14.08.2026

Verfasst von

in

  • Ich bin heute Nacht ein paarmal aufgewacht, weil ich so gefroren habe
  • Ähnlich wie die letzte Nacht – aber da war es auch sehr kalt
  • Ich weiß nicht was los ist, normalerweise friere ich nie
  • Wahrscheinlich komme ich langsam in die Wechseljahre 
  • Jetzt habe ich meinen Kaffee gemacht und sitze in der Sonne
  • Die ist auch schon sehr stark – wie der Kaffee
  • Um 8:30 Uhr kommt Louis aus dem Zelt – ich mache Tee aus Karelien für uns beide zum Aufwärmen
  • Wir sitzen in der Sonne, die wärmt
  • Am Nordkap Camping habe ich für zwei Nächte eine Hütte gebucht – wie 2021 und 2024, damals habe ich auch dort geschlafen
  • Dann werde ich heute innerhalb von fünf Jahren zum dritten Mal mit dem Motorrad am Nordkap sein
  • Wir haben heute 380 km und 5:45 bis zum Nordkap Camping vor uns
  • Es wird wieder mehr Kurven geben
  • Wir frühstücken gemütlich und packen danach unsere Sachen und unsere Maschinen – es ist sehr warm, wir packen im T-Shirt
  • gegen 11:30 wollen wir los, bei 20 Grad und Sonnenschein 
  • Gepackt und startklar, nur mein Motor springt nicht an
  • Hat der Laptop gestern so viel Strom gezogen?
  • So eine sch… – jetzt muss ich mein Gepäck wieder abschnallen, um an den Booster zu kommen
  • Oh man…
  • Louis steigt schon ab und will das Werkzeug holen, während ich die Zündung nochmal anmache und es erneut versuche
  • Jetzt springt der Motor ohne Probleme an – sehr komisch 
  • Warum das jetzt?
  • Aus meinen Elektriker-Kenntnissen schließe ich, dass der Laptop den Strom von der Batterie zum Anlasser gezogen hat
  • Heute Morgen hat diese Leitung erst mal mit Strom befüllt werden müssen
  • Wie würde Peter jetzt sagen… klingt komisch, ist aber so
  • Wir fahren los, über Schotter und Sand, dann auf die Hauptstraße und über eine große Brücke
  • Die Straßen werden kurviger, hügeliger, und es macht wieder viel mehr Spaß zu fahren
  • Wir nehmen die Kurven steil und beschleunigen kräftig raus
  • Langsam müssen die Kanten aus den Reifen gefahren werden
  • Es wird wieder kälter, 16° und der Wind eisiger
  • Beim Fahren merke ich, dass zwischen Armaturenbrett und Scheinwerfer ein Vogel hängt – er zappelt noch
  • Oh shit, der Arme
  • Louis brülle ich ins Ohr, „sofort anhalten, Vogel in Gefahr!“
  • Wir halten an, und ich merke, dass der Vogel tot ist – der Fahrtwind hat ihn zappeln lassen
  • Louis holt den Vogel und begräbt ihn mit einem Wurf ins Gebüsch
  • Mein aufrichtiges Beileid, lieber Vogel, tut mir sehr leid 
  • Wir fahren weiter durch die wunderschöne Landschaft
  • Einmal um eine Kurve läuft so ein Hornochse mitten auf der Straße, bzw. ein Rentier
  • Wir fahren Schritttempo, bis er sich dann vom Acker macht
  • Nach 2 Stunden Fahrt machen wir eine Pause
  • Der Nordkap Camping ruft an – da wir nach 16:00 Uhr ankommen, benötigt er noch meine Kreditkartendaten
  • Komischerweise funktioniert meine Karte nicht, aber Louis‘
  • Er bekommt alles, was er braucht und wir fahren weiter
  • 45 Minuten später werden wir sehr müde, in Lakselv tanken wir und ich trinke einen Cappuccino
  • Auf der Weiterfahrt fängt es an zu nieseln
  • Die Straßen Richtung Nordkap werden wieder weniger hügeliger und weniger kurvig
  • 30 km vor dem Nordkap Camping kommt der Nordkaptunnel, 6870 Meter lang
  • Der Nordkaptunnel ist wirklich ein fantastischer Tunnel
  • Wir fahren 3 km steil nach unten, dann geht es 1 km eben und anschließend 3 km steil nach oben
  • Wenn man keine GS fährt, muss man in den ersten Gang runter schalten, damit man die 3 km hochkommt
  • Nun sind wir auf der anderen Seite, einmal durchs Meer unten durch und wieder nach oben, ohne nass zu werden
  • Ein paar Kilometer weiter kommt der Honningsvagtunnel, 4440 Meter lang
  • Wir fahren durch Honningsvag und biegen dann Richtung Nordkap ab
  • 25 km davor, auf dem Nordkap Camping, steht unsere Hütte
  • Ich checke an der Rezeption ein und bekomme den Schlüssel, während Louis in der Gemeinschaftsküche schaut, ob der Backofen noch funktioniert 
  • Ja, das tut er
  • Louis fährt zurück nach Honningsvag zum Rema 1000 und geht einkaufen 
  • Es gibt Pommes mit Würstle und Blumenkohl – alles im Backofen 
  • Genau wie vor zwei Jahren – ist jetzt zur Tradition geworden
  • Zusätzlich kauft er noch für das morgige Abendessen ein
  • Wir bereiten in der Küche alles vor und gehen duschen, während der Ofen arbeitet 
  • Um 20:30 gibt’s Abendessen – Oberlecker 
  • Vor der Gemeinschaftsküche steht eine 1250er Adventure aus Malta, sind nur ca. 5500 km bis hierher – Respekt
  • Dann frisst noch ein Rentier direkt vor unserem Küchenfenster
  • Vor 5 Jahren habe ich in Finnland oft die Salami von ihm gegessen – ist wirklich sehr lecker
  • Nach dem Abwasch gehen wir in unsere Hütte und ruhen uns aus 
  • Wir wollen später noch ans Nordkap fahren, weil ab morgen früh soll es das ganze Wochenende fast nur regnen 
  • Gegen 23:00 Uhr ziehen wir uns wieder an und fahren die 25 km ans Nordkap
  • Es ist absolut windstill und nur ein paar Wolken
  • Wir kommen oben an und dürfen 1 Stunde kostenlos parken – wobei ab 1:00 Uhr niemand mehr da ist
  • Es ist sehr wenig los im Gegensatz zu vor zwei Jahren – damals war keine einzige Wolke am Himmel, und man hat die Sonne komplett gesehen, da war viel los dort oben
  • Wir laufen wieder zu dem von uns altbekannten Globus
  • Wenn ich überlege, war ich die letzten beiden Male jeweils an zwei verschiedenen Tagen am Nordkap – dann ist das jetzt sozusagen mein fünftes Mal am Nordkap
  • Wir stehen vor der Kugel, machen Bilder, laufen rum und genießen die Atmosphäre
  • Wir würden gerne ein Bild von uns und unseren Motorrädern vor dem Globus machen
  • Aber wo unsere Motorräder stehen, ist alles bis zum Globus abgesperrt
  • Wir laufen am Parkplatz rum und analysieren die Situation, welche Möglichkeiten es gibt, dorthin zu fahren
  • Wir treffen Franz, ein Motorradfahrer aus der Tschechei
  • Er fährt ein chinesisches Motorrad, CF Moto – er ist zufrieden, vor allem mit dem Preis
  • Louis darf eine Probefahrt machen – aber war zu kurz, um die Maschine zu beurteilen
  • Franz erzählt uns, dass er mit dem Nachtwächter hier gesprochen hat
  • Ab 1:00 Uhr ist niemand mehr hier und es gibt auch keine Security 
  • Man kann aus unserem Parkplatz rausfahren und über die Busspur rein, dann kommt man zum Globus
  • Es gibt aber eine Kamera, die auf den Globus ausgerichtet ist
  • Wenn wir mit unseren Fahrzeugen dorthin fahren und ermittelt werden, kostet das 1500 Kronen Strafe, ca. 150 Euro 
  • Franz gibt uns schwarzes Panzertape – wir kleben unsere Nummernschilder ab
  • Wir treffen zwei Italiener, die ein Tuch um die Nummernschilder gewickelt haben
  • Gegen 1:30 Uhr fahren fünf Motorräder zum Globus
  • Wir machen Bilder in allen möglichen Situationen
  • Es ist so hell, und das gegen 2:00 Uhr nachts
  • Danach fahren wir über den Schotterplatz und die 25 km zurück zu unserer Hütte
  • Unterwegs machen wir noch das Panzertape weg
  • Auf dem Weg zurück kommen uns immer wieder Motorradfahrer entgegen – die werden das gleiche Ziel haben, wie wir hatten
  • Gegen 3:00 Uhr am Samstag Morgen gehen wir ins Bett

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert