Zum Inhalt springen
13.08.2026
- Ich mache noch ein Foto und gehe gegen 1:00 in meinen Schlafsack
- Draußen ist helle Dämmerung – genial, dass es hier im Sommer nie dunkel wird
- Dagegen gibt es im Januar keinen einzigen Tag mit Sonnenlicht
- Der Wind lässt das Zelt flattern, es ist ziemlich laut
- …
- Ich habe trotzdem ganz gut geschlafen
- Um 7:30 brühe ich meinen Kaffee in der Sonne auf – diese wärmt ein bisschen
- Ansonsten sind es 8 Grad
- Vor dem Geschütz „Gneisenau“ genieße ich deutsches Kaffeepulver mit russischem Wasser
- Perfekte Mischung an diesem Platz zur damaligen Geschichte
- Heute wollen wir Richtung Nordkap aufbrechen und morgen dort ankommen
- Es sind ca. 8 Stunden dort hin – es werden also zwei gemütliche Fahrtage
- Vielleicht finden wir heute Nachmittag unseren damaligen Schlafplatz von 2024 direkt am See wieder
- War eine sehr schöne Stelle
- Um 8:30 klettert Louis aus seinem Zelt
- Ich will den russischen Tee, Geschenk von Klim, probieren
- Leider fehlen die Teebeutel, aber egal, geht auch so
- Übersetzung sagt: „Ivantee mit Blaubeeren“ – „gesammelt und produziert in Karelien“
- Der Tee schmeckt gut und wärmt
- Es sind 8 Grad und ein eisiger Wind
- Im Zelt baue ich mein Innenfutter von Hose und Jacke ein
- Im Zelt ist es durch den Wind sehr laut
- Wir füllen die letzten 2,5 Liter russisches Benzin vom Spanier in meinen Tank
- Vielen Dank nochmal, Samuel
- Anschließend schauen wir nach Löcher in Louis‘ Isomatte – die ist ziemlich neu, aber die Luft hält sie nicht mehr
- Wir finden nicht nur ein Loch – das ist sehr ärgerlich
- Gegen 12:00 packen wir bei Windstärke 10 zusammen
- Das Zelt ist eine Herausforderung – und diesmal ging es nur zu zweit
- Gegen 13:30 kommen wir los, 2 km Schotterpiste nach unten – gemeistert
- Jetzt ist uns voll warm – lag‘s an der Anstrengung?
- Das Thermometer zeigt 16 Grad an
- Oha… dann lag es am eiskalten Wind dort oben
- Und ab geht’s Richtung Nordkap
- Es geht den Weg gute 115 km wieder zurück
- Und uns ist herrlich warm
- In Vadsø gehen wir in den altbekannten kiwi und kaufen ein
- Dann essen wir davor eine Kleinigkeit und die Sonne gibt ihr Bestes – nicht mehr zu vergleichen mit der Kälte von gestern
- 45 km später tanken wir voll – ich mische mit russischem Sprit
- Louis findet ein Gapahuk über ChatGPT, ähnlich wie in Finnland – das sind offene, überdachte Holzhütten, meistens mit Grill- und Feuerstelle
- Wir fahren los, die 23 km dorthin
- Es liegt fast auf dem Weg zum Nordkap – 5 km müssen wir anders fahren
- Wir biegen vor einer großen Brücke ab, die wir morgen nehmen müssen
- Nach 4 km geht es links ab auf eine Schotter- und Sandpiste
- Der Schotter geht ganz gut zu fahren, nur wenn Sand kommt, kommen wir ein bisschen in Schlingern
- Aber wir kommen gut durch
- An einer Gabelung biegen wir nach rechts ab und landen im groben Schotter am Fluss Tanaelva
- Sehr weitläufig, einsam und eigentlich perfekt zum Übernachten
- Wir beschließen, die Gabelung nach links zu fahren, um dort noch mal zu schauen
- Louis gräbt sich beim Losfahren mit dem Hinterrad in den Schotter ein, kippt langsam und entscheidet sich für einen kontrollierten Abstieg
- Die Maschine liegt, er steht
- Nach dem Lerneffekt vom Enduro-Training heben wir zu zweit die Maschine mit Gepäck wieder in die Senkrechte
- Beim zweiten Versuch schiebe ich mit, und er kommt raus
- …
- 100 m nach der Gabelung kommen wir an eine kleine Wiese, mit Feuerstelle, und das „Olsens Bistro“
- Hier ist es genial, wir brauchen gar nicht weiter diskutieren
- Eine Feuerstelle, genügend Holz, und ein überdachter Platz
- Das Feuer brauchen wir heute Nacht, denn es soll auf 4° abkühlen
- Wir bauen unsere Zelte auf und sammeln Holz
- Die Stechmücken kommen – Louis holt sein Kokosöl, wir reiben uns ein
- Danach kochen wir – es gibt Nudeln mit Tomatensoße aus Russland, deutschen Knoblauch und norwegische Pilze und Speck
- …
- Das Essen schmeckt sehr gut
- Auf der anderen Seite vom Flussufer blöken die Schafe
- Louis geht spülen am Tanaelva – das hat er sich redlich verdient
- Dann beginnen wir mit dem Feuer, denn es kühlt schon merklich ab
- Als alter Pfadfinder von Fähnlein Fieselschweif brennt das Feuer in wenigen Sekunden
- Ich schließe noch meinen Laptop am Motorrad an, damit er nachher voll ist und ich arbeiten kann
- Nun sind wir heute doch nicht so viel gefahren, wie wir dachten – wir müssen morgen knapp 6 Stunden aufsitzen
- Aber dieser Platz entschädigt für alles
- Jetzt kommt zum zweiten Mal ein Mann mit Hund vorbei – sofort wird die Hand gehoben, gegrüßt und „Hi“ gesagt
- Gegen 23:00 kommt eine ältere Dame hier vorbei, sieht uns, kommt einfach her und redet mit uns, woher wir kommen, was wir machen, erzählt von sich…
- Die Leute hier in Norwegen sind ebenfalls sehr freundlich und nett
- Wir sitzen noch bis kurz vor Mitternacht am Feuer und reden über unsere Russlandtour – verdammt viel Spaß hat’s gemacht
Schreibe einen Kommentar