19.07.2026

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  • Heute haben wir mal wieder ausgeschlafen, bzw. länger geschlafen
  • Das Zimmer ist sehr schön und das Bett bequem
  • Wir machen uns schwarzen Tee, der im Zimmer bereit steht
  • Wir diskutieren noch mal und entscheiden, weiter nach Tschetschenien zu fahren
  • Es liegen einige Tankstellen auf dem Weg, in der Hoffnung, dass es irgendwo Sprit gibt
  • Dann müssen wir auch noch auf das GPS hoffen, dass auf dem Land hoffentlich funktioniert
  • Wenn in keiner Großstadt das GPS funktioniert, dann wird es auch sehr schwierig unsere geplanten Sehenswürdigkeiten anzuschauen
  • Es ist alles so ungewiss…
  • Wir könnten auch den Weg des geringsten Widerstandes gehen und wieder über Georgien einen anderen Weg einschlagen
  • Aber in der Regel gehe ich solche Wege nicht
  • Dann würde ich auch zum dritten Mal durch die ganze Türkei wieder Richtung Heimat fahren
  • Das will ich auch nicht!
  • Da fällt mir der Russe ein, der mich bei der Einreise nach Russland angesprochen hat
  • Ich hatte ihn dann wegen dem Spritmangel angesprochen…
  • Er meinte nur, ich solle mir keine Sorgen machen – wenn nichts mehr geht, einfach stehen bleiben, es werden Russen kommen und dir helfen
  • Wir packen unsere Maschinen und kommen kurz nach 10:00 Uhr los
  • Raus aus dem Hof und auf die Hauptstraße
  • Wir fahren keine 500 m, da hupt es von hinten wie verrückt
  • Samuel, der Spanier, mit dem wir gestern den halben Tag an der Grenze gestanden sind, kommt mit seiner KTM angefahren
  • Unglaublich, was für „Zufälle“
  • Obwohl… meiner Meinung nach gibt es keine Zufälle, alles hat einen Sinn!
  • Da er nach Kasachstan will, und das auf dem Weg Richtung Tschetschenien liegt, fahren wir zu dritt weiter
  • Das Problem ist nur Wladikawkas, und das ohne GPS
  • Wir irren zu dritt durch die Stadt und nehmen die Hauptstraße, die immer geradeaus führt, und hoffen irgendwie aus der Stadt zu kommen
  • Wir lassen tatsächlich die Stadt langsam hinter uns und kommen aufs Land – das GPS funktioniert leider immer noch nicht
  • Alle Tankstellen, die wir in der Stadt gesehen haben, haben kein Sprit
  • Das nicht vorhandene GPS und der nicht vorhandene Sprit machen mich sehr nachdenklich
  • Und WIR wollen nach Tschetschenien…
  • Die Stadt haben wir hinter uns, und die Hauptstraße endet auf einer Schotterstraße, wir halten
  • Wir diskutieren, was wir machen sollen, da hält ein LKW und ein PKW neben uns an
  • Wir wollen nach Dagestan, sagen wir… der Kollege im PKW gibt uns Zeichen, hinter ihm her zu fahren
  • Wir steigen auf, starten die Maschinen und fahren hinter ihm her
  • Immer wieder kommt eine Polizeikontrolle, der PKW-Fahrer wird rausgezogen
  • Wir halten auch an, und der Polizist fragt, was wir wollen
  • „Nach Dagestan“
  • Der Polizist zeigt zum Kreisverkehr, dort links abbiegen, und dann immer geradeaus
  • Wir bedanken uns bei dem PKW-Russen und fahren Richtung Kreisverkehr
  • Wir sind schon weit außerhalb der Stadt und immer noch kein GPS
  • Tankstellen sind hier sehr weit verbreitet, und an der 15. Tankstelle sehen wir Preisschilder und Autos stehen – hier gibt es wohl Benzin – das macht uns ein wenig Hoffnung
  • Louis schreibt mir plötzlich ins Ohr, „das GPS funktioniert“
  • Oha, das wäre natürlich ein Traum
  • Wir kommen noch mal an eine Tankstelle, die angeblich Sprit hat
  • Wir fahren raus und wollen das testen
  • Es ist nichts los, aber ein Tankwart sitzt in seinem Häuschen
  • Wir warten, ob er rauskommt und uns betankt – nichts tut sich, er bleibt still sitzen
  • Samuel geht fragen, ob es überhaupt Sprit gibt
  • Er meint tanken, danach bezahlen
  • Wir probieren es aus und es kommt tatsächlich Sprit
  • Wir beide füllen je 7,8 l in unserer Tanks, jetzt sind sie wieder randvoll
  • GPS geht, die Tanks sind wieder voll, das macht mich sehr zuversichtlich
  • Man merkt, dass man hier in Russland in einer ganz anderen Region ist – Tschetschenien ist muslimisch
  • Die Männer haben Hüte auf und tragen lange Ziegenbärte – die Frauen tragen alle Kopftuch
  • Wir vespern mit Samuel zusammen und er erzählt, wie viel Liter Sprit er zusätzlich an seinem Motorrad hat – 16 Liter irgendwo abgefüllt
  • Er schenkt uns eine 5 l Wasserflasche voll mit Benzin – er will nichts dafür
  • Wahnsinn!!!
  • Kurz darauf kommen drei G63 AMG an die Tankstelle gefahren – die Bärtigen steigen aus
  • Schicken wir eigentlich auch Steuergelder nach Tschetschenien? – ich frage für einen Freund!
  • Ein anderer Tschetschene mit Hut steht plötzlich an meinem Motorrad, und seine Frau macht Bilder
  • „Kollege, ist mein Motorrad, ich will auch aufs Bild“
  • Die Frau macht Bilder und beide sind glücklich
  • Hier an den Tankstellen kann ich nicht mal kurz einen Espresso trinken, das gibt es leider nicht – dann gibt es halt Kaffee aus der Blechdose
  • Den 5 l Eimer Benzin verstaue ich in meinem Topcase, das ist jetzt auch voll
  • Wir verabschieden uns von Samuel, denn er biegt demnächst nach links Richtung Kasachstan ab
  • Wir fahren noch circa 20 km und biegen dann nach rechts Richtung tschetschenischen Kaukasus
  • Nach ein paar Kilometern kommt ein großes Tor, dahinter stehen Grenzer, Armee oder Polizisten
  • Sie deuten uns an, anzuhalten
  • Es wird lustig, sie reden russisch, wir reden deutsch, keiner versteht was, aber alle lachen
  • Sie schauen Reisepass und Fahrzeugschein an und fragen noch einiges über die Maschinen – zumindest macht es den Anschein
  • Fotos mit den Kollegen und der MG dürfen wir nicht machen
  • Dann bekommen wir unsere Papiere und dürfen weiterfahren
  • Es geht höher ins Gebirge und das Wetter bringt Nieselregen und Nebel
  • Wir sehen maximal 5 m und es geht immer höher und der Regen wird stärker
  • Wir überschreiten die magische Höhenmeter von 1893
  • Wie soll es auch anders sein, danach klart es auf
  • Die Sonne kommt langsam zum Vorschein, die Straßen sind wieder trocken und wir können eine herrliche Aussicht auf dem Kaukasus genießen
  • Bei gutem 2200 m geht es langsam wieder nach unten
  • Die Landschaft ist wirklich traumhaft 🥰
  • Von 13°, Nieselregen und Griffheizung geht es wieder hoch auf 23° und Sonnenschein
  • Der Asphalt ist teilweise sehr gut, dann kommen aber wieder abgerutschte Hänge mit Dreck und Steine und manchmal auch ein paar Meter Schotterpiste
  • Aber genau deswegen hatten wir eine Woche vor unserem Urlaub ein Enduro-Training im Steinbruch gemacht
  • Auf die Viecher müssen wir auch achten – meistens sind Kühe auf der Fahrbahn, dann noch Schafe, Ziegen oder vereinzelt auch Pferde und Ponys
  • Über Sprit und GPS machen wir uns aktuell keine Gedanken
  • Das GPS läuft und Sprit haben wir jeder noch für 500 km
  • Ab und zu haben wir sogar offene Tankstellen gesehen
  • Jetzt ist 17:00 Uhr, wir machen eine Pause
  • Nach langer Zeit kommt in 15 km Entfernung wieder eine Ortschaft, dort wollen wir nach einem Hotel suchen
  • Wir sind gespannt, ob es das in dieser abgelegenen Gegend überhaupt gibt
  • Wir fahren weiter, kommen in den Ort rein, treffen wieder Polizisten, oder welche von der Armee, und Ruckzuck sind wir auch schon wieder aus dem Ort draußen
  • Von irgendwelchen Übernachtungsmöglichkeiten absolut keine Spur
  • Wir diskutieren kurz und wollen die Polizisten fragen
  • Wir fahren zurück, halten an, und versuchen über Übersetzer, denen klarzumachen, was wir wollen
  • Es wird ein lustiges hin und her übersetze
  • 29 km zurückfahren und es wird ein Hotel für uns geben, in unserer Richtung gibt es nichts
  • Zurück bedeutet Rückschritt, ist eigentlich nicht in unserem Sinn
  • Aber der Wetterbericht spricht gegen wildcampen
  • Einer von der Armee ruft im Hotel an und reserviert für uns
  • Wir verabschieden uns, bedanken uns, und fahren los
  • Schon braut sich was zusammen, und innerhalb kürzester Zeit schüttet es wie aus Kübeln
  • Bäche stürzen rechts von den Bergen, manchmal kommen sogar Dreck oder Kieselsteine mit runter
  • Wir müssen ziemlich aufpassen
  • Louis‘ neue Motorradkleidung hält dicht – ich bin schon wieder bis auf die Unterhose nass
  • Als ich aus einer Kurve raus fahre, sehe ich einen circa 3 m breiten „reisenden Fluss“ über die Straße fließen
  • Ich fahr rein, geb gut Gas und komm somit auch gut durch
  • So, wie wir im Steinbruch die Flussdurchfahrt gelernt haben
  • Ich schrei ins Mikro „Louis, Fluss, gib Gas!“
  • Er fährt hinter mir rein, gibt zu spät Gas und ihm versetzt es das Vorderrad um ein paar Zentimeter, bis er auf der anderen Seite doch noch unbeschadet rauskommt
  • Voll Adrenalin und Puls auf 300
  • So fahren wir die letzten Kilometer nur noch im Nieselregen
  • Wir finden das Hotel sofort und die Frau wartet schon mit geöffneter Hofeinfahrtstüre
  • Einfaches Zimmer, einfaches Bad, aber Hauptsache ein Dach über dem Kopf
  • Wir ziehen alles aus und hängen es verteilt im Zimmer auf – morgen wird da trotzdem nicht viel trocken sein
  • Aber morgen soll wieder die Sonne scheinen
  • Wir duschen und laufen dann die 500 m zum Restaurant
  • Hier sitzen nur Männer mit Bärten und die Frauen mit Kopftuch bedienen
  • Wenn ich die Männer so anschaue, es gibt keinen ohne Bart
  • Nach dem Essen laufen wir wieder nach Hause zurück und arbeiten

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