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  • 27.07.2026

    • heute Nacht habe ich noch Fotos von der beleuchteten Kirche und dem gegenüberliegenden Hotel gemacht, sieht voll schön aus
    • Um 8:00 Uhr stehen wir auf und gehen zum Buffet
    • Es gibt teilweise sogar andere Sachen wie gestern – sehr lobenswert
    • Anschließend packen wir unsere Maschinen und checken aus
    • Wir wollen 40 Minuten von Stalingrad entfernt noch den deutschen Soldatenfriedhof anschauen
    • Danach geht es weiter nach Borissoglebsk, dort habe ich gestern das Hotel gebucht
    • Heute ist es bewölkt und nur 20° draußen – optimal zum Motorrad fahren
    • Gegen 10:30 Uhr kommen wir los und auch gut aus Stalingrad raus
    • Nach 40 km fahren wir an einem russischen Soldatenfriedhof vorbei, 3 km weiter soll der deutsche Soldatenfriedhof kommen
    • Wir biegen von der Hauptstraße rechts ab und fahren 300 m einen Schotterweg entlang
    • Am Ende vom Schotterweg steht ein Schäfer mit seinen Schafen und schaut komisch
    • Hier gibt es keinen Friedhof
    • Wir fahren wieder zurück und schauen uns den russischen Soldatenfriedhof an
    • So viele Gräber…
    • Wahnsinn, wie viele da einfach mitmachen und ihr Leben riskieren, während die, die Krieg wollen, einfach nur am Schreibtisch sitzen und planen und überhaupt nichts riskieren
    • Wäre doch richtig schön, wenn Krieg wäre, und keiner geht hin
    • Das erste Mal seit langem sind wir nicht nass geworden, von innen
    • Nach dem Besuch des Friedhofs fahren wir weiter
    • Ca. 30 km hinter Wolgograd kommt hupend ein Auto hinter uns her und winkt uns freundlich raus
    • Es ist keine Polizei
    • Wir halten am Straßenrand und unterhalten uns mit Ivan über Google Übersetzer, so gut es geht
    • Er freut sich so sehr Deutsche zu sehen
    • Er zeigt uns Bilder vom Angeln und will uns wahrscheinlich zum Angeln einladen
    • Wir lehnen dankend ab, da wir ein Hotel in Borissoglebsk gebucht haben und weiter wollen
    • Dann macht er uns verständlich, dass wir hier 10 Minuten warten sollen, er würde uns Fisch holen
    • Zumindest haben wir das so interpretiert
    • Wir warten und sind gespannt
    • Keine Minute später hält ein russischer Motorradfahrer und fragt in gebrochenem Englisch, ob wir Probleme haben und ob wir Hilfe brauchen
    • Er ist auch nicht von der Polizei
    • „Nein, alles perfekt, wir warten nur auf einen von deinen Kameraden“
    • „Woher kommt ihr?“… fragt Bogdan.
    • „Deutschland“
    • „Was, Deutschland!?!“ 
    • Er meint dann nur lachend „Heil Hitler“ und klopft mir auf die Schulter
    • Dann kommt aber noch ein tolles Gespräch zu Stande, mit einem, der einigermaßen Englisch konnte
    • Anschließend fährt er weiter, und wir warten weiter auf Ivan
    • Keine 5 Minuten später kommt Ivan auf der anderen Seite an, rennt über die vierspurige Straße, macht einen Hürdensprung über die Leitplanke und schenkt uns eine Tüte
    • „Delikatesse“, sagt er
    • Wir unterhalten uns noch ein bisschen und machen Fotos
    • Das letzte, was er uns übersetzt, ist „Frieden für alle“
    • dann trennen sich unsere Wege
    • Wir fahren weiter und suchen nach Tankstellen
    • Die drei nächsten Tankstellen haben keinen Sprit
    • Langsam werden wir nachdenklich
    • Als die Reserveanzeige von Louis leuchtet, sehen wir eine Tankstelle auf der linken Seite
    • Es gibt Benzin, 95 Oktan, wir tanken voll
    • Da es auch hier immer wieder Polizeikontrollen gibt, nehme ich mein Geld in die Jackentasche
    • Das Korruptionsgeld kommt in die linke Hosentasche
    • Die Landschaft wird schöner, grüner und immer wieder kommen große Felder mit Sonnenblumen
    • Straßentechnisch sieht es leider anders aus
    • wie auf dem Weg nach Wolgograd so geht es auch hier auf dem Weg nach Moskau fast nur geradeaus
    • Wir vertreiben uns die Zeit während dem Fahren mit Schnick-Schnack-Schnuck
    • Nach circa 1 Stunde Fahrt wird Louis müde, kurz darauf kommt wieder eine Tankstelle
    • Ich will einen Cappuccino
    • man muss aber am Automaten ein Ticket ziehen, aber alles auf Russisch
    • Ich hol meinen Google Übersetzer raus und zeige es einem Mädchen hinter mir
    • Sie hilft mir, füttert den Automaten mit ihrer Geldkarte, und ich gebe es ihr in bar
    • Leider kommt die Zahl, die auf meinem Zettel steht, nicht auf dem Bildschirm 
    • Nach 15 Minuten frage ich mal freundlich nach
    • Die Frau hinter der Theke schaut auf den Bildschirm, schaut meinen Zettel an, bruddelt irgendwas und lässt mir einen Cappuccino raus
    • Also, geht doch…
    • Dann kommt das Mädchen, welches mir mit dem Cappuccino geholfen hat, zu uns an den Tisch, sie heißt Alina
    • Sie spricht Englisch und fragt uns, wo wir herkommen und wo wir hinfahren
    • Sie fährt jetzt mit ihren Eltern zurück nach Wolgograd, sie studiert dort Medizin
    • Es entwickelt sich ein nettes Gespräch
    • Zum Schluss fragt sie, ob sie Bilder machen darf
    • Klar, natürlich, ihr Freund macht Bilder von uns dreien
    • Dann fahren wir weiter
    • Nach 150 km tanken wir wieder und sitzen dann sofort wieder auf
    • Die letzten 90 Minuten fahren wir durch 
    • Die Landschaft ist schön, rechts und links sind viele Bäume, wir kommen uns vor wie in Finnland 
    • Um 18:00 Hotel kommen wir am Hotel an, Google Maps führt uns direkt vor die Haustüre.
    • Wir checken ein und gehen in ein schönes, großes Zimmer
    • Wir buchen gleich Abendessen und Frühstück dazu
    • Im Zimmer schauen wir uns den Fisch von Ivan an
    • Es sind vier Fische in der Tüte
    • Weiß jemand, wie der Fisch heißt? @Sven…?
    • Wir dachten, der Fisch ist schon geräuchert und gleich verzehrbar
    • Aber er ist roh
    • Puh… leider können wir nichts damit anfangen, Ivan
    • Wir überlegen, was wir mit dem Fisch machen sollen, wegwerfen wäre zu schade
    • Dann dachte ich an die nette Rezeptionistin…
    • Die frag ich einfach mal
    • Ich gehe mit den Fischen nach unten, erkläre ihr, dass wir das von einem freundlichen Russen geschenkt bekommen haben und nichts damit anfangen können – sie könnte die Fische haben
    • Ohne zu zögern nimmt sie die Fische und bedankt sich herzlich
    • Sehr schön, freut mich, dass sie noch Verwendung finden
    • Tut mir leid, Ivan, aber trotzdem noch mal herzlichen Dank
    • Wir duschen und gehen dann einen Stock tiefer ins Restaurant
    • Dort sieht es aus wie in einer Kantine
    • Die Küchenchefin kommt raus und erklärt uns auf Russisch, was es gibt
    • Wir zucken mit den Schultern und fragen, ob sie Englisch kann
    • Aber selbst das hat sie nicht verstanden
    • Sie lächelt müde, geht wieder in die Küche, kommt aber sofort wieder zurück
    • Sie lächelt wieder, versucht es noch mal auf Russisch, merkt, dass wir nichts kapieren, und lächelt wieder
    • Da ist er wieder, der Berg mit dem Ochs…
    • Ein Russe steht auf, will helfen, und spricht uns in gebrochenem Deutsch an
    • Perfekt… Er übersetzt
    • Kartoffelbrei oder Bratkartoffeln, mit Fisch oder Hühnchen
    • Wir bestellen, die Küchenchefin ist zufrieden, wir bedanken uns bei dem Russen und setzen uns hin
    • Das Essen ist nichts besonderes
    • Die Rezeptionistin kommt in die Kantine und bedankt sich noch mal für den Fisch, er ist sehr lecker
    • Danach machen wir noch einen kurzen Spaziergang durch den Park in der Stadt
    • Im Hotel wieder angekommen setzt sich jeder an seinen Rechner
    • Ich suche wieder ein Hotel kurz vor Moskau, so dass wir morgen nicht mit den Motorrädern suchen müssen
    • Es gibt einige, aber es ist ziemlich zäh was zu finden
    • Entweder ist alles auf Russisch, oder es ist keine Mailadresse angegeben, oder die Homepage existiert nicht mehr
    • Naja, wir werden sehen…
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  • 26.07.2026

    • Heute wieder super geschlafen, dank Klimaanlage
    • Draußen ist es einfach zu warm
    • Kurz nach 9:00 Uhr gehen wir zum Buffet, ist sehr gut
    • Ich stehe wie immer verwirrt an der Kaffeemaschine und kann nichts lesen
    • Ich drücke auf das russische Wappen, in der Hoffnung, dass ich es vielleicht auf Englisch umstellen kann
    • … geht sogar auf Deutsch
    • Ich drücke auf schwarz-rot-gold, finde den Cappuccino-Knopf und lass mir diesen raus
    • Dann will ich den nächsten russischen Kaffee-Junkie beobachten, wie der/die sich zu helfen weiß
    • Die sollen sich auch mal wie ich fühlen, wenn man einen Kaffee will und nichts lesen kann
    • Dann kommt aber leider der Tellerwäscher vorbei, stutzt an der Kaffeemaschine, überlegt eine Weile, dann drückt er fünf mal rum und schon ist alles wieder auf Russisch
    • Schade…
    • Da ich noch nicht so vergesslich bin, konnte ich mir merken, welchen Knopf ich für den nächsten Cappuccino drücken muss – oben rechts
    • Louis geht schon mal aufs Zimmer, die Reservierung für das Hotel in Moskau hat noch nicht ganz geklappt
    • Die Reservierung hat Gott sei Dank nicht geklappt – das Zimmer war deshalb so billig, da es keine Fenster hatte, und Bad und WC auf dem Gang waren
    • Louis sucht ein anderes Hotel, findet eins, bucht es und bekommt auch sofort die Bestätigung vom Hotelchef
    • Es liegt zwischen dem ersten Ring und dem zweiten Ring
    • Kein Gefängnis, also mit Fenster und eigenem Bad und WC
    • Ich mache einen Plan, was wir heute noch alles erobern können
    • … anschauen können
    • Danach ruhen wir uns noch ein wenig aus
    • Draußen ist es sehr heiß und drückend
    • Kurz nach 14:00 Uhr kommen Wolken und es wird ein wenig angenehmer
    • Wir laufen die 1,8 km zur Wolga runter
    • Was hier einem auffällt, alles ist sauber, abends fahren die Kehrmaschinen durch die Straßen
    • Im Stadtpark liegt kein Papierschnipsel oder Zigarettenstummel rum
    • Tagsüber wird in den Unterführungen gekehrt
    • Es läuft kein Pack rum und niemand wirft einfach Zeug auf den Boden
    • Wir schauen uns den „Feuerlöscher“ an, der erste Feuerwehr Rettungsdampfer, der an zwei Kriegen teilgenommen hat
    • Wir laufen an der Wolgapromenade entlang und buchen eine zweistündige Schifffahrt
    • Wir bestellen uns auf dem Schiff einen Cappuccino und Louis ein hellblaues Giftgetränk
    • Wir fahren wieder am Museum vorbei, nebendran das Pawlow-Haus, dann das nicht fertige Riesenrad und das Stadion von Rotor Wolgograd
    • Im Hintergrund die Mutter-Heimat-Statue
    • An der Anlegestelle wieder angekommen, laufen wir weiter die Wolga entlang
    • Wir kommen an einem gepanzerten U-Boot vorbei, welches im Glaskasten eingelagert ist
    • Dieses U-Boot wurde mal zufällig am Boden der Wolga gefunden
    • Danach laufen wir zur Statue zu Ehren Lenins
    • Auf dem Weg zum Hotel finden wir den russischen Schuhladen „rieker“
    • Als hätte der Laden auf dem Weg sein müssen, denn Louis benötigt dringend Schuhe
    • Heute ist Sonntag, und der Schuhladen hat trotzdem auf
    • Louis findet sogar relativ schnell, was nicht gewöhnlich ist, die perfekten Schuhe
    • Wir kaufen die und laufen zum Hotel zurück
    • Dann duschen, umziehen und wir gehen diesmal raus ins Restaurant
    • Dort bekommen wir die Speisekarte, keine Bilder drauf, kein QR-Code, und wir stehen wieder wie der Ochs vor‘m Berg
    • Nach langem hin und her bekommen wir erklärt, dass es hier nur Pasta und Salate gibt
    • Wir gehen 300 m weiter, da gibt es ein Steakhaus – mit englischer Speisekarte
    • Dort essen wir, und es war gut
    • Im Hotel gehe ich noch 1 Stunde ins Fitness und Louis arbeitet
    • Den Hotel-Fehler machen wir diesmal nicht mehr, ich buche ein Hotel in Borissoglebsk, welches wir morgen ansteuern wollen
    • Dann ist auch der letzte Tag in Stalingrad beendet, wir haben viel erlebt und viel gesehen
    • eine lohnenswerte Stadt mit viel Geschichte – keine schöne Geschichte, aber Geschichte

  • 25.07.2026

    • Gegen 8:30 Uhr wachen wir bei herrlichem Sonnenschein auf
    • Gestern habe ich meinen russischen Freund bezüglich Moskau angeschrieben
    • Wegen Drohnenangriffe, Krieg, GPS, Spritknappheit, und überhaupt die Gefährlichkeit in Moskau
    • Heute Morgen schreibt er zurück, dass es in Moskau circa 4x im Monat Luftalarme wegen Drohnenangriffe gibt
    • GPS würde zu 90 % funktionieren
    • Ansonsten lohnt es sich auf alle Fälle, Moskau zu besuchen
    • Das Gefährlichste aus seiner Sicht ist der chaotische Verkehr
    • Oh, auch das noch…
    • Wir gehen frühstücken, Buffet
    • Danach chillen wir noch im Bett, Check out ist erst um 12:00 Uhr
    • Wir beschließen, Jekaterinburg, Sibirien und Kasan auszulassen – da komme ich dann sowieso auf meiner Mongoleireise automatisch vorbei
    • Der Plan ist, am Montag über zwei Tage dann direkt nach Moskau zu fahren
    • Moskau, Sankt Petersburg und Murmansk dann ausgiebig anschauen
    • Wir packen zusammen und fahren mit unseren Motorrädern zur Mutter-Heimat-Statue – 10 km
    • Wir fahren runter zur Wolga und am Fluss entlang
    • Wir kommen an einem noch nicht fertiggestellten Riesenrad und direkt am Stadion von Rotor Wolgograd vorbei
    • Wir machen eine Linkskurve und haben direkt vor uns den Mamajew-Hügel mit der Mutter-Heimat-Statue (diesen Hügel hatten mal die Deutschen eingenommen, dann wieder die Russen, dann wieder die Deutschen… so ging das hin und her)
    • Wir suchen einen Parkplatz und laufen im T-Shirt und Motorradhose in der prallen Sonne den Berg hoch – es sind 38°, wir schwitzen ein wenig
    • Beeindruckend, was alles gemacht wurde zum Gedenken an den Sieg der sowjetischen Streitkräfte
    • In der Schlacht von Stalingrad, die von Juli 1942 bis Februar 1943 ging, waren ca. 2.000.000 Soldaten beteiligt, die Hälfte davon sind gefallen
    • Im „Saal des Soldatenruhms“ stehen zwei Wachposten stocksteif vor dem ewigen Feuer
    • Ein anderer Wachmann kommt mit dem Tuch und wischt den stocksteifen Kameraden den Schweiß vom Kopf – sie dürfen sich nicht bewegen
    • Wir laufen hoch zur Mutter und setzen uns neben ihr in den Schatten
    • Von hier aus hat man auch einen herrlichen Blick auf das Stadion von Rotor Wolgograd
    • Von außen sieht das Stadion sehr schön aus – gut, das kann man natürlich nicht mit dem Neckarstadion vergleichen, das sind andere Welten!
    • Ans Neckarstadion kommt halt nichts ran…
    • Falls unsere Roten hier mal den Rotor drehen dürfen, ich biete mich sehr gerne als Reiseführer an
    • Anschließend gehen wir in die Russisch-orthodoxe Kapelle und zünden zwei Kerzen an
    • Diese Kapelle ist ein heiliges Denkmal, das den Helden der Schlacht von Stalingrad gewidmet ist und als Ort der Erinnerung für die gefallenen Soldaten dient
    • Nebenan ist noch das Stalin-Museum, welchem wir auch einen Kurzbesuch abstatten
    • Im Museum hecke ich mit Josef einen Schlachtplan aus
    • Danach laufen wir den Berg runter zu unseren Motorrädern
    • Wir fahren die restlichen Kilometer über Umwege aufgrund von vielen Baustellen zu unserem neuen Hotel
    • Heute waren es sagenhafte 18 km auf dem Motorrad
    • Als wir unsere Motorräder vor dem Hotel parken, kommt da ein Typ angelaufen und stellt sich davor
    • „endlich wieder Deutsche!“ sagt er und freut sich
    • Wir freuen uns ebenfalls
    • Martin aus Görlitz begrüßt uns
    • Er ist auch mit dem Motorrad unterwegs und fährt jetzt mit dem Zug für drei Tage nach Moskau, um sich die Stadt anzuschauen
    • Sein Motorrad kann er im Hinterhof des Hotels stehen lassen
    • Er macht das so, weil der Verkehr in Moskau angeblich eine Katastrophe ist
    • Das bringt uns zum Nachdenken – so könnten wir auch den Chaosverkehr in Moskau umgehen
    • Allerdings fährt man von Wolgograd 20 Stunden mit dem Zug, im Schlafwagen, und dann muss man die 20 Stunden auch wieder zurück
    • Wir begleiten Martin zum Zug
    • Martin kommt aus Polen und kann auch ein wenig russisch
    • Wir gehen zum Fahrkartenschalter und Martin checkt die Lage für uns, mit Hin- und Rückfahrt
    • Wir buchen noch nichts, haben jetzt aber die Zeiten, wann die Züge fahren
    • Wir lassen uns auch einen Plan der Zwischenstationen geben
    • Eine Idee wäre noch, mit dem Motorrad so dicht wie möglich an Moskau ran zu fahren, und dann vielleicht die letzten 3 Stunden mit dem Zug rein
    • Wir haben jetzt alle Informationen, verabschieden uns von Martin, der in den Zug steigt, und laufen Richtung Hotel zurück
    • Martin erzählte, dass es heute um Mitternacht und um 7:00 Uhr morgens angeblich Drohnenangriffe auf Wolgograd gegeben hat
    • In Wolgograd werden Raketen gebaut, deshalb ein beliebtes Drohnen-Ausflugsziel
    • Wir haben aber nichts mitbekommen
    • Auf dem Rückweg gehen wir noch in den Supermarkt und kaufen Trinken
    • Im Hotel dann duschen, umziehen und im eigenen Restaurant gehen wir essen
    • Wir diskutieren, wie wir das mit Moskau machen
    • Entweder wie geplant mit dem Motorrad nach Moskau rein, oder von hier aus mit dem Zug 20 Stunden und 20 Stunden wieder zurück
    • Oder wir suchen uns einen Zwischenstandort, den wir mit dem Motorrad anfahren, und von dort aus dann mit dem Zug nach Moskau rein
    • Wir wissen es noch nicht…
    • Nach dem Essen gehen wir draußen noch ein bißchen spazieren und schauen uns die Alexander Newsky Kathedrale an, die direkt neben unserem Hotel steht
    • Wir finden noch keinen Nenner wegen Moskau
    • Ich würde lieber den Zug nehmen, Louis findet das unnötig und will mit dem Motorrad reinfahren
    • Ein Hotel mitten im Zentrum haben wir schon gefunden, und man kann sogar ohne Kreditkarte buchen und bezahlen dann vor Ort
    • Auf den Bildern sieht es richtig schön aus – der Preis ist aber sehr günstig
    • Das macht mich stutzig…
    • Wir diskutieren wieder über Moskau
    • Letztenendes lasse ich mich breit schlagen und stimme zu mit dem Motorrad direkt in die Innenstadt nach Moskau reinzufahren
    • Wird schon gut gehen – aber halt auch viele Nerven kosten
    • Louis bucht das Hotel, ich schaue mir den Weg von Wolgograd nach Moskau an
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  • 24.07.2026

    • Für 9:00 Uhr hatten wir den Wecker gestellt
    • Seit 7:00 Uhr konnte ich nicht mehr schlafen
    • Leider ging heute Nacht das WLAN nicht mehr, somit konnte ich im Internet nichts mehr machen
    • Habe dann heute Morgen gleich die Homepage fertig gemacht, und alles online gestellt, damit es keine Kritik aus Kölleda gibt 😉
    • Wir gehen zum Frühstück, es gibt Buffet, reichlich und war ganz gut
    • Wir diskutieren, wie die nächsten Tage aussehen sollen
    • Die Straßen nach Jekaterinburg und bis Sibirien werden wohl nicht interessanter sein als die letzten zwei Tage
    • Spannender wird es dann wahrscheinlich eher erst im Ural und in Sibirien
    • Wenn wir Jekaterinburg auslassen würden, könnten wir in den Großstädten wie Moskau, Sankt Petersburg und Murmansk noch mehr Tage einplanen
    • Wir suchen jetzt erst mal eine Bank, bestenfalls eine Wechselstube
    • Ich hole meine Knitterscheine aus meinem Gürtel (in der Hoffnung, die akzeptieren das doch) und wir laufen mit 2000 € Bargeld durch Wolgograd
    • Was wir auch schon in Russland festgestellt haben, wenn man bar bezahlt, bekommt man circa 15 % Rabatt gegenüber Karte
    • Die erste Bank hat uns abgewiesen, dann die zweite Bank auch
    • Bei der dritten Bank konnten wir dann endlich tauschen
    • Allerdings mussten wir am Automaten vorher eine Nummer ziehen – zum Glück konnte man den Kollegen auf Englisch umstellen
    • Maximal aber nur 1000 €
    • Und da wir keinen festen Wohnsitz hier in Russland haben, gingen letztenendes nur 400 €
    • Mein kompletter Reisepass wurde eingescannt
    • Ich gab ihr meine 400 € Knitterscheine
    • Jeder einzelne Schein wurde durch eine Maschine gescannt, und schließlich hat sie mit einer Lope ebenfalls jeden einzelnen Schein noch mal angeschaut
    • Alles war okay, selbst das Geknitterte war ihr egal
    • Dann gab sie uns einen Tipp, 300 m weiter wäre wieder eine Bank
    • Wir gehen zur nächsten Bank, auch da können wir tauschen
    • Sie wollte auch einen festen Wohnsitz, unser Hotel hat ihr dann schließlich doch gereicht
    • Ich gab ihr meine restlichen 1600 €, davon 80 Zehnerscheine, die ich aus Bulgarien aus dem Automat hatte
    • Sie hat auch wieder jeden einzelnen Schein angeschaut, davon 29 Zehner mir zurückgegeben – ist wohl Falschgeld
    • Dann habe ich noch auf einem russischen Formular 5 Haken setzen und unterschreiben müssen – was auch immer das war
    • Vielleicht hab ich ja jetzt 5 Spülmaschinen gekauft
    • Aber das wäre gar nicht so schlimm, denn meine daheim ist kaputt – und die anderen 4 kann ich ja verkaufen
    • Letztenendes konnten wir hier 1310 € tauschen
    • Jetzt haben wir wieder genügend Bargeld, welches nach unserer Rechnung ca. zweieinhalb Wochen reicht
    • Jetzt ist 13:00 Uhr, der halbe Tag vorbei, und wir sind im Hotel
    • Gegen 13:30 Uhr laufen wir los
    • Louis‘ eSIM funktioniert nicht, dafür geht das GPS einwandfrei – sehr wichtig!
    • So kommen wir gezielt überall hin
    • Wir fahren mit dem Linienbus ein paar Stationen, um die 3 km zu überbrücken
    • Der Fahrer hilft uns und sagt, wo wir aussteigen können
    • Und er will gar kein Geld
    • Wir besuchen den History Park – die Geschichte Russlands von 1918 bis heute
    • Super gemacht mit Bildschirmen überall, Touchscreens… – leider kann man nichts auf Deutsch umstellen, geschweige denn auf Englisch
    • Und russisch habe ich in der Schule leider nicht gehabt
    • Sehr schade…
    • Wir laufen runter zur Wolga, gehen dort ein bisschen entlang und steigen wieder in den Linienbus Richtung Kriegsmuseum
    • Vor dem Museum stehen Tafeln mit der Geschichte der Kapitulation Deutschlands im zweiten Weltkrieg, auf Russisch und sogar auf Deutsch
    • Das Museum ist auch interessant, mit deutschem Audioguide
    • Nach dem Museum haben wir uns einen Cappuccino und einen Muffin verdient 
    • Wir beschließen, noch zwei Nächte hier zu bleiben, allerdings müssen wir das Hotel wechseln
    • Wir laufen zu dem Hotel von gestern mit dem kleinen Museum – es sind leider andere Mädels an der Rezeption
    • Das Hotel ist von Samstag bis Montag leider ausverkauft
    • Sie verweisen auf ein Hotel 200 m weiter
    • Wir laufen rüber und die haben sogar ein Zimmer frei für diese beiden Nächte
    • Wir buchen
    • Danach laufen wir 3,8 km zu unserem Hotel zurück
    • Insgesamt haben wir bestimmt 10 km heute in den Beinen
    • Jetzt ist 19:30 Uhr, und der übliche Ablauf beginnt – duschen, umziehen, essen gehen
    • Wir essen wieder hier im Hotel, diesmal tschetschenisch – Lamm mit Nudeln und Knoblauchsauce
    • War gut
    • Anschließend gehen wir aufs Zimmer, wir sind platt
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  • 23.07.2026

    • wir gehen um 9:00 Uhr zum Frühstück
    • Ist nicht mehr so feudal wie die letzten zwei Tage – sehr einfach
    • 520 km sind es noch bis Stalingrad/Wolgograd, das wollen wir heute schaffen
    • Wir werden sehen…
    • Gegen 10:00 Uhr fahren wir los
    • 1 Stunde früher als gestern, und diesmal wird uns keine Stunde geklaut – insofern haben wir 2 Stunden gut heute
    • Wir wollen jetzt in dieser Stadt noch tanken – wir fahren vom Hotel los
    • 200 m vor der Tankstelle stehen aber schon die Autos Schlange
    • Samuel hatte schon gesagt, bis Astrachan gibt es keine Tankstellen, die Benzin haben, und das GPS läuft auch nicht
    • Wir fahren auf die Hauptstraße Richtung Astrachan und tatsächlich fällt das GPS aus
    • Zum Glück müssen wir auf dieser Hauptstraße bis Wolgograd bleiben
    • Wir fahren an einigen Tankstellen vorbei, alle zu
    • In der nächsten größeren Stadt kaufen wir viel Wasser und ich einen Cappuccino
    • Nach einer kurzen Pause fahren wir weiter
    • Es kommen wieder einige Tankstellen, aber alle zu
    • Ich habe noch Sprit für ca. 350 km, Louis noch für ca. für 200 km, +5 Liter im Kanister
    • Wir fahren nicht direkt nach Astrachan, sondern biegen vorher links ab, eine Umgehungsstraße
    • Da kommt doch tatsächlich eine Tankstelle, der Liter Sprit für 0,80 € – Wahnsinn
    • Einige Wochen vor unserer Reise kostete der Sprit in Russland 0,60 € – gestern haben wir sogar mal 1,50 € bezahlt
    • Louis will zapfen, es kommt kein Sprit raus
    • Er läuft immer wieder zu der Kassiererin hin und gestikuliert, sie gestikuliert zurück
    • Bis wir es kapiert haben, dass sie erst Bargeld haben will, bevor sie die Zapfsäule freigibt
    • Ok, wir geben ihr 5000 Rubel und können tanken
    • Wir tanken voll, jeder circa 12 l
    • Ohne Pause fahren wir dann weiter
    • Es ist so ein schönes Gefühl, mit vollem Tank weiter zu fahren
    • Davor war uns irgendwie mulmig, obwohl wir noch genügend Sprit hatten
    • Aber es ist schon ein komisches Gefühl, wenn die Autos 200 m an der Tankstelle stehen und die nächsten Tankstellen alle zu sind
    • Das GPS macht auch Probleme. Es hakt sehr oft
    • Immer mal wieder ist es da und wir sehen, wir befinden uns auf dem richtigen Weg
    • Es gibt zum Glück nur eine Straße nach Wolgograd
    • Immer wieder gibt es Polizeikontrollen, bei denen unser Puls ständig hochgeht
    • Bisher wurden wir noch nicht angehalten – aber der Tag ist ja noch nicht vorbei
    • Es sind 38° und wolkenloser Himmel
    • Es ist sehr heiß zu fahren
    • Und wieder Polizei…
    • Haben die eigentlich nichts besseres zu tun?
    • Wir werden beide langsam müde
    • gegen 14:00 und nach 240 km kommt doch eine Tankstelle mit Supermarkt und klimatisierten Café 
    • Tanken wollen wir noch nicht, Cappuccino ist angesagt und viel Wasser kaufen
    • 2,5 Liter Wasser hat heute schon jeder getrunken
    • Louis ist müde und zwingt sich deshalb einen Espresso rein
    • Wir gehen wieder raus und kriegen einen Hitzeschock – brutal!
    • Wir hoffen, dass wir in Wolgograd irgendwie GPS haben, um ein Hotel finden zu können
    • Ansonsten wird es recht zäh
    • In Wolgograd habe ich meine 10.000 km seit dem letzten Ölwechsel hinter mir
    • Es wäre Zeit für neues Öl
    • 4 Liter Öl und Ölfilter habe ich dabei
    • Heute Morgen sind wir mit der Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h gestartet, haben dann auf 100 km/h erhöht und später auf 110 km/h
    • Seit heute Morgen überholen wir nicht mehr bei Überholverbot und sobald Blitzer angezeigt werden, bremsen wir herunter
    • Trotzdem werden wir immer wieder von Autos überholt
    • 200 km nach dem letzten Tanken suchen wir wieder Tankstellen
    • Wir finden eine, die aber nur 92 oktaniges Klopfbenzin hat – das wollen wir unseren Motoren nicht antun
    • 40 km weiter gibt es wieder eine Tanke, 95 Oktan und wir tanken voll
    • Nach dem Tanken kommt ein lustiger Halbchinese auf mich zu und wir verständigen uns mit Händen und Füßen
    • Wir wollten uns drinnen noch ein bisschen ausruhen, aber es ist definitiv zu kalt
    • Die Klimaanlage hat gefühlt auf 10° runter gekühlt
    • Wir setzen uns draußen in den Schatten, essen Bananen und Äpfel und trinken dann einen Espresso
    • Wir fahren weiter die letzten 140 km bis Wolgograd
    • Hinter mir hängt wieder so ein Transporter, bei 100 km/h direkt am Nummernschild – das stresst mich!
    • Wenn jetzt ein Igel über die Straße läuft und ich eine Vollbremsung machen muss, dann ist dem seine ganze Front kaputt
    • Die Leute denken aber auch gar nichts
    • Es geht weiterhin nur geradeaus durch die öde und karge Landschaft
    • Irgendwann kommt mal eine Kurve, Radius mindestens 100 m
    • Ich lass meinen Fuß auf dem Asphalt streifen, damit ich das Gefühl habe, ich bin in 45° Schräglage 😉
    • 40 km vor Wolgograd geht erwartungsgemäß das GPS nicht mehr
    • Sehr schlecht!
    • Zum Glück sind wir auf der richtigen Hauptstraße, die direkt nach Wolgograd führt
    • Als wir fast mittendrin in Wolgograd sind, funktioniert das GPS plötzlich wieder
    • Super! Es hat auch keine Aussetzer mehr
    • Hier ist auch Feierabendverkehr, aber mit Machatschkala nicht zu vergleichen
    • Hier ist kein Gedränge, es wird nicht dicht aufgefahren und gehupt wird auch nicht
    • Wir fühlen uns wie in einer anderen Verkehrswelt – sehr angenehm
    • Louis googelt ein Hotel mitten im Zentrum
    • Wir fahren es an und zwei Mädels sind an der Rezeption
    • Wir wollen drei Nächte in dieser Stadt bleiben, damit wir zwei volle Tage haben, die Geschichte zu erkunden
    • Wie es in den Großstädten immer so ist, gibt es auch hier keine Zimmer
    • So reserviert die Russen in Tschetschenien waren, so herzlich und gastfreundlich sind die beiden Mädels
    • Sie führen uns durch ihr kleines Museum im Hotel
    • Eine Originalwaffe aus dem zweiten Weltkrieg
    • Wir lernen Lenin und Stalin kennen
    • Auf einer Karte ist der Schlachtplan von Admiral Paulus von der sechsten Armee
    • usw…
    • War sehr nett von den beiden und sehr interessant
    • Sie empfiehlt uns ein anderes Hotel, ruft dort sogar an, und die haben ein Zimmer frei
    • Als wir auf die Uhr schauen, merken wir, dass wir jetzt weiter im Westen sind und 1 Stunde geschenkt bekommen haben – danke
    • Wir ziehen uns wieder an, starten die Motorräder und fahren weiter durch die Stadt
    • Wir finden das Hotel fast auf Anhieb und checken ein
    • Leider können wir nur zwei Nächte bleiben, danach ist komplett ausgebucht
    • Nun das übliche, duschen, umziehen, essen gehen
    • Wir essen im hoteleigenen Restaurant
    • Speisekarten auf Russisch, wie überall 
    • Wir haben bestimmt 15 Minuten mit Google Übersetzer und mit der Bedienung es irgendwann mal geschafft, das Essen zu bestellen
    • Und das Essen war dann aber auch sehr lecker
    • Nach dem Essen sind wir noch in den Supermarkt gelaufen, Nachtisch holen
    • Der Kassierer spricht uns auf Englisch an, was wir in dieser Stadt machen wollen
    • Sightseeing
    • Daraufhin fragte er, ob er uns einige Sachen auf Google Maps zeigen darf
    • So bekamen wir einige wertvolle Tipps von Nikita
    • Er meinte auch, dass der Spritmangel nur den Süden Russlands betrifft
    • Super, netter Typ mit perfektem Englisch – den zu treffen hatte einen Sinn
    • Wir gehen zurück ins Hotel und arbeiten ein bisschen
  • 22.07.2026

    • um 8:00 Uhr sind wir aufgestanden, um die Maschinen schon zu packen, bevor um 10:00 Uhr die Sonne um’s Eck kommt
    • Ich schraube als erstes meine Werkzeugbox ab und verabschiede mich von ihr
    • Samuel schrieb gestern Abend noch, dass er in Kasachstan angekommen ist
    • Kurz vor der Grenze ist er allerdings von korrupten russischen Polizisten angehalten worden, die Geld gefordert haben
    • Er hat sich blöd gestellt, und letztenendes „nur“ 5000 Rubel (ca. 54€) bezahlt
    • Gut, blöd stellen geht bei mir äußerst schlecht…
    • Die Pause hat sehr gut getan, nachdem wir 11 Tage am Stück gefahren sind
    • wir freuen uns heute aber auch wieder aufs Fahren
    • Louis bekommt das Ergebnis seiner Abschlussprüfung mitgeteilt
    • Er ist jetzt gelernter Kfz-Mechatroniker
    • Wir gehen zum Frühstück und genießen noch mal richtig wie Könige
    • Die nächsten Tage wird es eher wie Bettler werden
    • Gegen 11:00 Uhr, bei 31° und wolkenlosen Himmel fahren wir los
    • 15 km Stopp and Go und guten Verkehr durch die Stadt, bis wir endlich draußen sind
    • Der Verkehr war zum Glück nicht ganz so schlimm wie vor anderthalb Tagen abends, als wir angekommen sind
    • Dann fängt eine öde Steppe an, links und rechts nichts als karge Landschaft
    • Aber wir können Kilometer machen
    • 180 km haben wir seit dem letzten Tanken hinter uns
    • Wir suchen trotzdem nach Tankstellen, fahren aber immer an welchen vorbei, die keinen Sprit haben
    • Noch haben wir genügend, +5 l Reserve
    • Immer wieder gibt es Polizeikontrollen
    • Circa 50 km weiter kommt eine Tankstelle, die Benzin hat
    • Wir tanken jeder 12,5 Liter voll
    • Wir machen Pause im Schatten, es ist sehr heiß, jetzt 36°
    • Und wir kaufen noch Wasser, für alle Fälle
    • Die Hauptstraße ist zweispurig, in jede Richtung eine 
    • Die Überholmanöver sind manchmal sehr waghalsig
    • Die Autos überholen manchmal trotz Gegenverkehr und hoffen, dass der gegenüber weit rechts fährt
    • Heute ist es sehr eintönig und langweilig zu fahren, im Gegensatz zu den letzten Tagen in Dagestan
    • Wir machen noch mal Pause in einem klimatisierten Café, es gibt guten Cappuccino
    • dann geht’s wieder auf die Hauptstraße und Kilometer fressen
    • Nach einigen Kilometern kommt eine Gewichtskontrolle für LKW‘s
    • Es geht im Stopp and Go, einige LKW’s werden rausgezogen, einige nicht
    • Ein Polizist winkt uns, wir müssen auch raus
    • Hat der uns mit einem LKW verwechselt?
    • da gibt es eine kleine Anekdote aus Kesan in der Türkei, mancher hat es damals gelesen…
    • Der Hotelchef in Kesan hat für unsere Motorräder einen Platz in seinem Flur angeboten
    • Ich sagte zu ihm, das ist zu eng, da komme ich nicht durch
    • Er meinte, ich soll mit meiner Maschine kommen, kein Problem, er wird mir helfen
    • Als ich dann mit meinem Schnabeltier ankam, hat er ganz große Augen bekommen und meinte: „it’s not a motorbike, it’s a Truck!“
    • So, der Polizist mit dem wohlgenährten Bauch will in der glühenden Sonne unsere Reisepässe sehen
    • Dann zeigt er auf der gegenüberliegenden Seite zu seinem Kabuff, wir sollen mit ihm mitgehen
    • Ein anderer Mann ist schon drin, den hat er wohl auch rausgezogen
    • Er fertigt ihn ab und dann kommen wir dran
    • Er zeigt auf seinem Handy ein Video von zwei Motorradfahrern, die bei durchgezogener Linie Autos überholt haben
    • Zwei BMW‘s, beide mit Kennzeichen WN
    • Scheiße, zu leugnen wäre jetzt die falsche Antwort
    • Dann hebt er die Arme als Zeichen „Was jetzt?“
    • Er füllt irgendwas aus, wahrscheinlich den Strafzettel
    • Dann steht er auf, gibt Louis ein Zeichen, die Türe zuzumachen
    • Louis macht die Türe zu, wir sind zu dritt und wir ahnen schon was kommt
    • Er hält die Hand auf
    • Louis hat das Handy in der Hand und übersetzt „Wann können wir weiter?“
    • Er stutzt…
    • Er schreibt auf einen Zettel „500 Dollar“ Strafe
    • Wir übersetzen, dass wir einen Freund in Wolgograd besuchen und dort dann erst an Geld kommen
    • Dann korrigiert er seinen Zettel mit 300 Dollar 
    • Wir lassen wieder übersetzen, dass wir kein Geld haben
    • Dann gestikuliert er, dass die Fahrt vorbei ist und wir draußen an unseren Motorrädern schlafen könnten, wenn wir nicht bezahlen
    • Ich wurde langsam nervös und Louis hatte die Schnauze voll
    • Ich habe ihn ein bisschen bremsen müssen
    • Der Kollege sitzt halt am längeren Hebel
    • Er deutet wieder auf unsere Reisepässe, und dass unsere Fahrt vorbei wäre
    • In weißer Voraussicht hatte ich heute Morgen meine großen Geldscheine in die rechte Hosentasche und links die kleineren Scheine
    • Ich hole in meiner linken Hosentasche die Geldscheine raus und übersetze ihm noch mal, dass das alles ist und wir nicht mehr Geld haben
    • Er macht eine abwertende Handbewegung – war ihm wahrscheinlich zu wenig Geld
    • Er zeigt nochmals auf unsere Pässe, mit der Gestik, sie zu zerreißen
    • Ich werde noch nervöser und denke mir, das darf der doch gar nicht machen
    • Draußen sind noch andere Polizisten und zwei davon sehen aus wie von der Armee
    • Die gehören doch nicht alles zusammen?
    • Ich halte ihm noch mal die paar Scheine hin
    • Er schaut sie noch mal an und nimmt mit Murren die zwei Größten heraus – 1200 Rubel (ca. 13€)
    • Die kleineren Scheine lässt er mir
    • Dann gibt er mir meinen Reisepass zurück und zeigt auf Louis
    • Ich bin frei – Louis muss noch bezahlen
    • Aber er hat dummerweise noch weniger Geld, nämlich gar keins
    • Louis ist richtig genervt von dem Fettleibigen
    • Louis macht ihm noch mal auf Deutsch klar, ohne Rücksicht, ob Beleidigungen im Spiel sind oder nicht, dass er kein Geld hat
    • Der Dicke schaut ihn kurz an, nimmt seinen Reisepass, gibt ihn Louis zurück und brüllt „Dawei, dawei!“
    • Wir machen die Türe auf, gehen schnellen Schrittes nach draußen, über die Straße und zu unseren Motorrädern
    • Ich glaube, so schnell haben wir uns noch nie angezogen, die Motorräder gestartet und losgefahren
    • Puh, das hat Nerven gekostet!
    • Wir fahren weiter, ohne großartig zu überholen und halten uns auch einigermaßen an die Geschwindigkeit
    • Manchmal kommen Kreuzungen, da geht es immer wieder nach rechts und nach links ab
    • Die Straßen sind dann 10 m geteert, gehen dann in Schotter über und verlaufen sich irgendwann im Nichts
    • Sehr merkwürdig…
    • Dann kommt wieder eine Polizeikontrolle mit mehreren Polizisten
    • Ich hab schon Blutdruck
    • Wir fahren langsam ran und kommen unbeschadet durch
    • Puh, umsonst geschwitzt
    • Inzwischen sind wieder 200 km vergangen und wir finden eine Tankstelle
    • Wir wollen jetzt in der Nähe nach einem Hotel suchen, obwohl hier eigentlich weit und breit nichts ist
    • Wir tanken voll
    • Eine russische Familie ist so begeistert von unseren Motorrädern und bequatschen Louis
    • Sie wohnen in Jekaterinburg und haben in Dagestan Urlaub gemacht
    • Louis fragt, ob es auf dem Weg nach Wolgograd ein Hotel gibt
    • In Liman würde es anscheinend Hotels geben, sagt er – in 125 km Entfernung
    • Also noch mal anderthalb Stunden fahren
    • Okay, wir beschließen, das machen wir
    • Nach 105 km müssen wir links abbiegen und keine 50 m weiter wird es eine unbefestigte Straße
    • Diese sollen wir jetzt 20 km fahren?
    • wir machen Pause und diskutieren
    • Wir merken, wir sind wieder in einer anderen Zeitzone, sie haben uns eine Stunde geklaut
    • auf Google Maps sieht Louis, dass wir der Hauptstraße weiter folgen und wir später nach links abbiegen können
    • Wir fahren also weiter, können dann irgendwann links abbiegen Richtung Liman, und das auf befestigter Straße
    • Wir finden auch ein Hotel, welches auch ein Zimmer für uns hat
    • Wir müssen, wie schon vorgestern, mit Reisepass und den ganzen Dokumenten einchecken
    • Wir ziehen uns um, duschen und suchen die Pizzeria, die uns die Hotelfrau empfohlen hat
    • Wir laufen los, GPS funktioniert in diesem Dorf leider nicht
    • Komisch, die ganze Fahrt über hat es funktioniert
    • Wir laufen die 2 km ins Dorf, die Pizzeria hat zu
    • Ein anderes Restaurant hat auch zu
    • Wir finden einen großen Supermarkt und kaufen Vesper für den Abend
    • Dann laufen wir die 2 km wieder nach Hause und essen
    • Wir loggen uns in das WLAN ein und WhatsApp funktioniert ebenfalls – auch hier gibt es den VPN
    • Louis chattet mit Samuel
    • Mal schauen, wie das mit denen weiter geht
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  • 21.07.2026

    • so luxuriös haben wir schon lange nicht mehr geschlafen, und gut
    • Wir gehen zum großen Frühstücksbuffet, fast wie in Europa, außer dass die Schweinshaxe fehlt
    • Das Buffet ist mehr als ausreichend und auch sehr gut
    • Seit vielen Tagen trinke ich zum ersten Mal wieder einen guten Kaffee/Cappuccino
    • Wir beraten während dem Frühstücken, wie wir weiter vorgehen
    • GPS hat gestern in der großen Stadt Machatschkala funktioniert
    • Aber wie sieht es mit Stalingrad, Jekaterinburg, Kasan, Moskau, Sankt Petersburg… aus?
    • Stalingrad wäre die nächste größere Stadt, die wir uns anschauen wollen
    • 800 km entfernt – dort wären wir in circa drei Tagen
    • Das ist unser nächstes Ziel, und dann mal schauen, ob GPS funktioniert
    • Falls das dort nicht funktioniert, werden wir auch nicht nach Jekaterinburg bzw. Sibirien fahren
    • Das macht dann keinen Sinn, da fährt man nur blind durch die Gegend
    • Der Spritmangel tangiert uns nicht wirklich – wir tanken immer voll, sobald eine Tankstelle kommt
    • Zudem habe ich noch meinen 5 l Reservesprit
    • Mein russischer Kamerad aus Moskau schreibt mir, dass es zwischen Moskau und Perm keine Probleme mit Benzin gibt
    • Gut…
    • Nach dem Frühstück waschen wir unsere Wäsche in der Dusche
    • Man hätte auch alles dem Hotel geben können, ein T-Shirt 3,50 €, ein paar Socken, 2€…
    • Für das Geld hätten wir alles wegschmeißen und uns neue Sachen kaufen können
    • 1 Stunde lang suche ich meine Wäscheleine und finde sie nicht
    • Und ich bin mir so sicher, dass ich sie eingepackt habe
    • Unsere Spanner und Rätschen spannen wir zwischen den Motorrädern und hängen dort alles auf
    • Louis macht Mittagsschlaf und ich lese ein bisschen Fake-News aus Deutschland
    • Anschließend gehen wir zum Strand und legen uns die Sonne, und baden einmal im Meer
    • Baden im kaspischen Meer macht man nicht jeden Tag
    • Das Wasser ist warm und so gut wie nicht salzig
    • Der Strand ist total übersät mit Muscheln, man sieht kaum noch den Sand
    • Am Strand ist nicht viel los – es gibt Frauen, die sind im Bikini oder Badeanzug, dann gibt es aber welche, die mit Kutten ins Wasser gehen
    • Nach dem Meer hängen wir die Wäsche ab, sie ist trocken
    • Louis recherchiert wegen Kasachstan, Tadschikistan, Usbekistan…
    • Ich gehe eine halbe Stunde ins Fitnessstudio
    • Nach dem Duschen laufen wir in die Stadt und suchen ein Restaurant
    • Schon beim dritten Restaurant ist Louis zufrieden 
    • Die Speisekarte zu lesen gestaltet sich immer äußerst schwierig
    • Wenn wir Glück haben, gibt es einen QR-Code auf der Speisekarte und wir können anhand der Bilder bestellen
    • Louis hatte zwei große Cevapcici mit wilden Kartoffeln, der Name des Gerichts war unaussprechbar, und Käsekuchen zum Nachtisch
    • Ich hatte Lammkoteletts mit Champignons
    • Das Essen war super lecker
    • Das Lamm war fast so gut wie bei meinem entfernten Bekannten aus Wiesbaden
    • Auf dem Rückweg ist Louis noch in den Supermarkt
    • An der Nusstheke konnte man sich eine Nussmischung selber zusammenstellen
    • Louis schaufelte fünf verschiedene Sorten von Nüssen in eine Tüte, die dann an der Kasse gewogen wird
    • Die Kassiererin war total überfordert, da man jede einzelne Nusstorte separat hätte wiegen sollen
    • Sie nahm die Tüte, ging mit der Nussmischung zu den Nüssen zurück und sortierte jede einzelne Nuss mit der Hand wieder raus und warf sie in die entsprechenden Boxen
    • Das war wohl nicht deutsche Korrektheit… äh tschetschenische!
    • Louis nahm anschließend eine schon fertig gemischte Packung Nüsse, die halt nicht ganz nach seinem Geschmack war
    • Wir gehen nach Hause und googeln unsere Strecke für morgen
    • Auf unserem Weg gibt es so gut wie keine Hotels, zumindest laut google Maps
    • Vielleicht läuft es dann auf Wildcampen hinaus
    • Anschließend entspannen wir noch ein wenig in unserem Luxushotel
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  • 20.07.2026

    • um 4:30 Uhr bin ich aufgewacht, draußen ist es schon taghell – erinnerte mich sehr an Nordnorwegen vor zwei Jahren, wo es im Sommer nie dunkel wird
    • Die Luft ist super, wir haben das Fenster auf, und die ganze Nacht frische Kaukasus Luft
    • Ich schlafe weiter bis 7:30 Uhr
    • Die Sonne scheint, ich hänge die Motorradjacke und die Hose ans Motorrad zum Trocknen, und die Stiefel ebenfalls
    • Wir schalten unsere Rechner an und planen über Google Maps die nächsten Tage
    • Da Louis ein Dreivierteljahr Auszeit hat, war unser Plan uns in Norwegen dann zu trennen – er macht dann sein eigenes Ding über Norwegen, während ich so schnell wie möglich über Schweden heim fahren muss 
    • Aufgrund der gesamten Situation hier in Russland macht er sich seit zwei Tagen Gedanken, ob er nicht nach Kasachstan fährt, vielleicht noch Tadschikistan, Usbekistan, Kirgistan…
    • Das heißt, wir würden uns schon viel früher trennen und ich würde Russland dann alleine machen
    • Mal schauen, was die Zeit so bringt
    • Vor allem suchen wir jetzt schon nach Hotels auf unsere heutigen Strecke, es gibt allerdings nur zwei in circa 250 km – aber das passt
    • Auf den nächsten 50 km kommen vier Tankstellen, danach 150 km nichts
    • Ein Tschetschene lädt mich zum Kaffee ein, die Unterhaltung läuft sehr schwierig
    • Die Tankstelle hier im Ort hat angeblich offen, sagt er, das probieren wir nachher gleich aus
    • Bis auf die Handschuhe ist alles trocken geworden
    • Die Chefin zeigt uns noch ihr Museum, mit uralten Waffen, traditionelle Kleider…
    • Danach dürfen wir sogar noch ein Bild mit ihr machen, natürlich muss zuerst das Kopftuch zurecht gerückt werden 
    • Gegen 10:30 Uhr fahren wir los, 200 m zur Tankstelle
    • Es gibt Benzin, wir tanken je 8 l voll
    • Den Weg, den wir gestern in strömenden Regen gefahren sind, fahren wir jetzt in die andere Richtung bei herrlichem Sonnenschein
    • Ich höre meine Werkzeugbox immer wieder am Hinterreifen streifen
    • Plötzlich höre ich ein Geräusch und sehe im Rückspiegel den Verschlussdeckel der Werkzeugbox davon fliegen
    • Wir halten an
    • Ich dachte mir schon, dass die Werkzeugbox nicht ewig hält
    • Ich hole alles raus und verteile es in die Koffer
    • Da die Werkzeugbox aufgeplatzt ist, klebe ich sie mit Panzertape zusammen, in der Hoffnung es streift nicht mehr
    • Wir fahren weiter durch das herrliche Kaukasusgebirge
    • Bei jeder starken Bodenwelle höre ich wieder die Werkzeugbox am Hinterreifen streifen
    • Ich denke, ich werde sie heute Abend abbauen müssen
    • Wir fahren an einem Mini Supermarkt an der Straße raus und kaufen zu essen und zu trinken
    • Die Frauen versuchen, mit uns zu reden – sehr schwierig
    • Schade, dass ich Englisch in der Schule lernen musste, anstatt Russisch
    • Wir fahren weiter zu unserem nächsten Ziel, die Schlucht…
    • Eigentlich sind die Straßen echt gut, der Teer hat gut Grip, nur kommen hin und wieder die Bodenwellen
    • Manchmal sieht man die Bodenwellen gar nicht, dann tut es halt plötzlich einen Schlag
    • Auf die Frage hin, wie die Schlucht heißt, antwortet Louis „nicht aussprechbar“
    • Wir biegen von der Hauptstraße ab, und die letzten 3 km geht es offroad, Schotter- und Dreckpiste
    • Aber genau das haben wir vor zwei Wochen gelernt
    • Louis stellt 100 m weiter seine Kamera auf und wir fahren dann dran vorbei
    • Ist wirklich nicht einfach mit 450 Kilo über Schotter zu fahren
    • Aber je schneller man fährt, desto einfacher wird es
    • Nach guten 2 km hört die Schotterpiste auf einmal auf
    • Wir steigen ab, schauen uns die Lage an und merken, dass es wirklich nicht weitergeht
    • Wir drehen um und fahren die Schotterpiste zurück 
    • Wir halten wieder an der gleichen Position von vorher und laufen ein Stück den Berg runter, den man unmöglich fahren kann
    • Man sieht von oben ein wenig die Schlucht, ist aber leider nicht so schön wie auf den Bildern im Internet
    • Wir beschließen zurückzufahren 
    • wir fahren 30 km den Weg zurück und müssen dann links abbiegen zu unserer geplanten Tour und dem Hotel
    • Leider ist die Straße gesperrt, warum, haben wir nicht verstanden
    • Wir recherchieren und Louis findet eine andere Möglichkeit zum Aussichtspunkt zur Schlucht
    • Wir halten an einer offenen Tankstelle, und jeder macht den Tank mit 6,5 Liter voll
    • Wir fahren 27 km und finden tatsächlich den Aussichtspunkt zur schönen Schlucht runter
    • Wir machen ein paar Bilder, gehen dann zurück zu unseren Motorrädern und steuern Machatschkala, die Hauptstadt Dagestans, an
    • Louis hat dort auch schon ein Hotel gefunden, direkt am kaspischen Meer
    • In der Hoffnung, das GPS funktioniert bis zum Hotel
    • Wir machen uns auf den Weg der letzten 84 km durch das wunderschöne Land
    • Heute ist es selbst auf der Landstraße schlimm mit dem Verkehr
    • Die fahren so dicht auf, überholen so dicht an einem vorbei – Katastrophe
    • Wir kommen der Stadt immer näher und das GPS funktioniert weiterhin
    • Von weiten sieht man schon die Größe der Stadt, sehr groß
    • Wir kommen in die Stadt und es ist gefühlt Feierabendverkehr
    • Auch hier wird geschnitten, dicht aufgefahren, und überall hupt es
    • Ich bin schon zweimal mit dem Motorrad in die Innenstadt von Istanbul rein gefahren, aber das hier ist gefühlsmäßig schlimmer
    • 4 km vor dem Hotel flucht Louis über das GPS – weg!!!
    • Scheiße…
    • Dann ist es plötzlich wieder da, dann wieder weg, und wieder da
    • Es hakt… aber schließlich finden wir das Hotel
    • Absteigen, ausziehen, reingehen
    • Aber Google Übersetzer fragen wir nach einem Zimmer – nichts frei, wir sollen zum Metropol gehen
    • Ok… anziehen, aufsteigen und in den Feierabendverkehr wieder einordnen
    • 5 Minuten später finden wir das Metropol, absteigen, ausziehen, reingehen
    • Kein Zimmer frei
    • Louis googelt das nächste Hotel
    • anziehen, aufsteigen und in den Feierabendverkehr wieder einordnen
    • Das nächste Hotel angefahren, absteigen, ausziehen, reingehen
    • Kein Zimmer frei
    • Es ist 20:30 Uhr und wir sind ziemlich fertig
    • Hotels gibt es genügend
    • Wir fahren das vierte Hotel an, die gleiche Scheiße!!!
    • Mein Vorschlag: wenn das fünfte Hotel nichts wird, essen wir ganz gemütlich irgendwo was und fahren raus aus der Stadt und schlafen im Freien
    • Wir fahren das fünfte Hotel an und siehe da…
    • … auch kein Zimmer frei
    • Ich bin am Ende und Louis am Fluchen
    • In der Zwischenzeit ist es Nacht
    • Louis hat noch ein paar Hotels im Handy auf Lager
    • Mir ist es zu viel, schon wieder anzuziehen, aufzusteigen und das nächste Hotel in diesem katastrophalen Verkehr zu suchen
    • Von vorne kommen zwei Afghanen auf mich zu 
    • Keine Hunde, sondern zwei Menschen aus Afghanistan, und geben mir die Hand
    • Sie wollen uns helfen
    • Sie rufen den Vetter von dem einen an, der perfekt Deutsch spricht
    • Er sagt zu mir, ich kann mich auf seinen Vetter verlassen, er wird ein Hotel für uns finden
    • Und anscheinend hat er wirklich eins gefunden
    • 1,1 km entfernt
    • Louis googelt und findet den Weg
    • Die beiden Afghanen laufen los und wir mit den Motorrädern, dort treffen wir uns
    • Zu viert gehen wir zur Rezeption, die tatsächlich ein Zimmer für zwei Nächte haben
    • Wir brauchen eine Auszeit, und morgen mal so gut wie nichts tun
    • Wir sehen von dem Hotel zwar noch nicht viel, aber es ist ein Luxushotel, der Strand vor der Haustür, direkt am kaspischen Meer
    • Nicht weit weg von Aserbeidschan und auf der anderen Seite vom Meer ist Kasachstan
    • 180 € für zwei Nächte mit Frühstücksbuffet – wir sind gespannt
    • Das Zimmer ist klasse, das Bad luxuriös
    • Wir duschen und vespern dann auf dem Zimmer unsere Notfallreserven – diese müssen wir morgen dann auf jeden Fall wieder auffüllen
    • Als ich mich mit dem WLAN verbinde, sprudeln plötzlich WhatsApp Nachrichten rein – das Hotel hat wohl einen eigenen VPN
    • Heute Abend machen wir nicht mehr viel, der Tag war aufregend genug

  • 19.07.2026

    • Heute haben wir mal wieder ausgeschlafen, bzw. länger geschlafen
    • Das Zimmer ist sehr schön und das Bett bequem
    • Wir machen uns schwarzen Tee, der im Zimmer bereit steht
    • Wir diskutieren noch mal und entscheiden, weiter nach Tschetschenien zu fahren
    • Es liegen einige Tankstellen auf dem Weg, in der Hoffnung, dass es irgendwo Sprit gibt
    • Dann müssen wir auch noch auf das GPS hoffen, dass auf dem Land hoffentlich funktioniert
    • Wenn in keiner Großstadt das GPS funktioniert, dann wird es auch sehr schwierig unsere geplanten Sehenswürdigkeiten anzuschauen
    • Es ist alles so ungewiss…
    • Wir könnten auch den Weg des geringsten Widerstandes gehen und wieder über Georgien einen anderen Weg einschlagen
    • Aber in der Regel gehe ich solche Wege nicht
    • Dann würde ich auch zum dritten Mal durch die ganze Türkei wieder Richtung Heimat fahren
    • Das will ich auch nicht!
    • Da fällt mir der Russe ein, der mich bei der Einreise nach Russland angesprochen hat
    • Ich hatte ihn dann wegen dem Spritmangel angesprochen…
    • Er meinte nur, ich solle mir keine Sorgen machen – wenn nichts mehr geht, einfach stehen bleiben, es werden Russen kommen und dir helfen
    • Wir packen unsere Maschinen und kommen kurz nach 10:00 Uhr los
    • Raus aus dem Hof und auf die Hauptstraße
    • Wir fahren keine 500 m, da hupt es von hinten wie verrückt
    • Samuel, der Spanier, mit dem wir gestern den halben Tag an der Grenze gestanden sind, kommt mit seiner KTM angefahren
    • Unglaublich, was für „Zufälle“
    • Obwohl… meiner Meinung nach gibt es keine Zufälle, alles hat einen Sinn!
    • Da er nach Kasachstan will, und das auf dem Weg Richtung Tschetschenien liegt, fahren wir zu dritt weiter
    • Das Problem ist nur Wladikawkas, und das ohne GPS
    • Wir irren zu dritt durch die Stadt und nehmen die Hauptstraße, die immer geradeaus führt, und hoffen irgendwie aus der Stadt zu kommen
    • Wir lassen tatsächlich die Stadt langsam hinter uns und kommen aufs Land – das GPS funktioniert leider immer noch nicht
    • Alle Tankstellen, die wir in der Stadt gesehen haben, haben kein Sprit
    • Das nicht vorhandene GPS und der nicht vorhandene Sprit machen mich sehr nachdenklich
    • Und WIR wollen nach Tschetschenien…
    • Die Stadt haben wir hinter uns, und die Hauptstraße endet auf einer Schotterstraße, wir halten
    • Wir diskutieren, was wir machen sollen, da hält ein LKW und ein PKW neben uns an
    • Wir wollen nach Dagestan, sagen wir… der Kollege im PKW gibt uns Zeichen, hinter ihm her zu fahren
    • Wir steigen auf, starten die Maschinen und fahren hinter ihm her
    • Immer wieder kommt eine Polizeikontrolle, der PKW-Fahrer wird rausgezogen
    • Wir halten auch an, und der Polizist fragt, was wir wollen
    • „Nach Dagestan“
    • Der Polizist zeigt zum Kreisverkehr, dort links abbiegen, und dann immer geradeaus
    • Wir bedanken uns bei dem PKW-Russen und fahren Richtung Kreisverkehr
    • Wir sind schon weit außerhalb der Stadt und immer noch kein GPS
    • Tankstellen sind hier sehr weit verbreitet, und an der 15. Tankstelle sehen wir Preisschilder und Autos stehen – hier gibt es wohl Benzin – das macht uns ein wenig Hoffnung
    • Louis schreibt mir plötzlich ins Ohr, „das GPS funktioniert“
    • Oha, das wäre natürlich ein Traum
    • Wir kommen noch mal an eine Tankstelle, die angeblich Sprit hat
    • Wir fahren raus und wollen das testen
    • Es ist nichts los, aber ein Tankwart sitzt in seinem Häuschen
    • Wir warten, ob er rauskommt und uns betankt – nichts tut sich, er bleibt still sitzen
    • Samuel geht fragen, ob es überhaupt Sprit gibt
    • Er meint tanken, danach bezahlen
    • Wir probieren es aus und es kommt tatsächlich Sprit
    • Wir beide füllen je 7,8 l in unserer Tanks, jetzt sind sie wieder randvoll
    • GPS geht, die Tanks sind wieder voll, das macht mich sehr zuversichtlich
    • Man merkt, dass man hier in Russland in einer ganz anderen Region ist – Tschetschenien ist muslimisch
    • Die Männer haben Hüte auf und tragen lange Ziegenbärte – die Frauen tragen alle Kopftuch
    • Wir vespern mit Samuel zusammen und er erzählt, wie viel Liter Sprit er zusätzlich an seinem Motorrad hat – 16 Liter irgendwo abgefüllt
    • Er schenkt uns eine 5 l Wasserflasche voll mit Benzin – er will nichts dafür
    • Wahnsinn!!!
    • Kurz darauf kommen drei G63 AMG an die Tankstelle gefahren – die Bärtigen steigen aus
    • Schicken wir eigentlich auch Steuergelder nach Tschetschenien? – ich frage für einen Freund!
    • Ein anderer Tschetschene mit Hut steht plötzlich an meinem Motorrad, und seine Frau macht Bilder
    • „Kollege, ist mein Motorrad, ich will auch aufs Bild“
    • Die Frau macht Bilder und beide sind glücklich
    • Hier an den Tankstellen kann ich nicht mal kurz einen Espresso trinken, das gibt es leider nicht – dann gibt es halt Kaffee aus der Blechdose
    • Den 5 l Eimer Benzin verstaue ich in meinem Topcase, das ist jetzt auch voll
    • Wir verabschieden uns von Samuel, denn er biegt demnächst nach links Richtung Kasachstan ab
    • Wir fahren noch circa 20 km und biegen dann nach rechts Richtung tschetschenischen Kaukasus
    • Nach ein paar Kilometern kommt ein großes Tor, dahinter stehen Grenzer, Armee oder Polizisten
    • Sie deuten uns an, anzuhalten
    • Es wird lustig, sie reden russisch, wir reden deutsch, keiner versteht was, aber alle lachen
    • Sie schauen Reisepass und Fahrzeugschein an und fragen noch einiges über die Maschinen – zumindest macht es den Anschein
    • Fotos mit den Kollegen und der MG dürfen wir nicht machen
    • Dann bekommen wir unsere Papiere und dürfen weiterfahren
    • Es geht höher ins Gebirge und das Wetter bringt Nieselregen und Nebel
    • Wir sehen maximal 5 m und es geht immer höher und der Regen wird stärker
    • Wir überschreiten die magische Höhenmeter von 1893
    • Wie soll es auch anders sein, danach klart es auf
    • Die Sonne kommt langsam zum Vorschein, die Straßen sind wieder trocken und wir können eine herrliche Aussicht auf dem Kaukasus genießen
    • Bei gutem 2200 m geht es langsam wieder nach unten
    • Die Landschaft ist wirklich traumhaft 🥰
    • Von 13°, Nieselregen und Griffheizung geht es wieder hoch auf 23° und Sonnenschein
    • Der Asphalt ist teilweise sehr gut, dann kommen aber wieder abgerutschte Hänge mit Dreck und Steine und manchmal auch ein paar Meter Schotterpiste
    • Aber genau deswegen hatten wir eine Woche vor unserem Urlaub ein Enduro-Training im Steinbruch gemacht
    • Auf die Viecher müssen wir auch achten – meistens sind Kühe auf der Fahrbahn, dann noch Schafe, Ziegen oder vereinzelt auch Pferde und Ponys
    • Über Sprit und GPS machen wir uns aktuell keine Gedanken
    • Das GPS läuft und Sprit haben wir jeder noch für 500 km
    • Ab und zu haben wir sogar offene Tankstellen gesehen
    • Jetzt ist 17:00 Uhr, wir machen eine Pause
    • Nach langer Zeit kommt in 15 km Entfernung wieder eine Ortschaft, dort wollen wir nach einem Hotel suchen
    • Wir sind gespannt, ob es das in dieser abgelegenen Gegend überhaupt gibt
    • Wir fahren weiter, kommen in den Ort rein, treffen wieder Polizisten, oder welche von der Armee, und Ruckzuck sind wir auch schon wieder aus dem Ort draußen
    • Von irgendwelchen Übernachtungsmöglichkeiten absolut keine Spur
    • Wir diskutieren kurz und wollen die Polizisten fragen
    • Wir fahren zurück, halten an, und versuchen über Übersetzer, denen klarzumachen, was wir wollen
    • Es wird ein lustiges hin und her übersetze
    • 29 km zurückfahren und es wird ein Hotel für uns geben, in unserer Richtung gibt es nichts
    • Zurück bedeutet Rückschritt, ist eigentlich nicht in unserem Sinn
    • Aber der Wetterbericht spricht gegen wildcampen
    • Einer von der Armee ruft im Hotel an und reserviert für uns
    • Wir verabschieden uns, bedanken uns, und fahren los
    • Schon braut sich was zusammen, und innerhalb kürzester Zeit schüttet es wie aus Kübeln
    • Bäche stürzen rechts von den Bergen, manchmal kommen sogar Dreck oder Kieselsteine mit runter
    • Wir müssen ziemlich aufpassen
    • Louis‘ neue Motorradkleidung hält dicht – ich bin schon wieder bis auf die Unterhose nass
    • Als ich aus einer Kurve raus fahre, sehe ich einen circa 3 m breiten „reisenden Fluss“ über die Straße fließen
    • Ich fahr rein, geb gut Gas und komm somit auch gut durch
    • So, wie wir im Steinbruch die Flussdurchfahrt gelernt haben
    • Ich schrei ins Mikro „Louis, Fluss, gib Gas!“
    • Er fährt hinter mir rein, gibt zu spät Gas und ihm versetzt es das Vorderrad um ein paar Zentimeter, bis er auf der anderen Seite doch noch unbeschadet rauskommt
    • Voll Adrenalin und Puls auf 300
    • So fahren wir die letzten Kilometer nur noch im Nieselregen
    • Wir finden das Hotel sofort und die Frau wartet schon mit geöffneter Hofeinfahrtstüre
    • Einfaches Zimmer, einfaches Bad, aber Hauptsache ein Dach über dem Kopf
    • Wir ziehen alles aus und hängen es verteilt im Zimmer auf – morgen wird da trotzdem nicht viel trocken sein
    • Aber morgen soll wieder die Sonne scheinen
    • Wir duschen und laufen dann die 500 m zum Restaurant
    • Hier sitzen nur Männer mit Bärten und die Frauen mit Kopftuch bedienen
    • Wenn ich die Männer so anschaue, es gibt keinen ohne Bart
    • Nach dem Essen laufen wir wieder nach Hause zurück und arbeiten
  • 18.07.2026

    • Nach viereinhalb Stunden Schlaf stehen wir um 6:00 Uhr auf und machen uns Russlandfertig
    • Alle Dokumente zusammenstellen
    • Mein gutes Motorrad Navi tausche ich mit dem schlechten BMW Navi
    • Aber auf diesem sind offline-Karten für Russland drauf, könnten uns helfen, falls wir kein Internet haben
    • Wir packen unsere Motorräder und wollen die Maschinen gerade aus dem Hof schieben, als zwei Kühe auf der Straße entlang laufen – wir müssen warten
    • Wir fahren los zur Grenze und kaufen noch mal an einem Supermarkt Wasser
    • An der Grenze um 7:30 angekommen, treffen wir wieder die drei italienischen Motorradfahrer
    • Wir kommen relativ zügig an den Grenzposten zur Ausreise aus Georgien
    • Er macht aber Stress, da wir keinen Einreisestempel haben
    • Er telefoniert mit einem Kollegen, dann kommt noch mal einer vorbei, dann lassen sie uns aber durch
    • Wir hoffen das gibt an der russischen Grenze keine Probleme!!!
    • Die Weiterfahrt ist sehr abenteuerlich, zwischen LKWs durch, an Autos vorbei, dann stehen wir im Niemandsland vor einem zweispurigen Tunnel (in beide Richtungen)
    • Louis ist mit den Italienern ein Stückchen vorgefahren, meine Koffer haben Überbreite
    • Ich komme nirgends mehr vorbei und muss mich anstellen
    • Es ist zäh im stop and go, aber nur, weil der Gegenverkehr sich zweispurig aufgereiht hat
    • Nach einer langen Zeit ist der Verkehr geregelt und ich kann die restlichen 2 km direkt an die Grenze fahren
    • Louis ist schon bei den Russen im Häuschen
    • Sie wollen alle Papiere sehen, ich muss alle Koffer aufmachen und dann muss ich noch parken
    • Ich werde in ein Haus begleitet, wo Louis schon wartet
    • Jeder wird einzeln aufgerufen und kommt alleine zu einem Beamten zum Verhör
    • Dann bin ich fertig, muss aber mein Handy mit PIN da lassen, es wird durchgecheckt
    • Ich sitze mit Louis und den Italienern im von außen vergitterten Warteraum – auch die Fenster lassen sich nicht öffnen
    • Die Zimmertüre ist wenigstens offen
    • Ein Italiener fragt, ob er zu seinem Motorrad darf – der Grenzer lässt ihn kurz raus
    • Inzwischen ist es schon 10:00 und seit über einer Stunde sitzen wir zu viert in der Zelle
    • Mauri kommt mit einem Fresspaket zurück
    • Wir essen Tuc und Salami – das erste Essen heute, und es tut sehr gut 
    • Jetzt noch ein Espresso, das wäre ein Traum!
    • Normalerweise können das die Italiener, nur heute nicht!
    • Ein Grenzer kommt und bringt mir mein Handy, nur meins
    • 15 Minuten später bekommt Louis sein Handy zurück, sonst bekommen wir noch nichts
    • Weitere 10 Minuten später bekommen wir unsere Pässe und müssen uns draußen an der nächsten Station anstellen, um unsere Führerscheine zurückzubekommen
    • Und bevor wir die Führerscheine bekommen, müssen wir noch drei Formulare ausfüllen und dann anstehen
    • Und wir stehen… Wir stehen… Wir stehen…
    • Dann haben wir die Formulare zweimal falsch ausgefüllt und müssen diese noch mal ausfüllen und noch mal anstehen
    • Alles in allem dauert der ganze Schabernack sehr lange
    • Nach 9 Stunden, um 16:30 Uhr fahren wir nach Russland rein
    • Juhuuuuu…!
    • Wir fahren nach Wladikawkas, Louis hat eine Bank ausgemacht – die offline-Karten funktionieren
    • Wir merken, dass die Russen uns wieder 1 Stunde geschenkt haben
    • Wir müssen dringend die Euro in Rubel wechseln
    • Kurz vor Wladikawkas geht das GPS nicht mehr – haben die tatsächlich Störsender über der Stadt
    • Nichts geht zum Navigieren
    • Wir fahren blind in die Stadt und halten irgendwo
    • Wir fragen ein junges Mädchen nach einer Bank, aber anscheinend gibt es weit und breit keine
    • Die e-sim von Louis wird erst nach 24 Stunden freigeschalten, also morgen früh
    • So stehen wir da, ohne GPS, ohne WLAN, ohne Geld und ohne Plan…
    • Dann fragen wir zwei junge Kerle, die wahrscheinlich gerade auf die Gass gehen wollten – gestylt und parfümiert
    • Sie helfen uns und laufen mit uns zur Bank
    • Doch auch sie merken, dass samstags keine Bank offen hat, und sie hat tatsächlich zu
    • Dann recherchiert der junge Russe nach einer Wechselstube und übersetzt uns den Weg dorthin
    • Louis fotografiert die Wegbeschreibung ab und meint „das finden wir nie“
    • Louis fragt einfach mal ganz höflich, ob sie uns den Weg zeigen würden
    • Der eine Russe schaut den anderen Russen an, sie nicken sich zu, und wir laufen zu viert
    • Wir laufen bestimmt 40 Minuten zur Wechselstube, und die hat tatsächlich auf
    • Die jungen Russen verabschieden sich, und wir bedanken uns herzlich – was für eine Aktion von den beiden!!!
    • Ich wollte gleich mal 2000 € tauschen, Louis aber nicht und er meinte, wir müssen überlegen, wie und ob es hier überhaupt weitergeht
    • Wir tauschen die Hälfte in Rubel um und suchen uns ein Restaurant zum Essen
    • Jetzt haben wir wenigstens Geld und können essen und uns auch eine Übernachtung suchen
    • Unsere EC-, oder Kreditkarten oder sonstiges funktionieren hier nicht
    • Im Restaurant haben wir wifi und Louis probiert seinen VPN aus – er funktioniert leider nicht
    • Der VPN war eine große Hoffnung für uns
    • Wir essen russische Spezialitäten
    • Als ich vom Klo komme, strahlt Louis über das ganze Gesicht – VPN funktioniert!!!
    • Wir googeln nach einem Hotel, was auch klappt – nur leider finden wir ohne GPS den Weg dorthin nicht
    • Wir gehen zu unseren Motorrädern und fahren los, blind durch die Stadt, auf der Suche nach einem Hotel
    • An einem Supermarkt halten wir an, zwei besoffene Russen wollen uns den Weg zu einem Hotel zeigen
    • „Nur geradeaus und dann links“
    • Wir fahren genau da lang und finden natürlich nichts
    • An einer Ampel kurbelt ein anderer Russe neben Louis sein Fenster runter und will auch helfen, leider kann er weder Englisch noch Deutsch
    • So irren wir weiter durch die Stadt und halten an einem Restaurant an, welches auch noch wie ein Hotel aussieht
    • Wir fragen nach, leider ist es aber nur ein Restaurant
    • Die Chefin ruft dann zwei Hotels an, ob noch Zimmer für uns frei sind
    • Vergeblich… Dann hat sie aber eine andere Idee mit einem Hotel und sagt, wir sollen hinter ihr her fahren
    • Sie fährt los, und wir mit unseren Motorrädern hinterher, direkt zu einem Hotel
    • Wahnsinn, diese Hilfsbereitschaft!
    • Wir bedanken uns herzlich und checken ein, sie fährt wieder zurück
    • Wir haben ein riesengroßes Zimmer mit eigenem Bad
    • Wir duschen und dann setzen wir uns an den Rechner und diskutieren, wie es nun weitergehen soll
    • Die Spritknappheit in Russland bringt uns sehr zum Nachdenken
    • Dann müssen wir morgen das GPS testen – wo geht es, wo geht es nicht?
    • Sollen wir nach Kasachstan rein, dort gibt es keine Benzinknappheit
    • Das wäre aber wieder so ein Grenztag – davon hab ich eigentlich genug!
    • Und da wir nur eine Ein- und eine Ausreise für Russland gebucht haben, würden wir in Kasachstan feststecken – oder wir brauchen ein E-Visum
    • Fragen über Fragen…
    • Wir beschließen morgen nach Tschetschenien zu fahren – Tankstellen hat es einige auf diesem Wege, ob sie Benzin haben, werden wir sehen