel – Daumen hoch, alles hat geklappt 
    • Wir duschen und gehen anschließend zu unseren Motorrädern
    • Wir stellen die Service-Intervallanzeigen zurück
    • OBD-Stecker anschließen, ein paar Tastendrücke auf dem Handy, schon ist alles zurückgestellt
    • Gegen 19:30 Uhr gehen wir in unser Stammrestaurant
    • Unsere junge Bedienung ist heute doch da – sie musste für eine Kollegin einspringen
    • Ich esse wieder das gleiche wie gestern, nur einen anderen Salat hat sie mir empfohlen
    • Louis nimmt wieder seine Schweinekartoffeln mit griechischen Salat
    • Hier ist das Essen wirklich sehr gut, und reichlich
    • Am Ende kommt die Bedienung noch mal her und stellt sich als Barbara vor
    • Sie fragt nach unserer Reise, wo wir in Russland überall waren
    • Sie war sehr erstaunt, dass wir das Land von Süden bis nach Norden bereist haben
    • Dann räumt sie ab und kommt anschließend noch mal her
    • Sie hätte so viele Fragen und fragt nach unseren Kontakten
    • Und sie will auch besser Englisch lernen
    • Wir bezahlen, geben ihr noch gutes Trinkgeld und gehen zurück ins Hotel
    • Im Bett planen wir für morgen – das Wetter soll jetzt doch nicht ganz so schlecht morgen werden
    • Wir werden sehen, ob wir zur Kolabohrung kommen
    • Auf jeden Fall machen wir morgen früh gemütlich und wechseln dann zum Hotel nach Sapoljarny
  • 09.08.2026

    • um 6:30 Uhr mache ich meinen Kaffee und setze mich an den Laptop
    • Wir müssen ein bisschen umplanen
    • Da ich hier in Murmansk auf jeden Fall den nuklearbetriebenen Eisbrecher „Lenin“ sehen will, müssen wir das heute vorziehen
    • Montag und Dienstag hat er geschlossen
    • Jetzt müssen wir noch unsere Maschinen ausziehen 
    • Den Eisbrecher wollen wir als erstes anschauen und danach auf Tour gehen
    • Wir haben das Gefühl, je nördlicher wir fahren, desto unfreundlicher und reservierter werden die Russen
    • Aber vielleicht ist es auch nur ihr Gesichtsausdruck
    • Ich nehme meine Koffer vom Motorrad und trage sie um das Hotel herum in unser Zimmer rein – diese sind sehr schwer
    • Als ich kurz vor der Hoteltüre stehe, rennt der grimmigste Hotelrusse zur Türe und hält sie mir auf
    • Oh, wie nett…
    • Ich bedanke mich auf Russisch
    • Ok… ist vielleicht doch nur der Gesichtsausdruck
    • Beim nächsten Koffer das gleiche, er hält mir wieder die Türe auf
    • Trotz Gesicht, sehr nett
    • Wir fahren los, es ist ungewohnt, die Motorräder sind jetzt höher, und leichter
    • Wir machen eine kleine Stadtrundfahrt durch Murmansk und 4 km später sind wir am Hafen
    • Wir wissen nicht, wo wir Eintrittskarten kaufen können und laufen mal mit der Menge auf die Lenin
    • Auf dem Schiff erfahren wir, dass wir die Karten online hätten kaufen sollen, denn diese Führung ist ausverkauft
    • War ja klar… – aber online können wir halt ohne Kreditkarten nichts bezahlen, wie oft denn noch!
    • Die freundliche Russin, sie hat mal Deutsch studiert, fragt ihren Chef
    • Der Kollege hat ein Einsehen, verkauft uns zwei Eintrittskarten und wir dürfen die russische Führung mitmachen
    • Das freut uns sehr
    • Zum Glück ist die Führung nicht auf Chinesisch, sonst würden wir gar nichts verstehen
    • Das Schiff ist mit zwei Atomreaktoren angetrieben
    • Der Führer konnte sogar ein wenig Englisch, und wir ihm dann ein paar Fragen stellen
    • Es hatte sogar eine Krankenstation an Bord
    • Ein Mädchen spricht mich an, ob ich Deutscher bin
    • Sie hat drei Jahre Deutsch gelernt, jetzt aber nur noch Englisch
    • Kurzer Plausch – war nett
    • Wir schwitzen – auf dem Schiff ist es warm 
    • Gott sei Dank haben wir Thermoklamotten angezogen
    • Wir dachten, auf dem Eisbrecher ist es eiskalt
    • Insgesamt war die Führung echt klasse, wir haben viel gesehen und Eindrücke bekommen, wie die früher auf dem Schiff gehaust haben
    • Vor dem Hafen ist ein Fischimbiss
    • Die Speisekarte sogar auf Englisch
    • Ich bestelle zwei Fischteile auf Englisch, aber der Verkäufer versteht gar nichts – aber Hauptsache die Speisekarte ist auf Englisch
    • Hinter mir steht ein Russe, der in der Schweiz studiert hat, er bestellt für uns
    • Gerade unsere beiden Fischteile sind ausverkauft
    • Der Russe empfiehlt uns Fischzunge, wegen dem ist er auch hier
    • Er bestellt für uns, und es ist wirklich sehr lecker
    • Wir fahren wieder durch Murmansk und müssen ca. 110 km zu unserem ersten Ziel
    • Das GPS fällt aus und wir irren erst mal in der Stadt umher
    • Dann geht es plötzlich wieder und wir müssen umdrehen
    • In Kola biegen wir ab Richtung Kola-Halbinsel
    • Die Straßen sind gut geteert, allerdings nicht immer eben
    • Wir passen uns der Geschwindigkeit von einigen Autos an – 120/130 km/h
    • Es wird hügelig, und es gibt auch Kurven, es macht Spaß zu fahren
    • So heizen wir auf die Kola-Halbinsel Richtung Teriberka
    • Manchmal fängt es ein bisschen an zu nieseln, dann ist es wieder trocken
    • Aber immer so um die 15° und ein eiskalter Wind
    • Aber dank Thermoklamotten und Griffheizung sehr gemütlich
    • Die Gegend des traumhaft schön
    • Nach gut einer Stunde kommen wir in Teriberka auf dem Schiffsfriedhof an
    • Sehr interessant
    • 20 Minuten später steigen wir auf und fahren weiter Richtung Wasserfall
    • Der letzte Kilometer geht über Schotter und Steine
    • Wir parken und essen eine Kleinigkeit
    • Dann laufen wir am Kassenhäuschen rechts vorbei, einigen anderen hinterher
    • Ich glaube, das ist der schwäbische Weg, da kostet es nichts
    • Die anderen stehen links an der Kasse an
    • Wir laufen an einer verrotteten Hütte vorbei und im Hintergrund steht ein Dampfer auf der Barentssee 
    • Völlig erstaunt finden wir plötzlich zwischen Steinen eine Franziskaner Bierbüchse – dann muss es wohl schon vor uns Deutsche hier auf der Kola-Halbinsel gegeben haben
    • Die Steine an diesem Strand sehen aus wie Dinosauriereier
    • Der Wasserfall wäre noch über einen Kilometer weg, das wollen wir uns nicht antun
    • Wir laufen zu unseren Schnabeltieren zurück und fahren zum letzten Programmpunkt
    • 11 km, die letzten 8 km Offroad
    • Festgefahrener Schotter, dicke Steine und Schlaglöcher ohne Ende
    • Maximal 30 km/h, mehr geht nicht – und selbst da tut es Schläge
    • Ist nicht schön zu fahren
    • Wenn die Schlaglöcher nicht wären, könnte man wenigstens schnell drüber heizen
    • Aber es macht nicht viel Spaß
    • Nach guten 5 km kommt ein Aussichtspunkt – wir beschließen, nicht weiter zu fahren
    • Wir machen Bilder, drehen um und dann geht’s die Schlaglochpiste wieder zurück
    • Endlich wieder festen Boden unter den Reifen nehmen wir unsere Rückfahrt nach Murmansk auf
    • Ich weiß noch von der Hinfahrt, dass mitten im nirgendwo ein modernes Café hin gebaut war
    • Da wollen wir Pause machen und einen Kaffee trinken
    • Die Rückfahrt macht wieder Spaß
    • Wahnsinnig schöne Landschaft, grün, und manchmal kann man kilometerweit sehen
    • Nach einer Stunde kommt das Café, wir fahren raus
    • Heute Morgen war hier noch einiges los, jetzt nicht mehr
    • Dann das Schild, offen von 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr
    • Ich schau auf die Uhr… 17:30 Uhr
    • Oh man, ich hatte mich so auf einen Kaffee gefreut
    • Dann fahren wir halt nach Murmansk in unser Hotel
    • Wir fahren die letzte 40 Minuten wieder ziemlich schnell
    • Ab und zu kommen Autos, die werden überholt
    • Kurz vor Murmansk fällt das GPS erneut aus
    • Wir kommen wieder auf die große Umgehungsstraße von Murmansk, da bin ich gestern auch lang gefahren
    • Ich bin mir sicher, ich finde den Weg auch ohne Navi
    • Wir nehmen die richtige Abzweigung von der Umgehungsstraße in die Stadt und tanken erst mal
    • Das erste Mal seit langem, dass man tanken kann und danach erst bezahlen muss
    • Wir tanken beide voll, bezahlen und machen uns auf den restlichen Weg zum Hotel
    • Das GPS funktioniert wieder
    • Wir finden problemlos zum Hotel
    • Es fängt an zu nieseln, aber wir schaffen es noch nach Hause, ohne durchnässt zu sein
    • Wir ruhen uns aus, bevor wir essen gehen
    • Ich mache mir meinen wohlverdienten Kaffee
    • Nachdem Louis ausgeschlafen hat, gehen wir wieder ins gleiche Restaurant von gestern
    • Die gleiche Bedienung von gestern empfängt uns und erkennt uns im zweiten Anlauf wieder
    • Nach der Bestellung kommt sie noch mal an den Tisch und fragt ein bisschen geniert, ob wir aus Deutschland kommen
    • Sie hätte es an unserem Akzent erkannt
    • Dann hat sie sich sehr gefreut
    • Das Essen ist wieder sehr lecker
    • Louis hat Schweinefleisch mit Kartoffeln und ich verschiedenen Fisch mit Kartoffeln
    • Wir bezahlen und verabschieden uns dann von ihr – denn morgen Abend ist sie nicht mehr hier
    • Wir gehen noch in den Supermarkt und kaufen ein
    • Anschließend laufen wir zum Hotel zurück und arbeiten am Rechner
  • 08.08.2026

    • 7:45 Uhr stehe ich auf und mache mir meinen Kaffee
    • Louis steht auch auf und bastelt an Instagram oder YouTube
    • Ich mache die Planung für die letzten Tage in Russland
    • Ich habe vier Nächte in Murmansk gebucht und dann von Mittwoch auf Donnerstag die letzte Nacht in Sapoljarny
    • Nach diesem Stand fahren wir dann drei Tage früher aus Russland raus als geplant
    • Somit haben wir noch mehr gemeinsame Zeit für Nordnorwegen
    • Gegen 10:00 Uhr packen wir zusammen, wir ziehen Thermoklamotten an
    • Draußen sind es 13°, aber trocken
    • Vom vierten Stock aus schaue ich über einen Teil der Stadt und auf unsere Motorräder
    • Von unserem Zimmerfenster aus sehe ich das Weiße Meer
    • Einen großen Aufenthaltsraum zum Arbeiten hätte es hier auch gegeben
    • Ich packe mein Motorrad, die Möwen vom Weißen Meer kreischen und fliegen um die Wette
    • Louis hat die Route nach Murmansk mit drei Zwischenstopps als Sehenswürdigkeiten eingeplant
    • Gegen 11:00 Uhr machen wir uns auf den Weg zum ersten Programmpunkt
    • Wir fahren um die Gegend von Kandalakscha und haben schöne Aussichten
    • Anschließend machen wir uns auf den Weg Richtung Murmansk zu den nächsten Sehenswürdigkeiten
    • Die Straßen werden hügeliger, kurviger und der Verkehr hält sich sehr in Grenzen
    • Wir hätten in Kandalakscha tanken sollen
    • Louis hat noch 50 km Reichweite, die nächste Tankstelle in Richtung Sehenswürdigkeit ist in 86 km
    • Wir biegen dann nicht ab zur Sehenswürdigkeit, sondern fahren dann erstmal 36 km weiter auf der Hauptstraße
    • Kurz vor Montschegorsk hat die Tankstelle nur 92 Oktan
    • Wir fahren weiter und nach Montschegorsk rein – diese Tankstelle hat gar nichts
    • Louis googelt und findet in Montschegorsk eine weitere Tankstelle
    • Dort gibt es alles
    • Wir rechnen aus… 38 Liter
    • Ich gehe rein und will bezahlen – es gibt maximal nur 30 Liter pro Person
    • Bis ich dem Mädel jetzt klarmache, dass ich 18 Liter benötige und Louis 18 Liter und mein Kanister 2 Liter, lass ich das lieber und bezahle 30 Liter
    • Zwei Personen, zweimal 30 Liter… – egal, ist mir jetzt zu kompliziert
    • Louis tankt mit 18 Liter voll, ich nehme die restlichen 12 Liter
    • Die 2,5 Liter im Kanister füllen wir das nächste Mal auf
    • Wir machen Pause und genießen die Sonne – herrlich 
    • So schnell es kann es gehen – vor circa zwei Wochen in Stalingrad sind wir erst aus dem Hotel, als die Wolken gekommen sind, ansonsten wäre es unerträglich gewesen
    • Jetzt müssten wir 36 km zur Abzweigung zurückfahren, bei der es dann zum nächsten Programmpunkt geht
    • Dazu habe ich jetzt absolut keine Lust
    • Wir diskutieren und kommen zu dem Schluss, dass wir uns für ein paar Stunden trennen
    • Ich fahre gemütlich zum Hotel und Louis zu seinen Sehenswürdigkeiten
    • Jeder hat die Adresse vom Hotel, dort sehen wir uns dann
    • Wir fahren von der Tankstelle aus Montschegorsk raus, Louis fährt nach links und ich nach rechts
    • So nehme ich die letzten 150 km bis zum Hotel
    • Ich will aber irgendwo noch eine Pause machen und gemütlich einen Cappuccino trinken
    • Aber 50 km kommt erst mal gar nichts
    • Dann sehe ich weit auf der linken Seite, mitten in der Pampa, Hochhäuser
    • Nach einem Kilometer geht es auch links ab in das Dorf Pushnoy
    • Ich versuche mein Glück und biege ab
    • Dort hat es drei oder vier Hochhäuser, ansonsten auch noch Blechhütten und einen großen Spielplatz, auf dem Kinder spielen
    • Ich frage mich, wo die in den Kindergarten oder Schule gehen
    • Hier ist weit und breit nichts
    • Hier hat es nicht mal ein Café um was zu trinken
    • Ich fahre ein bisschen rum und mache mich dann wieder auf den Weg zur Hauptstraße
    • 20 km später kommt eine Tankstelle mit einem Café 
    • Ich hole mir einen Cappuccino und setze mich raus in die Sonne
    • Ich genieße…!
    • Die letzten 50 Kilometer fahre ich durch
    • Es wird noch mal bergiger und kurviger
    • Kurz vor Murmansk tanke ich meine Maschine ganz voll
    • Ich berechne 13 Liter und presse diese in den Tank
    • Murmansk hat viele Hochhäuser, solche Bauten wie in der DDR
    • Mein GPS funktioniert komplett durch und mein Navi bringt mich exakt zum Yagel Hostel
    • Ich checke um 16:45 ein, und der Chef meint, „einer fehlt doch noch?“
    • „Ja, mein Sohn kommt später“ – wird akzeptiert
    • Wir haben ein Zimmer im Erdgeschoss, und die Motorräder können wir direkt am Fenster parken
    • Nun bin ich in Murmansk, die letzte Großstadt in Russland, die wir sehen wollten
    • Dann fällt mir ein, Louis wollte doch heute seinen Ölwechsel hier in Murmansk machen lassen
    • Hat er das vergessen?
    • Das Öl und den Ölfilter habe ich
    • Louis ist immer noch nicht da, dann gehe ich einkaufen
    • 3 Minuten zu Fuß, ich kaufe was zum Essen, ich habe Hunger
    • Als ich zurückkomme, ist er da, wie soll es auch anders sein
    • Wir laufen ein bisschen durch Murmansk und gehen essen
    • Nettes Restaurant mit Ambiente
    • Und die Bedienung kann sogar englisch – ist sehr angenehm
    • Wir essen gut und gehen anschließend noch in den Supermarkt
    • Wir kaufen Vesper für morgen ein, wir machen mit dem Motorrad einen Ausflug auf die Kola Halbinsel
    • Nordöstlich von Murmansk soll ein Schiffsfriedhof direkt an der Barentssee sein, den wollen wir sehen
    • Morgen fahren wir nackig
    • Also die Motorräder – ohne Koffer, ohne Gepäck
    • Der Kollege für den Ölwechsel hat sich nicht mehr gemeldet – somit verschiebt sich Louis‘ Ölwechsel
    • Im Hotel planen wir ein bisschen und ich mache meine Homepage
    • In Murmansk ist es jetzt 23:05, und es ist immer noch nicht dunkel
  • 07.08.2026

    • Gegen 0:30, ich war gerade eingeschlafen, kommen zwei Autos angefahren
    • Mit halblauter Musik parken sie am See und halten Palaver
    • 20 Minuten später fahren sie wieder
    • Um 3:39 werde ich wieder wach, es ist nahezu hell
    • Bin echt gespannt, wie es in Murmansk, oder in Nordnorwegen, ist – die Sonne wird wahrscheinlich nicht ganz untergehen
    • Wie vor zwei Jahren am Nordkap – die Sonne streift nur den Horizont und geht dann wieder nach oben
    • Geniales Schauspiel
    • Nach den Vipern schaue ich nicht, ich dreh mich um und schlafe weiter
    • Gegen 6:30 Uhr werde ich erneut wach, ich freue mich auf meinen Kaffee
    • Ich stehe auf, nehme meine Sachen und setze mich an den See
    • Heute Nacht hat es eigentlich nicht geregnet, zumindest habe ich nichts gehört
    • Ich koche Kaffee
    • Der Kollege brummelt noch in seinem Zelt
    • Die Sonne schaut hinter mir durch die Wolken – ich genieße meinen Kaffee, die Stille und die gute Luft
    • Das ist Leben, mehr braucht man nicht
    • Ok, noch einen Fußball
    • …und den VfB
    • Aber da ist zum Glück Sommerpause – und ich komme rechtzeitig zurück
    • Um 8:00 steht Louis auf
    • Die Sonne kommt raus und wir legen die nassen Sachen von gestern noch aus
    • Immer mehr Russen kommen und stellen sich zu dem Wohnwagen
    • Sie bauen Tische auf und bereiten ein Buffet vor
    • Dann kommen auch noch zwei Reisebusse – irgendwie wird das was Größeres hier
    • Letzten Ende standen vier Reisebusse da
    • Louis hat gestern Abend noch seinen Laptop am Motorrad geladen 
    • Mal schauen, ob der Motor nachher anspringt
    • Im Notfall haben wir einen Booster dabei
    • Und jetzt kommt sogar noch ein Riesendampfer den See entlang gefahren
    • … und er legt hier sogar an
    • Ich glaube, wir sollten los, hier sind sehr viele Leute drauf
    • Ich denke, das wird eher so ein Basar
    • Besser wir fahren…
    • Da wir gestern so wenig gefahren sind, haben wir heute noch 6:30 und 572 km vor uns
    • Das Hotel in Kandalakscha habe ich vor ein paar Tagen schon gebucht
    • Louis‘ Motor springt ohne Murren an
    • Wir fahren an einer Tanke vorbei, da steht wie gestern, eine Autoschlange
    • Aber auch nur deshalb, weil da der Sprit 70 Rubel kostet
    • Nach 30 km tanken wir voll, aber an einer Tankstelle, an der der Liter 99 Rubel kostet
    • Ist uns lieber als in der Schlange zu stehen, hier kommen wir gleich dran
    • Wir tanken voll und fahren bei 23 Grad und Sonnenschein weiter
    • Wir fahren wieder nur durch Wald
    • Karelien besteht gefühlsmäßig nur aus Wald
    • Es wurde eine Schneise von ca. 80 Meter gerodet, und da wurde die Straße gebaut
    • Der einzige Spaßfaktor gerade ist, unsere Überholmanöver von PKW und LKW
    • Am Horizont kommt uns plötzlich eine schwarze Wand entgegen 
    • Dann fängt es noch zusätzlich an zu blitzen und zu donnern 
    • Es wird rabenschwarz 
    • Wir fahren raus, ziehen uns wärmer an und stülpen den Regenschutz über unsere Tankrucksäcke
    • Wir starten und schon geht es los
    • Es schüttet 
    • Wir ziehen mit 120 km/h durch den Regen – nur schnell durch
    • Sobald LKW‘s entgegenkommen, kriegen wir die komplette Breitseite mit Wasser ab
    • Es kühlt auf 14 Grad ab
    • Die schwarze Wand verzieht sich nach links
    • Es regnet nur noch
    • Wir fahren weiter 120 km/h
    • Beim Überholen müssen wir aufpassen – bei zu viel Gasgeben versetzt es das Hinterrad auf den nassen, gestrichelten Linien
    • Kein schönes Gefühl
    • Es bleibt kalt und nass, wir frieren
    • Wir fahren schon circa 150 km, und keine Tankstelle in Sicht
    • Louis hat nur noch 50 km Reichweite
    • Hier kommt auch gar nichts, keine Stadt, kein Laden, keine Tankstelle, gar nichts
    • Nur Wald und die Straße, und Autos, aber wenige
    • Nach weiteren 20 km kommt ein Schild mit der nächsten Tankstelle – in 62 km
    • Das reicht Louis nicht
    • Zum Glück haben wir noch die 5 l von Samuel in meinem Koffer
    • Wir halten an und Louis kippt 2,5 l in seinen Tank – das reicht bis zur Tankstelle
    • Es hört auf zu regnen, es bleibt aber bei 13°
    • Wir frieren weiterhin
    • Unterwegs treffen wir noch einen Fahrradfahrer… Respekt!
    • Die Tankstelle kommt und wir können tanken – allerdings für 140 Rubel
    • Egal, Hauptsache Benzin
    • Wir setzen uns danach ins Café in der Tankstelle und wärmen uns ein wenig auf – Espresso
    • Wir haben noch 130 km vor uns
    • Es geht weiter, es regnet nicht mehr, aber wir frieren weiterhin
    • Morgen brauchen wir Thermoklamotten
    • Eine weitere Pause ist nötig
    • Jetzt nur noch 40 km
    • Diese ziehen wir durch
    • Google Maps führt uns in Kandalaksha auf einen Parkplatz
    • Wir halten an und irren in der Gegend rum
    • Nachdem wir drei Leute gefragt haben, bringt uns einer direkt zur Rezeption
    • Der Hoteleingang ist dort, wo unsere Motorräder stehen
    • Allerdings können wir, wie immer, die russische Schrift nicht entziffern
    • Deswegen konnten wir das Hotel nicht identifizieren
    • Wir sind jetzt direkt an der Kandalaktischen Bucht am Weißen Meer 
    • Wir checken ein und duschen
    • Plötzlich klopft es an der Tür, wir machen auf 
    • Ein netter, junger Kerle steht davor, er zeigt Louis den Ausweis, er ist von der Föderalen Regierungsbehörde
    • Ups, was will der denn?
    • Er will unsere Reisepässe sehen und fragt, wo wir herkommen und wo wir hin wollen
    • Dann fragt er noch, wo wir arbeiten und was wir vom Krieg halten
    • Aha… daher weht der Wind
    • Sind wir unter Beobachtung?
    • Nach ein paar Minuten ist er auch wieder weg und wünscht uns einen schönen Aufenthalt in Russland
    • Was sollte das jetzt?
    • Wir gehen in die Stadt und suchen ein Restaurant
    • Das erste hat zu, und im zweiten müssen wir mindestens 1 Stunde auf’s Essen warten
    • Das schaffe ich nicht, und wir gehen zum Supermarkt
    • Völlig unterzuckert suche ich noch nach gesalzenen Erdnüssen
    • Ich finde eine Tüte mit Erdnüssen drauf, erkenne aber kein Salz
    • Ich tippe „Erdnüsse mit Salz?“ in mein Google rein und zeig es einer Verkäuferin
    • Ich hab erst gar nichts gefragt, weil ich wußte, die kann eh kein englisch
    • Sie nickt und erzählt mir noch eine Geschichte vom Pferd
    • Ihr Nicken hat mir gereicht und ich zeige ihr den Daumen nach oben – mehr wollte ich auch gar nicht wissen
    • Sie schaut mich komisch an, geht dann ihren Weg, schaut aber nochmal komisch mir hinterher
    • Wahrscheinlich dachte sie, ich bin ein Taubstummer
    • Wir kaufen ein und essen vor dem Supermarkt ein tolles selbst gemachtes Buffet
    • Kurz vor dem Hotel ist noch mal ein Supermarkt
    • Ich gehe rein und kaufe 3 Flaschen Wasser
    • Der Kassierer erzählt mir was auf Russisch
    • Ich erkläre ihm, dass ich nur Englisch kann
    • Dann fragt er, wo ich herkomme, und er war, wie so viele, sehr erstaunt, dass wir Deutsche sind
    • „Welcome to Russia“ meinte er, „Good trip and nice to meet you“
    • Sehr nett…!
    • Im Hotel angekommen, ruhen wir uns erst mal aus, bevor wir an die Arbeit gehen

  • 06.08.2026

    • Kurz nach 8:00 Uhr wachen wir beide auf
    • Die Betten sind eine Katastrophe, dermaßen durchgelegen
    • Als Bauchschläfer schläfst du im Hohlkreuz
    • Trotzdem ganz gut geschlafen
    • Ich brühe mir meinen eigenen Kaffee auf, mit deutschem Kaffeepulver, russischer Milch und russischen Wasser
    • Schmeckt sehr gut
    • Louis stellt über ChatGPT die heutige Route mit einigen Sehenswürdigkeiten zusammen
    • Dann will er ins Restaurant frühstücken, in dem wir gestern zu Abend gegessen haben
    • Wahrscheinlich haut er sich die süßen Kalorien rein
    • Als Profisportler bevorzuge ich die gesunde Banane und Apfel
    • Heute Nacht hat es geregnet
    • Jetzt scheint schon wieder die Sonne – es soll aber nur 16-20° werden
    • Der lange Pulli liegt bereit
    • Louis kommt zurück, er war erst beim Bäcker
    • Dort hat das bezahlen nicht geklappt – wahrscheinlich, weil der 5000er Schein zu groß war
    • Dann lief er ins Restaurant von gestern und hat dort gleich zu Mittag gegessen – Taigaschnitzel
    • Wir packen unsere Maschinen und kommen gegen 10:50 los
    • Unser erstes Ziel ist nach 70 km ein Wasserfall
    • Wir fahren los und kurz vor Ortsende kommt ein Militärgebiet – das GPS versagt für ein paar Kilometer
    • Wir fahren auf die Hauptstraße wieder durch Wald
    • Es ist wenig Verkehr
    • Wenn wir überholen wollen, fahren die Autos meist rechts ran und blinken kurz, als Zeichen, wir können vorbei
    • 8 km vor dem Ziel müssen wir von der Hauptstraße links abbiegen und Richtung Wasserfall
    • Die Straße endet vor einer Schranke, und es sind viele Autos und Touristen da
    • Wir bezahlen Eintritt und laufen zum Wasserfall
    • Schön, aber mit den norwegischen Wasserfällen nicht zu vergleichen
    • Das kleine Museum ist auch noch sehenswert
    • Nach circa 40 Minuten laufen wir wieder zu unseren Maschinen 
    • Auf dem Weg zum Ausgang läuft uns ein Motorradfahrer entgegen
    • „Hi Guys“… Vitali spricht uns in perfekten Englisch an
    • Dann die üblichen Fragen – er ist sehr erstaunt, wo wir herkommen und welche Tour wir schon gemacht haben
    • Er findet es sehr schade, dass so wenige Touristen in Russland sind – die letzten Jahre waren es viel mehr
    • Tja, die Lügenpresse verbreitet halt Angst und Schrecken
    • Wir fahren weiter zum nächsten Programmpunkt
    • 35 km weiter soll es ein Feld mit Lavasteinen geben
    • Wir fahren los und es beginnt zu regnen
    • Nach 30 km biegen wir von der Hauptstraße ab und kommen wieder an ein touristisches Ziel
    • Auch hier müssen wir Eintritt bezahlen 
    • Schöner Ausblick – unten am Fluss wäre ein idealer Platz zum Wildcampen
    • Auf dem Weg zu unseren Motorrädern treffen wir wieder Motorradfahrer 
    • Mitri und (?), sie kommen aus St. Petersburg und machen einen Ausflug 
    • Er fährt eine 1300er GS
    • Plausch auf englisch, Bild gemacht, schön war’s 
    • Es geht weiter, 101 km bis zur nächsten Attraktion 
    • Wir kommen an eine Baustelle, es wird einspurig, mit Ampelschaltung
    • Motorradkonform stellen wir uns vorne an
    • Die Fahrt verläuft ansonsten ohne besondere Vorkommnisse, es regnet nicht
    • Dort angekommen, wenig Tourismus, nur ein Päarchen im Suzuki Jimny
    • Gedenkstätte zu Ehren der Erschossenen während des Großen Terrors 1937 und 1938
    • Hier hat man irgendwann mal ein Massengrab entdeckt und demzufolge die Gedenkstätte errichtet
    • Die Studienreise geht weiter, diesmal nicht so weit
    • Ein paar Kilometer weiter biegen wir wieder von der Hauptstraße ab und fahren ein paar 100 m durch den Wald
    • Wir kommen an ein großes Betonfeld direkt am See 
    • Ein Auto und Wohnwagen stehen noch hier, sonst ist niemand da
    • Jetzt ist 16:00 Uhr, es früh, aber ideal zum Wildcampen hier
    • Wir laufen über das Plateau und überlegen, wo wir schlafen könnten
    • Ich checke meine E-Mails, ein Hotel hat zurückgeschrieben, wir können kommen
    • Wir überlegen…
    • Wir müssten noch 3 Stunden fahren
    • Der Platz wäre hier auch toll, direkt am See
    • Wir diskutieren
    • Wir entscheiden hier zu bleiben
    • Wir wollen zum Supermarkt und uns Essen kaufen – es fängt an zu regnen
    • Laut Wetter App liegt die Regenwahrscheinlichkeit zwischen 20:00 Uhr und 23:00 Uhr bei 40 % 
    • Wir fahren in strömenden Regen zum Supermarkt und kaufen ein
    • Danach regnet es nicht mehr – wir fahren wieder zum See
    • Dort fängt es erneut an zu regnen
    • Wir bauen unser Zelt auf und legen die Sachen ins Trockene
    • Nachdem die Zelte stehen, hört es wieder auf
    • Jetzt haben wir die letzten Wochen und auch bei schönstem Wetter die Nächte immer in einem Hotel verbracht
    • Jetzt, wo es regnet, zelten wir
    • Hoffen wir mal das Beste, denn wir wollen ja noch kochen
    • Der Russe mit dem Wohnwagen kommt zu uns gelaufen
    • Er bruddelt was auf Russisch
    • Über Google Übersetzer machen wir ihm klar, dass wir ihn nicht verstehen
    • Er googelt selber und hält uns das Handy hin
    • Wir sollen aufpassen, hier hätte es viele Vipern
    • Oh…
    • Wir googeln erst mal
    • Vipern sind angeblich giftigen Schlangen, und sie gibt es hauptsächlich hier in Karelien
    • Na herzlichen Glückwunsch
    • Sie halten sich im Wald und in Sumpfgebieten auf
    • Ich hatte vorhin überlegt, mein Zelt im Wald aufzustellen, weil der Boden so moosig und weich war
    • Ich glaube, direkt am Ufer stehen die Zelte jetzt besser
    • Tolle Aussichten!
    • Und was machen wir morgen früh, wenn wir…
    • Dann gehen wir morgen früh zum… halt nicht in den Wald
    • … sonst hätten wir es verkackt
    • Oder die große Viper beißt die kleine Viper ab
    • Nachdem es eine Weile nicht mehr regnet, fangen wir an zu kochen
    • Zwiebel schneiden, Knoblauch schneiden, Speck schneiden – Nudeln kochen
    • Es gibt Nudeln mit Käsesahnesauce
    • Das Wetter hält, wir kochen und essen
    • Anschließend wird gespült und aufgeräumt
    • Wir sitzen noch gemütlich zusammen bei kühlem Wetter, aber ohne Regen
    • Die Stechmücken beginnen auch langsam ihr Werk – das erste mal in diesem Urlaub
    • Louis hat sich schon mit Kokosöl eingerieben
    • Gegen 21:00 Uhr beginnen wir mit unserer Arbeit – es bleibt weiterhin trocken
    • Es ist herrlich draußen am See zu sitzen, die Stille, der Sonnenuntergang, der sich gerade hinter den Wolken abspielt
    • Wir genießen…