7:45 Uhr stehe ich auf und mache mir meinen Kaffee
Louis steht auch auf und bastelt an Instagram oder YouTube
Ich mache die Planung für die letzten Tage in Russland
Ich habe vier Nächte in Murmansk gebucht und dann von Mittwoch auf Donnerstag die letzte Nacht in Sapoljarny
Nach diesem Stand fahren wir dann drei Tage früher aus Russland raus als geplant
Somit haben wir noch mehr gemeinsame Zeit für Nordnorwegen
Gegen 10:00 Uhr packen wir zusammen, wir ziehen Thermoklamotten an
Draußen sind es 13°, aber trocken
Vom vierten Stock aus schaue ich über einen Teil der Stadt und auf unsere Motorräder
Von unserem Zimmerfenster aus sehe ich das Weiße Meer
Einen großen Aufenthaltsraum zum Arbeiten hätte es hier auch gegeben
Ich packe mein Motorrad, die Möwen vom Weißen Meer kreischen und fliegen um die Wette
Louis hat die Route nach Murmansk mit drei Zwischenstopps als Sehenswürdigkeiten eingeplant
Gegen 11:00 Uhr machen wir uns auf den Weg zum ersten Programmpunkt
Wir fahren um die Gegend von Kandalakscha und haben schöne Aussichten
Anschließend machen wir uns auf den Weg Richtung Murmansk zu den nächsten Sehenswürdigkeiten
Die Straßen werden hügeliger, kurviger und der Verkehr hält sich sehr in Grenzen
Wir hätten in Kandalakscha tanken sollen
Louis hat noch 50 km Reichweite, die nächste Tankstelle in Richtung Sehenswürdigkeit ist in 86 km
Wir biegen dann nicht ab zur Sehenswürdigkeit, sondern fahren dann erstmal 36 km weiter auf der Hauptstraße
Kurz vor Montschegorsk hat die Tankstelle nur 92 Oktan
Wir fahren weiter und nach Montschegorsk rein – diese Tankstelle hat gar nichts
Louis googelt und findet in Montschegorsk eine weitere Tankstelle
Dort gibt es alles
Wir rechnen aus… 38 Liter
Ich gehe rein und will bezahlen – es gibt maximal nur 30 Liter pro Person
Bis ich dem Mädel jetzt klarmache, dass ich 18 Liter benötige und Louis 18 Liter und mein Kanister 2 Liter, lass ich das lieber und bezahle 30 Liter
Zwei Personen, zweimal 30 Liter… – egal, ist mir jetzt zu kompliziert
Louis tankt mit 18 Liter voll, ich nehme die restlichen 12 Liter
Die 2,5 Liter im Kanister füllen wir das nächste Mal auf
Wir machen Pause und genießen die Sonne – herrlich
So schnell es kann es gehen – vor circa zwei Wochen in Stalingrad sind wir erst aus dem Hotel, als die Wolken gekommen sind, ansonsten wäre es unerträglich gewesen
Jetzt müssten wir 36 km zur Abzweigung zurückfahren, bei der es dann zum nächsten Programmpunkt geht
Dazu habe ich jetzt absolut keine Lust
Wir diskutieren und kommen zu dem Schluss, dass wir uns für ein paar Stunden trennen
Ich fahre gemütlich zum Hotel und Louis zu seinen Sehenswürdigkeiten
Jeder hat die Adresse vom Hotel, dort sehen wir uns dann
Wir fahren von der Tankstelle aus Montschegorsk raus, Louis fährt nach links und ich nach rechts
So nehme ich die letzten 150 km bis zum Hotel
Ich will aber irgendwo noch eine Pause machen und gemütlich einen Cappuccino trinken
Aber 50 km kommt erst mal gar nichts
Dann sehe ich weit auf der linken Seite, mitten in der Pampa, Hochhäuser
Nach einem Kilometer geht es auch links ab in das Dorf Pushnoy
Ich versuche mein Glück und biege ab
Dort hat es drei oder vier Hochhäuser, ansonsten auch noch Blechhütten und einen großen Spielplatz, auf dem Kinder spielen
Ich frage mich, wo die in den Kindergarten oder Schule gehen
Hier ist weit und breit nichts
Hier hat es nicht mal ein Café um was zu trinken
Ich fahre ein bisschen rum und mache mich dann wieder auf den Weg zur Hauptstraße
20 km später kommt eine Tankstelle mit einem Café
Ich hole mir einen Cappuccino und setze mich raus in die Sonne
Ich genieße…!
Die letzten 50 Kilometer fahre ich durch
Es wird noch mal bergiger und kurviger
Kurz vor Murmansk tanke ich meine Maschine ganz voll
Ich berechne 13 Liter und presse diese in den Tank
Murmansk hat viele Hochhäuser, solche Bauten wie in der DDR
Mein GPS funktioniert komplett durch und mein Navi bringt mich exakt zum Yagel Hostel
Ich checke um 16:45 ein, und der Chef meint, „einer fehlt doch noch?“
„Ja, mein Sohn kommt später“ – wird akzeptiert
Wir haben ein Zimmer im Erdgeschoss, und die Motorräder können wir direkt am Fenster parken
Nun bin ich in Murmansk, die letzte Großstadt in Russland, die wir sehen wollten
Dann fällt mir ein, Louis wollte doch heute seinen Ölwechsel hier in Murmansk machen lassen
Hat er das vergessen?
Das Öl und den Ölfilter habe ich
Louis ist immer noch nicht da, dann gehe ich einkaufen
3 Minuten zu Fuß, ich kaufe was zum Essen, ich habe Hunger
Als ich zurückkomme, ist er da, wie soll es auch anders sein
Wir laufen ein bisschen durch Murmansk und gehen essen
Nettes Restaurant mit Ambiente
Und die Bedienung kann sogar englisch – ist sehr angenehm
Wir essen gut und gehen anschließend noch in den Supermarkt
Wir kaufen Vesper für morgen ein, wir machen mit dem Motorrad einen Ausflug auf die Kola Halbinsel
Nordöstlich von Murmansk soll ein Schiffsfriedhof direkt an der Barentssee sein, den wollen wir sehen
Morgen fahren wir nackig
Also die Motorräder – ohne Koffer, ohne Gepäck
Der Kollege für den Ölwechsel hat sich nicht mehr gemeldet – somit verschiebt sich Louis‘ Ölwechsel
Im Hotel planen wir ein bisschen und ich mache meine Homepage
In Murmansk ist es jetzt 23:05, und es ist immer noch nicht dunkel
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