29.07.2026

Verfasst von

in

  • um 8:00 Uhr stehen wir auf und essen ein paar Kleinigkeiten vom Supermarkt
  • Nachdem wir gestern zwischen 26° und 30° gefahren sind, sind es aktuell nur 16° und die Straßen sind nass
  • Aber es hat zumindest kein Schnee vor Moskau
  • Klim, mein Kamerad aus Moskau, will uns morgen treffen und uns ein paar Sehenswürdigkeiten zeigen – freut uns sehr, dass das klappt
  • Ich schreibe mir die genaue Route von Google Maps ab, und das auf Russisch, falls das GPS ausfällt
  • Was hoffentlich nicht passiert!!!
  • Louis bringt die erste Fuhre zu den Motorrädern runter
  • Unten stehen schon zwei Russinnen und schauen sich die Maschinen an
  • Sie sprechen auf Russisch, Louis auf Englisch, und niemand versteht was
  • Wir packen die restlichen Sachen und checken aus
  • Kurz vor 10:00 Uhr kommen wir los
  • Hoffentlich funktioniert das GPS bis zum Hotel!!!
  • Wir fahren wieder auf die einspurige Straße Richtung Moskau
  • Am Anfang war es sehr gut zu fahren, bis wir auf einen Konvoi mit LKW‘s auffuhren
  • Das Überholen war ziemlich zäh, zumal meistens Überholverbot war
  • Dann kam noch die Straße erschwerend dazu, es gab viele Schlaglöcher
  • Zu allem Übel setzte noch Nieselregen ein
  • Irgendwann wird die Straße dreispurig, zweispurig, und dann wieder dreispurig
  • Wir können schnell fahren und kommen zügig voran
  • Dann kommt plötzlich wie aus dem Nichts eine Mautstelle
  • Wir diskutieren noch die Bilder über den einzelnen Schranken und stellen uns dort an, wo ein Geldschein drauf war
  • Wir fahren vor die Schranke an den Automat und schauen diesen an
  • Für diese Mautstation ist kein Geldschein erforderlich, sondern eine Kreditkarte
  • Und unsere Kreditkarten funktionieren leider nicht
  • Wir müssen wieder zurück
  • Gott sei Dank war hinter uns niemand
  • So schieben wir die 20 Meter unsere Motorräder aus dieser Bahn zurück 
  • Dann parken wir seitlich und schauen uns das alles noch mal genauer an
  • Ganz rechts sind zwei Linien mit Schildern, auf denen Geldscheine und Münzgeld drauf ist
  • Warum haben wir das vorher nicht gesehen?
  • Wir fahren hin
  • Eine Frau schaut aus dem Häuschen raus, es ist keine Hexe, ich bezahle gleich doppelt und wir beide fahren durch
  • Wir fahren weiter geradeaus, direkt auf Moskau zu
  • 10 km vor dem äußeren Ring fällt das GPS aus
  • Verdammte Sch… schade…!!!
  • Wir haben die Kilometer im Kopf und wissen, dass wir nach 10 km an einem Kreuz einen dreiviertel Kreis drehen müssen und links den äußeren Ring entlang
  • Und irgendwann müssen wir dann vom äußeren Ring wieder in die Innenstadt rein – irgendwann
  • Ja, und wann???
  • Wir fahren 10 km, kommen auf ein großes Kreuz und fahren raus
  • Wir wollen den Dreiviertel Kreis nehmen, um nach links auf den äußeren Ring zu kommen
  • Wir fahren ein bisschen zu früh ab, machen nur einen Viertel Kreis und fahren sechsspurig in die falsche Richtung 
  • Nächste Sch…
  • Vom Verkehr her geht es, ich hatte es mir schlimmer vorgestellt
  • Wir müssen die Situation neu analysieren 
  • Wie kommen wir jetzt auf die andere Straßenseite in die entgegengesetzte Richtung?
  • Nach ca. 2 km fahren wir rechts raus, merken aber schnell, dass wir hier nicht auf die andere Straßenseite kommen 
  • Wir fädeln uns auf den sechsspurigen Ring wieder ein
  • Weitere 2 km kommt eine Brücke
  • Wir fahren raus, können über die Brücke und in die entgegengesetzte Richtung auf den sechsspurigen Ring
  • Geschafft… nur wie weit müssen wir hier fahren?
  • Irgendwann kommen wir an das Kreuz, an dem wir falsch abgebogen sind
  • Jetzt sollten wir nur noch wissen, wieviele km wir hier draufbleiben müssen 
  • Ich vergleiche meinen handgeschriebenen russischen Zettel mit der Route drauf und den Verkehrsschildern 
  • Ich kann noch weniger als nichts lesen – nämlich gar nichts 
  • Danke für deine Mühe, Micha, aber es war umsonst
  • Nach Rücksprache mit Louis weiß er auch nicht, wann wir abbiegen müssen
  • Eine Idee wäre, einen Taxifahrer zu suchen, der zum Hotel fährt und wir hinter her
  • Plötzlich staut sich der Verkehr…
  • Es geht nur noch im stop and go
  • Wir sind auf einer sechsspurigen Fahrbahn, in eine Richtung(!!!), sechsspurig, und es geht nur im stop and go vor sich!!!
  • Wer hat das erfunden???
  • Wahnsinn…!
  • So zotteln wir dahin
  • Plötzlich erklärt mir Louis völlig lapidar, wir müssen in 600 Meter raus
  • „Woher weißt du das?“
  • „Sagt mein Navi, GPS geht wieder“
  • Ich hätte fast einen Freudensprung vom Motorrad gemacht, während Louis mir das emotionslos ins Ohr quatscht 
  • Ok, jetzt warten wir mal ab, wie lange das hebt
  • Wir fahren auf dem Standstreifen und schlängeln uns vorbei 
  • Wir biegen ab, es wird vierspurig, aber es läuft 
  • Ich bete, dass das GPS bestehen bleibt 
  • Wir werden mutiger, überholen mal rechts und mal links
  • Der Verkehr ist nicht mit Machatschkala in Tschetschenien zu vergleichen!
  • Alles absolut fair – Respekt, hätte ich anders erwartet 
  • So biegen wir noch 3x ab und stehen vor unserem Hotel – perfekt gelaufen, Hut ab! 
  • Der Gehweg sehr breit, perfekt für unsere Motorräder 
  • Wir parken, machen die Hoteltüre auf, da winkt vom 1. Stock hinter der Theke die Hotelfrau – sie hat uns schon erwartet
  • Wir laufen die Treppe hoch
  • Natürlich kann sie nur russisch
  • Als erstes klären wir das mit dem Parkplatz auf dem Gehweg ab
  • Geht gar nicht, da dürfen wir nicht parken, da kommt die Polizei und kostet Strafe
  • An der Straße dürfen wir parken, wir müssen uns aber am Automat registrieren, online und mit Kreditkarte
  • Da unsere Kreditkarten nicht funktionieren, bitten wir sie, dass sie bezahlt und wir geben ihr das Geld in bar
  • Kein Problem, macht sie – voll nett die Frau
  • Wir laufen gemeinsam zum Automat, sie muss vorher aber eine App runterladen
  • Zwischendrin immer wieder Google Übersetzer
  • Wir laufen zum Hotel zurück, sie nimmt sich viel Zeit, das mit dem Parken zu regeln
  • Wir geben beide unsere Kennzeichen ein
  • Nach einer langen halben Stunde kommen für diese vier Tage parken 330 € raus
  • Waaaaaaas…?!?
  • Nach unserer Rechnung müssten circa 44 € rauskommen 
  • Es hat sich dann aber herausgestellt, dass das keine Tagespreise waren, sondern Stundenpreise – oha!
  • Sie meinte, das ist halt Moskau, und ihr seid mittendrin
  • Ja, schon klar, aber 330 € sind eine Hausnummer
  • Sie telefoniert rum und hätte ein Hostel für uns, dort können wir wohnen und umsonst parken – ist nur 7 Minuten entfernt von hier
  • Ah, ok…
  • Dann hat es wieder eine Ewigkeit gedauert, bis wir das russische Google Maps mit dem deutschen Google Maps zusammengebracht haben
  • Dann haben wir das Hotel auf deutschen Google Maps gefunden
  • Wir vergewissern uns noch mal bei ihr, ob dort auch wirklich ein Zimmer frei ist – ja, ist für uns gebucht
  • Das Ganze hat circa anderthalb Stunden gedauert – wir bedanken uns herzlich bei ihr für ihre Mühe und lachen alle zusammen
  • Ein gemeinsames Abschlussfoto darf nicht fehlen
  • Wir ziehen uns wieder an und fahren los
  • Wir kommen an der Kirche „Donskoy Monastery“ vorbei
  • Daneben fährt auf dem Gehweg ein Roboter mit einer roten Fahne, hab ich noch nie gesehen
  • Wir fahren, bis Google Maps sagt, wir sind am Ziel
  • Wir gehen in das Hotel und werden sofort abgewiesen – „wir nehmen nur russische Staatsangehörige auf“
  • Wenn du sowas in Deutschland sagen würdest, wärst du als Nazi betitelt worden und würdest von der Gesellschaft ausgeschlossen werden
  • Und das Hotel wäre für immer und ewig geschlossen worden
  • Auf Google Maps merken wir, dass wir zwei Häuser zu weit sind
  • Wir laufen wieder zurück und gehen in eine andere Tür rein
  • Dort riecht es schon komisch – wir kennen den Geruch, der verheißt nichts Gutes
  • Als wir der Frau an der Rezeption das Handy mit Google Übersetzer unter die Nase halten, lacht sie und meint nur, wir sind hier beim Zahnarzt – bitte ein Haus weiter
  • Wir gehen ein Haus weiter, da kommt gleich der Chef raus und meint, wir können die Motorräder ums Eck parken – ist kameraüberwacht
  • Juhuuuuu! Wir sind endlich richtig!
  • Er kann sogar ein wenig Englisch
  • Wir checken ein und vespern eine Kleinigkeit
  • Von unserem Zimmerfenster aus sehen wir den gleichen Roboter von vorhin am Nachbarhaus anhalten
  • Ein Mann kommt raus, der Deckel vom Robi geht auf und er holt sich Essen raus
  • Der Deckel geht zu und der Robi fährt wieder auf die Straße – ohne aber nach rechts und links zu schauen
  • Coole Socke…
  • Wir haben es geschafft, wir sind mitten in Moskau
  • Zwischen dem ersten und dem zweiten Ring, 4,9 km vom Roten Platz entfernt
  • Wahnsinn!!!
  • Und das mit unseren Motorrädern!!!
  • Letztenendes war der Verkehr „harmlos“
  • Ich hatte immer noch Machatschkala im Kopf, dass es genauso werden würde – aber das wurde es nie
  • Gott sei Dank
  • Vielleicht lag es auch an der Uhrzeit, und dass wir nicht abends reingefahren sind
  • Wir ziehen uns um und gehen zur „Donskoy Monastery“
  • Innendrin wird gebetet – wir beobachten die Menschen
  • Anschließend gehen wir noch über den daneben liegenden Donskoy-Friedhof
  • Auf dem Rückweg fährt uns wieder dieser oder einer von diesen Robotern über den Weg – der fährt einfach auf dem Gehweg und weicht allen Menschen aus oder hält kurz an
  • Geniales Teil
  • Wir laufen noch am Radioturm vorbei und gehen in einen Imbiss, essen und trinken etwas – danach ins Hotel zurück
  • …wir arbeiten

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert