Die Nacht war super, nur 12°, wir haben sehr gut geschlafen
Heute frühstücken wir zum ersten Mal in diesem Urlaub
Ohne Frühstück fährt es sich in der Regel besser, denn man wird nicht gleich hundemüde
Aber im Hotelpreis ist Frühstück inbegriffen, und als Schwabe lässt man sich das nicht entgehen
Das Frühstück ist genauso, wie ich es von den letzten Jahren in den nicht touristischen Gegenden in der Türkei kenne
Auch das 200 ml Wasser in abgepackten Plastikbechern ist inbegriffen
Hier ist Plastik noch hoch im Kurs
Die Türken haben es gut, sie sind von den Grünen anscheinend noch verschont geblieben
Louis macht sich Sorgen um seine Wasserpumpe
Er hat jetzt schon die zweite neue Wasserpumpe und der Ausgleichsbehälter ist wieder auf Minimum
Er schreibt eine WhatsApp an den Mitarbeiter von BMW Brauneisen
…
Seit Wendlingen ist das Autobahnfahren nun vorbei, jetzt geht es nur noch über die Landstraße durch die Türkei
Ok, in Österreich sind wir auch Landstraße gefahren, aber in Slowenien dann wieder auf die Autobahn
Das waren dann über 2000 km Autobahn bis hierher
Jetzt geht es halt nicht mehr so schnell vorwärts
Louis baut sein Zelt auf und stellt das noch in die Sonne, damit die restliche Nässe von Slowenien noch rausgeht
Wir packen die Maschinen und fahren gegen 11:10 Uhr los
Es geht auf die zweispurige Landstraße, wir können schnell fahren und machen gut Kilometer
Dann geht es in die Berge, und wir können mit hoher Geschwindigkeit mal wieder schöne Kurven fahren
Ich drücke auf meinem Cardo den Knopf, um mit Louis Kontakt aufzunehmen – besetzt
Nach einer Weile meldet er sich und erzählt, dass der Kollege von Brauneisen über WhatsApp ihn angerufen hat
Der niedrige Kühlwasserstand könnte daran liegen, dass beim Wechseln der Wasserpumpe eventuell noch Luft im Kreislauf war
Wir sollen mal auf die Mitte auffüllen und beobachten
Aber toller Service von BMW Brauneisen!
…
Irgendwann kommt der erste Stau, und es ist kein Grenzau
Trotz Frühstück und ohne Kaffee fahren wir 100 km, ohne müde zu werden
Louis tankt
Ich trinke einen Espresso und dann wieder anziehen, denn schon schreit der Muezin von seinem Turm runter
Wir fahren schnell weiter, denn es wird laut
Was mich wundert, wir sehen keinerlei Polizei
Vor fünf Jahren, als ich mit meinem Bruder durch die Türkei gefahren bin, sind wir gefühlt alle 100 km angehalten worden, Führerschein und Fahrzeugschein
Okay, das war auch 2021, während dem Corona-Fake
Die Landschaft wird immer schöner, und obwohl es zweispurig ist und wir immer schnell fahren können, ist es was anderes als die 2000 km Autobahn davor
Es geht durch die schönen Berge, hoch und runter, links und rechts
Gefährlich sind die LKWs, die manchmal schnell rausziehen, und dann wird auch mit 110 km/h überholt
Das Wetter ist heiß, 32° und von oben brüllt noch die Sonne
Wenn es mit dem Sitzen nicht mehr so klappt, machen wir ein wenig Gymnastik auf dem Motorrad
Für 30 Sekunden mal hinstehen, die Beine durchdrücken, die Hüfte kreisen lassen und schon sitzt man wieder besser
Wir fahren gut anderthalb Stunden und 150 km, dann fahren wir tanken
An der Tanke spricht uns Halid an
Halid ist älter als ich, ich schätze ihn auf circa 50, und erzählt, dass er bis vor 30 Jahren in Lüdenscheid gewohnt und gearbeitet hat
Er lädt uns beide zu einem Cappuccino ein und es wird ein sehr nettes Gespräch
So was liebe ich… in entfernten fremden Ländern Menschen kennenlernen, wie sie leben und was sie so machen, Smaltalk und dann geht’s weiter
Kurz vor Samsun machen wir wieder eine Pause, um nach einem Hotel Ausschau zu halten
Louis tankt und recherchiert anschließend
Wir finden in Samsun, eine halbe Stunde entfernt, etwas, alles andere wäre viel zu weit weg
Wir fahren nach Samsun rein und schlängeln uns durch die Großstadt, katastrophaler Verkehr
Dank Google Maps finden wir das Hotel relativ schnell und dürfen auf dem breiten Gehweg parken
Uns wird gleich ein Chai serviert, und der Kollege bringt unser Gepäck nach oben
Zimmer mit Ausblick zum Schwarzen Meer
Wir duschen, ziehen uns an und gehen essen
Unterwegs werden wir vor einem Türken angehalten, der vor seinen Laden sitzt und frische Kirschen ist
Wir nehmen dankend an und reden auf Deutsch und er auf Türkisch
Wir unterhalten uns prächtig
Plötzlich quietschen auf der Straße Reifen und es tut einen Riesenschlag
Ein Auto ist dem anderen reingekracht
Die Türken rennen und schauen sich das Ganze an
Einer kommt zurück, greift in den Kühlschrank eine Flasche Wasser und bringt es einem Fahrer, der ist etwas neben sich
Wir verabschieden uns von dem Kirschenmann, bedanken uns und ziehen weiter
Wir suchen ein Restaurant, erst das vierte Restaurant gefällt meinem Louis
… und ich habe so Hunger!!!
Wir essen gemütlich und laufen danach durch die beleuchtete Innenstadt
Auf dem Weg zum Hafen ist ein kleines Fest, gehört sicherlich zu dem Feiertag aufgrund des Militärputsches von damals
Wir laufen am Strand entlang und strecken den Fuß einmal ins Schwarze Meer
Nach einem langen Fußmarsch gehen wir zurück ins Hotel und gehen unserer Arbeit nach
In Laos damals habe ich einen Russen kennengelernt, der in der Nähe von Moskau wohnt
Mit ihm habe ich ständig Kontakt, er hält mich auf dem Laufenden, was so wirklich in Russland los ist
Wir machen uns ein bißchen Gedanken über die Lage, über das Geld, welches „druckfrisch“ sein sollte, und wegen der Benzinknappheit
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