20.07.2026

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  • um 4:30 Uhr bin ich aufgewacht, draußen ist es schon taghell – erinnerte mich sehr an Nordnorwegen vor zwei Jahren, wo es im Sommer nie dunkel wird
  • Die Luft ist super, wir haben das Fenster auf, und die ganze Nacht frische Kaukasus Luft
  • Ich schlafe weiter bis 7:30 Uhr
  • Die Sonne scheint, ich hänge die Motorradjacke und die Hose ans Motorrad zum Trocknen, und die Stiefel ebenfalls
  • Wir schalten unsere Rechner an und planen über Google Maps die nächsten Tage
  • Da Louis ein Dreivierteljahr Auszeit hat, war unser Plan uns in Norwegen dann zu trennen – er macht dann sein eigenes Ding über Norwegen, während ich so schnell wie möglich über Schweden heim fahren muss 
  • Aufgrund der gesamten Situation hier in Russland macht er sich seit zwei Tagen Gedanken, ob er nicht nach Kasachstan fährt, vielleicht noch Tadschikistan, Usbekistan, Kirgistan…
  • Das heißt, wir würden uns schon viel früher trennen und ich würde Russland dann alleine machen
  • Mal schauen, was die Zeit so bringt
  • Vor allem suchen wir jetzt schon nach Hotels auf unsere heutigen Strecke, es gibt allerdings nur zwei in circa 250 km – aber das passt
  • Auf den nächsten 50 km kommen vier Tankstellen, danach 150 km nichts
  • Ein Tschetschene lädt mich zum Kaffee ein, die Unterhaltung läuft sehr schwierig
  • Die Tankstelle hier im Ort hat angeblich offen, sagt er, das probieren wir nachher gleich aus
  • Bis auf die Handschuhe ist alles trocken geworden
  • Die Chefin zeigt uns noch ihr Museum, mit uralten Waffen, traditionelle Kleider…
  • Danach dürfen wir sogar noch ein Bild mit ihr machen, natürlich muss zuerst das Kopftuch zurecht gerückt werden 
  • Gegen 10:30 Uhr fahren wir los, 200 m zur Tankstelle
  • Es gibt Benzin, wir tanken je 8 l voll
  • Den Weg, den wir gestern in strömenden Regen gefahren sind, fahren wir jetzt in die andere Richtung bei herrlichem Sonnenschein
  • Ich höre meine Werkzeugbox immer wieder am Hinterreifen streifen
  • Plötzlich höre ich ein Geräusch und sehe im Rückspiegel den Verschlussdeckel der Werkzeugbox davon fliegen
  • Wir halten an
  • Ich dachte mir schon, dass die Werkzeugbox nicht ewig hält
  • Ich hole alles raus und verteile es in die Koffer
  • Da die Werkzeugbox aufgeplatzt ist, klebe ich sie mit Panzertape zusammen, in der Hoffnung es streift nicht mehr
  • Wir fahren weiter durch das herrliche Kaukasusgebirge
  • Bei jeder starken Bodenwelle höre ich wieder die Werkzeugbox am Hinterreifen streifen
  • Ich denke, ich werde sie heute Abend abbauen müssen
  • Wir fahren an einem Mini Supermarkt an der Straße raus und kaufen zu essen und zu trinken
  • Die Frauen versuchen, mit uns zu reden – sehr schwierig
  • Schade, dass ich Englisch in der Schule lernen musste, anstatt Russisch
  • Wir fahren weiter zu unserem nächsten Ziel, die Schlucht…
  • Eigentlich sind die Straßen echt gut, der Teer hat gut Grip, nur kommen hin und wieder die Bodenwellen
  • Manchmal sieht man die Bodenwellen gar nicht, dann tut es halt plötzlich einen Schlag
  • Auf die Frage hin, wie die Schlucht heißt, antwortet Louis „nicht aussprechbar“
  • Wir biegen von der Hauptstraße ab, und die letzten 3 km geht es offroad, Schotter- und Dreckpiste
  • Aber genau das haben wir vor zwei Wochen gelernt
  • Louis stellt 100 m weiter seine Kamera auf und wir fahren dann dran vorbei
  • Ist wirklich nicht einfach mit 450 Kilo über Schotter zu fahren
  • Aber je schneller man fährt, desto einfacher wird es
  • Nach guten 2 km hört die Schotterpiste auf einmal auf
  • Wir steigen ab, schauen uns die Lage an und merken, dass es wirklich nicht weitergeht
  • Wir drehen um und fahren die Schotterpiste zurück 
  • Wir halten wieder an der gleichen Position von vorher und laufen ein Stück den Berg runter, den man unmöglich fahren kann
  • Man sieht von oben ein wenig die Schlucht, ist aber leider nicht so schön wie auf den Bildern im Internet
  • Wir beschließen zurückzufahren 
  • wir fahren 30 km den Weg zurück und müssen dann links abbiegen zu unserer geplanten Tour und dem Hotel
  • Leider ist die Straße gesperrt, warum, haben wir nicht verstanden
  • Wir recherchieren und Louis findet eine andere Möglichkeit zum Aussichtspunkt zur Schlucht
  • Wir halten an einer offenen Tankstelle, und jeder macht den Tank mit 6,5 Liter voll
  • Wir fahren 27 km und finden tatsächlich den Aussichtspunkt zur schönen Schlucht runter
  • Wir machen ein paar Bilder, gehen dann zurück zu unseren Motorrädern und steuern Machatschkala, die Hauptstadt Dagestans, an
  • Louis hat dort auch schon ein Hotel gefunden, direkt am kaspischen Meer
  • In der Hoffnung, das GPS funktioniert bis zum Hotel
  • Wir machen uns auf den Weg der letzten 84 km durch das wunderschöne Land
  • Heute ist es selbst auf der Landstraße schlimm mit dem Verkehr
  • Die fahren so dicht auf, überholen so dicht an einem vorbei – Katastrophe
  • Wir kommen der Stadt immer näher und das GPS funktioniert weiterhin
  • Von weiten sieht man schon die Größe der Stadt, sehr groß
  • Wir kommen in die Stadt und es ist gefühlt Feierabendverkehr
  • Auch hier wird geschnitten, dicht aufgefahren, und überall hupt es
  • Ich bin schon zweimal mit dem Motorrad in die Innenstadt von Istanbul rein gefahren, aber das hier ist gefühlsmäßig schlimmer
  • 4 km vor dem Hotel flucht Louis über das GPS – weg!!!
  • Scheiße…
  • Dann ist es plötzlich wieder da, dann wieder weg, und wieder da
  • Es hakt… aber schließlich finden wir das Hotel
  • Absteigen, ausziehen, reingehen
  • Aber Google Übersetzer fragen wir nach einem Zimmer – nichts frei, wir sollen zum Metropol gehen
  • Ok… anziehen, aufsteigen und in den Feierabendverkehr wieder einordnen
  • 5 Minuten später finden wir das Metropol, absteigen, ausziehen, reingehen
  • Kein Zimmer frei
  • Louis googelt das nächste Hotel
  • anziehen, aufsteigen und in den Feierabendverkehr wieder einordnen
  • Das nächste Hotel angefahren, absteigen, ausziehen, reingehen
  • Kein Zimmer frei
  • Es ist 20:30 Uhr und wir sind ziemlich fertig
  • Hotels gibt es genügend
  • Wir fahren das vierte Hotel an, die gleiche Scheiße!!!
  • Mein Vorschlag: wenn das fünfte Hotel nichts wird, essen wir ganz gemütlich irgendwo was und fahren raus aus der Stadt und schlafen im Freien
  • Wir fahren das fünfte Hotel an und siehe da…
  • … auch kein Zimmer frei
  • Ich bin am Ende und Louis am Fluchen
  • In der Zwischenzeit ist es Nacht
  • Louis hat noch ein paar Hotels im Handy auf Lager
  • Mir ist es zu viel, schon wieder anzuziehen, aufzusteigen und das nächste Hotel in diesem katastrophalen Verkehr zu suchen
  • Von vorne kommen zwei Afghanen auf mich zu 
  • Keine Hunde, sondern zwei Menschen aus Afghanistan, und geben mir die Hand
  • Sie wollen uns helfen
  • Sie rufen den Vetter von dem einen an, der perfekt Deutsch spricht
  • Er sagt zu mir, ich kann mich auf seinen Vetter verlassen, er wird ein Hotel für uns finden
  • Und anscheinend hat er wirklich eins gefunden
  • 1,1 km entfernt
  • Louis googelt und findet den Weg
  • Die beiden Afghanen laufen los und wir mit den Motorrädern, dort treffen wir uns
  • Zu viert gehen wir zur Rezeption, die tatsächlich ein Zimmer für zwei Nächte haben
  • Wir brauchen eine Auszeit, und morgen mal so gut wie nichts tun
  • Wir sehen von dem Hotel zwar noch nicht viel, aber es ist ein Luxushotel, der Strand vor der Haustür, direkt am kaspischen Meer
  • Nicht weit weg von Aserbeidschan und auf der anderen Seite vom Meer ist Kasachstan
  • 180 € für zwei Nächte mit Frühstücksbuffet – wir sind gespannt
  • Das Zimmer ist klasse, das Bad luxuriös
  • Wir duschen und vespern dann auf dem Zimmer unsere Notfallreserven – diese müssen wir morgen dann auf jeden Fall wieder auffüllen
  • Als ich mich mit dem WLAN verbinde, sprudeln plötzlich WhatsApp Nachrichten rein – das Hotel hat wohl einen eigenen VPN
  • Heute Abend machen wir nicht mehr viel, der Tag war aufregend genug

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