D/A/SLO
- Die Nacht war gut, bis 8:00 Uhr haben wir geschlafen
- Ich bezahle stolze 41 € für die paar Stunden, die wir hier sind, naja…
- Und die Motorräder durften wegen der Nachtruhe nicht mal rein
- Wir packen unser Zelt, schleppen unsere Sachen zu den Maschinen und beladen diese
- Gegen 9:40 Uhr fahren wir ohne Kaffee los, den gibt’s dann unterwegs
- Zagreb ist das Ziel, mautfrei durch Österreich und dann erst wieder in Slowenien auf die Autobahn
- Nur ein paar Kilometer auf der Autobahn, linke Spur, Louis vor mir, zieht ein BMW neben Louis von der rechten Spur, ohne zu schauen, nach links rüber
- Ich schrei noch ins Mirko, Louis bremst und macht einen Schlenker nach links…
- Geschafft… und der BMW hat nicht mal was gemerkt
- …
- Jetzt bin ich voll Adrenalin und brauch erst mal keinen Kaffee
- Gott sei Dank, so schnell hätte die Reise zu Ende sein können
- …
- Nach einer Stunde machen wir Vesperpause am Billa
- Wir gehen rein und gleich sticht uns die Leberkästheke ins Auge
- Brötchen geholt und ich stelle mich bei der älteren, etwas mitgenommeren Dame an
- Sie fragt mich, wie dick ich die Scheibe haben will, und zittert mit dem Messer am Leberkäse entlang
- Puh, entweder hat sie heute Morgen zwei Roséschorle zu wenig gehabt, oder es liegt tatsächlich am Alter – da will ich aber nicht urteilen
- Bei 1 cm sage ich stopp, ich liebe viel Fleisch
- Dann schneidet sie zitternd durch den Leberkäse, von oben 1 cm Breite bis 2 cm unten
- Ok, sieht sehr viel aus, aber ich liebe es ja
- Die zweite Scheibe wird genauso… puh, das ist viel Leberkäse.
- Gut, dafür kosten die zwei Zitterlappen auch gute zehn Euro
- Wir kaufen noch ein paar Kleinigkeiten ein und setzen uns draußen im Schatten zu unseren Motorrädern und essen
- Der LKW war wirklich lecker, und viel
- Die Weiterfahrt für die nächsten paar Kilometer ist ziemlich zäh
- Ortschaften, langsam fahren und viele Autos
- Normalerweise falle ich 30 Minuten nach dem Essen ständig in ein Loch, dann brauch ich immer dringend einen Kaffee.
- Erst ab Radstadt beginnt der Fahrspaß und das Adrenalin überwindet mein Müdigkeitsloch
- Wir fahren den Obertauern hoch bei herrlichem Sonnenschein und 20°
- Letztes Jahr bin ich den gleichen Weg mit meinem Einsatzsteuerungskollegen aus Kölleda bei 3° und Nieselregen hochgefahren
- Die Kurven beginnen und hin und wieder müssen wir Autos überholen
- Den richtigen Zeitpunkt abpassen, die Vollgasnocke einlegen und die rechte Hand am Anschlag – ruckzuck vorbei
- Zwei andere Motorradfahrer vor uns, die lassen es auch gut krachen, und wir hinterher
- Den Obertauern runter und dann weiter den Katschberg hinauf
- Dort machen wir eine Kaffeepause
- Beim Parken suchen wir immer Schattenparkplätze, damit es den Innenraum nicht so sehr aufheizt 🥳
- Die Fahrt verläuft nahezu wolkenfrei und die Temperaturen gehen bis zu 35° nach oben
- Kurz vor Slowenien ziehen die Wolken aber den Himmel zu und ein paar Regentropfen kriegen wir ab
- Kurz vor der Grenze biegen wir links Richtung Wurzenpass hoch
- Dort sind die Straßen ganz nass
- Sehr schade, so können wir nicht an unsere Grenzen gehen
- Beim Überholmanöver in einer lang gezogenen Kurve gebe ich zu viel Gas und mir rutscht das Hinterrad auf einer weißen Linie kurz weg
- Ein paar Zentimeter versetzt der Hinterreifen, aber dann greift er wieder
- Wieder Adrenalin pur!!!
- Brauche ich nicht mehr!!!
- Hatte ich heute schon genug!!!
- Ich fahre den Wurzenpass vorsichtiger nach oben, über die Grenze nach Slowenien und auf der anderen Seite wieder runter
- Louis tankt noch vor der Autobahn und ruft Campingplätze an
- Ein Campingplatz hat offen, in Slowenien, kurz vor der kroatischen Grenze. Er hätte keine Duschen, aber wenigstens Toiletten
- Okay, probieren wir
- ich esse noch ein halbes Brötchen und wir fahren los
- Nach 20 Minuten falle ich ein Loch und bin hundemüde
- Wir finden einen Rastplatz, schlafen beide 10 Minuten auf einer Bank, dann noch ein Espresso und jeder ist wieder topfit
- Die letzten anderthalb Stunden ziehen wir auf der Autobahn mit 130 km/h bis zum Campingplatz durch
- Dort angekommen gibt es nur eine große Wiese, eine Bar und ein kleines Restaurant
- Louis versucht wieder telefonisch den Campingplatz zu erreichen, vergeblich
- Wir parken unsere Maschinen und gehen im Restaurant erst mal essen
- Vom Campingplatz keine Spur, und telefonisch geht auch niemand mehr ran
- Wir entscheiden uns für die große Wiese und wild campen
- Im letzten hinteren Eck bauen wir unsere Zelte auf – Louis will diesmal in seinem eigenen Zelt schlafen
- Es fängt an zu regnen
- Es gibt auf der Wiese eine große Bank mit Überdachung
- Wir nehmen unsere Laptops und „arbeiten“
- Morgen wollen wir durch Kroatien und Serbien fahren, und in Bulgarien die nächste Nacht verbringen




























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