Gegen 8:30 Uhr wachen wir bei herrlichem Sonnenschein auf
Gestern habe ich meinen russischen Freund bezüglich Moskau angeschrieben
Wegen Drohnenangriffe, Krieg, GPS, Spritknappheit, und überhaupt die Gefährlichkeit in Moskau
Heute Morgen schreibt er zurück, dass es in Moskau circa 4x im Monat Luftalarme wegen Drohnenangriffe gibt
GPS würde zu 90 % funktionieren
Ansonsten lohnt es sich auf alle Fälle, Moskau zu besuchen
Das Gefährlichste aus seiner Sicht ist der chaotische Verkehr
Oh, auch das noch…
Wir gehen frühstücken, Buffet
Danach chillen wir noch im Bett, Check out ist erst um 12:00 Uhr
Wir beschließen, Jekaterinburg, Sibirien und Kasan auszulassen – da komme ich dann sowieso auf meiner Mongoleireise automatisch vorbei
Der Plan ist, am Montag über zwei Tage dann direkt nach Moskau zu fahren
Moskau, Sankt Petersburg und Murmansk dann ausgiebig anschauen
Wir packen zusammen und fahren mit unseren Motorrädern zur Mutter-Heimat-Statue – 10 km
Wir fahren runter zur Wolga und am Fluss entlang
Wir kommen an einem noch nicht fertiggestellten Riesenrad und direkt am Stadion von Rotor Wolgograd vorbei
Wir machen eine Linkskurve und haben direkt vor uns den Mamajew-Hügel mit der Mutter-Heimat-Statue (diesen Hügel hatten mal die Deutschen eingenommen, dann wieder die Russen, dann wieder die Deutschen… so ging das hin und her)
Wir suchen einen Parkplatz und laufen im T-Shirt und Motorradhose in der prallen Sonne den Berg hoch – es sind 38°, wir schwitzen ein wenig
Beeindruckend, was alles gemacht wurde zum Gedenken an den Sieg der sowjetischen Streitkräfte
In der Schlacht von Stalingrad, die von Juli 1942 bis Februar 1943 ging, waren ca. 2.000.000 Soldaten beteiligt, die Hälfte davon sind gefallen
Im „Saal des Soldatenruhms“ stehen zwei Wachposten stocksteif vor dem ewigen Feuer
Ein anderer Wachmann kommt mit dem Tuch und wischt den stocksteifen Kameraden den Schweiß vom Kopf – sie dürfen sich nicht bewegen
Wir laufen hoch zur Mutter und setzen uns neben ihr in den Schatten
Von hier aus hat man auch einen herrlichen Blick auf das Stadion von Rotor Wolgograd
Von außen sieht das Stadion sehr schön aus – gut, das kann man natürlich nicht mit dem Neckarstadion vergleichen, das sind andere Welten!
Ans Neckarstadion kommt halt nichts ran…
Falls unsere Roten hier mal den Rotor drehen dürfen, ich biete mich sehr gerne als Reiseführer an
…
Anschließend gehen wir in die Russisch-orthodoxe Kapelle und zünden zwei Kerzen an
Diese Kapelle ist ein heiliges Denkmal, das den Helden der Schlacht von Stalingrad gewidmet ist und als Ort der Erinnerung für die gefallenen Soldaten dient
Nebenan ist noch das Stalin-Museum, welchem wir auch einen Kurzbesuch abstatten
Im Museum hecke ich mit Josef einen Schlachtplan aus
Danach laufen wir den Berg runter zu unseren Motorrädern
Wir fahren die restlichen Kilometer über Umwege aufgrund von vielen Baustellen zu unserem neuen Hotel
Heute waren es sagenhafte 18 km auf dem Motorrad
Als wir unsere Motorräder vor dem Hotel parken, kommt da ein Typ angelaufen und stellt sich davor
„endlich wieder Deutsche!“ sagt er und freut sich
Wir freuen uns ebenfalls
Martin aus Görlitz begrüßt uns
Er ist auch mit dem Motorrad unterwegs und fährt jetzt mit dem Zug für drei Tage nach Moskau, um sich die Stadt anzuschauen
Sein Motorrad kann er im Hinterhof des Hotels stehen lassen
Er macht das so, weil der Verkehr in Moskau angeblich eine Katastrophe ist
Das bringt uns zum Nachdenken – so könnten wir auch den Chaosverkehr in Moskau umgehen
Allerdings fährt man von Wolgograd 20 Stunden mit dem Zug, im Schlafwagen, und dann muss man die 20 Stunden auch wieder zurück
…
Wir begleiten Martin zum Zug
Martin kommt aus Polen und kann auch ein wenig russisch
Wir gehen zum Fahrkartenschalter und Martin checkt die Lage für uns, mit Hin- und Rückfahrt
Wir buchen noch nichts, haben jetzt aber die Zeiten, wann die Züge fahren
Wir lassen uns auch einen Plan der Zwischenstationen geben
Eine Idee wäre noch, mit dem Motorrad so dicht wie möglich an Moskau ran zu fahren, und dann vielleicht die letzten 3 Stunden mit dem Zug rein
Wir haben jetzt alle Informationen, verabschieden uns von Martin, der in den Zug steigt, und laufen Richtung Hotel zurück
Martin erzählte, dass es heute um Mitternacht und um 7:00 Uhr morgens angeblich Drohnenangriffe auf Wolgograd gegeben hat
In Wolgograd werden Raketen gebaut, deshalb ein beliebtes Drohnen-Ausflugsziel
Wir haben aber nichts mitbekommen
…
Auf dem Rückweg gehen wir noch in den Supermarkt und kaufen Trinken
Im Hotel dann duschen, umziehen und im eigenen Restaurant gehen wir essen
Wir diskutieren, wie wir das mit Moskau machen
Entweder wie geplant mit dem Motorrad nach Moskau rein, oder von hier aus mit dem Zug 20 Stunden und 20 Stunden wieder zurück
Oder wir suchen uns einen Zwischenstandort, den wir mit dem Motorrad anfahren, und von dort aus dann mit dem Zug nach Moskau rein
Wir wissen es noch nicht…
Nach dem Essen gehen wir draußen noch ein bißchen spazieren und schauen uns die Alexander Newsky Kathedrale an, die direkt neben unserem Hotel steht
…
Wir finden noch keinen Nenner wegen Moskau
Ich würde lieber den Zug nehmen, Louis findet das unnötig und will mit dem Motorrad reinfahren
Ein Hotel mitten im Zentrum haben wir schon gefunden, und man kann sogar ohne Kreditkarte buchen und bezahlen dann vor Ort
Auf den Bildern sieht es richtig schön aus – der Preis ist aber sehr günstig
Das macht mich stutzig…
Wir diskutieren wieder über Moskau
…
Letztenendes lasse ich mich breit schlagen und stimme zu mit dem Motorrad direkt in die Innenstadt nach Moskau reinzufahren
…
Wird schon gut gehen – aber halt auch viele Nerven kosten
Louis bucht das Hotel, ich schaue mir den Weg von Wolgograd nach Moskau an
Schreibe einen Kommentar