Kurz nach 9:00 Uhr gehen wir zum Buffet, ist sehr gut
Ich stehe wie immer verwirrt an der Kaffeemaschine und kann nichts lesen
Ich drücke auf das russische Wappen, in der Hoffnung, dass ich es vielleicht auf Englisch umstellen kann
… geht sogar auf Deutsch
Ich drücke auf schwarz-rot-gold, finde den Cappuccino-Knopf und lass mir diesen raus
Dann will ich den nächsten russischen Kaffee-Junkie beobachten, wie der/die sich zu helfen weiß
Die sollen sich auch mal wie ich fühlen, wenn man einen Kaffee will und nichts lesen kann
Dann kommt aber leider der Tellerwäscher vorbei, stutzt an der Kaffeemaschine, überlegt eine Weile, dann drückt er fünf mal rum und schon ist alles wieder auf Russisch
Schade…
Da ich noch nicht so vergesslich bin, konnte ich mir merken, welchen Knopf ich für den nächsten Cappuccino drücken muss – oben rechts
Louis geht schon mal aufs Zimmer, die Reservierung für das Hotel in Moskau hat noch nicht ganz geklappt
…
Die Reservierung hat Gott sei Dank nicht geklappt – das Zimmer war deshalb so billig, da es keine Fenster hatte, und Bad und WC auf dem Gang waren
Louis sucht ein anderes Hotel, findet eins, bucht es und bekommt auch sofort die Bestätigung vom Hotelchef
Es liegt zwischen dem ersten Ring und dem zweiten Ring
Kein Gefängnis, also mit Fenster und eigenem Bad und WC
Ich mache einen Plan, was wir heute noch alles erobern können
… anschauen können
Danach ruhen wir uns noch ein wenig aus
Draußen ist es sehr heiß und drückend
Kurz nach 14:00 Uhr kommen Wolken und es wird ein wenig angenehmer
Wir laufen die 1,8 km zur Wolga runter
Was hier einem auffällt, alles ist sauber, abends fahren die Kehrmaschinen durch die Straßen
Im Stadtpark liegt kein Papierschnipsel oder Zigarettenstummel rum
Tagsüber wird in den Unterführungen gekehrt
Es läuft kein Pack rum und niemand wirft einfach Zeug auf den Boden
…
Wir schauen uns den „Feuerlöscher“ an, der erste Feuerwehr Rettungsdampfer, der an zwei Kriegen teilgenommen hat
Wir laufen an der Wolgapromenade entlang und buchen eine zweistündige Schifffahrt
Wir bestellen uns auf dem Schiff einen Cappuccino und Louis ein hellblaues Giftgetränk
Wir fahren wieder am Museum vorbei, nebendran das Pawlow-Haus, dann das nicht fertige Riesenrad und das Stadion von Rotor Wolgograd
Im Hintergrund die Mutter-Heimat-Statue
An der Anlegestelle wieder angekommen, laufen wir weiter die Wolga entlang
Wir kommen an einem gepanzerten U-Boot vorbei, welches im Glaskasten eingelagert ist
Dieses U-Boot wurde mal zufällig am Boden der Wolga gefunden
Danach laufen wir zur Statue zu Ehren Lenins
Auf dem Weg zum Hotel finden wir den russischen Schuhladen „rieker“
Als hätte der Laden auf dem Weg sein müssen, denn Louis benötigt dringend Schuhe
Heute ist Sonntag, und der Schuhladen hat trotzdem auf
Louis findet sogar relativ schnell, was nicht gewöhnlich ist, die perfekten Schuhe
Wir kaufen die und laufen zum Hotel zurück
Dann duschen, umziehen und wir gehen diesmal raus ins Restaurant
Dort bekommen wir die Speisekarte, keine Bilder drauf, kein QR-Code, und wir stehen wieder wie der Ochs vor‘m Berg
Nach langem hin und her bekommen wir erklärt, dass es hier nur Pasta und Salate gibt
Wir gehen 300 m weiter, da gibt es ein Steakhaus – mit englischer Speisekarte
Dort essen wir, und es war gut
Im Hotel gehe ich noch 1 Stunde ins Fitness und Louis arbeitet
Den Hotel-Fehler machen wir diesmal nicht mehr, ich buche ein Hotel in Borissoglebsk, welches wir morgen ansteuern wollen
Dann ist auch der letzte Tag in Stalingrad beendet, wir haben viel erlebt und viel gesehen
eine lohnenswerte Stadt mit viel Geschichte – keine schöne Geschichte, aber Geschichte
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