kurz vor 3:00 bin ich ins Bett – habe noch so viele Bilder von meinen Filmen gemacht
War ein super Tag gestern
Draußen war es schon wieder hell – genial
Den Bericht vom 11.08. wollte ich noch nicht am gleichen Abend online stellen, da wir ja „illegalerweise“ noch in Russland waren
…
um 9:00 sind wir beim Frühstückbuffet – ist im Preis inbegriffen
Wir beraten, was wir heute machen
Auf jeden Fall fahren wir nach Norwegen – sonst gibt’s noch schlechtere Kritiken
Entweder Grense Jakobselv oder Ostkapp – oder doch beides und am Ostkapp übernachten
Vor zwei Jahren haben wir an beiden Stellen übernachtet
Beides wunderschön
…
Wir gehen in den Supermarkt, Kleingeld loswerden und Essen kaufen für‘s Kochen heute Abend
Das restliche Geld muss ich wohl mit heimnehmen
Aber irgendeiner meiner russischen Freunde nimmt es bestimmt
Für alle Fälle löschen wir alle unsere Videos und Fotos auf dem Handy vom gestrigen Tag, vor allem von der Kolabohrung und Nikel
Vielleicht schauen die ja wieder unsere Handys an
Um 12:00 Uhr haben wir gepackt und fahren los
12° und Sonnenschein
Es ist so gut wie nichts los Richtung Grenze
Nach 28 km kommen wir wieder an den Militärgrenzposten
Ein Uniformierter kommt heraus
Genau der gleiche Kollege hat uns gestern wieder nach Sapoljarny geschickt
Er läuft um unsere Maschinen rum und gibt die Kennzeichen über Funk durch
Danach nimmt er unsere Ausweise und verschwindet in seinem Kabuff
Hoffentlich gibt’s keinen Ärger – aber ER hat uns gestern ja wieder zurückgeschickt
Nach ca. 10 Minuten kommt er wieder, gibt uns die Pässe und macht die Schranke auf
Puh, das wäre geschafft
Jetzt noch die russische Staatsgrenze und dann die Norwegische
10 km später kommen wir an – Schranke zu, Zaun zu
Dann kommt ein Grenzer, schaut sich unsere Pässe an, gibt sie uns und lässt uns durch
Wir fahren 50 Meter weiter, werden gebeten anzuhalten und das Gepäck abzuschnallen
Auch das noch
Wir legen alles auf einen Haufen und warten
Erstmal kommt keiner
Nach 15 Minuten werden wir mit all unseren Sachen reingeholt – welche alle durch einen Scanner laufen
Die Drohne wurde nicht entdeckt
Dann wird alles kontrolliert und kopiert
Unsere Sachen sind durchgescannt und in Ordnung
Dann kommt die nächste Station, die Frau will ebenfalls alle Unterlagen sehen
Sie will was von mir, irgendwas, ich kann sie nur nicht verstehen
Selbst hier an der Grenze kann keiner englisch – oder will keiner englisch reden
Sie wird ziemlich ärgerlich
Sie zeigt auf einen Zettel, auf dem meine Adresse draufsteht, legt mir einen Kugelschreiber und einen Zettel hin
Ich schreibe auch hier meine Adresse drauf und gebe ihr den Zettel zurück
Sie wird noch ärgerlicher, irgendwas habe ich falsch gemacht
Dann setzt sie sich hin, kopiert meine ganzen Papiere und Unterlagen und knallt sie mir auf den Tresen
Den Zettel mit meiner Adresse will sie gar nicht – den nehme ich wieder mit
Ich weiß bis heute nicht, was sie wollte
Dann kommt Louis dran, aber sie hat resigniert und kopiert nur seine Dokumente und gibt ihm alles wieder zurück
Mit dem nächsten Beamten gehen wir zu unseren Motorrädern und müssen alle Koffer und jede Tasche aufmachen
Die machen es wirklich ganz genau
Jede Kleinigkeit wird angeschaut
Am Ende ist er zufrieden
Während ich durchgecheckt wurde und wieder alles einräume, ist Louis dran
Auch er muss alles ausräumen
In der Zwischenzeit hole ich die beiden Taschen von Louis vom Scanner und stelle sie hinter sein Motorrad
Nach ca. 15 Minuten ist er ebenfalls fertig
Auch bei ihm haben sie das Rauschgift nicht gefunden
Der Beamte läuft rückwärts von Louis‘ Maschine weg und stolpert über die clever von mir auf den Boden gelegte Tasche
Ich fahre meinen Arm aus und helfe ihm, dass er nicht auf die Nase fällt
Gott sei Dank fängt er sich und es passiert nichts
Jetzt kann er zum Glück bei den nächsten weiter schnüffeln
Puh… bin ich froh
Während ich mit meiner Maschine fertig bin, kämpft und flucht Louis noch mit seinen Koffern
Irgendwie passt das Zeug nicht mehr so rein, wie es vorher war
Das Gute an der Sache war, dass ich wieder einen Überblick habe, wo alles „versteckt“ ist
Als Louis auch fertig ist, dürfen wir durchfahren und an die norwegische Grenze
Wir fahren an die Schranke, die Frau sagt, den Motor ausschalten und reingehen
Wir gehen rein, zeigen einer anderen Dame unseren Reisepass und dürfen durchfahren
Das hat jetzt keine 5 Minuten gedauert
…
Nach 26 Tagen Russland sind wir wieder in der EU
Norwegen – eines meiner Lieblingsländer, wenn nicht sogar DAS Lieblingsland
Ärger wegen gestern haben wir keinen gekriegt – es hat auch an der Grenze keiner was gesagt
Gut, was sollen sie auch machen – schlimmer als ins Gefängnis hätten sie uns nicht stecken können
…
Wir fahren die 50 km zur Grense Jakobselv
Teilweise fahren wir am Grenzfluss zu Russland entlang – Schilder warnen uns vor dem Grenzgebiet
Herrlich diese Landschaft
Die Straßen werden schlechter und gehen in Schotter über – aber das kennen wir noch vor zwei Jahren
Wir sind da, hier ist wirklich ein tolles Fleckchen Erde
Genau heute vor zwei Jahren waren wir auch an dieser Stelle, damals haben wir übernachtet
Es ist mehr los hier als erwartet
Wir kommen mit Oberfranken ins Gespräch, und dann noch mit einem Motorradfahrer aus Zürich
Der Oberfranke fragt uns über Russland aus und merkt schnell, dass das, was wir erzählen, gar nicht mit der Zeitung übereinstimmt
…
eigentlich wollte ich meinen Bericht von gestern fertig machen und abschicken – wird jetzt wohl erst heute Abend
Wir beschließen, noch ans Ostkapp zu fahren und dort zu übernachten
Wir treten den Rückweg an, fahren wieder an der Grenze zu Russland vorbei und biegen dann ab
Ein paar Kilometer nach der Grenze geht es in Norwegen schon wieder los, Tunnel und Brücken
Das Land der gigantischen Tunnel- und Brückenbauer
An der nächsten Tanke fahren wir raus, ich brauche einen Cappuccino
Und da sind sie wieder, die Preise – 4,11 Euro für einen Cappuccino
Das Gute war, ich konnte bei dem Verkäufer bestellen und er hat mich sofort verstanden
Ich genieße den ersten EU-Cappuccino seit langem
Dann fahren wir weiter und es fängt an zu regnen – 12 Grad und der Wind ist eisig
Nach circa 45 Minuten hört es wieder auf mit regnen, die Sonne kommt, aber es wird noch kälter – 10 Grad
wir fahren um die große Meeresbucht herum und Richtung Ostkapp
Das Schöne am Tanken ist jetzt, wir brauchen uns keine Gedanken machen, sondern wenn die Reserve aufleuchtet, dann tanken wir
Louis muss tanken und ich kaufe Milch an der Tankstelle – ich brauche das dringend für meinen Kaffee morgen früh
Auf der letzten halben Stunde fahren wir bei 8° nach Kiberg – wir frieren
Morgen muss ich dringend das Innenfutter von meiner Jacke und meiner Hose einbauen
Wir kommen in Kiberg an und müssen die letzten 2 km den grobigen Schotterberg zum Ostkapp hochfahren
Vor zwei Jahren haben wir die Maschinen unten stehen lassen, da war es für uns noch nicht machbar
Nach dem Enduro-Training Ende Juni war die Bergfahrt jetzt Kindergarten
Ich kann jedem nur raten so ein Training mal mitzumachen, man beherrscht seine Maschine danach viel besser und traut sich (fast) jeden Schotterweg zu fahren
Wir sind oben gut angekommen und suchen uns ein windgeschütztes Plätzchen zum Kochen und Schlafen
Dann bauen wir die Zelte auf und unsere Küche
Wir kochen Kartoffeln, es gibt Pellkartoffeln mit Quark
Es ist arschkalt
Nach dem Essen laufen wir noch auf dem Ostkappplateau herum, um warm zu werden
Wir machen ein Bild vom Leuchtturm
Hier auf dem Plateau stehen viele Bunker von Onkel Adi
Es sind viele gelbe Pfähle im Boden, welche aufzeigen, was an dieser Stelle stand
Es gab auch viele Kanonen mit einer Reichweite von bis zu 34 km
Louis geht gegen 23:00 schlafen
Ich hab meinen Campingstuhl ins Zelt gestellt und den Bericht von gestern online gestellt
Der Wind peitscht draußen auf’s Zelt, ich hoffe das hebt alles
Jetzt ist es Mitternacht und immer noch hell draußen
Laut App soll um 2:33 die Sonne wieder aufgehen
Kommentare
Ein Kommentar zu „12.08.2026“
Schnuffel
Herzlichen Glückwunsch zur Einfahrt in das schönste (mir bekannte) Land ever.🤩✌🏻
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