Nach viereinhalb Stunden Schlaf stehen wir um 6:00 Uhr auf und machen uns Russlandfertig
Alle Dokumente zusammenstellen
Mein gutes Motorrad Navi tausche ich mit dem schlechten BMW Navi
Aber auf diesem sind offline-Karten für Russland drauf, könnten uns helfen, falls wir kein Internet haben
Wir packen unsere Motorräder und wollen die Maschinen gerade aus dem Hof schieben, als zwei Kühe auf der Straße entlang laufen – wir müssen warten
Wir fahren los zur Grenze und kaufen noch mal an einem Supermarkt Wasser
An der Grenze um 7:30 angekommen, treffen wir wieder die drei italienischen Motorradfahrer
Wir kommen relativ zügig an den Grenzposten zur Ausreise aus Georgien
Er macht aber Stress, da wir keinen Einreisestempel haben
Er telefoniert mit einem Kollegen, dann kommt noch mal einer vorbei, dann lassen sie uns aber durch
Wir hoffen das gibt an der russischen Grenze keine Probleme!!!
Die Weiterfahrt ist sehr abenteuerlich, zwischen LKWs durch, an Autos vorbei, dann stehen wir im Niemandsland vor einem zweispurigen Tunnel (in beide Richtungen)
Louis ist mit den Italienern ein Stückchen vorgefahren, meine Koffer haben Überbreite
Ich komme nirgends mehr vorbei und muss mich anstellen
Es ist zäh im stop and go, aber nur, weil der Gegenverkehr sich zweispurig aufgereiht hat
Nach einer langen Zeit ist der Verkehr geregelt und ich kann die restlichen 2 km direkt an die Grenze fahren
Louis ist schon bei den Russen im Häuschen
Sie wollen alle Papiere sehen, ich muss alle Koffer aufmachen und dann muss ich noch parken
Ich werde in ein Haus begleitet, wo Louis schon wartet
Jeder wird einzeln aufgerufen und kommt alleine zu einem Beamten zum Verhör
Dann bin ich fertig, muss aber mein Handy mit PIN da lassen, es wird durchgecheckt
Ich sitze mit Louis und den Italienern im von außen vergitterten Warteraum – auch die Fenster lassen sich nicht öffnen
Die Zimmertüre ist wenigstens offen
Ein Italiener fragt, ob er zu seinem Motorrad darf – der Grenzer lässt ihn kurz raus
Inzwischen ist es schon 10:00 und seit über einer Stunde sitzen wir zu viert in der Zelle
Mauri kommt mit einem Fresspaket zurück
Wir essen Tuc und Salami – das erste Essen heute, und es tut sehr gut
Jetzt noch ein Espresso, das wäre ein Traum!
Normalerweise können das die Italiener, nur heute nicht!
Ein Grenzer kommt und bringt mir mein Handy, nur meins
15 Minuten später bekommt Louis sein Handy zurück, sonst bekommen wir noch nichts
Weitere 10 Minuten später bekommen wir unsere Pässe und müssen uns draußen an der nächsten Station anstellen, um unsere Führerscheine zurückzubekommen
Und bevor wir die Führerscheine bekommen, müssen wir noch drei Formulare ausfüllen und dann anstehen
Und wir stehen… Wir stehen… Wir stehen…
Dann haben wir die Formulare zweimal falsch ausgefüllt und müssen diese noch mal ausfüllen und noch mal anstehen
Alles in allem dauert der ganze Schabernack sehr lange
Nach 9 Stunden, um 16:30 Uhr fahren wir nach Russland rein
Juhuuuuu…!
Wir fahren nach Wladikawkas, Louis hat eine Bank ausgemacht – die offline-Karten funktionieren
Wir merken, dass die Russen uns wieder 1 Stunde geschenkt haben
Wir müssen dringend die Euro in Rubel wechseln
Kurz vor Wladikawkas geht das GPS nicht mehr – haben die tatsächlich Störsender über der Stadt
Nichts geht zum Navigieren
Wir fahren blind in die Stadt und halten irgendwo
Wir fragen ein junges Mädchen nach einer Bank, aber anscheinend gibt es weit und breit keine
Die e-sim von Louis wird erst nach 24 Stunden freigeschalten, also morgen früh
So stehen wir da, ohne GPS, ohne WLAN, ohne Geld und ohne Plan…
Dann fragen wir zwei junge Kerle, die wahrscheinlich gerade auf die Gass gehen wollten – gestylt und parfümiert
Sie helfen uns und laufen mit uns zur Bank
Doch auch sie merken, dass samstags keine Bank offen hat, und sie hat tatsächlich zu
Dann recherchiert der junge Russe nach einer Wechselstube und übersetzt uns den Weg dorthin
Louis fotografiert die Wegbeschreibung ab und meint „das finden wir nie“
Louis fragt einfach mal ganz höflich, ob sie uns den Weg zeigen würden
Der eine Russe schaut den anderen Russen an, sie nicken sich zu, und wir laufen zu viert
Wir laufen bestimmt 40 Minuten zur Wechselstube, und die hat tatsächlich auf
Die jungen Russen verabschieden sich, und wir bedanken uns herzlich – was für eine Aktion von den beiden!!!
Ich wollte gleich mal 2000 € tauschen, Louis aber nicht und er meinte, wir müssen überlegen, wie und ob es hier überhaupt weitergeht
Wir tauschen die Hälfte in Rubel um und suchen uns ein Restaurant zum Essen
Jetzt haben wir wenigstens Geld und können essen und uns auch eine Übernachtung suchen
Unsere EC-, oder Kreditkarten oder sonstiges funktionieren hier nicht
Im Restaurant haben wir wifi und Louis probiert seinen VPN aus – er funktioniert leider nicht
Der VPN war eine große Hoffnung für uns
Wir essen russische Spezialitäten
Als ich vom Klo komme, strahlt Louis über das ganze Gesicht – VPN funktioniert!!!
Wir googeln nach einem Hotel, was auch klappt – nur leider finden wir ohne GPS den Weg dorthin nicht
Wir gehen zu unseren Motorrädern und fahren los, blind durch die Stadt, auf der Suche nach einem Hotel
An einem Supermarkt halten wir an, zwei besoffene Russen wollen uns den Weg zu einem Hotel zeigen
„Nur geradeaus und dann links“
Wir fahren genau da lang und finden natürlich nichts
An einer Ampel kurbelt ein anderer Russe neben Louis sein Fenster runter und will auch helfen, leider kann er weder Englisch noch Deutsch
So irren wir weiter durch die Stadt und halten an einem Restaurant an, welches auch noch wie ein Hotel aussieht
Wir fragen nach, leider ist es aber nur ein Restaurant
Die Chefin ruft dann zwei Hotels an, ob noch Zimmer für uns frei sind
Vergeblich… Dann hat sie aber eine andere Idee mit einem Hotel und sagt, wir sollen hinter ihr her fahren
Sie fährt los, und wir mit unseren Motorrädern hinterher, direkt zu einem Hotel
Wahnsinn, diese Hilfsbereitschaft!
Wir bedanken uns herzlich und checken ein, sie fährt wieder zurück
Wir haben ein riesengroßes Zimmer mit eigenem Bad
Wir duschen und dann setzen wir uns an den Rechner und diskutieren, wie es nun weitergehen soll
Die Spritknappheit in Russland bringt uns sehr zum Nachdenken
Dann müssen wir morgen das GPS testen – wo geht es, wo geht es nicht?
Sollen wir nach Kasachstan rein, dort gibt es keine Benzinknappheit
Das wäre aber wieder so ein Grenztag – davon hab ich eigentlich genug!
Und da wir nur eine Ein- und eine Ausreise für Russland gebucht haben, würden wir in Kasachstan feststecken – oder wir brauchen ein E-Visum
Fragen über Fragen…
…
Wir beschließen morgen nach Tschetschenien zu fahren – Tankstellen hat es einige auf diesem Wege, ob sie Benzin haben, werden wir sehen
Kommentare
Ein Kommentar zu „18.07.2026“
Heiko Schneider
Wow, echt aufregend…die Tortur an der Grenzkontrolle…Handys kontrollieren…wahsinn.
Ob die mich durchlassen würden, wenn sie mein Handy kontrollieren und sehen, dass ich gegen die Unterstützung der Ukraine bin? 😉
Da muss man ja echt aufpassen, was man auf dem Handy hat. 😉
Und man merkt erst mal, wie abhängig man heute doch von GPS und Internet ist, nicht wahr? Du müsstest ja noch mit Papier-Stadtplänen navigieren können…wir sind dazu alt genug…Louis kennt das gar nicht mehr. 😉
Ich finde es amüsant, dass du dir immer ne Zeit raus suchst mit erschwerten Bedingungen…Europareise 2021 mit Corona-Grenzen, Russland 2026 mit Krieg in der Ukraine, GPS Störungen und Benzinknappheit…aber sonst wäre es vermutlich zu einfach. 😉
Aber toll dass ihr das macht, bin gespannt auf die Berichte, wie es wirklich in Russland zugeht…nicht immer nur diese negative Berichterstattung der deutschen Einheitsmedien.
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