07.08.2026

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  • Gegen 0:30, ich war gerade eingeschlafen, kommen zwei Autos angefahren
  • Mit halblauter Musik parken sie am See und halten Palaver
  • 20 Minuten später fahren sie wieder
  • Um 3:39 werde ich wieder wach, es ist nahezu hell
  • Bin echt gespannt, wie es in Murmansk, oder in Nordnorwegen, ist – die Sonne wird wahrscheinlich nicht ganz untergehen
  • Wie vor zwei Jahren am Nordkap – die Sonne streift nur den Horizont und geht dann wieder nach oben
  • Geniales Schauspiel
  • Nach den Vipern schaue ich nicht, ich dreh mich um und schlafe weiter
  • Gegen 6:30 Uhr werde ich erneut wach, ich freue mich auf meinen Kaffee
  • Ich stehe auf, nehme meine Sachen und setze mich an den See
  • Heute Nacht hat es eigentlich nicht geregnet, zumindest habe ich nichts gehört
  • Ich koche Kaffee
  • Der Kollege brummelt noch in seinem Zelt
  • Die Sonne schaut hinter mir durch die Wolken – ich genieße meinen Kaffee, die Stille und die gute Luft
  • Das ist Leben, mehr braucht man nicht
  • Ok, noch einen Fußball
  • …und den VfB
  • Aber da ist zum Glück Sommerpause – und ich komme rechtzeitig zurück
  • Um 8:00 steht Louis auf
  • Die Sonne kommt raus und wir legen die nassen Sachen von gestern noch aus
  • Immer mehr Russen kommen und stellen sich zu dem Wohnwagen
  • Sie bauen Tische auf und bereiten ein Buffet vor
  • Dann kommen auch noch zwei Reisebusse – irgendwie wird das was Größeres hier
  • Letzten Ende standen vier Reisebusse da
  • Louis hat gestern Abend noch seinen Laptop am Motorrad geladen 
  • Mal schauen, ob der Motor nachher anspringt
  • Im Notfall haben wir einen Booster dabei
  • Und jetzt kommt sogar noch ein Riesendampfer den See entlang gefahren
  • … und er legt hier sogar an
  • Ich glaube, wir sollten los, hier sind sehr viele Leute drauf
  • Ich denke, das wird eher so ein Basar
  • Besser wir fahren…
  • Da wir gestern so wenig gefahren sind, haben wir heute noch 6:30 und 572 km vor uns
  • Das Hotel in Kandalakscha habe ich vor ein paar Tagen schon gebucht
  • Louis‘ Motor springt ohne Murren an
  • Wir fahren an einer Tanke vorbei, da steht wie gestern, eine Autoschlange
  • Aber auch nur deshalb, weil da der Sprit 70 Rubel kostet
  • Nach 30 km tanken wir voll, aber an einer Tankstelle, an der der Liter 99 Rubel kostet
  • Ist uns lieber als in der Schlange zu stehen, hier kommen wir gleich dran
  • Wir tanken voll und fahren bei 23 Grad und Sonnenschein weiter
  • Wir fahren wieder nur durch Wald
  • Karelien besteht gefühlsmäßig nur aus Wald
  • Es wurde eine Schneise von ca. 80 Meter gerodet, und da wurde die Straße gebaut
  • Der einzige Spaßfaktor gerade ist, unsere Überholmanöver von PKW und LKW
  • Am Horizont kommt uns plötzlich eine schwarze Wand entgegen 
  • Dann fängt es noch zusätzlich an zu blitzen und zu donnern 
  • Es wird rabenschwarz 
  • Wir fahren raus, ziehen uns wärmer an und stülpen den Regenschutz über unsere Tankrucksäcke
  • Wir starten und schon geht es los
  • Es schüttet 
  • Wir ziehen mit 120 km/h durch den Regen – nur schnell durch
  • Sobald LKW‘s entgegenkommen, kriegen wir die komplette Breitseite mit Wasser ab
  • Es kühlt auf 14 Grad ab
  • Die schwarze Wand verzieht sich nach links
  • Es regnet nur noch
  • Wir fahren weiter 120 km/h
  • Beim Überholen müssen wir aufpassen – bei zu viel Gasgeben versetzt es das Hinterrad auf den nassen, gestrichelten Linien
  • Kein schönes Gefühl
  • Es bleibt kalt und nass, wir frieren
  • Wir fahren schon circa 150 km, und keine Tankstelle in Sicht
  • Louis hat nur noch 50 km Reichweite
  • Hier kommt auch gar nichts, keine Stadt, kein Laden, keine Tankstelle, gar nichts
  • Nur Wald und die Straße, und Autos, aber wenige
  • Nach weiteren 20 km kommt ein Schild mit der nächsten Tankstelle – in 62 km
  • Das reicht Louis nicht
  • Zum Glück haben wir noch die 5 l von Samuel in meinem Koffer
  • Wir halten an und Louis kippt 2,5 l in seinen Tank – das reicht bis zur Tankstelle
  • Es hört auf zu regnen, es bleibt aber bei 13°
  • Wir frieren weiterhin
  • Unterwegs treffen wir noch einen Fahrradfahrer… Respekt!
  • Die Tankstelle kommt und wir können tanken – allerdings für 140 Rubel
  • Egal, Hauptsache Benzin
  • Wir setzen uns danach ins Café in der Tankstelle und wärmen uns ein wenig auf – Espresso
  • Wir haben noch 130 km vor uns
  • Es geht weiter, es regnet nicht mehr, aber wir frieren weiterhin
  • Morgen brauchen wir Thermoklamotten
  • Eine weitere Pause ist nötig
  • Jetzt nur noch 40 km
  • Diese ziehen wir durch
  • Google Maps führt uns in Kandalaksha auf einen Parkplatz
  • Wir halten an und irren in der Gegend rum
  • Nachdem wir drei Leute gefragt haben, bringt uns einer direkt zur Rezeption
  • Der Hoteleingang ist dort, wo unsere Motorräder stehen
  • Allerdings können wir, wie immer, die russische Schrift nicht entziffern
  • Deswegen konnten wir das Hotel nicht identifizieren
  • Wir sind jetzt direkt an der Kandalaktischen Bucht am Weißen Meer 
  • Wir checken ein und duschen
  • Plötzlich klopft es an der Tür, wir machen auf 
  • Ein netter, junger Kerle steht davor, er zeigt Louis den Ausweis, er ist von der Föderalen Regierungsbehörde
  • Ups, was will der denn?
  • Er will unsere Reisepässe sehen und fragt, wo wir herkommen und wo wir hin wollen
  • Dann fragt er noch, wo wir arbeiten und was wir vom Krieg halten
  • Aha… daher weht der Wind
  • Sind wir unter Beobachtung?
  • Nach ein paar Minuten ist er auch wieder weg und wünscht uns einen schönen Aufenthalt in Russland
  • Was sollte das jetzt?
  • Wir gehen in die Stadt und suchen ein Restaurant
  • Das erste hat zu, und im zweiten müssen wir mindestens 1 Stunde auf’s Essen warten
  • Das schaffe ich nicht, und wir gehen zum Supermarkt
  • Völlig unterzuckert suche ich noch nach gesalzenen Erdnüssen
  • Ich finde eine Tüte mit Erdnüssen drauf, erkenne aber kein Salz
  • Ich tippe „Erdnüsse mit Salz?“ in mein Google rein und zeig es einer Verkäuferin
  • Ich hab erst gar nichts gefragt, weil ich wußte, die kann eh kein englisch
  • Sie nickt und erzählt mir noch eine Geschichte vom Pferd
  • Ihr Nicken hat mir gereicht und ich zeige ihr den Daumen nach oben – mehr wollte ich auch gar nicht wissen
  • Sie schaut mich komisch an, geht dann ihren Weg, schaut aber nochmal komisch mir hinterher
  • Wahrscheinlich dachte sie, ich bin ein Taubstummer
  • Wir kaufen ein und essen vor dem Supermarkt ein tolles selbst gemachtes Buffet
  • Kurz vor dem Hotel ist noch mal ein Supermarkt
  • Ich gehe rein und kaufe 3 Flaschen Wasser
  • Der Kassierer erzählt mir was auf Russisch
  • Ich erkläre ihm, dass ich nur Englisch kann
  • Dann fragt er, wo ich herkomme, und er war, wie so viele, sehr erstaunt, dass wir Deutsche sind
  • „Welcome to Russia“ meinte er, „Good trip and nice to meet you“
  • Sehr nett…!
  • Im Hotel angekommen, ruhen wir uns erst mal aus, bevor wir an die Arbeit gehen

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