- So, der 14.08.2026 war mein letzter Tagesbericht, und dies ist jetzt der Abschluss
- Unsere Russlandreise ist zu Ende, und sie war aus unserer Sicht ein voller Erfolg
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- Mit Louis bin ich die letzten Tage immer wieder zusammengesessen, und wir haben das Russland-Abenteuer Revue passieren lassen
- Wir haben lange geplant, und das meiste, was wir vorhatten, auch umgesetzt
- Aber wie schon ganz am Anfang erwähnt, du musst bei solchen Abenteuern immer flexibel sein – denn es kommt immer anders als man denkt
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- Die straffe Anfahrt zur Grenze nach Russland war schon anstrengend – 4000 km in 7 Tagen
- Es gab noch eine Überlegung, nur nach Bulgarien zu fahren und dann mit der Schwarzmeerfähre rüber nach Batumi (Georgien)
- Zum Glück haben wir das nicht gemacht!
- Martin, den wir in Stalingrad kennengelernt haben, hat dies gemacht
- Er hat in Bulgarien dreieinhalb Tage gewartet, bis die Fähre abgelegt hat
- Angeblich fährt die Fähre immer erst, wenn sie voll ist
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- Dann die totale Unsicherheit
- Du kommst von Georgien über den Kaukasus nach Russland rein
- Kurz vor Wladikawkas fällt das GPS aus, wir haben keine Ahnung, wo wir in der Stadt sind
- die eSIM funktioniert nicht, kein GPS, wir haben keine Rubel, keine Übernachtung, kein Essen – außer Notration – und das an einem Samstagabend
- Dann haben wir keine Ahnung, ob und wo wir überhaupt Benzin bekommen
- Du kannst nichts lesen, keine Schilder, keine Ortschaften, keine Speisekarten, nichts!
- Man kann mit niemanden reden, keiner spricht englisch
- Zum Glück hatten wir google-Übersetzer offline
- Aber wir wußten, du musst einfach Vertrauen haben!
- Wenn du denkst, es geht nicht mehr weiter, dann kommt immer irgendjemand daher (ein Engel?), der dir hilft
- Siehe die beiden Jungs in Wladikawkas, die uns zur Wechselstube begleitet haben
- In der gleichen Stadt am gleichen Abend hat eine Restaurantbesitzerin uns ein Hotel organisiert, uns mit ihrem Auto zu diesem Hotel begleitet und beim Einchecken geholfen
- Siehe in Machatschkala… spät abends fünf Hotels abgeklappert, alle waren ausgebucht – dann kamen die beiden Afghanen daher und haben uns ein Hotel organisiert
- Siehe Moskau… 330 Euro für 4 Tage parken bezahlen sollen – die Hotelfrau hat uns einfach ein anderes Hotel organisiert und hat selbst auf unser Geld verzichtet
- Siehe unsere letzten Reisen durch Rumänien (Schweißnaht der Gepäckbrücke gebrochen), Ankara (Motor lief nur noch auf einem Zylinder) Nordkap (Kettensatz war kaputt) immer ist jemand gekommen, der geholfen hat
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Was ein bißchen schade war:
- So gut wie Nichts ist auf ausländische Touristen gemacht. Speisekarten, Hinweisschilder, Sehenswürdigkeiten usw… So gut wie nichts auf englisch, fast alles ausschließlich auf Russisch
- So gut wie kein Russe konnte englisch – nur in Moskau und St. Petersburg war es einigermaßen besser
- Die Straßen ab Stalingrad (Wolgograd) über Moskau bis St. Petersburg – öde Landschaft, meistens geradeaus… nicht motorradfreundlich
- Dies war auch der Hauptgrund, dass wir Jekaterinburg und Sibirien ausfallen lassen haben – dort wäre es nicht schöner gewesen
- Der korrupte Polizist – aber so lange hier in Russland nur wenige Polizisten korrupt sind, können die sehr zufrieden sein, bei uns ist es die ganze Regierung
- Der Straßenverkehr in Machatschkala und die Hotelsuche dort – das hat mich echt platt gemacht
- …dass wir nicht zum Elbrus gefahren sind – aber das lag an der aktuellen Situation in Wladikawkas
- Wir waren irgendwie überfordert aufgrund des Spritmangels, kein GPS, kein Internet – und dann treffen wir Samuel wieder, mit dem wir sofort Richtung Tschetschenien aufgebrochen sind
- Die Hotelsuche – es ging nicht so einfach wie die letzten Jahre
- Die letzten Jahre sind wir immer gefahren, bis wir nicht mehr wollten – dann über booking.com einen Campingplatz oder Hotel gebucht, lief immer super
- Erst später haben wir in Russland die Hotels dann im Voraus schon gebucht, was vieles vereinfacht hat
- In allen Restaurants, ob zum Frühstück im Hotel oder zum Abendessen, läuft der Fernseher mit dudelnder Musik oder Werbung – irgendwann auf Dauer nervig
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Das Schöne:
- Die Hilfsbereitschaft der Menschen, wenn wir in einer „Sackgasse“ waren
- Wir sind sehr oft angesprochen worden, woher wir kommen, was wir machen, wie wir Russland finden
- Und dann waren sie sehr erstaunt und haben sich gefreut, dass wir aus Deutschland kommen – man hatte immer das Gefühl herzlich Willkommen zu sein
- Das hat mir gezeigt, die Russen sind unsere Freunde, nicht unsere Feinde, so wie es in ARD und ZDF ständig gepredigt wird
- Vielleicht sollte man ab und zu zur Märchenstunde um 20:00 den Fernseher auslassen und mal 15 Minuten nachdenken
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- Die Landschaft und Natur Tschetscheniens
- Genauso die Landschaft und Natur in Karelien
- Stalingrad – eine tolle Stadt mit großer Geschichte; keine gute Geschichte, aber halt auch Geschichte
- Und diese Geschichte in der ganzen Stadt schön aufgezeigt
- Überhaupt ist im ganzen Land, zumindest die Gegend, welche wir bereist haben, immer wieder geschichtliche Informationen über den 2. Weltkrieg, und Gedenktafeln
- Das tolle Museum in Stalingrad, leider konnte man über die Geschichte des Krieges nichts lesen, da alles nur auf Russisch war
- Moskau und St. Petersburg waren ebenfalls schön und es gab viel zu sehen – aber auch sehr anstrengend, da (zu) viele Eindrücke
- Kolabohrung… sehr interessante Gegend, nur leider alles verfallen
- Aufgrund, dass wir Jekaterinburg und Sibirien haben ausfallen lassen, hatten wir mehr Zeit für die Großstädte Stalingrad, Moskau, St. Petersburg und Murmansk
- Der Spaß am Motorradfahren, auch wenn die Strecke von Wolgograd bis St. Petersburg eher langweilig war
- Die Autofahrer machen ständig Platz, wenn sie Motorradfahrer sehen
- Sie fahren rechts ran, setzen den Blinker als Zeichen, man kann überholen
- Das gleiche gilt auch für viele LKW’s
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Was ich/wir von dieser Reise wieder gelernt haben…
- Wenn du was „Großes“ vor hast, dann MACH ES!
- Plane es, durchdenke es, organisiere es, MACH ES!
- Hör nicht auf andere, die dir abraten wollen, nur weil es in der Zeitung steht, es sei zu gefährlich
- So viele Leute haben uns abgeraten nach Russland zu fahren
- Russland sei gefährlich
- Die Russen sind böse Menschen
- Die Russen sind Kriegstreiber
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- Alles Quatsch, alles Schwachsinn, nur Propaganda!!!
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- Wir haben uns nie irgendwie bedroht oder anderweitig schlecht gefühlt
- Wenn wir einkaufen waren, Sehenswürdigkeiten angeschaut haben, oder sonst irgendwie mit unseren Motorrädern unterwegs waren, immer hatten wir die Helme und Motorradjacken an der Maschine hängen
- Wir sind nie bestohlen worden, nie ist was weggekommen oder dass jemand einen Motorradhelm dazu gelegt hat, nie!
- Es ist nie was passiert, es ist nie was geklaut worden, es war nie gefährlich
- Ich bin der Meinung, in Deutschland ist es zehnmal gefährlicher als hier in Russland
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- Unser Enduro-Training Ende Juni hat sehr viel gebracht – wir hatten immer den Mut bei Fahrten auf Schotter, Sand oder groben Steinen
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Was uns aufgefallen ist:
- Am Zebrastreifen halten alle
- Schilder für Geschwindigkeitsbegrenzungen sind nur Empfehlungen
- Hier fahren auch LKW’s 110 km/h oder Autos mit Anhänger 130 km/h
- Überholverbote werden eingehalten
- Die vielen wilden Hunde und Katzen, welche es in Georgien in Massen gibt, gibt es in Russland überhaupt nicht
- In Tschetschenien noch ein bißchen, aber im restlichen Russland (wo wir waren) nicht
- Wenn wir in Hotels eingecheckt haben, dann gab es immer einen großen „Papierkrieg“
- Alle Seiten vom Reisepass mussten kopiert werden
- Die Migrationskarte musste kopiert werden
- Die Registrierungskarten, welche wir von einigen Hotels bekommen haben, wurden kopiert
- Wir mussten oft ein DIN-A4-Blatt ausfüllen
- Das Einchecken hat immer ewig gedauert
- Vielleicht war das auch ein Grund, warum manche Hotels keine Ausländer aufgenommen haben
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- In Tschetschenien gab es noch eine oder zwei Tankstellen, an denen wir volltanken konnten, und danach bezahlen
- Und in Murmansk haben wir auch wieder eine gefunden
- Ansonsten mussten wir immer ausrechnen, wieviel Liter wir verfahren haben und dann im Voraus bezahlen – mehr kam dann auch an der Zapfsäule nicht raus
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Abschluss:
- Alles, was ich in meinen Berichten der letzten Wochen geschrieben habe, wie ich die Dinge hier in Russland und auch sonst wo sehe, ist MEINE MEINUNG
- Ich habe nie jemanden beleidigt (gut, vielleicht den dicken korrupten Polizisten – aber der hatte es auch verdient)
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- Das Abenteuer ist zu Ende, es hat mega Spaß gemacht Russland vom Süden bis zum Norden zu bereisen
- Nach dem aktuellen Stand hier am Nordkap Camping sind wir 10.648 km gefahren
- Vielleicht geht „irgendwann“ mein Traum noch in Erfüllung, Russland vom Westen bis zum Osten zu bereisen
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- Wer nächstes Jahr wieder mit dabei sein und mitlesen will, ich habe wieder vor einen Blog zu schreiben
- Ich wollte schon lange mal nach Marokko, und Marokko ist aktuell für nächstes Jahr mein Ziel
- Und wenn ich schon da unten bin, vielleicht fahre ich dann noch ein Stückchen weiter bis in die Westsahara, nach Mauretanien oder noch in den Senegal
- Aber mal schauen, das ist noch Zukunft – wir werden sehen
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- In diesem Sinne gebe ich zurück ins Studio
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