- Wir haben beide wieder sehr gut geschlafen hier in Samsun
- Um unser straffes Programm zu halten, müssen wir heute und morgen je 7,5 Stunden fahren, um morgen Abend kurz vor der russischen Grenze zu sein
- Und dann am Samstagmorgen ganz früh an der russischen Grenze zu stehen, so dass hoffentlich noch nicht so viel los ist
- Welcher Seggl hat dieses straffe Programm geplant?
- …
- Wir haben den Wecker extra auf 7:30 Uhr gestellt, um früher loszukommen
- Und dann wird uns in Georgien schon wieder 1 Stunde geklaut
- Wir gehen frühstücken… das typische türkische Frühstück
- Ein Türke spricht im perfekten Deutsch Louis an, er kommt aus Köln
- Er fragt, was wir hier machen, denn hier verirrt sich normalerweise kein Deutscher
- Kurzes, lustiges Gespräch
- Es ist heute Morgen um 8:30 Uhr schon sehr heiß, zudem müssen wir unsere Maschinen in der prallen Sonne packen
- Gegen 9:10 Uhr kommen wir los, 2 Stunden früher als gestern
- Wir schlängeln uns durch den dichten und zähen Verkehr durch Samsun
- Obwohl es zweispurig und manchmal dreispurig ist, ist sehr viel los
- Erst nach circa 50 km können wir schneller fahren
- Von hinten kommen drei Motorräder angefahren, Italiener
- An der Ampel erzählt mir einer, sie fahren nach Kasachstan
- Wir fahren eine Zeit lang zu fünft, als wir plötzlich von der Polizei rausgewunken werden
- Alle Autos dürfen durch, nur wir Motorräder müssen raus
- Ein Polizist läuft mit dem Tablet um die Maschinen rum und tippt die Kennzeichen in sein Hackbrett
- Wahrscheinlich haben die uns nur wegen den Italienern rausgefischt – Louis meinte, wir waren halt im gleichen Netz
- Nach 150 km fahren wir an die Tanke, Pause mit Espresso und Wasserkauf
- Der sehr nette Tankwart fragt uns auf Englisch aus, woher wir kommen und wohin wir wollen
- Dann dürfen wir noch ein Bild zusammen machen
- Das vierte Mal jetzt unterwegs die selbe Frage von wildfremden Menschen „Vater und Sohn?“ … „Sieht man!“
- Viele Türken hier sind sehr nett, hilfsbereit und zuvorkommend, aber dann gibt es auch noch die anderen, die einfach nur grimmig gucken und nix sagen
- Aber das ist wie überall auf der Welt – außer im Schwabenland
- Wir fahren immer zwischen 28° und 29°
- In den ersten 2 Stunden heute Morgen hat die Sonne richtig geknallt, das war hart
- Jetzt hat sie sich hinter den Wolken versteckt, und bei gleichbleibenden Temperaturen ist es sehr angenehm zu fahren
- An der roten Ampel stehend schreit mir plötzlich jemand ins Ohr – der Muezin fordert mich heraus
- Wahnsinn, wie laut es aus den Lautsprechern kommt, als ob man die Leute zum Gebet aufwecken muss
- Je weiter wir Richtung Osten kommen, desto weniger Verkehr ist los
- Nach 140 km tanken wir beide – wieder viele Kilometer gemacht
- Wir ruhen uns noch ein wenig aus und der Tankwart bringt uns zwei Tee – voll nett
- Mein Kamerad aus Moskau meldet mir, dass sich die Spritsituation in Russland gegenüber letzter Woche verbessert hat
- Kurz bevor wir weiterfahren wollen, kommen die 3 Pizzabäcker von heute Morgen mit ihren Motorrädern an die Tanke
- Wir tauschen Homepage, Instagram und das ganze neumodische, jugendliche Zeugs aus – aus dem Alter bin ich halt schon seit sechs Jahren raus
- Sie fahren auch über Russland, Kasachstan und danach nach Usbekistan
- Wir fahren weiter und immer an der Schwarzmeerküste entlang
- Wir kommen sehr gut voran, außer in den größeren Städten, da ist oft viel los und man muss sehr aufpassen
- Die Türken fahren halt kreuz und quer, und man sollte immer den Nebenmann beachten, kann sein, dass der auf einmal ausschert
- durch Trabzon verfolgt mich ein voll beladener Reisebus, klebt dicht an meinem Nummernschild bei 100 km/h
- Und ich kann auch nicht schneller fahren, da ich einen Vordermann habe
- Das stresst mich ungemein!!!
- wenn ich, wie damals James Bond, eine Box mit Reisnägeln hätte, den Knopf würde ich jetzt drücken
- Der Busfahrer würde nie mehr so dicht auffahren
- …
- Wir fahren wieder knapp anderthalb Stunden, langsam tut der Arsch weh
- Habe ich auf dieser Maschine bisher noch nicht erlebt
- Ok, nach ungefähr 3500 km am Stück meckert der halt auch mal
- Ca. 80 km vor der georgischen Grenze fahren wir raus, wir brauchen irgendwas im Bauch
- Der Supermarkt an der Tankstelle voller Obst (schön wäre es gewesen), aber wir kaufen ein Snickers-ähnliches Gelumpe
- Louis bucht in Batumi ein Hotelzimmer – somit müssen wir heute über die Grenze
- Das Süßzeug hat überhaupt nicht geholfen – ich packe meine Notreserven mit Dosenwurst und Huober Brezeln aus
- Wir trinken noch zwei Espresso, denn müde Motorrad fahren ist ultra anstrengend
- Wir fahren weiter bis zur Grenze
- Einige Kilometer vor der Grenze stehen schon die LKW’s Schlange
- Wir haben uns wieder vorgedrängelt
- Schichtwechsel bei den Beamten, wir müssen warten
- Als wir drankommen, checken wir aus der Türkei aus
- Der Beamte meinte zu mir, ich müsste vorne an der Bank noch Strafe zahlen – wahrscheinlich irgendwo zu schnell gefahren
- Wir steigen auf die Maschinen, fahren 100 m vor und ich gehe zur Kasse
- 7 Euro Strafe… Ich lach mich kaputt
- Ich bezahle, wir steigen wieder auf die Maschinen und fahren weiter
- An der nächsten türkischen Station winkt uns ein Beamter raus und zeigt auf Louis
- „Du Strafe zahlen“
- Wir steigen wieder ab, laufen zur Bank zurück und gehen an den Schalter
- 1 Euro Strafe…!
- Ich dreh gleich durch…!!!
- Wegen einem Euro wieder diese Prozedur
- Wir laufen wieder zu unseren Maschinen, steigen auf und fahren vor zum Türken, jetzt lässt er uns durch
- Dann schlängeln wir uns an die georgische Grenze vor und müssen noch einige Minuten warten
- Ich sage dem Beamten, dass wir eine georgische Kfz-Versicherung für unsere Motorräder online abgeschlossen haben, aber das interessiert ihn nicht
- Er gibt uns die Papiere, und mach die Schranke auf
- Nach der Schranke steht noch mal einer in Zivil da
- Er meinte, wir benötigen dringend eine Kfz-Versicherung, diese können wir bei ihm abschließen
- Als ich ihm klarmache, dass wir online schon eine abgeschlossen haben, wollte er uns eine Simkarte andrehen, dann noch Zigaretten, Alkohol, Frauen und so weiter
- Ok, Frauen nicht, war ein Scherz 😉
- Clever wie ich bin, habe ich gleich gemerkt, dass der nicht zu den Grenzern gehört, sondern einfach nur Kohle machen will
- Er resigniert und lässt uns durch
- Wir haben nur noch 6 km bis zum Hotel vor uns
- Von der Hauptstraße geht es rechts ab und steil den Berg hoch, der immer kleiner und enger wird und mit Schlaglöchern übersät ist
- Dann kommt das Hotel und wir müssen einen engen 90°-Bogen nach oben auf eine Wiese fahren
- Und das mit je ca. 450 Kilo – ist wirklich eine Herausforderung!
- Aber es geht alles gut
- In diesem Hotel haben wir kein Frühstück gebucht, das ist sehr gut, dann kommen wir morgen auch früher los
- Tolles Zimmer mit Balkon und Aussicht zum Meer
- Wir duschen, ziehen uns um und die Hotelfrau bringt uns zu einem einheimischen Restaurant
- Dort gibt es geschmortes Lamm und geschmortes Schwein mit Kartoffeln und Salat – sehr lecker
- Anschließend laufen wir in unser Hotel zurück und machen das übliche
- PS: Das mit den Bildern ist ein Graus! Es klappt einfach nicht wie die letzten Jahre, so dass diese groß auf dem Bildschirm rauskommen!!!









































































































































































































































